Und die Restaurierung lohnt sich doch
Vor einigen Jahren besuchte ich einen Ferrari-Spezialisten in der Schweiz und erblickte einen silberfarbigen Ferrari 250 GT Lusso, der sich gerade in Restaurierung befand. Einige Hunderttausend Franken koste das Projekt, erklärte mir der Besitzer des Betriebs und die Arbeit wurde nach besten schweizerischen Qualitätsmasstäben durchgeführt.
“Schön, dass sich Sportwagen-Besitzer die Wiedergeburt ihres Autos so viel kosten lassen”, dachte ich damals, und war mir sicher, dass sich der Einsatz rein wirtschaftlich nie lohnen würde. Damals wurden Lussos für rund 200’000 Franken gehandelt, niemand hätte das Dreifache für einen restaurierten Wagen bezahlt.
Wie ich mich getäuscht hatte. Heute wechselt ein guter Ferrari 250 GT Lusso den Besitzer für CHF 1,85 Millionen oder Euro 1,69 Millionen wie bei RM/Sotheby’s in London oder wird mit CHF 2,12 Millionen (Euro 1,92 Millionen) bewertet wie an der Versteigerung von Bonhams anlässlich des Goodwood Revivals.
Damit sind die Restaurierungskosten also bereits lange wieder eingespielt, der Einsatz und die Investition hat sich gelohnt.
Allerdings, und dies sei deutlich angemerkt, ist natürlich ein Ferrari die Ausnahme. Nachwievor lohnen sich umfangreiche Restaurierungen bei vielen Autos rein ökonomisch betrachtet nicht, vor allem dann nicht, wenn sie im Wert auch in bestem Zustand unter 150’000 oder 200’000 CHF/Euro liegen. Schön aber, dass es immer noch viele Oldtimer-Enthusiasten gibt, die restaurieren zum zu erhalten und nicht primär des finanziellen Gewinns wegen.
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