Klassikerperlen der Zukunft - Dodge/Chrysler Viper

Bruno von Rotz
26.09.2015

Dodge Viper GTS Concept 1994 (© FCA)

Der amerikanische Autohersteller Chrysler war zwischen 1987 und 1994 Besitzer von Lamborghini. Vielleicht reifte deshalb der Entschluss, einen Supersportwagen zu bauen. Allerdings kann man sich auch gut vorstellen, dass der rührige Manager Lee Iacocca unabhängig davon träumte, wieder einmal ein richtiges Muscle Car anbieten zu können, Jedenfalls entstand der Motor des Dodge Viper mithilfe der Italiener, auch wenn die grundsätzliche Konzeption des Zehnzylinders eher an einen amerikanischen “Truck” erinnerte. 7990 cm3 Hubraum, 458 PS und 664 Nm waren jedenfalls eine Ansage, als der oder die Viper 1991 am Indianapolis 500 erstmals offiziell gezeigt wurde.

Dodge Viper Prototype 1991 (© FCA)

Optisch erinnerte der neue Sportwagen, der schliesslich Viper RT/10 hiess, ein wenig an die AC Cobra, allerdings eine deutlich gewachsene Variante davon. Mit 4,5 Meter Länge und 1,935 Meter Breite kam der Wagen breit daher, 1575 kg waren damals ein beträchtliches Gewicht für einen Zweisitzer. Zwei Personen und etwas Gepäck konnten befördert werden, wenn nötig mit über 260 km/h.

Dodge Viper RT/10 Concept 1989 (© FCA)

Im Frühling 1992 konnten dann auch die Kunden die offene Variante mit Überrollbügel und seitlichem Auspuff kaufen, in Europa hiess der Wagen Chrysler Viper.

Bereits 1993 schoben die Amerikaner ein attraktives Coupé namens GTS (Bild oben) vorerst als Konzeptfahrzeug nach, kurze Zeit später konnte man auch die mit einem “Double Bubble”-Dach versehene geschlossene Version kaufen, die sicherlich nicht zufällig an das Shelby Cobra Daytona Coupé erinnerte.

Dodge Viper RT/10 1992 (© FCA)

Bis 1998 wurden insgesamt 8468 Dodge/Chrysler Viper verkauft, 1802 davon waren Coupés. Auch im Rennsport zeigten sich viele Erfolge, u.a. im Langstreckensport, z.B. beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring, aber auch in Le Mans.

Kaum ein anderes Auto der Neunzigerjahre war brachialer und roher als der/die Dodge Viper, auf ESP und Traktionskontrollen mussten die Besitzer verzichten, ABS gab es erst beim Nachfolger. Die anspruchsvollen Fahreigenschaften führten sicherlich zu einer gewissen Reduktion des Bestandes, ansonsten war der Wagen mit GFK-/Aluminium-Karosserie und stabilem Rahmen sicherlich für ein langes Leben gebaut, zumal die meisten Besitzer nur geringe Distanzen zurücklegten. Heute sind die Autos noch vergleichsweise günstig zu haben, in 20 oder 30 Jahren werden Klassiker-Fans sicher von einer originalen Dodge oder Chrysler Viper träumen ...

Weitere Klassikerperlen finden sich in unserem Themenkanal "Klassikerperlen" .

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