Einloggen und mehr sehen: Login
 
 
Jetzt einloggen oder kostenlos registrieren...
... und viel mehr Fotos und Artikel sehen.
Archivierte Einträge:
 
JM2017:

Klassikerperlen der Zukunft - Smart Coupé und Cabriolet (ForTwo)

Bruno von Rotz - 19.02.2017

Smart ForTwo Coupé 1998 (© Daimler AG)

Es war im Jahr 1993, als die Swatch Group unter Nicolas Hayek begann, einen innovativen Kleinstwagen zu entwickeln. Er sollte elektrisch oder zumindest teilelektrisch fahren, sehr ökonomisch sein und Lifestyle aussprühen, wie es auch die Swatch Uhren taten.

Doch alleine konnte Hayek seine Pläne nicht umsetzen. Eine Zusammenarbeit mit Volkswagen war nicht erfolgreich, Daimler-Benz übernahm das Thema. Was herauskam war zwar immer noch ein kleines Auto, aber die Konzeption war trotzdem weit davon entfernt von dem, was sich Hayek erträumt hatte.

Smart Tridion-Zelle (© Daimler AG)

1995 stand der zweisitzige, geschlossene Stmart als Designstudie auf der IAA, ab 1998 konnte man ihn kaufen. 2,5 Meter lang, 1,51 Meter breit und 1,52 Meter hoch sah er mit seiner Tridionzelle, die ihm die nötige Stabilität verabreichte, anders aus als alle anderen Autos. Er war aber (mit 599 cm3 und 45 PS) flott motorisiert und einigermassen sparsam, so dass ihm zusammen mit den innovativen Verkaufsmethoden schon bald ein gewisser Erfolg beschieden war.

Smart ForTwo Cabrio 2000 (© Daimler AG)

Im Jahr 2000 kam das Cabriolet dazu, mit den Brabus-Varianten und dem Crossblade entstanden Sonderversionen.

Heck des Smart ForTwo Coupé 1998 (© Daimler AG)

Bis 2007 wurde der Smart der ersten Generation gebaut, dann wuchs der Kleinstwagen um 19,5 Zentimeter in der Länge. Ab 2006 gab es auch elektrische Versionen des Smart. Und 2014 schliesslich wurde auch die zweite Generation mit einem nochmals vor allem in der Breite gewachsenen Modell abgelöst. Untypischerweise sank der Luftwiderstandsbeiwert über die Zeit, lag er doch am Anfang noch bei guten 0.37 für den ersten Smart.

Smart Interieur (© Daimler AG)

Eine Rarität ist der Smart, abgesehen von Spezial- und Sonderversionen eigentlich nicht. Bereits 2013 waren schon über 1,5 Millionen zweisitzige Versionen verkauft, viel für das Konzept, aber zuwenig für Daimler-Benz, um richtig Geld machen zu können damit.

Smart ForTwo Coupé und Cabriolet im Verkehr (© Daimler AG)

Der Sympathiefaktor beim Smart war aber immer gross, vor allem zu Beginn, als er noch vergleichsweise selten zu sehen war. Ähnlich wie bei den Kabinenroller der Fünfzigerjahre verkörperte der Smart das “reduce to the max”-Prinzip, also Mobilität mit einfachen (und günstigen) Mitteln zur Verfügung zu stellen.

Smart ForTwo Coupé 1998 vor einem Restaurant (© Daimler AG)

Diese Charakteristiken dürften den frühen Smarts auch in Zukunft zu vielen Freunden helfen, weshalb wir durchaus davon ausgehen können, dass für besondere und gut erhaltene frühe Modelle dereinst “gesunde” Preise bezahlt werden und so eine Klassikersterne-Benennung durchaus im Bereiche des Möglichen ist. Allerdings müssen wir wohl noch ein wenig warten, denn selbst von den frühen Fahrzeugen sind noch viele im Umlauf, in einem Jahr werden die ersten zu veritablen Youngtimern.

 

Audi Duo - fast 30 Jahre vier Ringe mit Hybrid

Bruno von Rotz - 18.02.2017

Audi Duo II 1991

Beim Thema Hybrid fällt meist als erstes der Markenname Toyota, doch auch Audi tat sich früh mit eigenen Konstruktionen hervor.

Bereits 1989 wurde auf der IAA der Audi Duo gezeigt, der auf dem C3 100 Avant basierte. Neben dem 136-PS-2,3-Liter-Fünfzylinder sorgte ein 60 kg schwerer und 12,6 PS starker Elektromotor, der an das Hinterachsdifferential angeflanscht war, für Vortrieb. 181 kg Batterien in Nickel-Cadmium-Bauweise sorgten für die Energiespeicherung.

Audi Duo I 1989

Das Fahren war noch nicht ganz so problemlos wie bei modernen Hybrid-Fahrzeugen, der Fahrer musste selber wählen zwischen Elektro- oder Benzinantrieb (Auszug AR 52/1989):

“Mit dem Zündschlüssel wird entweder der Verbrennungsmotor gestartet oder - nachdem der Schalthebel in Leerlaufstellung gebracht wurde - durch Drücken der «E»-Taste der Elektroantrieb aktiviert. Mit Elektroantrieb fährt sich das Auto wie mit einer Automatik; weil es keine Getriebeschaltung gibt, muss der Fahrer nur das Gaspedal betätigen. Eine Anzeige informiert ständig über den Ladezustand der Batterie. Beim Fahren mit Elektroantrieb übernimmt ein zusätzlicher kleiner Elektromotor die Versorgung der Hydraulik, so dass Servolenkung, Bremsservo und ABS wie üblich funktionieren.
Ein nicht zu unterschätzendes Plus des duo-Systems ist überdies die verbesserte Betriebssicherheit des Fahrzeugs: Bei Ausfall eines Motors kann das Fahrzeug mit dem zweiten, völlig unabhängig davon funktionierenden Antriebssystem betrieben werden.”

Man sprach damals von CHF 65’000 bis 70’000 als Preis für ein derartiges Auto, viel Geld und rund 20’000 Franken mehr als für den normalen Quattro-Avant, zumal die elektrische Reichweite gerade einmal 30 km betrug und mehr als 50 km/h elektrisch nicht drinlagen.

1991 kam dann die zweite Generation (Bild oben). Nun leistete der Elektromotor bereits 29 PS, dafür war er mit dem Vierzylinder gekoppelt. Nun betrug die elektrische Höchstgeschwindigkeit bereits 65 km/h, die Reichweite 80 km.

Audi Duo III 1997 (© Audi)

Mit dem Audi Duo III wurde dann erstmals 1997 (also vor 20 Jahren) ein Audi-Hybrid in Serie produziert. Dieses Auto basierte auf dem A4 Avant und koppelte einen 1,9-Liter-Diesel mit 90 PS mit einem wassergekühlten Elektromotor, der 29 PS leistete. Der Antrieb ging für beide Motoren auf die Vorderachse. Wiederum wurde mit Schalter zwischen elektrischem und dieselbasierten Vortrieb umgeschaltet. Der Duo III konnte bereits rekuperieren und auch während der Fahrt aufladen. 80 km/h betrug die Höchstgeschwindigkeit elektrisch, 50 Kilometer die Strom-Reichweite. Etwa 100 Audi Duo III wurden produziert, sie krankten daran, dass sie unter dem Strich kaum sparsamer als die normalen TDIs waren, was am hohen Gewicht der Blei-Gel-Batterien lag.

Es sollte dann bis 2011 dauern, bis wieder ein serienmässiger Hybrid von Audi erschien.

 

Die besten Porsche-Sounds?

Bruno von Rotz - 17.02.2017

Porsche 911 Carrera RS von 1972 bei Tonaufnahmen in Weissach

Porsche hat ein neues Video publiziert, auf dem fünf Autos und ihre Aussprache, also ihr Motorengeräusch, präsentiert werden. Da es “Best Porsche Sounds” heisst, soll es die besten Motorensounds aus dem Hause Porsche “prämieren”. Aufwändig aufgenommen in einem schalltoten Raum kommen die Geräusche natürlich gut zur Geltung.

Die Frage ist natürlich, ob man mit der Auswahl und der Reihenfolge einverstanden ist. Aus Marketing-Überlegungen hat man in Zuffenhausen natürlich auch aktuelle Modelle daruntergemischt, so dass nicht nur ein Porsche 911 Carrera RS 2.7 von 1972 oder ein 550 Spyder in die “Top 5” gerutscht sind, sondern auch ein aktueller 911 GT3 RS, ein 918 Spyder und ein nicht mehr ganz neuer Carrera GT.

Leider wird etwas gar viel gesprochen und Musik abgespielt im Video, so dass die Geräusche gar nicht immer so zur Geltung kommen, wie man sie gerne hätte.

Und sind das wirklich die besten Porsche-Klänge aller Zeiten? Da hätten wir schon noch etwas dagegen zu setzen. Auf zwischengas.com gibt es bereits 62 verschiedene Tonmuster zu Porsche alleine. Und darunter auch einige Perlen, die sicherlich auch “top-5”-würdig gewesen wären, etwa der Porsche 906 (Carrera 6) von 1966, ...

Porsche Carrera 6 bei der Arosa ClassicCar 2010

... der Porsche 804 F1 von 1962 ...

Porsche 804 F1 (1962) an der Porsche Soundnacht 2016

... oder der Porsche 917 von 1969.

Porsche 917 (1969) - Aufwärmen am Concorso d'Eleganza

Aber sei’s drum, Hauptsache man lässt die Autos laufen!

 

Zur grossen Überraschung ein Brief!

Daniel Reinhard - 16.02.2017

Brief mit besonderer Frankatur

Fast der gesamte Schriftverkehr wickelt sich heute via e-Mail ab. Die Briefpost rutscht leider immer weiter in den Hintergrund. Das spürt nicht nur die Post selbst, auch die Herstellung der Umschläge ist rückläufig und so fehlen auch den Papeterien immer mehr die Umsätze. Die digitale Veränderung führt so zum Umsatzverlust vieler Hersteller und Verkäufer.

So freut man sich umso mehr, wenn mal wieder ein Brief im Postfach liegt. Allein schon der Brief erweckt Freude, aber erst auf den zweiten Blick erblickt man, ganz zur Freude der Briefmarkensammler, die unglaubliche Frankatur. Der notwendige Porto-Franken wurde mittels zehn Zehnrappen-Briefmarken auf den Umschlag geklebt, natürlich noch mit menschlicher DNA befeuchtet, mit Verzicht auf selbstklebende Briefmarken. Höchstens eine Sondermarke mit einem schönen Vorkriegs-MG, Riley oder Bugatti könnte diesen Brief wohl noch mehr veredeln. 

Wir fanden sofort, dass diesem "Papier-Brief" ein "Digital-Blog" gebührt.

Tags: 

 

Kommt der Peugeopel?

Bruno von Rotz - 15.02.2017

Peugeot und Opel bald zusammen?

Durch die Medien geistert momentan eine Meldung, wonach General Motors die Marke Opel an die PSA-Group verkaufen könnte. GM wolle sich damit aus Europa zurückziehen, wobei man sich fragen muss, was dann mit Vauxhall passieren wird.

In der PSA-Group und ihren Vorgängern sind schon eine ganze Reihe Marken zusammengefasst worden, nur wenige haben überlebt. Die Holding wurden 1976 gegründet, nachdem Peugeot Citroën übernommen hatte. 1978 wurde Chrysler-Simca integriert, als Talbot und Talbot-Simca fortgeführt, bis die Marke aufhörte zu leben.

Eine ganze Reihe französischer Marken gingen bereits früher in Peugeot oder Citroën auf, darunter Panhard.

Genau wie Opel sind auch Peugeot und Citroën alte Automobilmarken mit langer Tradition. Deutsche Automobilmarken aber haben die Franzosen bisher noch keine übernommen und auch die Deutschen Autowerke streckten ihre Arme selten zum westlichen Nachbarn aus.

Ob hier eine kulturell nachhaltige Fusion/Übernahme möglich ist, wird man erst sehen müssen. Die Käufer jedenfalls dürften einigermassen perplex sein, wenn sie sich in einen Peugeot Astra oder einen Opel 506 setzen sollten. Und dass schon einfache Technikübertragung zu Schwierigkeiten führen kann, hat man ja bereits bei der Saab-Geschichte sehen können.

Aus autohistorischer Sicht kann nur gehofft werden, dass bei einer allfälligen Übernahme nicht an der Tradition gesündigt wird und dass es vielleicht mit französischen Geld endlich gelingen möge, ein richtiges Opel-Museum auf die Beine zu stellen.

 

Als die Franzosen beim GP Frankreich 1921 von den Amerikanern geschlagen wurden

Bruno von Rotz - 14.02.2017

Guyot im Duesenberg beim GP France 1921 (© Public Domain)

Beim Grand Prix von Frankreich im Jahr 1921 setzten eigentlich alle auf einen Sieg der technisch fortschrittlichen Ballot Rennwagen. Mit ihren überaus modernen Achtzylinder-Motoren mit zwei obenliegenden Nockenwellen und Bremsen an allen vier Rädern (siehe auch Bilder und Beschreibung im Rétromobile-Rückblick ) sahen sie wie klare Favoriten aus.

Ballot am GP France 1921

Doch es sollte anders kommen. Am Ende des Tages erreichten ein amerikanischer Duesenberg das Ziel zuerst. Dessen Motor war vielleicht etwas weniger fortschrittlich, aber er leistete gute 114 PS. Und die Amerikaner hatten etwas, was die Ballots nicht hatten, hydraulische Bremsen an allen vier Rädern. Diese stellten allerdings die Fahrer vor eine nicht einfache Aufgabe. Murphy jedenfalls überschlug sich mit einem der vier Wagen des Indianapolis-Teams. Trotz gebrochenen Rippen war er rechtzeitig für das Rennen zurück und konnte dieses gewinnen, fast wäre sogar noch ein Doppelsieg dabei herausgekommen.

Sieger Murphy im Duesenberg am GP France 1921

Was für eine Schande für Frankreich, das so auf einen Sieg gehofft hatte. Zeitweise waren sogar alle drei Duesenberg an der Spitze, aber die Ballots blieben ihnen auf den Fersten. Alle Fahrer litten unter Reifenpannen, Murphy musste mehrmals Reifen wechseln. Und weil der Duesenberg keine abnehmbaren Räder hatte, musste dies immer im Depot am Wagen selber geschehen. Beim Ballot konnte ein Rad in 17 Sekunden gewechselt werden.

Die letzte Runde wurde von der ADAC Motorwelt wie folgt beschrieben:
“Endlich kommt die letzte Runde: Murphy rast mittags um 1 Uhr 10 Minuten durchs Ziel, bejubelt von seinen zahlreich anwesenden Landsleuten. Er hatte die 518 km in 4 Stunden 7 Min. 11 2/3 Sek, zurückgelegt, und also ein Stundenmittel von über 125 km gefahren. Die amerikanische Nationalhymne erklingt, die auch die Franzosen mit entblößtem Haupt und blutendem Herzen anhören. Während der Sieger sich schon längst am Champagner labt, dessen Genuß in Amerika bekanntlich untersagt ist, müssen die anderen Fahrer noch mehrere Runden absolvieren, ehe auch sie ihre Ehrenplätze einnehmen können.”

Drei der vier Wagen haben überlebt, einer ist im Indianapolis-Museum ausgestellt, ein zweiter im Simeone Automotive Foundation Museum, ein dritter wurde erst kürzlich, wie Hemmings berichtete, wiederentdeckt. Dabei soll es sich um den Wagen handeln, den damals Albert Guyot (Bild ganz oben) im französischen Grand Prix fuhr. Dieser soll nun restauriert werden.

 

Klassikerperlen der Zukunft - Morgen EV3

Bruno von Rotz - 13.02.2017

Morgan EV3 (© Morgan / Werk)

Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass der Verkehr und die Automobile immer elektrischer werden. Dies hat offenbar auch der Traditionshersteller Morgan erkannt und mit dem EV3 ein Spassmobil eigener Prägung entwickelt, das rein elektrisch fährt.

Morgan EV3 (© Morgan / Werk)

Dass sich der EV3 an keine gängigen Konventionen hält, war zu erwarten. Er wieg nur 500 kg und hat nur drei Räder. Zu viel mehr, als zum Befördern von zwei Passagieren kann man ihn nicht brauchen und am besten ist man wohl alleine unterwegs, wenn man es richtig fliegen lässt.

Morgan EV3 (© Morgan / Werk)

Nicht dass es ein kraftstrotzendes Dreirad wäre, 46 kW (oder wie es früher hiess 62,5 PS, sind keine Monsterleistung. Wenn aber das konzeptionsbedingt riesige Drehmoment auf das zierliche angetriebene Hinterrad losgelassen wird, dann ist “Wheelspin” und Spass garantiert.

Morgan EV3 (© Morgan / Werk)

Dass auch ökonomisches Denken nicht auf der Strecke bleibt dabei, ist mit der Reichweite von über 200 km gegeben, die sich aus der 20 kWh Lithium-Batterie ergibt. Das ist doppelt soviel Batteriekapazität wie bei einem VW Passat GTE (Hybrid), aber viermal soviel elektrische Reichweite.

Selbst preislich hebt der Morgan EV3 nicht völlig ab, er soll etwa gleich viel kosten wie sein benzingetriebenes Dreirad-Äquivalent. Kaufen soll man ihn auch können, auf das vierte Quartal 2016 wurde der Produktionsstart angekündigt.

Der Morgan EV3 am Genfer Autosalon 2016

Ob der EV3 allerdings in der vorgestellten Form hierzulande zugelassen werden kann, dürfte noch fraglich sein, denn so ohne Kotflügel, dafür mit zentral montiertem Fernlicht könnte es manchem Prüfexperten doch etwas unheimlich werden.

Dass die Jungs in vierzig Jahren auf einen EV3 Oldtimer stehen werden, halten wir dagegen für einigermassen wahrscheinlich. Auch an den fehlenden Motorensound wird man sich bis dahin wohl gewöhnt haben.

 

Welchen hätten Sie gekauft? (Retromobile)

Bruno von Rotz - 12.02.2017

Citroën DS 19 Cabriolet 1965 Scheunenfund bei Artcurial 2017

Anlässlich der Rétromobile-Woche finden bekanntlich auch immer grosse Versteigerungen statt, über die man lange vor- und nachher spricht. Auch über die letzten Tage war dies wieder so und für Fans des Citroën DS Cabriolet war der Besuch der Auktionen sowieso ein Muss.

Bonhams versteigerte bereits am Donnerstag ein Citroën DS 19 Cabriolet von 1964 für EUR 180’000 (Hammerpreis).

Citroën DS 19 Cabriolet 1964 Bonhams 2017 Paris

Am Freitag hatte das französische Auktionshaus Artcurial gleich drei dieser offenen Göttinnen anzubieten.

Citroën DS 19 Cabriolet 1965 in Blau bei Artcurial 2017

Zuerst kam ein blaues Modell von 1965 unter den Hammer, das nie komplett restauriert worden war und noch immer in sehr gutem Zustand dastand. EUR 135’000 lautete das Höchstgebot, das für den Kauf ausreichte.

Citroën DS 19 Cabriolet 1965 Scheunenfund bei Artcurial 2017

Etwa drei Viertel Stunden später dann wurde ein Scheunenfund eines DS 19 Cabriolets desselben Jahrgangs für EUR 85’000 (Schätzpreis EUR 40’000 bis 60’000) zugeschlagen. Auch dieses wurde als sehr authentisch dargestellt, befand sich aber in sichtlich schlechtem Zustand und wurde als Restaurierungsobjekt beschrieben.

Seitenansicht des Citroën DS 19 Cabriolet 1965 Scheunenfund bei Artcurial 2017

Normalerweise würde man davon ausgehen, dass eine Restaurierungsbasis soviel günstiger gekauft werden müsste, wie die Arbeiten hinterher verschlingen werden, aber man kann davon ausgehen, dass man dieses Auto nicht für 50’000 EUR komplett erneuern kann.

Ob der Käufer da mehr wusste oder andere Pläne hat.

Jedenfalls hätte er wenige Stunden Später nochmals die Gelegenheit gehabt, ein weiteres DS19 Cabriolet, dieses Mal mit Jahrgang 1962, zu ersteigern, wiederum für EUR 135’000 (plus Aufpreis/Kommission) und ebenfalls mit kompletter Historie.

Citroën DS 19 Cabriolet 1962 Artcurial 2017.jpg

So ganz verständlich ist dies alles nicht, die Frage ist, welchen hätten Sie gekauft?

Die kompletten Versteigerungsergebnisse folgen in Kürze auf Zwischengas.

 

Das Salz in der Pariser Suppe (Rétromobile)

Bruno von Rotz - 11.02.2017

A112 auf dem Cubstand an der Rétrmobile in Paris 2017

Eigentlich ist es nicht nur in Paris so, sondern überall. Was wäre eine gute Messe ohne die Clubstände? Sie sind sozusagen das Salz in der Suppe. Natürlich sind die Präsentationen der Hersteller eindrücklich und sicherlich auch aufwändig gemacht. Und die Händler lassen auch nichts anbrennen und zeigen ihre Auslage an erlesenen Fahrzeuge.

Autobianchi Eden Roc auf dem Clubstand an der Rétrmobile in Paris 2017

Aber es sind eben die kleinen Club-Stände, die besonders informativ und liebevoll gemacht sind.

Facel Vega auf dem Clubstand an der Rétrmobile in Paris 2017

Wer sich die Zeit nimmt und die Exponate im Detail inspiziert, die vielen Fotos und Hintergrundmaterialien eingehend studiert und das Gespräch mit dem Standpersonal sucht, der wird sicher auch über die bekanntesten Marken noch Neues lernen können.

Lancia Flaminia auf dem Clubstand an der Rétrmobile in Paris 2017

Für das Jahr 2017 hat man in Paris die Clubstände neu angeordnet, sie sind von der Halle 1 nach oben gewandert an neue Plätze. Das mag für den einen oder anderen wie eine Zurückversetzung aussehen, aus unserer Sicht war es ein Gewinn, denn dadurch hat die Ausstellung etwas an Ruhe gewonnen, wenn man davon anlässlich des wiederum gewaltigen Zuschaueransturms überhaupt sprechen kann.

Ford Mustang auf dem Clubstand an der Rétrmobile in Paris 2017

Übersehen wurden die Clubpräsentationen sicherlich trotzdem nicht, zumindest hatte man mit der Ansiedlung der “70 Jahre Ferrari Sonderausstellung” dafür gesorgt, dass auch die neue Halle viel Zulauf erhielt.

Panhard & Levassor auf dem Clubstand an der Rétrmobile in Paris 2017

Wer sich wirklich eingehend mit den Clubs auseinandersetzen will, braucht wohl alleine dafür einen ganzen Tag, soviel hatten auch wir nicht. In unserem Messebericht, der demnächst erscheint, werden sie aber sicherlich eingehend erwähnt.

Panhard auf dem Clubstand an der Rétrmobile in Paris 2017

Übrigens, ein Grund, warum die Clubstände auf fast allen Messen ein Höhepunkt sind, ist, dass diese Präsentation eben landesspezifisch sind, lokale Clubs repräsentieren und Marken zum Thema machen, die anderswo halt weniger ein Thema sind …

 

James Bond, sein Aston Martin und die Tricks der Filmemacher (an der Rétromobile Paris)

Anonymer Autor - 10.02.2017

Aston Martin DB5 (1964) aus dem Film "Goldfinger" - an der Rétromobile Paris 2017

Als mit "Goldfinger" im Jahr 1964 der dritte James-Bond-Film in die Kinos kam, betrat damit auch ein neuer Auto-Star die Bühne, der Aston Martin DB5. Das elegante silberfarbene Coupé wurde zum Inbegriff des James-Bond-Autos und hatte nicht zufällig auch noch Auftritte in späteren Bond-Filmen, als Aston Martin bereits andere Automobile baute. Der Ruhm hing nicht zuletzt mit den Gadgets zusammen, die “Mr. Q” in das Auto einbaute.

Bis heute wird dieser Film-Aston bewundert, was sich auch wieder am Interesse in Paris an der Rétromobile ablesen lässt. das dieser Wagen erzeugt. Dort steht er als Mittelpunkt einer umfangreichen David-Brown-Retrospektive auf einem eigens dafür eingerichteten Stand.

Und dort kann man den Aston auch genauer inspizieren und lernt verstehen, wo Mechanik, Elektronik und Filmtechnik sich gegenseitig helfen mussten.

Cockpit des Aston Martin DB5 (1964) aus dem Film "Goldfinger" - an der Rétromobile Paris 2017

Blickt man ins Interieur des Wagens, erkennt man natürlich sofort den Knopf für die Auslösung des Beifahrer-Schleudersitzes. Ausprobieren sollte man dies an der Rétromobile nicht, die Hallenhöhe würde kaum zu einem kopfwehfreihen Aufstieg reichen.

Ortungssystem im Aston Martin DB5 (1964) aus dem Film "Goldfinger" - an der Rétromobile Paris 2017

Erkennbar ist auch das spezielle Bedienungspanel zwischen den Sitzen und der Bildschirm für das Ortungssystem. Hier dachten die Filmemacher weit voraus, denn um die Lage des kleinen Senders auf dem Bildschirm anzuzeigen, hätte man wohl ein GPS-Satellitensystem benötigt, das es damals natürlich noch gar nicht gab.

Telefonhörer im Aston Martin DB5 (1964) aus dem Film "Goldfinger" - an der Rétromobile Paris 2017

Auch der Telefonhörer in der Türe, den man wohl einem herkömmlichen Haustelefon entnommen hatte, wäre 1964 noch wenig nützlich gewesen ohne aufwändige Sende- und Empfangsvorrichtungen.

Schutzwand am Aston Martin DB5 (1964) aus dem Film "Goldfinger" - an der Rétromobile Paris 2017

Um schweres Geschütz abzuwehren, hätte die ausfahrbare Stahlwand wohl erheblich dicker (und schwerer!) sein müssen, als die eingebaute Version.

Reifenschlitzer am Aston Martin DB5 (1964) aus dem Film "Goldfinger" - an der Rétromobile Paris 2017

Und der Reifenschlitzer? Der hätte natürlich eingefahren gar keinen Platz gehabt in der Aston-Achskonstruktion. Entsprechend wird er heute wie damals einfach auf das Rad aufgeschraubt.

Gadgets im Aston Martin DB5 (1964) aus dem Film "Goldfinger" - an der Rétromobile Paris 2017

Tatsächlich aber wurden die Agentenhelferlein wirklich in das Auto eingebaut und nur fehlende Nachschub im Spezialzusatztank verhindert, dass hinten schwarzes Öl herausspritzt, wenn man auf den Knopf drückt. Auch die MGs treten hinter den Blinkerleuchten hervor, wenn man es darauf anlegt. Auch das Kennzeichen kann während der Fahrt rotierend gewechselt werden. Es wurde eifrig gebastelt damals und bei der Restaurierung wurde so viel wie möglich wieder in Gang gesetzt.

Aston Martin DB5 (1964) aus dem Film "Goldfinger" - an der Rétromobile Paris 2017

Der James-Bond-Aston sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in der David-Brown-Ära noch viele weitere attraktive und wichtige Wagen gab, auch wenn man mit kaum einem Auto damals Geld verdiente. Aber dafür gab’s ja die Traktoren, die Brown auch noch baute und womit er das nötige Kapital für sein Sportwagen einspielte. Und einen solchen kann man auf dem Stand von Classic Car Trust und Roos Engineering auch noch besichtigen. Eine derartige Zusammenstellung hat man wohl noch selten gesehen und man sollte sich an der Rétromobile genügend Zeit einplanen, um nicht nur die Autos, sondern auch die anderen Ausstellungsstücke ausgiebig betrachten zu können.

Die Rétromobile hat ihre Toren noch bis zum Sonntag, den 12. Februar 2017 offen. Ein ausführlicher Bericht auf Zwischengas ist natürlich schon in Vorbereitung.

 

Weitere Blog-Einträge:

Zwischengas publiziert in diesem Blog täglich einen Beitrag seit 2010

Für weitere Einträge verwenden Sie deshalb bitte die Navigation oben links.