Der Kühlergrill und warum er so wichtig ist (Autokennerquiz)

Bruno von Rotz
16.05.2021

Rolls-Royce Silver Shadow Kühlergrill

Es gibt Autos, die erkennt man schon von weitem, auch wenn man nur einen kleinen Teil des Kühlergrills sieht. Schon in der Vorkriegszeit gab der Kühler den ansonsten weitgehend ähnlich geformten Autos ihr individuelles Gesicht. Nach dem Krieg wurde noch deutlich mehr Gewicht auf die Gestalten des Kühlergrills gelegt, die Front wurde zu einem der wichtigsten Unterscheidungsmerkmalen. Und sogar Autos, die den Grill (wegen des Heckmotors) eigentlich gar nicht benötigten, erhielten teilweise einen Kühlergrill.

Zusammen mit den Scheinwerfern und Zierteilen ergab sich das individuelle Gesicht, kein Wunder diente die Kühlerabdeckung schon früh zur Markenidentifikation und -abgrenzung.

Können wir aber Autos auch erkennen, wenn wir nur den Kühlergrill oder Teile davon sehen, andere Merkmale aber fehlen? Wir machen die Probe aufs Exempel mit unserem neuen Autokennerquiz und zeigen zehn Fotos, die unsere Leser nun erkennen sollen. Wollen Sie’s probieren?

Hier geht’s zum Autokennerquiz …

Autokennerquiz 112 - Kühlergrill

Kennen Sie den Galy?

Bruno von Rotz
15.05.2021

Galy von 1954

Mitte der Fünfzigerjahre waren Kleinstautomobile sehr populär. Immer wieder entstanden neue Firmen und Modelle, darunter auch der französische Galy. Erstmals der grossen Öffentlichkeit vorgestellt wurde der Galy Vibel auf dem Pariser Autosalon 1954. Die Automobil Revue schrieb beim ersten Auftauchen des kleinen Coupé im Oktober 1954:
“Noch immer erscheinen in Paris neue Kleinstwagen von bisher unbekannten Marken, obwohl sich doch bisher keine durchzusetzen vermocht hatte. Dieses Jahr trägt die neue Marke den Namen Galy. Die Hauptdaten der Erzeugnisse eines mutigen Konstrukteurs sind folgende: drei Modelle, Vistand-Zweitakt mit 175 cm3, Preis ca. 250’000 fFr., Vibel-Viertakt mit 250 cm3, ca. 300’000 fFr., Visport ähnlich Vibel, zweisitziges Coupé, Einzylinder-Heckmotor, Dreiganggetriebe, «progressive» Federung und – allerdings nur an den Salonwagen – Antrieb nur eines Hinterrades.”

Galy Vibel Antriebseinheit 1955

Im Frühjahr 1955 fand sich sogar auf dem Genfer Autosalon ein Galy. Die Eckwerte der stärkeren Variante mit Viertaktmotor wirkten innovativ, verfügte der Wagen doch über ein Rohrrahmenchsasis und Einzelradaufhängungen rundum. 295 cm lang und 150 cm breit war das zwei- bis dreiplätzige Coupé mit Stahlblechkarosserie und es wog 280 kg. Mit 15 PS sollten sich 83 km/h erreichen lassen und dies bei einem Verbrauch von nur 4 Liter pro 100 km.

Das tönte alles gut, aber ein Erfolg war es nicht. Man spricht von rund 100 gebauten Galy Automobilen bis 1957, überlebt haben dürfte nur eine Handvoll von ihnen. Die Marke verschwand wieder.

Überholen war (und ist) ein Abenteuer

Bruno von Rotz
14.05.2021

Überholen (© ams)

Beim Überholen passieren immer wieder Unfälle und dies liegt meist daran, dass der Überholweg falsch eingeschätzt wurde. Das war schon vor über 50 Jahren so und darum liess die Zeitschrift “auto motor und sport” die Überholwege verschiedener damaliger Automobile berechnen. Dafür setzte man schnellen Computer ein, der aus verschiedenen Parametern die gesamte Überholstrecke kalkulieren musste.

Der Überholweg setzte sich aus einen Sicherheitsabstand beim Ausscheren, der Länge des LKW-Zug und des überholenden PKWs, sowie der Einscherstrecke und dem sinnvollen Winkel für das Einbiegen zusammen und berücksichtigte natürlich das Beschleunigungsvermögen des PKWs, nachdem er vorher mit 80 km/h hinter dem LKW gefahren war.

309 bis 480 Meter Überholweg ergaben sich je nach Fahrzeug. Am bester erledigte der Porsche 911 die Aufgabe, ein VW 1300 oder ein Mercedes-Benz 220 D brauchten eine mehr als die Hälfte längere Überholstrecke. 18 Sekunden dauerte der Überholvorgang für den Mercedes-Diesel-Fahrer! Hier die damalige Auswertung:

Überholweg verschiedener Autos im Jahr 1968 (© ams)

Und heute, was hat sich da geändert? Unsere Oldtimer sind kaum schneller geworden, als sie es damals als Neuwagen waren. Der Verkehr aber ist deutlich dichter geworden. Eine freie Strecke von 500 Metern und mehr findet sich nur noch selten und diese braucht der VW Käfer einfach, soll er einen LKW-Zug überholen …

Da ist Musik in der Luft

Bruno von Rotz
13.05.2021

Ferrari F355 von 1997 (© Bring a Trailer)

“Rosso Monza” ist nicht gerade eine der häufigen Farben, in denen man einen Ferrari F355 Spider herumfahren sieht. Dies alleine wäre aber noch kein Grund, hier über den Wagen zu schreiben.

Ferrari F355 von 1997 (© Bring a Trailer)

Das abgebildete Fahrzeug gehörte aber 1997 bis 2014 Herbie Hancock, einem der berkanntesten Jazz-Musiker und Komponisten (u.a. “Watermelon Man”, “Rockit”, “Chameleon”, etc.).

Herbie Hancock im Jahr 2010 (© Henryk Kotowski / Wikipedia)

Offensichtlich fuhr er seinen Ferrari nicht allzu viel, denn auch heute, sieben Jahre nach dem Verkauf, zeigt der Tacho weniger als 25’000 Meilen. Sicher ist, dass er dem handgeschalteten Sportwagen Musik entlocken konnte, schliesslich gehört der F355 zu den am besten klingenden Autos aller Zeiten.

Interieur des Ferrari F355 von 1997 (© Bring a Trailer)

Nun wurde Chassis ZFFXR48A9V0106741 eben gerade (am 12. Mai 2021) via Bring-a-Trailer versteigert, das Höchstgebot kam auf USD 87’000 zu stehen, ein guter Preis für einen Ferrari F355 ….

Der Käufer (“Drew”) muss aber noch etwas mehr zahlen, denn zum aufgerufenen Preis müssen noch fünf Prozent Kommission (in diesem Falle USD 4350) und je nachdem Steuern dazu addiert werden.

Aber einen echten Jazz-Liebhaber und Ferrari-Enthusiasten wird diese Summe kaum reuen, vor allem, nachdem "Drew" vor kurzem offenbar den Ferrari 348 von Miles Davis verpasst hatte …

Youngtimer und Wertsteigerungen

Bruno von Rotz
12.05.2021

Mini 1.3i (© BMW AG)

Youngtimer sind beliebt und manche nehmen schnell im Wert zu. Doch wie sieht es eigentlich aus, wenn man die aktuellen Bewertungen (gemäss Classic Data Zustand 2) mit dem damaligen Neupreis vergleicht? Wir haben einige Zahlen zusammengetragen und diese zeigen, dass die meisten Youngtimer noch weit weg von ihrem damaligen Wert sind.

Einige allerdings haben es bereits geschafft, ihren damaligen Neupreis wieder zu erreichen. Es sind vorwiegend in kleinen Serien aufgelegte Automobile abseits der Norm. In unserem kleinen Ausschnitt allerdings überraschte ein Auto, das man sonst nicht zusammen mit Porsche 964 RS oder Audi RS 2 Avant nennen würde, nämlich der Mini Cooper 1.3i. Es fällt auf, dass dieser späte Mini genauso wie der Morgan ja eigentlich Oldtimer sind, was deren Design angeht und auch der Porsche 964 war damals bereits ein Auto mit 30-jähriger Design-Geschichte.

Am anderen Ende der Skala finden sich übrigens eher Limousinen und Autos, die ihren Markt noch nicht ganz gefunden haben.

Aber schauen Sie sich unsere kleine Tabelle einmal selber an und entscheiden Sie selber, welche Schlussfolgerungen daraus zu ziehen sind …

Fahrzeug Baujahre Neupreis DM Neupreis EUR Bewertung heute EUR Heute:Neu
Lancia Delta HF Integrale Seidici 1993-1994 64670 33065 65100 1.97
Porsche 964 RS 1992-1993 145450 74367 145000 1.95
Mini Cooper 1.3i (Spi) 1992-1996 16990 8687 13300 1.53
Morgan Plus 8 (3.9i, 5G) 1990-1996 69850 35714 46500 1.3
Renault Sport Spider 1995-1998 56900 29093 37000 1.27
Audi RS 2 Avant (B4) 1994-1995 99600 50925 55900 1.1
BMW Z1 1988-1991 80000 40903 44600 1.09
Toyota Supra 1993-1996 109200 55833 56300 1.01
Porsche 993 Cabriolet 1994-1998 142620 72920 70000 0.96
Porsche 968 CS 1993-1995 79300 40545 37000 0.91
Honda NSX 1990-2002 130000 66468 60000 0.9
Lamborghini Diablo VT 1994-1999 423000 216276 170000 0.79
Ferrari F355 Spider 1995-2000 214000 109416 85300 0.78
Renault Alpine A 610 1991-1995 104800 53583 40900 0.76
Audi Coupé S2 1992-1995 75800 38756 28400 0.73
BMW M3 3.2 E36 1996-1999 88500 45249 32800 0.72
Lotus Espirt GT3 (Kat) 1996-1999 94750 48445 34300 0.71
Mazda RX-7 Turbo 1992-1996 87100 44534 29700 0.67
Opel Lotus Omega biturbo 1990-1992 125000 63911 43000 0.67
Ford Sierra Cosworth 4x4 1990-1992 65520 33500 22000 0.66
De Tomaso Guarà 1993-1998 205400 105019 68000 0.65
Porsche 928 GTS 1992-1995 156050 79787 50000 0.63
VW Corrado 2.9 VR6 1991-1995 47900 24491 14100 0.58
TVR Griffith 500 1994-2000 102870 52597 27500 0.52
Opel Calibra Turbo 4x4 2.0i 16V 1992-1996 49800 25462 13100 0.51
Mazda MX-5 1989-1994 36750 18790 8100 0.43
Nissan 300 ZX TwinTurbo 1990-1995 88000 44994 19000 0.42
Rolls-Royce Corniche IV 1992-1994 530442 271211 112000 0.41
Chrysler Viper RT/10 1992-1999 183300 93720 38000 0.41
Mercedes-Benz C36 1993-1997 95450 48803 18900 0.39
Alfa Romeo GTV 3.0 V6 24 V 1996-1998 58000 29655 10900 0.37
Fiat Coupé 2.0 20V Turbo 1996-2000 50430 25784 8800 0.34
Mitsubishi 3000 GT 1991-1995 99400 50822 17400 0.34
Subaru SVX 1991-1997 68000 34768 11700 0.34
Aston Martin DB7 1994-1999 205000 104815 34000 0.32
Saab 900 2.3 Cabriolet 1993-1998 58950 30141 8100 0.27
Mercedes-Benz SL 500 1992-1998 159450 81525 21300 0.26
Citroën XM 3.0 V6 Tecnic 1989-1994 60600 30984 7700 0.25
Fiat Barchetta 1994-2000 38320 19593 4900 0.25
Chevrolet Corvette C4 ZR1 1990-1995 196000 100213 20200 0.2
Bentley Azure 1995-2003 532450 272237 53000 0.19

 

Turbo-Begriffsverwirrung

Bruno von Rotz
11.05.2021

Renault 18 Turbo von 1981 (© Bruno von Rotz)

Der Turbolader wurde bekanntlich 1905 vom Schweizer Alfred Büchi erfunden. Erstmals gab es in den frühen Sechzigerjahren in den Staaten ein Serienauto mit Benzinmotor und Turbolader. Mit dem BMW 2002 turbo und dem Porsche 911 Turbo (930) kam der Turbolader auch in Europa im Serienfahrzeugbau an, nachdem er vorher schon im Rennsport (z.B. Porsche 917/30) oder bei Tunern (z.B. May Turbo) eingesetzt wurde. In den Achtzigerjahren zog der Turbolader im Automobilbau dann breit ein, im neuen Jahrtausend erfreute er sich einer zweiten Hochphase.

Der Begriff “Turbo” wurde und wird allerdings deutlich breiter verwendet als nur für den Turbolader und er wurde fast schon zum Synonym für manches, das schneller gehen musste oder beschleunigt werden konnte. Porsche nennt die schnellsten Elektro-Taycan-Varianten nun auch Turbo, mit einem Abgasturbolader hat dies natürlich nichts zu tun, denn es gibt da gar keine Abgase, die man durch eine Turbine führen könnte. Wir hatten darüber schon einmal geschrieben .

Doch auch die Politik und die Medienlandschaft leihen sich das leistungssteigende Wort “Turbo” gerne aus. Das war schon früher so und dauert bis heute an, und gerade im Zeitalter von Corona sieht man das Wort wieder des Öfteren, z.B. Impfturbo oder Öffnungsturbo. Und dies sogar bei der alten Presse-Tante NZZ. Mit einer Turbine hat dies genauso wenig zu tun, wie der “Euro-Turbo”. Aber das hatten auch “Turbobremsen” nicht, die in den Fünfzigerjahren schon gerne so beworben wurden.

Corona kein Hindernis: 88% der Oldtimer- und Youngtimer-Besitzer wollen Veranstaltungen im Freien besuchen (Frage der Woche)

Bruno von Rotz
10.05.2021

Frage der Woche 181 - Corona-Treffen

Wissenschaftler und Aerosolexperten halten die Covid-Ansteckungsgefahr an der frischen Luft für vergleichsweise gering. Nicht nur sollen Aerosole schon bei leichtem Wind rasch verwehen, auch sollen Viren in UV-Bestrahlung innerhalb von 1 bis 2 Minuten absterben. So dürfte das Risiko einer Ansteckung bei vielen Open-Air-Events relativ gering sein und eine Teilnahme erscheint – mit genügend Abstand zwischen den Menschen – vielleicht sogar ohne Maske als relativ ungefährlich. Der zunehmende Grad der Durchimpfung trägt ein Übriges bei.

Wir wollten im Rahmen einer "Frage der Woche" von den Zwischengas-Lesern wissen, ob sie sich vorstellen können, wieder an bekannten Oldtimer- und Klassiker-Anlässen „draussen“ wie gewohnt teilzunehmen?

Tatsächlich können sich das 88,1 Prozent sehr gut vorstellen. Ein Viertel davon wäre bedingungslos sofort dabei, drei Viertel wollen zumindest die aktuellen Regeln und Gesetze eingehalten wissen.

Nur 3,6 Prozent gaben an, dass es ihnen noch zu riskant wäre im Moment, während weitere 8,3 % zuwarten möchten bis zumindest eine grosse Mehrheit geimpft ist, womit man je im Laufe des Sommers oder kurz danach rechnet.

Nach bald anderthalb Jahren Einschränkungen wollen sich die Oldtimer- und Youngtimer-Fahrer wieder treffen und gemeinsam etwas unternehmen. Die Bereitschaft ist gross und Veranstalter dürfen vermutlich mit grossem Echo auf Aufrufe im zweiten Halbjahre 2021 hoffen.

Hier die Auswertung auch noch in grafischer Form.

Frage der Woche 181 - Corona und Treffen - Ergebnisse

Bereits wurde eine nächste “Frage der Woche” in die Runde gestellt, nun wollen wir wissen, ob für für Oldtimer-/Youngtimer-Interessiere eine Fahrzeuge-Miete oder ein “Teilen” in Frage kommt.

Und natürlich kann man jederzeit auch die Ergebnisse der bisherigen Auswertungen der “Frage der Woche” im eigens angelegten Themenkanal nachschauen.

Schnelle Frauen hinter dem Lenkrad

Bruno von Rotz
09.05.2021

Britische Rennfahrerin

Heute ist Muttertag. Da ist es vielleicht ein guter Zeitpunkt, die Männerwelt daran zu erinnern, dass es immer wieder schnelle Frauen in Rennwagen gegeben hat. Nicht alle wurden vielleicht so bekannt wie Stirling Moss oder Jackie Stewart. Aber sie wussten, was sie taten und schlugen sich in einer fast vollständig von Männern dominierten Motorsportwelt hervorragend.

Britische Rennfahrerinnen

Wie das aussehen könnte, zeigen einige Ausschnitte aus britischen Wochenschauen der Vergangenheit:

Auch wir publizieren gerne Artikel über rennfahrende Frauen und haben sie in einem eigenen Themenkanal zusammengefasst.

Spannende Zeiten

Bruno von Rotz
08.05.2021

Egg & Egli Rapid von 1899

Vor 110 und mehr Jahren müssen es spannende Zeiten gewesen sein, fast täglich entstanden neue Autofirmen, Innovationen und Verbesserungen jagten sich im Automobilbau. Was im Jahr 1899 noch als super galt, war 1905 schon komplett überholt. Die Formen änderten sich genauso wie die Technik. Als Beispiel sei hier auf den Egg & Egli Rapid Patentmotorwagen von 1899 verwiesen. Dieser Zweisitzer schaffte 45 km/h, beförderte zwei Personen (mit Anhänger vier) und hatte eine Reichweite von 100 Kilometern. Die Reichweite war nicht durch den Benzintank beschränkt, darin war nämlich Platz genug für den Treibstoff für 200 Kilometer. Nein, es war das Kühlwasserreservoir (im hinteren Kotflügel), das alle 100 Kilometer nachgefüllt werden musste.

Trotz gewissen Einschränkungen war das Dreirad auf der Höhe der Zeit, doch schon fünf Jahre später wollte niemand mehr ein solches Fahrzeug haben, denn nun gab es schnellere und einfacher zu bedienendere Vierrad-Autos.
Egg & Egli war nur eine von Tausenden von Firmen (Stichwort “Verschwundene Marken” ), die kamen und gingen.

Heute fühlt es sich wieder ähnlich an. Überall werden Startups oder neue Firmenteile gegründet, um beim Boom der Elektroautos (und der Elektromotorräder oder -roller) dabei zu sein.

Aptera von 2021

Und genauso wie vor 120 Jahren schafft eine Technologie, die sich schnell durchsetzt, die Chancen für frische Ideen, innovative Formgebungen und neue Unternehmer.

Sondors von 2021

Gerne wäre ich in den Nullerjahren des 19. Jahrhunderts (1900-1910) dabei gewesen, aber wenigstens kann ich jetzt die “Geschichte” der Elektrifizierung des Automobils und des Motorrads selber mitverfolgen, auch wenn ich dem klassischen Hubkolbenmotor sicherlich noch manche Träne nachweinen werde …

P.S. Ein umfangreicher Rückblick auf die Entwicklungen des Schweizer Autopioniers Rudolf Egg, der auch den Egg & Egli Rapid entwickelt hat, wird in der SwissClassics Revue 3/2021 publiziert.

Überraschend hohe Preise

Bruno von Rotz
07.05.2021

Subaru Impreza STI von 1998 (© BaT)

Eigentlich war “Bring a Trailer” (kurz BaT genannt) ja einst ein reines Hobby, ein Blog, auf dem Randy Nonnenberg über Autos schrieb, die er irgendwo online aufspürte und die zu kaufen waren. Es ging da selten um hochklassige Oldtimer, sonst hätte man ja keinen Anhänger bringen müssen, um den Wagen abzuholen (siehe Name).

Nun, die Seite entwickelte sich dynamisch und schon 2010 gab Nonnenberg seinen normalen Job auf. Seither sind viele Jahre vergangen und Bring a Trailer wurde zur erfolgreichen Online-Auktionsseite für klassische Autos mit sechsstelligen Nutzerzahlen (Bieter-Kandidaten).

Die Zeiten, in denen man nur günstige und schwierig zu vermittelnde Autos auf solchen Seiten anbot, scheinen auch vorbei zu sein. Und interessante Klassiker können durchaus auch hohe Preise erzielen auf diesem puren Online-Format aus den Staaten. Anders sind wohl zwei Ergebnisse, die uns kürzlich aufgefallen sind, nicht zu werten.

Da war etwa ein Subaru Impreza, für den USD 312’555 bezahlt wurden. Genauer handelte es sich um einen Subaru Impreza 22B STi von 1998, Nummer 156 von ungefähr 400 für den japanischen Markt gebauten Exemplaren, im Juli 2020 in die USA importiert, aber auf der Strasse in den USA eigentlich (noch) nicht nutzbar. Das hinderte den Meistbietenden offensichtlich nicht, kräftig zuzuschlagen, schliesslich kann er den Wagen ja dann auch in rund zwei Jahren offiziell für die Strasse zulassen.

BMW 2002 turbo von 1974 (© BaT)

Nun könnte man das als Eintagsfliege bezeichnen, wenn da nicht auch noch kürzlich ein BMW 2002 turbo von 1974 für satte USD 193’100 verkauft worden wäre. Das war sicherlich ein sehr gutes (und aufwändig restauriertes) Exemplar, aber selbst in Europa dürfte es für einen renommierten Händler nicht einfach sein, für einen 2002 turbo derartig viel Geld zu kriegen.

Und übrigens, dass die BaT-Preise nach oben tendieren, zeigt auch folgende Auswertung, die ausschliesslich Ergebnisse für den Jaguar E-Type (XKE) zeigen.

Bring-a-Trailer-Ergebnisse von Auktionen des Jaguar E-Types (XKE) (© BaT)

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