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Swiss Classic World Luzern 2017: Swiss Classic World 2017

Die beliebtesten Oldtimer-Marken auf Zwischengas

Bruno von Rotz - 31.12.2014

Lancia Stratos von 1974 (© Balz Schreier)

Zum Jahresende schaut man ja gerne zurück und es dürfte vielleicht den einen oder anderen Leser interessieren, welche Fahrzeughersteller (und deren Autos natürlich) denn auf Zwischengas im Jahr 2014 besonders populär waren.

Auf Platz 10 finden wir die Marke Lancia , neuerdings gebeutelt durch das Chrysler-Erbe, aber einst Pionier und Vorreiter, wenn es um neue Fahrzeugkonzepte ging. Zudem gehören Modelle wie der Stratos, die Fulvia oder die Aurelia schon längstens zu den beliebtesten Klassikern überhaupt.

Mercedes Benz 190 SL

Platz 9 geht an Mercedes-Benz , die Marke mit dem Stern und einer der wenigen Hersteller, der über einen sehr langen Zeitraum fast kontinuierlich erfolgreich war.

Alfa Romeo GTA von 1972 (© Daniel Reinhard)

Auf Platz 8 finden wir das “cuore sportivo”, die Fahrzeuge der Marke Alfa Romeo . Die Marke mit dem Kleeblatt und den unvergesslichen Sport- und Tourenwagen vom Schlage einer Giulia oder eines GTA.

NSU Ro 80 1971

Als Platz 7 geht die verschwundene Marke NSU in die Zwischengas-Annalen des Jahres 2014 ein. Mit Prinz, Ro 80 und zuletzt dem K70 hat dieser deutsche Hersteller erfolgreiche Konstruktionen gebaut.

Messerschmitt FMR KR 200 1962

Platz 6 gehört, und dies ist für viele Leser sicher eine Überraschung, der Marke Messerschmitt , die im Prinzip nur mit einem Auto überhaupt auf sich aufmerksam machen konnte. Und es war noch nicht einmal ein richtiges Auto, sondern ein Kabinenroller, aber sicher einer der interessantesten Exemplare der Gattung und mit dem Tiger auch der Schnellste seiner Zeit.

Ford Capri 1976

Auf Platz 5 steht Ford , ein weltweiter Hersteller, der mit den unterschiedlichsten Konstruktionen und nicht zuletzt mit dem für lange Zeit meistgebauten Wagen, dem Ford T-Modell, auf sich aufmerksam machen konnte.

BMW 2002 Turbo 1974

BMW hat knapp das Podium verpasst und muss mit Platz 4 nur drei anderen Marken den Vortritt lassen. Die “Freude am Fahren” zählt auch bei den Zwischengas-Lesern, unabhängig ob wir von der Isetta, dem BMW 700, der “Neuen Klasse” oder den moderneren Sport- und Tourenwagen wie M1, M3 oder 635 CSI schreiben.

Citroën DS 23 Break von 1973 an der Auto Zürich

Platz 3 dürfte wiederum für einige Leser überraschend mit der Marke Citroën besetzt sein. Mit revolutionären Autos wie dem Traction Avant, dem DS oder dem 2 CV hat sich der französische Hersteller eine grosse Fan-Basis gesichert, auch wenn die Revolutionen in den späteren Jahrzehnten ausblieben.

Porsche 911 RSR 1973

Die erfolgsgewohnte deutsche Sportwagenmarke Porsche muss sich mit Platz 2 nur einem weiteren Hersteller geschlagen geben, siegt also auch auf Zwischengas ebensowenig wie in Le Mans im Jahr 2014. Das tut der Qualität und dem Legendenstatus der Fahrzeuge keinen Abbruch.

Opel Manta 1973

Und der Sieger? Der heisst Opel ! Im Jahr, wo das Werk in Bochum geschlossen werden muss, erfreut sich der deutsche Hersteller immer noch vieler Freunde und das Interesse an der Markengeschichte ist offensichtlich gross. Ein sympathischer Platz 1, finden wir.  Man mag ihn den Rüsselsheimern gönnen. Jetzt müssen wir nur noch mit einem richtig schönen Bericht zum Opel Kadett GT/E darauf reagieren, vielleicht stellt uns ja jemand ein originales Fahrzeug für eine Foto-Session zur Verfügung ....

P.S. Vielleicht wundert sich jemand, wie denn die Marke Volkswagen in den hier präsentierten “Top Ten”, die im Prinzip ja auf den Leser-Sympathien für die verschiedenen Marken fussen, fehlen kann. Nun, es sei gesagt, dass der Sprung in die besten zehn Marken nur knapp verpasst wurde.

 

Was Antoinette mit Top Gear zu tun hat

Bruno von Rotz - 30.12.2014

Top Gear in Argentinien (© Top Gear)

Im Jahr 1902 liess Léon Levavasseur einen zukunftsorientierten Motor patentieren, der für den Antrieb von Booten (und später Flugzeugen) gedacht war. Der V8-Motor war aussergewöhnlich leicht und wies in seiner Weiterentwicklung innovative Details wie etwa eine Direkteinspritzung auf. Und er wurde Antoinette genannt und gab damit auch der gleichnamigen Firma, die das Aggregat herstellte, den Namen.

Eine der meistgebauten V8-Maschinen der Frühzeit aber stammte vom Schweizer Marc Birkigt, der sie unter der Marke Hispano-Suiza fast 50’000 Mal für den Einsatz im Flugzeug baute.

Richtig bekannt wurde der V8-Motor dann vor allem durch Henry Ford, denn er schaffte es, einen V8-Motor aus einem Stück kostengünstig herzustellen, noch heute dient der “Flathead V8” als beliebte Antriebseinheit für Hot Rods.

Und was hat dies jetzt mit Top Gear zu tun? Nun, für deren “Christmas Special”, ausgestrahlt über die Festtage, bezogen sich die drei Rabauken Jeremy Clarkson, Richard Hammond und James May auf irgendein V8-Jubiläum und wählten daher V8-Fahrzeuge für eine Fahrt durch Patagonien aus. Der Christmas-Special wurde allerdings vor allem durch Unruhen in Argentinien über die Szene hinaus bekannt, welche auf das von Clarkson montierte Nummernschild mit “FKL” (wie Falkland Islands und ein Verweis auf den gleichnamigen Krieg) zurückgeführt wurden.

Was auch immer, die drei traten ihre Reise mit völlig unterschiedlichen Fahrzeugen an. Jeremy fuhr einen Porsche 928 GT, Richard einen Ford Mustang Mach 1, der wohl schon bessere Tage gesehen hatte, und James vertraute sich einem Lotus Esprit V8 Turbo an, eine eher unerwartete Wahl.

Lotus Esprit V8 (© Top Gear)

Tatsächlich führte die über 2000 km lange Fahrt augenscheinlich durch Geröll und über übelste Saumpfade, die der dafür ungeeignete Lotus Esprit erstaunlich gut meisterte. Jedenfalls schien er den Strapazen deutlich besser standzuhalten als die Konkurrenz aus Amerika und Deutschland. Aber was wissen wir schon, es ist schliesslich eine Fernsehproduktion und um Wahrheitsfindung geht es den Top-Gear-Machern sicher nicht.

Porsche 928 GT (© Top Gear)

Die Autos jedenfalls taten dem Fan sicher leid und aus unserer Sicht waren die TG-Specials auch schon unterhaltsamer, vielfältiger und überraschender. Und wie ums Himmels willen hätte es Richard Hammond mitten im Geröll schaffen können, eine abgebrochene Spurstange an seinem Mustang zu reparieren?

Ford Mustang Mach 1 (© Top Gear)

 

Specials durchaus erwünscht

Bruno von Rotz - 29.12.2014

Frage der Woche - Speicals?

An Oldtimer-Veranstaltungen tauchen häufig sogenannte “Specials” im Stil der Vorkriegsrennwagen auf. Specials gab es aber auch schon damals.

Bereits in den Zwanziger- und Dreissigerjahren (und zuvor) bauten kreative Ingenieure und Bastler individuelle und sportliche Fahrzeuge nach eigenem Geschmack. Sie nutzten dafür Fahrgestelle, die sie neu oder gebraucht kaufen konnten und setzten die neu karossierten Fahrzeuge meist in Rennveranstaltungen und für Rekordfahrten ein.

In den Fünfzigerjahren boten “Specials” auf Basis entrümpelter Vorkriegs-Chassis eine günstige (und oftmals die einzige) Möglichkeit, zu einem Sportwagen zu kommen.

Der Reiz der sportlichen Einzelanfertigungen im Stile der Vorkriegsrennwagen ist bis heute ungebrochen, tatsächlich werden sie auch bis heute gebaut. Bei neueren Konstruktionen muss oft eine (scheinbar weniger wertvolle) Limousine von damals als Basis herhalten, der Aufbau wird geopfert und an Stelle davon eine Sportwagenkarosserie auf das manchmal auch gekürzte Fahrgestell gesetzt. Die Zulassungsämter schauen diese Fahrzeuge mit Argwohn an, Originalitätsanhänger können mit den Phantasieschöpfungen wenig anfangen.

Wir haben die Leser von Zwischengas gefragt , was Sie von “Specials” halten und das Votum ist eindeutig: 58% befürworten den Bau von “Specials” und ziehen ein gerettetes Fahrgestell mit neuer Karosserie einer komplett verschrotteten Limousine vor.
42% aber lehnen die in der Neuzeit gebauten Spezialfahrzeuge ab.

Frage der Woche - Specials? Auswertung

“Leben und leben lassen” ist ein gutes Motto für die Oldtimer-Szene und dass es funktioniert, zeigt diese “Abstimmung”.

Frühere “Fragen der Woche” und deren Ergebnisse sind in einem eigenen Themenkanal zusammengefasst. Und natürlich haben wir schon die nächste "Frage der Woche" lanciert, die sich um die Frage dreht, ob auch die Räder eines Klassikers dem Original entsprechen sollen ...

 

Die 10’000-Franken/Euro-Quahl-der-Wahl

Bruno von Rotz - 28.12.2014

Porsche 944 (© Werk / Porsche AG)

Nehmen wir an, Sie möchten sich ein Freizeitmobil kaufen und um die 10’000 Euro oder Franken dafür ausgeben. Wichtig soll dabei vor allem der Fahrspass sein, gleichzeitig möchten Sie aber auch nicht unbedingt Ihr Geld versenken. Und natürlich möchten Sie den Wagen auch vielseitig einsetzen können.

In Frage käme da beispielsweise ein Porsche 944 , der Sportwagen-Optik mit solider Vierzylindertechnik verspricht.

Mercedes Benz 190E 2.3-16

Oder der Mercedes-Benz 190E 2.3-16 , der als Evolutionsmodell sozusagen die Basis für die DTM-Motorsporterfolge darstellte und als kostengünstige Alternative zum teuer gewordenen M3 E30 gelten darf?

BMW 635 CSI von 1982 (© Werk / BMW AG)

Oder ein BMW 635 CSI , der als hinreissend elegantes Coupé mit der Musikalität des berühmten Reihensechszylinders lockt?

Peugeot 205 GTI 1987

Oder ein Peugeot 205 GTI , dessen sprichwörtliche Handlichkeit Garant für Fahrspass ist, wenn man denn ein einigermassen erhaltenes Exemplar findet?

Fiat 124 Coupé vvon 1969 (© Daniel Reinhard)

Aus Italien käme möglicherweise ein Fiat 124 Coupé oder eine Alfetta GT in Frage, aus Japan ein Mazda RX-7 mit Wankelmotor oder ein Mitsubishi Starion, den es sogar mit 170-PS-Turbomotor gibt.

Mazda RX-7

Und England? Ein günstiger MG B oder ein Triumph TR7 dürfte für das Geld durchaus auch zu finden sein.

MG B 1972

Allen gemeinsam ist, dass sie viel Individualität für das einzusetzende Geld bieten, in ordentlichem Zustand mit H-Kennzeichen oder Veterenan-Code zugelassen werden können und wartungstechnisch noch deutlich einfacher zu bewältigen sind als die Fahrzeuge der Neuzeit. Etwas tolerant bezüglich alterstypischer Mängel und erhöhter Unterhaltsbedürftigkeit sollte man als Besitzer dann aber schon sein.

Was diese Autos aber vor allem zeigen, ist, dass man für vergleichsweise wenig Geld wirklich viele tolle Autos kaufen kann, die sich vom Einheitsbreit auf unseren heutigen Strassen absetzen und jeden Kilometer Fahrt zu etwas Besonderem machen.

Wir wünschen viel Freude an der Wahl der Qual, sollten Sie in der beneidenswerten Situation sein, unter obiger Liste (und anderen Kandidaten) auswählen zu dürfen ...

 

BMW 1500 und man ist nie alleine

Bruno von Rotz - 27.12.2014

BMW 1500 und die Pärchen

Warum auch immer, wurde der BMW 1500 in den offiziellen BMW-Bildern fast immer mit einem Pärchen dargestellt. Da musste einfach eine Frau und ein Mann auf das Foto. Gut es gab auch Ausnahmen, denn eigentlich war der BMW 1500 ja ein Familienwagen. Aber trotzdem sitzen meist nur zwei Menschen drin, oder stehen daneben.

BMW 1500 von 1962 - Pärchen beim Kofferpacken

Eine Ausnahme zum meist gewählten Mann-Frau-Muster macht dann ein Bild, das die Technik zeigen soll. Hier schauen nun zwei Männer in den Motorraum. Logisch.

BMW 1500 - Blick in den Motorraum

Aber sonst, wie gehabt, vor allem Pärchen.

BMW 1500 und der Triumphbogen

Und nicht immer nur junge Leute, sondern auch einmal ältere (Männer). Und meist mit Hut, auch die Damen.

BMW 1500 inmitten moderner Architektur

Einfach herrlich, diese inzwischen über fünfzigjährigen Bilder.

Wer mehr Historisches über den BMW 1500 (und seinen Gegner Peugeot 404) wissen möchte, der sei auf den monumentalen Vergleichstest über 6000 km verwiesen, den die Zeitschrift ‘hobby’ 1963 durchführte.
Und den kompletten Verkaufsprospekt aus dem Jahr 1962 , aus dem einige der hier gezeigten Aufnahmen stammen, gibt es natürlich im Zwischengas-Archiv.

Abschied vom BMW 1500

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Von 10 auf 1 - das schwindende Interesse an der Formel 1

Daniel Reinhard - 26.12.2014

Formel-1-Jahrbücher bis 2014

Von etwa zehn deutschsprachigen Saisonrückblenden pro Jahr für das Bücherregal, ist heute gerade mal ein einziges übrig geblieben. Am längsten von allen konnte sich das "Auto-Jahr" behaupten. Von 1953 bis und mit 2012 zeigen insgesamt 59 Ausgaben am Stück - erhältlich in verschiedenen Sprachen - die komplette Automobilgeschichte der Nachkriegszeit. Ob Sport, Studien, den wichtigsten Neuerscheinungen oder auch spannende Rückblicke, mit der Sammlung dieser Bücher war man über alles informiert und hatte gleichzeitig ein tolles Nachschlagewerk für viele Daten und Resultate. Diese Buchreihe wurde zum Sammlerstück schlechthin und einige der ersten Ausgaben erzielen bereits Preise von über eintausend Euro.

Es gab aber noch weit mehr Jahr-Bücher über die Motorsportszene in den vergangenen Jahren. Die einen waren länger, die anderen weniger lang auf dem Markt. "Grand Prix", von Ulrich Schwab ins Leben gerufen und von Achim Schlang weitergeführt, war ein Jahrbuch das zwar nur auf die F1-Saison zurückblickte, sich aber doch viele Jahre einer treuen Leserschaft erfreute. So begann das Projekt 1966 und endete 2008. Insgesamt 42 Jahre Formel 1 decken diese Bücher mit Jahresreportagen ab.

Dazu kommen noch Bücher, die weit weniger lang erhältlich, aber nicht minder gut waren. So zum Beispiel die wenigen Ausgaben von Eddie Gubas "Race-Report", oder "Autodrom". Weniger bildlastig dafür mit gut lesbaren Berichten über die GP-Szene gibt es seit 1971 das Buch "Grand-Prix Story" vom langjährigen ORF-Kommentator Heinz Prüller. Auch dieses Buch hat überlebt und ist noch heute unter seinem Namen erhältlich.

Als Michael Schumacher plötzlich zum F1-Überflieger wurde, wollte sich im deutschsprachigen Buchhandel jeder davon eine Scheibe abschneiden. Unhzählige Jahrbücher wurden zur Weihnachtszeit in den Buchhandlungen gestapelt. Diese Titel ("Cockpit", "Faszination Formel 1" oder "Formel 1 Jahrbuch") verschwanden jedoch genauso. wie sie erschienen waren. schon nach kurzer Zeit wieder in der Versenkung.

Heute ist noch genau ein einziges deutschsprachiges üppig bebildertes Jahrbuch übriggeblieben. Das Buch aus dem Hause Auto Motor und Sport (Formel 1 Jahrbuch 2014) geschrieben von Michael Schmidt mit Fotos von meinem Freund Wolfgang Wilhelm und meiner Wenigkeit, feiert seine 10. Ausgabe. Es kam leider erst sehr spät, eigentlich viel zu spät auf den Markt. Man verschlief leider die hohen Auflagen zur Blütezeit von Michael Schumacher.

Die ausgestorbenen Jahrbücher befassten sich auch nicht nur mit der F1. Die Marken-Weltmeisterschaft, die Formel 2, die Tourenwagen-EM, die Rallye-WM sowie einige Serien aus der USA wie z.B. die CanAm-Serie oder das Indy 500 wurden genauso ernst genommen wie die Krone des Motorsportes.

Die heutige letzte Ausgabe beschränkt sich auf die F1. Kein einziges Wort wird über die WEC, WRC oder die GP2 verloren, ja nicht mal die Endresultate werden berücksichtigt.

Diese Entwicklung ist zwar traurig, aber der positive Anti-Trend dazu sind die vielen Bücher-Einzeltitel, die heute erscheinen. Dank der digitalen Drucktechnik sind auch kleine und Kleinstauflagen möglich und das zeigt sich in unzähligen Titel über vergessene Themen aus der Motorsport-Szene, meist recherchiert und aufbereitet von echten Enthusiasten.

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Buch

 

Udo Jürgens, der Rennsport-Fan

Daniel Reinhard - 25.12.2014

Udo Jürgens und Jochen Rindt (© Foto Reinhard Sachseln)

Dass Udo Jürgens (30. 9. 1934 bis 21. 12. 2014) einer der grössten Entertainer im deutschsprachigen Raum war, ist allen bekannt. Dass er mit "Griechischer Wein" einen Nummer-1-Hit landete, wissen sicher auch noch viele.

Kaum einer aber kennt seine Beziehung zum Motorsport. Er war Ende der 60er Jahre ein grosser Rennsport-Fan und besuchte jährlich diverse F1-Grand-Prix. Der Grund dazu war aber nicht der Sport allein, sondern viel mehr seine grosse Freundschaft zum Grazer F1-Piloten Jochen Rindt.

Der damalige Lotus-Fahrer wurde zwar am 18.4.1942 in Mainz geboren, verbrachte aber seine ganze Kindheit in Graz. Irgendwo kreuzten sich die Wege der beiden und es entstand  eine enge Freundschaft. Nach dem tragischen Tod Jochen Rindts am 5. September 1970 in Monza sah man auch Udo Jürgens nicht mehr an der Rennstrecke. Aber Udo widmete seinem Freund ein Lied: "Der Champion".
"Du hörst nur noch den Motor schrei’n. Du hast nur noch die Bahn vor dir. Du weisst nur, du musst schneller sein, vor dir ist noch wer, sei schneller noch als er, o-oh. Der Staub der Lärm, die Sonnenglut. Du fühlst bloss mit dem Gaspedal. Du träumst den grossen wilden Traum, wie jedesmal. Ja, es ist ein Rausch, eine Faszination. Nach einer Runde erfasst sie dich schon. Es ist die Angst und zugleich auch ihr Lohn und dennoch viel mehr. Es ist ein Rausch den man selbst nicht versteht, wie ein Inferno, das rasend sich dreht. Du liebst dein Leben, um das es hier geht, noch einmal so sehr.
Du denkst an Frau und Kind zu Haus, nur dieses eine Rennen noch, versprochen hast du es so fest, du weisst es doch genau, dass du es nicht lässt. Sieg, Niederlage oder Tod, nur die drei Chancen kennt dein Spiel. Auf eine davon rast du zu; in Richtung Ziel. Es ist ein Rausch der die Nerven zerfrisst weil doch nur der Tod dein Beifahrer ist und wenn du das für Sekunden vergisst, gewinnt er das Spiel. Es ist der Rausch der keinem anderen gleicht, nur das Gefühl ist noch schöner vielleicht, du erkennst ja der Sieg ist erreicht, im Jubel am Ziel".

Vielleicht gibt es ja jetzt ein Wiedersehen der beiden Freunde nach 44 Jahren ...

Das Bild zeigt Udo Jürgens (mit Jacke und Programmheft in der Hand) anlässlich des Grand Prix von Österreich im Jahr 1970 neben Jochen Rindt  (im Hemd mit Blumenmuster). In der Mitte ist Gunther Philipp,Arzt,Schauspieler und Rennfahrer mit eigenem Rennstall Ecurie Vienne zu sehen, rechts dahinter Helmut Zwickl, langjähriger F1-Reporter und heutiger Organisator der Ennstal-Klassik.

 

Die Fehleinschätzung der Weihnachtsmänner - eine etwas andere Weihnachtsgeschichte

Bruno von Rotz - 24.12.2014

Der moderne Weihnachtsmann (© Stefan Rogger 2014)

Weihnachten stand wieder einmal vor der Tür. Die vereinigten Weihnachtsmänner sassen an einem grossen runden Tisch, um sich für die kommenden Tage zu rüsten. Modern wie sie waren, nannten sie die Sitzung “Kick-off”.

Schon bald brach ein grosser Streit aus. “Wir können unmöglich mit Rentieren vor den Schlitten zu den Kindern fliegen! Stellt Euch einmal die Presse vor, wenn wir mit diesen CO2-Schleudern daherkommen”, meinte der eine. Ein anderer setzte dagegen: “Aber unsere Rentierschlitten sind Tradition, mit modernen Alternativen sind wir doch keine richtigen Weihnachtsmänner mehr”. Ein dritter warf ein: “Hybrid ist das Zauberwort, wir sollten ein Rentier mit modernen Elektro-Triebwerken koppeln, dann wäre der Tradition und der Innovation gedient”. “Das Rentier muss weg”, meinte ein vierter Weihnachtsmann, “sonst kommen wir nicht einmal mehr in die Stadtzentren, weil uns der grüne Kleber fehlt”. Und ein fünfter warf ein: “Wir müssen sowieso schnellere Schlitten haben, und Kennzeichen grad’ dazu, denn sonst können wir auf den deutschen Autobahnen nicht mehr fahren, wenn die PKW-Maut kommt”.

Und so ging es weiter, bis im Konsens schliesslich ein moderner Schlitten Gestalt annahm, mit zeitgemässem Brennstoffzellenantrieb und Computersteuerung. Er erfüllte alle Normen der Verkehrssicherheit, konnte Kollisionen selbständig abwenden und machte mit seiner intelligenten Laserlichtanlage die Nacht zum Tag. Und beim Parken erklang ein “Ho ho ho”, wenn die Sensoren Alarm schlugen. Die Weihnachtsmänner waren zufrieden, zumindest die meisten.

Als es um das Austragen der Geschenke ging, setzten sie sich stolz in ihre Schlitten und fuhren und flogen von Finnland aus, wo bekanntlich das “Hädquorter” der Weissbärtigen liegt, in alle Richtungen.

Als die ersten Menschen die modernen Schlitten erblickten, machte sich grosse Enttäuschung breit. Niemand mochte die neumodischen Schlitten, keiner zeigte Freude an den innovativen Antriebskonzepten. Ein grosser Aufschrei ging durch das Volk und der Tenor war eindeutig - die traditionellen Schlitten sollten wieder kommen, die paar Tonnen CO2 waren zu verkraften, meinten die Menschen. Lieber keine Weihnachtsgeschenke als solche, die mit diesen modernen Dingern gebracht würden.

Die Weihnachtsmänner sahen ihren Fehler schnell ein und liessen die neuen Schlitten verschwinden. Die gebrauchten altehrwürdigen Untersätze und die Rentiere standen ja noch bereit und punkto Wartungskomplexität waren sie den neuen sowieso überlegen. Schnell war umgesattelt und Weihnachten war somit gerettet.

Fröhliche Weihnachten!

 

Illustration von Stefan Rogger

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Über 40 Jahre Computer-Diagnose am Auto

Bruno von Rotz - 23.12.2014

VW K 70 - mit Computerdiagnose - Werbung aus dem Jahr 1972

Wer denkt, die Computer-Diagnose am Automobil sei ein neuzeitliches Phänomen, siehst sich beim Studium der Autowerbungen der frühen Siebzigerjahre (oben z.B. ein Auszug aus einer doppelseitigen VW-K 70-Werbung aus dem Jahr 1972), aber natürlich auch bei der genaueren Untersuchung verschiedener Volkswagen -Modelle jener Zeit, eines anderen belehrt.

“Anschluss ans Computer Zeitalter”, texteten die VW-Werber und “VW bringt die Computer-Diagnose”. Sogar der VW Käfer, weiss Gott kein Produkt der Moderne, verfügte schon 1972 über einen entsprechenden Stecker, der an einen Diagnose-Computer angeschlossen werden konnte, mit dem innert 30 Minuten 88 Prüfresultate protokolliert werden konnten. “Menschlicher Irrtum ist ausgeschlossen”, war in der Anzeige zu lesen. Und die ersten fünf Jahre (oder 40’000 km) war diese Dienstleistung sogar noch kostenlos.

Computer-Diagnose beim VW Käfer - Werbung aus dem Jahr 1972

Interessant zu erwähnen ist es vielleicht in diesem Zusammenhang noch, dass 1972 der Personal Computer noch nicht erfunden war und die meisten "richtigen" Computer-Anlagen den Umfang einer mittleren Turnhalle einnahmen, obschon ihre Rechenleistung nicht wesentlich über der eines modernen Handys lag ...

Weitere Beispiele für Innovation im Fahrzeugbau finden sich in unserem extra eingerichteten Themenkanal.

 

Klassikerperlen der Zukunft - Lancia Thema 8.32 (Ferrari)

Bruno von Rotz - 22.12.2014

Lancia Thema 8.32 von 1989 (© Oldtimer Galerie Toffen)

Sportlich motorisierten Limousinen waren immer beliebt. Schon in den Sechzigerjahren boten Alfa Romeo (mit der Giulia TI Super) oder Ford (mit dem Lotus Cortina) entsprechende Fahrzeuge und in den folgenden Jahrzehnten gab es für den leistungshungrigen, aber mit Nachwuchs gesegneten Autokäufer immer Möglichkeiten, sich von anderen durch mehr Kraft abzusetzen. Notfalls halfen die Tuner und bauten etwa den V8-Motor eines Porsche 928 in einen VW Golf ein.

Lancia Thema 8.32 von 1989

Bei Lancia aber gab es das ab Werk und in Serie. Denn dort beschloss man in der zweiten Hälfte der Achtzigerjahre, den Motor des Ferrari 308 GTB/GTS Quattrovalvole in den Bug des von Giugiaro gezeichneten Lancia Thema zu verpflanzen. Dort trieb er mit 215 PS in der ECE-Variante und 205 PS in der entgifteten US-83-Version die Vorderräder an, denn bekanntlich nutzte der Lancia Thema ja gemeinsam mit dem Alfa Romeo 164, dem Saab 9000i und dem Fiat Chroma dieselbe Frontantriebsplattform.

Cockpit des Lancia Thema 8.32 von 1988 (© Chrysler-Fiat Group / Lancia)

Dem noblen Motor angepasst wurde auch die Ausstattung mit Ledersitzen und allerlei Komfort und nicht zuletzt der Preis, der in Deutschland anfänglich 72’600 DM betrug und dann auf über 80’000 anstieg, während der Wagen in der Schweiz für 69’100 Franken zu kaufen war, was immerhin zwei sich vom Thema 8.32, so hiess er, um auf die acht Zylinder und 32 Ventile hinzuweisen, äusserlich kaum unterscheidenden Thema i.e. Limousinen entsprach.

Allerdings gab es neben dem Typenschild doch einen gewichtigen Unterschied zu den langsameren Varianten, der elektrisch ausfahrbare Flügel im Kofferraumdeckel.

Dieser sollte der nun immerhin fast 240 km/h schnellen Limousine zu besseren Fahreigenschaften verhelfen. Im Vergleich zur Konkurrenz, z.B. zum Mercedes-Benz 190E 2.3-16 war der Preis im Übrigen gar nicht so abwegig, schliesslich bot der Stuttgarter nur vier Zylinder und deutlich weniger Platz und Luxus.

Natürlich rissen sich die Auto-Zeitschriften um den heissen Neuankömmling und die Automobil Revue testete sowohl die ECE-, als auch die US-83-Version. Obschon bei der niedriger verdichteten Katalysator-Version nur 10 PS fehlten gemäss Hersteller, unterschieden sich die Beschleunigungszeiten doch dramatisch. Die 1986 getestete ECE-Varianten spurtete in 6.8 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die 1988 gefahrene Kat-Variante nahm sich dafür mit 7,6 Sekunden deutlich mehr Zeit. Interessanterweise aber waren die Kollegen der Zeitschrift Auto Motor und Sport mit der “schnelleren” Variante auch nicht sportlicher unterwegs, denn sie notierten ebenfalls 7,6 Sekunden für den Standard-Sprint und 237 km/h Spitze.  Damit waren sie etwas schneller als die AR mit 236 und 232 km/h in den beiden Messungen.

Ferrari-Motor des Lancia Thema 8.32 von 1988 (© Chrysler-Fiat Group / Lancia)

Doch die reinen Messwerte waren sowieso nicht das Ausschlaggebende. Das Herz in Form des Ferrari-Motors gab den Ausschlag für allgemeine Begeisterung. “Es ist ein frischer, forscher Sportmotor, der mit aller Vehemenz auch über die 7000 rausdreht”, meinten die offensichtlich angetanen AMS-Tester zum verführerischen Motor im Lancia.
“Das Spurtvermögen, das der Lancia-Ferrari an den Tag legt, ist für eine Limousine sensationell; aus dem Stand zieht er mit über etliche Meter leicht «durchschleifenden» Rädern ab wie ein echter Sportwagen”, liess sich das AR-Test-Team vernehmen.

Allerdings wurde der nicht ganz ausgewogene Komfort kritisiert, während man den Verbrauch damals mit rund 14 Litern für angemessen hielt.

Auch der Thema 8.32 machte die Modellpflege beim Übergang von Serie 1 nach Serie 2 im Jahr 1988 mit, 1992 aber lief die schnelle Variante aus. Bis dahin verliessen 3284 Fahrzeuge das Werk, damit ist der Lancia-Ferrari deutlich seltener als BMW M3 E30, Mercedes Benz 190E 2.3-16 und Co.

Wertmässig zeigt sich diese Rarität (noch) nicht, Classic Data notiert aktuell Euro 15’000 bis 17’000 für ein Zustand-2-Exemplar, zu kaufen gibt es die schnelle Limousine aber auch für deutlich wenig Geld, wobei sich Einsparungen beim Kauf mit nicht zu vernachlässigenden Folgekosten rächen könnten.

Einmal bleibt der Wagen aber allemal, denn vorher und nacher gab es nie mehr einen Lancia mit Ferrari-Motor und unter dem aktuellen Regime müsste dafür wohl ein Herz aus Maranello in einen Chrysler verpflanzt werden und wer möchte dies schon ...

Alle Beiträge der "Klassikerperlen"-Serie sind in einem eigenen Themenkanal übersichtlich zusammengeführt.

 

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