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Klassikerperlen der Zukunft - Lancia Thema 8.32 (Ferrari)

Bruno von Rotz - 22.12.2014

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Lancia Thema 8.32 von 1989 (© Oldtimer Galerie Toffen)

Sportlich motorisierten Limousinen waren immer beliebt. Schon in den Sechzigerjahren boten Alfa Romeo (mit der Giulia TI Super) oder Ford (mit dem Lotus Cortina) entsprechende Fahrzeuge und in den folgenden Jahrzehnten gab es für den leistungshungrigen, aber mit Nachwuchs gesegneten Autokäufer immer Möglichkeiten, sich von anderen durch mehr Kraft abzusetzen. Notfalls halfen die Tuner und bauten etwa den V8-Motor eines Porsche 928 in einen VW Golf ein.

Lancia Thema 8.32 von 1989

Bei Lancia aber gab es das ab Werk und in Serie. Denn dort beschloss man in der zweiten Hälfte der Achtzigerjahre, den Motor des Ferrari 308 GTB/GTS Quattrovalvole in den Bug des von Giugiaro gezeichneten Lancia Thema zu verpflanzen. Dort trieb er mit 215 PS in der ECE-Variante und 205 PS in der entgifteten US-83-Version die Vorderräder an, denn bekanntlich nutzte der Lancia Thema ja gemeinsam mit dem Alfa Romeo 164, dem Saab 9000i und dem Fiat Chroma dieselbe Frontantriebsplattform.

Cockpit des Lancia Thema 8.32 von 1988 (© Chrysler-Fiat Group / Lancia)

Dem noblen Motor angepasst wurde auch die Ausstattung mit Ledersitzen und allerlei Komfort und nicht zuletzt der Preis, der in Deutschland anfänglich 72’600 DM betrug und dann auf über 80’000 anstieg, während der Wagen in der Schweiz für 69’100 Franken zu kaufen war, was immerhin zwei sich vom Thema 8.32, so hiess er, um auf die acht Zylinder und 32 Ventile hinzuweisen, äusserlich kaum unterscheidenden Thema i.e. Limousinen entsprach.

Allerdings gab es neben dem Typenschild doch einen gewichtigen Unterschied zu den langsameren Varianten, der elektrisch ausfahrbare Flügel im Kofferraumdeckel.

Dieser sollte der nun immerhin fast 240 km/h schnellen Limousine zu besseren Fahreigenschaften verhelfen. Im Vergleich zur Konkurrenz, z.B. zum Mercedes-Benz 190E 2.3-16 war der Preis im Übrigen gar nicht so abwegig, schliesslich bot der Stuttgarter nur vier Zylinder und deutlich weniger Platz und Luxus.

Natürlich rissen sich die Auto-Zeitschriften um den heissen Neuankömmling und die Automobil Revue testete sowohl die ECE-, als auch die US-83-Version. Obschon bei der niedriger verdichteten Katalysator-Version nur 10 PS fehlten gemäss Hersteller, unterschieden sich die Beschleunigungszeiten doch dramatisch. Die 1986 getestete ECE-Varianten spurtete in 6.8 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die 1988 gefahrene Kat-Variante nahm sich dafür mit 7,6 Sekunden deutlich mehr Zeit. Interessanterweise aber waren die Kollegen der Zeitschrift Auto Motor und Sport mit der “schnelleren” Variante auch nicht sportlicher unterwegs, denn sie notierten ebenfalls 7,6 Sekunden für den Standard-Sprint und 237 km/h Spitze.  Damit waren sie etwas schneller als die AR mit 236 und 232 km/h in den beiden Messungen.

Ferrari-Motor des Lancia Thema 8.32 von 1988 (© Chrysler-Fiat Group / Lancia)

Doch die reinen Messwerte waren sowieso nicht das Ausschlaggebende. Das Herz in Form des Ferrari-Motors gab den Ausschlag für allgemeine Begeisterung. “Es ist ein frischer, forscher Sportmotor, der mit aller Vehemenz auch über die 7000 rausdreht”, meinten die offensichtlich angetanen AMS-Tester zum verführerischen Motor im Lancia.
“Das Spurtvermögen, das der Lancia-Ferrari an den Tag legt, ist für eine Limousine sensationell; aus dem Stand zieht er mit über etliche Meter leicht «durchschleifenden» Rädern ab wie ein echter Sportwagen”, liess sich das AR-Test-Team vernehmen.

Allerdings wurde der nicht ganz ausgewogene Komfort kritisiert, während man den Verbrauch damals mit rund 14 Litern für angemessen hielt.

Auch der Thema 8.32 machte die Modellpflege beim Übergang von Serie 1 nach Serie 2 im Jahr 1988 mit, 1992 aber lief die schnelle Variante aus. Bis dahin verliessen 3284 Fahrzeuge das Werk, damit ist der Lancia-Ferrari deutlich seltener als BMW M3 E30, Mercedes Benz 190E 2.3-16 und Co.

Wertmässig zeigt sich diese Rarität (noch) nicht, Classic Data notiert aktuell Euro 15’000 bis 17’000 für ein Zustand-2-Exemplar, zu kaufen gibt es die schnelle Limousine aber auch für deutlich wenig Geld, wobei sich Einsparungen beim Kauf mit nicht zu vernachlässigenden Folgekosten rächen könnten.

Einmal bleibt der Wagen aber allemal, denn vorher und nacher gab es nie mehr einen Lancia mit Ferrari-Motor und unter dem aktuellen Regime müsste dafür wohl ein Herz aus Maranello in einen Chrysler verpflanzt werden und wer möchte dies schon ...

Alle Beiträge der "Klassikerperlen"-Serie sind in einem eigenen Themenkanal übersichtlich zusammengeführt.

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