Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen eine angenehmere Nutzung zu ermöglichen: Mehr Informationen.
 
Anmelden und profitieren, kostenlos!
alle Bilder grösser, Zugriff auf 1000+ Artikel
 
 
 
Jetzt einloggen oder kostenlos registrieren...
... und viel mehr Fotos und Artikel sehen.
Archivierte Einträge:

Ein Auto mit wirklich reichhaltiger Geschichte

Bruno von Rotz - 20.12.2014

Persönliches Archiv
Sie können nur dann Inhalte dem persönlichen Archiv hinzufügen, wenn Sie angemeldet sind.

Sie haben Benutzername und Passwort?
Dann melden Sie sich an (Login).

Noch kein Benutzername?
Die Registrierung ist kostenlos und dauert höchstens eine Minute.

Ferrari 250 LM 1964 (© Darin Schnabel - Courtesy RM Auctions)

Es gibt fünfzigjährige Autos, über die ist kaum etwas bekannt, gibt es kaum etwas zu wissen. Dieser Ferrari 250 LM aber ist das pure Gegenteil, seine Geschichte strotzt nur so von spannenden Gegebenheiten und Ereignissen.
Chassis 5899 GT mit Motor 5899 war der neunte gebaute 250 LM. Fertig gestellt wurde er am 3. Juni 1964, rot lackiert und mit blauen Sitzen ausgestattet.

Interieur des Ferrari 250 LM 1964 (© Darin Schnabel - Courtesy RM Auctions)

Erster Käufer des Wagens war Georges Filipinetti, der ihn mit seiner Scuderia Filipinetti sogleich im August 1964 beim Bergrennen von Sierre-Crans-Montana Bergrennen mit Ludovico Scarfiotti einsetzte.

Ferrari 250 LM 1964 als Fahrzeug der Scuderia Filipinetti

Der neue Wagen siegte auf Anhieb. Und wiederholte diesen Erfolg auch am Wochenende danach, als Nino Vaccarella ihn an der XV Coppa Inter-Europa in Monza pilotierte.

Bei den 1000 km von Paris in Montlhéry verhinderte ein Defekt einen weiteren Erfolg.

Ferrari 250 LM 1964 im Besitze des Zürchers Biedermann

Der schnelle Wagen wurde dann auf dem Genfer Autosalon im März 1965 ausgestellt und dort an den Zürcher Architeken Werner Biedermann verkauft. Fortan fuhr der Mittelmotorsportwagen mit Zürcher Nummernschildern unter der Lizenz der Ecurie Basilisk und setzte seine Erfolgserie mit zehn weiteren Siegen in 15 Veranstaltungen fort.

Beim Bergrennen des SAR in Engelberg am 18. Oktober 1965 verunfallte und überschlug sich Biedermann mit dem Ferrari. Er blieb zwar weitgehend unverletzt, verlor aber offensichtlich die Freue am schnellen Renner und verkaufte in an Hans Illert aus Feldmeilen am Zürichsee.

Ferrari 250 LM 1964 mit Karosserie des Porsche 906

Statt ihn einfach zu reparieren, modifizierte Illert den Ferrari umfangreich. Die Scaglietti-Karosserie wich einem Kunststoff-Aufbau eines Porsche 906. Dazu musste auch das Chassis gekürzt werden, aber auch die 906-Form musste den Gegebenheiten angepasst werden. Mit Flügeltüren startete der Ferrari nun, 200 kg leichter unter dem Namen “LM-P” im Rennteam Scuderia Tartaruga. Der erste Sieg folgte schon bald, konnte Illert doch das 23. Bergrennen von St. Ursanne nach Les Rangiers am 20./21. August 1966 siegreich beenden. Es folgten 1966 und 1967 viele weitere Siege und Podumsplätze im Rahmen der Schweizer Meisterschaft. Am Steuer wechselte sich Hans Illert mit Dieter Spörry und Heini Walter ab.

Ferrari 250 LM 1964 mit Karosserie des Porsche 906

Anfangs 1968 verkaufte Illert den Rennwagen an Pierre Sudan in Zug. Sudan suchte nach mehr Leistung und fand sie im Vierlitermotor des Ferrari 330 P (Motornummer 0818), den er von David Piper kaufen konnte. Der Wagen hiess nun 330 LM-P. In der Folge nahm Sudan an vielen Bergrennen durch ganz Europa teil, annoncierte den Wagen dann aber im Magazin Auto Motor und Sport. Im April 1969 kaufte ihn eine Firma in Österreich namens”Autoreparatur-Handelsvertretungs GmbH” mit Drahtzieher Stefan Sklenar, der den Wagen erneut an Bergrennen, aber auch bei den 200 Meilen von Nürnberg und am Tyroler-Grand-Prix im Sommer 1969 einsetzte.

1970 erlitt Chassis 05899 GT einen weiteren Unfall, dem der Porsche-Aufbau zum Opfer fiel. In der Folge wechselte der Unfallwagen mehrfach die Hand, Paul Blancpain, Rob de la Rive Box und Paul Schouwenburg hiessen die neuen Besitzer. Letzterer konnte dann auch den Originalmotor wieder kaufen, während David Paper im Rahmen dieses Handels die 4-Liter-Maschine zurückerhielt.

Schouwenberg verkaufte dann den nun technisch wieder kompletten, aber weiterhin unreparierten Ferrari 250 LM an Eric Stewart, Gitarrist der englischen Rockgruppe 10CC. Dieser liess den Wagen zwischen 1967 und 1971 mit einer neu aufgebauten LM-Karosserie komplett restaurieren und fuhr ihn in Goodwood zur Probe. Schon bald aber verkaufte Stewart den nun restaurierten Wagen nach Deutschland, nur um kurz darauf nach Kalifornien verschoben zu werden, wo er einige weitere Male die Hand wechselte bis in die frühen Achtzigerjahre.

Nächste Destination war dann Japan, 1992 kam der 250 LM dann aber zurück nach Europa, genauer gesagt England.

Im Juli 1995 kaufte Lord Irvine Laidlaw den 250 LM und liess ihn komplett überholen. Zwei Jahre später übernahmen wurden Federico Della Noce und André Lara Resende Besitzer, sie liessen den Ferrari erneut komplett restaurieren und setzten ihn nun im historischen Rennsport ein.

Ferrari 250 LM 1964 (© Darin Schnabel - Courtesy RM Auctions)

2006 gelangte der Wagen wieder in die Schweiz, Besitzer war nun Henri-Louis Maunoir, ein enthusiastischer Sammler und Rennfahrer. Maunoir ist interessanterweise mit Georges  Filipinettis Enkelin verheiratet, was den Wagen sozusagen in Familienbesitz zurückbrachte.

Ferrari 250 LM 1964 am Concorso d'Eleganza Villa d'Este 2012

Nun soll der Wagen, der im Rahmen der Restaurierung wieder die Filipinetti-Bemalung erhielt, an der RM Auction von Arizona am15./16. Januar 2015 versteigert werden. Als Schätzpreis wird USD 9,5 bis 12,5 Millionen genannt, die Wahrscheinlichkeit ist also gross, dass der Verkaufspreis im achtstelligen Bereich landen wird, bei soviel Geschichte, auch wenn richtig grosse Siege fehlen, kein Wunder ....

Ferrari 250 LM 1964 (© Darin Schnabel - Courtesy RM Auctions)

Keine Kommentare

 
Möchten Sie einen Kommentar abgeben?
  • Sie haben bereits einen Benutzernamen für Zwischengas?
    Dann melden Sie sich an (Login).
  • Sie haben noch kein Profil bei Zwischengas? Die Registrierung ist kostenlos und geht ganz schnell.
  •  

    Weitere Blog-Einträge:

    AXA2020/2021