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Die beste Oldtimerveranstaltung 2018 fand in Grossbritannien statt

Bruno von Rotz - 31.12.2018

Frage der Woche 120 - Anlass des Jahres 2018

Auch das Jahr 2018 war wieder durch viele hochkarätige Veranstaltungen geprägt, die sich eigentlich nur schlecht vergleichen lassen. Trotzdem baten wir unsere Leser, im Rahmen einer “ Frage der Woche” , neun Oldtimeranlässe mit internationaler Ausstrahlung gegeneinander zu vergleichen und ihre Präferenz kundzutun.

Das Ergebnis überrascht, denn nicht eine der grossen deutschen Publikumsveranstaltungen schwang obenauf, sondern das von Lord March organisierte Goodwood Revival im britischen Chichester, im immerhin 27,1 Prozent der Voten.

Die Classic Days Schloss Dyck errangen den zweiten Rang mit 10 Prozent der Stimmen.

Auf Platz drei fanden sich gemeinsam die Stuttgarter Retro Classics und der französische Anlass Le Mans Classic ein.

Platz fünf ging an den AVD Oldtimer Grand Prix, Platz 6 an den Concorso d’Eleganza Villa d’Este, eine an und für sich ziemlich intime Schönheitskonkurrenz im Norden Italiens.

Danach folgten zusammen die Techno Classica Essen und die Rétromobile Paris.

Es soll allerdings gesagt sein, dass ein Fünftel der Teilnehmer keine der vorgeschlagenen Oldtimerveranstaltungen als die beste nennen wollte, weil sie eine andere im Kopf hatten. Und zudem war die Stimmbeteiligung mit nur 140 Teilnehmern über die Festtage relativ gering. Äpfel lassen sich eben nicht so gut mit Birnen vergleichen, dies wird wohl den einen oder anderen Leser gestört haben.

Die kompletten Antworten, grafisch aufbereitet, seien hier trotzdem dargestellt:

Frage der Woche 120 - Ergebnis

Die Auswertungen aller bisherigen 120 “Fragen der Woche” können weiterhin im eigens eingerichteten Themenkanal nachgelesen werden.

Und bereits steht die nächste “Frage der Woche” im Raum. Wir wollen wissen, wie es mit dem Klassikermarkt im neuen Jahr 2019 weitergeht .

 

Der Fluch der hinteren Sitze

Bruno von Rotz - 30.12.2018

Lamborghini Espada von 1973 (© Oldtimer Galerie)

Manchmal könnte man meinen, ein Auto wird einfach dadurch weniger begehrenswert, weil es hinten zwei mehr oder weniger nutzbare Sitzplätze bietet. Gemeint sind hier nicht Sitznischen, auf denen es nicht einmal ein Kleinkind länger bequem aushalten könnte, sondern auch für Erwachsene zumindest auf kurze Strecken erträgliche Sitzgelegenheiten. Sind solche vorhanden, dann kann das Auto zwar deutlich flexibler eingesetzt werden, dafür aber scheint es mit der Wertentwicklung schwierig zu werden. Tatsächlich gibt es etliche dieser Viersitzer, die offenbar die Gunst des Publikums kaum gewinnen können.

Beispiele gefällig? Da müssen wir nicht weit suchen gehen, denn gerade gestern wurden in Gstaad drei dieser Fahrzeuge italienischer Nobelhersteller versteigert.

Da war einmal Lot 133, ein Lamborghini Espada 400 GT Serie 3 von 1973 (Bild oben). Der V12-Motor sitzt in ihm natürlich im Bug, aber ansonsten gibt es einiges an Gleichteilen mit dem Lamborghini Miura, der je nach Ausführung heute wohl zwischen einer halben und mehreren Millionen einspielt an Auktionen. Und der Espada? Der lockte die Bieter gerade zu CHF 95’000. Dann war Schluss. Verkauf unter Vorbehalt.

Ferrari 400 GT von 1979 (© Oldtimer Galerie Toffen)

Dem Ferrari 400 GT von 1979 (Lot 116) ging es nicht besser. Dabei handelte es sich doch um eine der seltenen handgeschalteten Versionen. CHF 75’000 lautete das Höchstgebot, ein Ferrari 512 BB aus demselben Jahr würde sicherlich das Vierfache erreichen.

Ferrari 456 M GT von 2000 (© Oldtimer Galerie Toffen)

Und bei den Neuklassikern scheint es nicht anders zu sein. Zwar wurde der Ferrari 456 M GT von 2000 als Lot 112 für CHF 52’500 verkauft, aber angesichts davon, dass es sich dabei um das interessantes Modell aus der Baureihe handelte und dieses auch noch ein Sechsganggetriebe aufwies, hätte man sich doch auch Preise auf dem Niveau von handgeschalteten Ferrari 550 Maranello vorstellen können und die liegen deutlich höher.

Und man muss nicht nur die Ergebnisse der Oldtimer-Galerie-Versteigerung von Gstaad anschauen, die wir im übrigen in ihrer Vollständigkeit bereits publiziert haben, um diesen Eindruck, dass mehr Sitze nicht gut für die Wertentwicklung sind, zu festigen. Dies scheint fast schon ein “Gebot” zu sein, Ausnahmen bestätigen dabei natürlich die Regel.

Übrigens, hinter dem Steuer machen alle drei erwähnten Autos sicherlich mindestens (fast) ebensoviel Freude wie ihre "reinrassigeren" zweisitzigen Brüderchen. Und nicht jeder sieht sein Auto schliesslich primär als Geldanlage ...

 

Der Oldtimer/Youngtimer “Tipping Point”

Bruno von Rotz - 29.12.2018

Elektronik im Mercedes-Benz R129 (© Daniel Reinhard)

Wir versuchen hier bei Zwischengas ja soweit wie möglich auf Anglizismen zu verzichten. Für den Ausdruck “Tipping Point” fiel uns aber wirklich keine gute Übersetzung ein. Die deutsche Wikipedia spricht von “Kipppunkt”. Gemeint ist eigentlich der Zeitpunkt, an dem eine bisherig gradlinige Entwicklung plötzlich abbricht/aufhört. Und die Frage, die sich hier stellt, ist, ob es auch beim Oldtimer/Youngtimer diesen “Kipppunkt” gibt, also den Zeitpunkt, wo nachfolgende Autos trotz Erreichen des nötigen Alters keine Youngtimer/Oldtimer mehr werden (können).

Manche Oldtimer-Enthusiasten sehen bekanntlich die Elektronik als grossen Feind für zukünftige Klassiker. Mit dem zunehmenden Einsatz von Elektronik-Komponenten im Auto werden die Fahrzeuge komplexer, Fehler schwieriger identifizierbar und reparierbar, bis zum Punkt, an dem eine Wiederinstandstellung ökonomisch nicht mehr zu rechtfertigen ist. Reparaturen werden dadurch noch zusätzlich erschwert, indem Elektronik-Komponenten sogar im Lager altern und funktionsunfähig werden können. Ein Ersatz kann also zur Verschlimmerung des Problems führen.

Erste Elektronik-Komponenten wurden bereits in den Sechzigerjahren verbaut, seither nimmt ihre Präsenz im Automobil zu. Niemand würde aber davon ausgehen, dass ein VW 411 E nicht repariert werden kann. In den Siebziger- und Achtzigerjahren fand immer mehr Rechenleistung ihren Weg in die Automobile, bald wurden die verschiedenen Prozessoren auch im Wagen verknüpft/vernetzt. Bus-Systeme sorgten für standardisierte Verbindungen. Sensoren begannen die Steuerung zu beeinflussen.

Versagt eine Komponente am einen Ende des Fahrzeugs, können sich Effekte komplett woanders zeigen. Es kann sogar sein, dass kleine Fehler den ganzen Wagen immobilisieren.

Heute spricht man (fast schon) vom Automobil als fahrenden Computer. Die Rechenleistung, die in einem modernen Personenwagen vorhanden ist, hätte vor Jahrzehnten noch ganze Turnhallen gefüllt.

Computer-Überwachungstechnik im VW Sharan

Die Systeme sind so komplex geworden, dass bei der Fehlersuche schnell das Werk eingeschaltet werden muss. Dies alles ist möglich, solange das Knowhow und die Diagnosesysteme noch vorhanden sind, aber was, wenn diese fehlen?

Bereits in den Neunzigerjahren benötigten Autos fahrzeugspezifische Diagnosegeräte, die genauso der Alterung unterworfen sind wie die Autos selber. Was tun, wenn diese nicht mehr funktionieren?

Sind alle diese Schwierigkeiten überwindbar? Wird man in 30 Jahren einen VW Golf GTE mit Hybridantrieb noch reparieren können? Und falls nicht, wann war dieser “Tipping Point” und ist er von Fahrzeugtyp zu Fahrzeugtyp verschieden und an unterschiedlichen Punkten auf der Zeitachse anzutreffen? Können die heutigen Youngtimer, die in den Neunzigerjahren gebaut wurden, noch in Ruhe altern?

Wir haben die Antworten auch nicht, es würde uns aber sehr interessieren, wie Sie darüber denken? Und dazu ist ja unsere Kommentar-Sektion am Ende des Artikels ein guter Startpunkt!

 

Grosse Auto-Jubiläen im neuen Jahr

Bruno von Rotz - 28.12.2018

VW-Porsche 914 von 1970 (© Porsche)

2019 werden die Marken Citroën und Bentley ihren 100. Geburtstag feiern.

Bentley Kühlerfigur (© Daniel Reinhard)

Dazu wird es auch eine ganze Reihe von Automodellen geben, deren Entstehung sich zum 50. Male jährt, auch wenn der Neuwagenreigen im Jahr 1969 sicherlich deutlich übersichtlicher war als in späteren Jahrzehnten.

Das Jahr 1969 war unter anderem das Jahr des VW-Porsche 914, des Volks-Porsche mit Mittelmotor (Bild oben). Bei Peugeot ergänzten derweil Coupé und Cabriolet die Baureihe 504.

Autobianchi A112

Ebenfalls neu im Angebot waren vor 50 Jahren der Autobianchi A112 und der Fiat 128, zwei kompakte Italiener mit guten Aussichten.

Citroën Ami 8 von 1969 (© Artcurial)

Die Franzosen brachten Derivate bewährter Automobile, z.B. den Peugeot 304 oder den Citroën Ami 8, aber auch den komplett neuen Renault 12.

Opel Diplomat B von 1969 (© Opel/GM)

Von Opel trat eine komplett erneuerte KAD-Baureihe mit den Modellen Kapitän, Admiral und Diplomat B an. Aus Italien kam der etwa kompaktere Gegenspieler Fiat 130.

Maserati Indy

Natürlich erhielt auch die Sportwagenwelt Nachwuchs. Peter Monteverdi brachte den 375 L, Maserati den Indy und Porsche den Über-Rennsport-Prototypen 917.

Porsche 917 1969

Natürlich gab es noch mehr neue Autos, aber dies waren wohl einige der wichtigsten. Wenn wir Meilensteine vergessen haben sollten, dürfen Sie dies gerne als Kommentar ergänzen.

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Pistensaft

Bruno von Rotz - 27.12.2018

Gulf-Porsche 917 in der Werbung

Erinnern Sie sich an Gulf, die Benzinmarke? Die gab’s auch in Deutschland und in der Schweiz. Vor allem Rennsportfans wollten ihre Fahrzeuge an der Tankstelle mit dem Gulf-Symbol volltanken. Dafür sorgte nicht zuletzt auch die Werbung von Gulf aus dem Jahr 1971:

«Jetzt können unsere Autos eine Marke tanken, dieWeltmeister Porsche tankt: Pistensaft.

Und das an den Gulf-Tankstellen, die an so manch einer schönen Straßenecke in Deutschland auf die kleinen Feuerstühle warten. Die können jetzt mit dem Pistensaft genauso herzhaft losbrummen, wie der Weltmeister Porsche es tut.

Seit zwei Jahren arbeiten Porsche und Gulf auf den Rennpisten zusammen. In der vorjährigen Rennsaison holte sich der Gulf-Porsche sieben Siege. Und Glückwunsch: Der Markenweltmeistertitel ging nach Zuffenhausen.

Von da ab nannten die Leute von Gulf ihre Öle und Kraftstoffe nur noch „Pistensaft“. Den können Sie jetzt an allen Gulf-Tankstellen kaufen.»

Wer möchte schon nicht am selben Ort Benzin einfüllen, wo auch ein Porsche 917 seinen Kraftstoff holt … und dann noch diese tollen Farben im Logo ...

Hier der Vollständigkeitshalber noch die ganze Werbeseite von damals. Diese ist natürlich in unserer Bildersammlung der schönsten Auto-Werbungen auch zu finden …

Werbung Gulf Porsche von 1971

 

Die tollen Autos der Neunzigerjahre

Bruno von Rotz - 26.12.2018

Audi 2.3 E Cabriolet 1992

Die Autos der Neunzigerjahre sind allesamt noch keine Oldtimer, mancher Hardcore-Alteisen-Enthusiast würde wohl sogar sagen, dass sie überhaupt nie “richtige” Oldtimer werden. Zu modern seien sie, zu nahe an den heutigen Neuwagen, zu einheitlich, vielleicht auch zu perfekt.

Wir sehen das anders! Gerade die Neunzigerjahre haben eine Vielzahl attraktiver Autos hervorgebracht, die wir nicht missen möchten, zumal wir einige davon schon als Neu- oder junge Gebrauchtwagen fuhren damals, was sie natürlich noch interessanter macht.

Dodge Viper GTS Concept 1994

Nennen wir einmal ein paar Beispiele. Der Honda NSX war der ernsthafte Versuch der Japaner, Ferrari und Co einen Hightech-Sportwagen entgegensetzen. Der Bugatti EB110 war vermutlich der beste Supersportwagen seiner Zeit, zumindest bis zum McLaren F1. Die Amerikaner bescherten uns die Dodge Viper, einen veritablen Nachkommen der Cobra. Und zum Ende des Jahrzehnts folgte dann noch der Bugatti Veyron, der Bugatti aus Deutschland sozusagen.

Aston Martin DB7 von 1995

Natürlich gab es auch deutlich zivilere Möglichkeiten, sportlich zu fahren in den Neunzigerjahren. Der Porsche 968 etwa, als letzter Abkömmling der Vierzylinder-Transaxle-Baureihe, der BMW 850 CSi, der bayrische Luxus-Tourer, der Maserati 3200 GT, der die Marke aus Modena aus der Biturbo-Zeit befreite, oder der Aston Martin DB7, mit dem die Briten zu neuen Höhenflügen ansetzten.

Lotus Elise 1997

Und es gab auch attraktive Autos für weniger Geld, an die man sich gerne erinnert, z.B. das Audi Cabriolet (Bild oben), der Lotus Elise, der Porsche Boxster, das Fiat Coupé (offiziell "Coupé Fiat" genannt, gerne mit Fünfzylindermotor), der Audi TT, der Renault Twingo, der VW New Beetle oder der BMW Z3 (gerne als Coupé).

Porsche 993 von 1994

Die Liste könnte noch fast beliebig weiter fortgesetzt werden mit Ausnahmeautomobilen wie Mercedes-Benz 500 E, Ferrari 512 TR, Jaguar XJ220, Mercedes-Benz SLR, Jaguar XJR, Porsche 993, Ferrari F355, BMW Z8 und und und. Nicht unerwähnt lassen möchten wir auch noch die Mercedes-Benz C36/C43 und der BMW M3 E36, die Supersportwagenleistung im Limousinen-Mittelklasseformat ermöglichten.

Mercedes-Benz C36 1996

Eine Frage quält allerdings selbst die Anhänger dieser erwähnten Autos. Wie werden sie altern? Rost ist bei den meisten dieser Wagen (noch) kaum ein Problem, Technik-/Elektronikausfälle allerdings schon. Und viele Werkstätten können kaum noch etwas mit diesen inzwischen 20 bis 31 Jahre alten Autos anfangen. In die Neunzigerjahre fällt etwa die Einführung des CAN-Busses, aber auch die zunehmende Verbreiterung von ABS, ESP und Co. Sicherlich sind die Autos der Neunzigerjahre deutlich komplexer als jene der vorangehenden Jahrzehnte. Es braucht dafür also Spezialisten mit der richtigen Ausrüstung und dem notwendigen Verständnis. Aber es ist ja Weihnachtszeit, da darf man sich etwas wünschen! Wir wünschen uns, dass diese Autos noch viele Jahrzehnte als Klassiker auf unseren Strassen fahren können und dürfen!

P.S. Übrigens viele dieser Autos wurden schon in unserer beliebten Serie “Klassikerperlen der Zukunft” kurz charakterisiert. Und von einigen sind bereits ausführliche Berichte aus Zwischengas erschienen. Die übrigen können wir uns hoffentlich 2019 genauer anschauen ...

 

Wenn Wünsche in Erfüllung gehen …

Bruno von Rotz - 25.12.2018

Lancia Stratos im Schnee

Die Weihnachtszeit ist auch die Zeit der Geschenke und der Wünsche, die in Erfüllung gehen, oder auch nicht. Für mich persönlich gingen viele Wünsche, die ich teilweise schon lange hegte, im Jahr 2018 in Erfüllung, so beispielsweise die Fahrt im Lancia Stratos, in den ich inzwischen, wohl wegen geschrumpftem Längenmass, deutlich besser passe als noch vor 20 Jahren.

Amilcar C6

Eine tolle Erfahrung war auch die Fahrt auf den Gurnigel im Porsche 964 Cup an meinem Geburtstag. Und nicht missen möchte ich die Erinnerungen an den Ritt im Amilcar C6, einem der interessantesten Sportfahrzeuge der Vorkriegszeit.

Porsche CArrera RS 2.7

Nicht vergessen werde ich aber auch die Fahrten in der Sportwagen-Ikone Porsche 911 Carrera RS 2.7 und im 356 Speedster. Überhaupt war eigentlich fast jede Probe- und Fotofahrt ein besonderes Erlebnis, auch wenn es sich beim Auto um ein einstiges Brot-und-Butter-Auto oder um eine Noch-fast-Occasion gehandelt hat.

Gerade in der Breite des Spektrums an Fahrzeugen liegt ja eigentlich der Reiz von Oldtimer- und Youngtimer-Reportagen. So gesehen ist eigentlich mit meiner Rolle als Redaktor von Zwischengas/SwissClassics ingesamt ein grosser Wunsch in Erfüllung gegangen, den ich im Prinzip schon als Jungspund in mir trug.

Frohe Weihnachten, mögen auch Ihre/Eure/Deine Wünsche in Erfüllung gehen!

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Wiedersehen nach 38 Jahren - eine ganz persönliche Weihnachtsgeschichte

Daniel Reinhard - 24.12.2018

Jody Scheckter inmitten seiner Rennwagensammlung (© Daniel Reinhard)

1973 war ich gerade einmal 13 Jahre alt und natürlich schwer geprägt von meinem Vater, also bereits ein grosser Motorsport-Fan. Wie eine Bombe schlug es daher in mein Leben ein, als war mein grosses Idol Jo Siffert am 24. Oktober 1971 in Brands-Hatch tödlich verunglückte. Immerhin hatte ich das ganz grosse Glück, ihn, natürlich auch dank meines Vaters, persönlich gekannt zu haben. Aber nach dem tragischen Unfall stand ich sozusagen ohne Fahrer da, der mich persönlich,  als Pilot und Rennfahrer mehr faszinierte als alle anderen.

Dann kam der GP Frankreich 1973 in Le Castellet, bei dem ein kompletter Newcomer in seinem erst dritten F1-Rennen als Zweiter ins Rennen startete und dieses sogar gewonnen hätte, wäre da nicht Emerson Fittipaldi im Weg gestanden. Es kam zur Kollision mit dem amtierenden Weltmeister aus Brasilien. Nur ein Rennen später in Silverstone kam es dann zur grössten Massenkollision in der Geschichte der Formel 1. Wieder spielte derselbe weisse McLaren die Hauptrolle. Er drehte sich an vierter Stelle liegend am Ende der ersten Runde in der Woodcote Kurve, knallte dann in die Boxenmauer und eliminierte dabei praktisch fast das komplette nachfolgende Feld.

Aber wer sass denn da in diesem McLaren? Wer war denn da so derartig sauschnell unterwegs und zeigte mit erst vier GP-Starts nicht den geringsten Respekt vor all den gestandenen Männer der Branche?

Der Wahnsinnige schaute aus wie ein knuddeliger Teddybär, hatte den wohlklingenden Namen Jody Scheckter und war gebürtiger Südafrikaner. Sein F1-Einstand begeisterte mich und schon wurde ich zu seinem vermutlich grössten Fan. Er freute sich immer wahnsinnig über die mitgebrachte Schokolade, die ich ihm bei den Rennen, bei denen ich mit meinem Vater live vor Ort war, schenkte.

Moped mit Sachs-Motor im Wolf-WR1-Look (© Daniel Reinhard)

Mein Moped liess ich 1977 in den Farben des Wolf WR1 lackieren und meine Begeisterung für den sechsrädrigen Tyrrell (1976) war astronomisch.

Auch als Ferrari-Mann und schliesslich als Weltmeister (1979) liess er mich nie unbeachtet und ich konnte selbst die gemeinsame Freundschaft mit Gilles Villeneuve mit ihm teilen. Es war eine grossartige Zeit.
Nach seiner grossartigen Rennfahrerkarriere Ende 1980 verschwand Jody physisch praktisch aus meinem Leben, einzig die schönen Erinnerungen blieben bis heute erhalten.

Vor wenigen Wochen schrieb ich eine Email an ihn, mit dem Wunsch ihm einen Besuch auf seiner Farm in England abzustatten. Keine zwei Stunden später kam schon die Antwort mit der Bestätigung.

Jody Scheckter (© Daniel Reinhard)

Nur wenige Tage später sassen wir uns nach rund 38 Jahren in seinem Büro bei einem Kaffee gegenüber. Er erzählte ganz offen und ehrlich über sein Leben nach der F1. Mit der Entwicklung eines professionellen Schiess-Simulators und dessen Verkauf an die US-Navy hatte er sehr, sehr viel Geld verdient. Damit kaufte er sich die riesige "Laverstoke Park Farm" in Südengland und begann unzählige Bio-Produkte, von Fleisch über Käse und Joghurt bis hin zu Wein und Bier, so ziemlich alles eigentlich, herzustellen. Rund 120 seiner Produkte füllten zeitweise die Regale in den heimischen Märkten.

Mit seinen 68 Jahren ist er noch immer sehr schnell unterwegs und hat sich dafür auch eine hauseigene kleine Rennstrecke auf seinem Gelände angelegt. Büffel und Schafe kennen das schwarze AMG-Mercedes T-Modell bereits und bleiben auf Distanz, was die zahlreichen Fasane aber noch ausgiebig lernen müssen um zu überleben.

Jody Scheckter im AMG-Mercedes (© Daniel Reinhard)

Neben seinem grosszügigen Wohnhaus, liegt sein Museum, in dem inzwischen die meisten seiner damaligen Renngeräte Platz genommen haben. Die beiden McLaren M19 und M23, die beiden Tyrrell 007 und das Project 34, sowie der Wolf WR1 und sein Ferrari 312 T3, mit dem er schliesslich Weltmeister wurde, stehen da neben diversen F3 und F2 Monoposti.

Seine neueste Errungenschaft ist der CanAm-Porsche 917 10T den er 1973 fuhr. Er hatte das Glück zwei revolutionäre Rennwagen zu fahren. Zum einen war es der sechsrädrige Tyrrell von Derek Gardner, die bestimmt verrückteste Konstruktion der F1. Zum anderen der komplett neue Wolf WR1 von Harvey Postlethwaite, womit Jody auch gleich den ersten GP in Argentinien für das junge F1-Team gewinnen konnte und am Ende der Saison den Vizemeistertitel holte, nachdem er bis zum Schluss um die Krone kämpfte.

Jody Scheckter im Wolf WR1 in Dijon 1977 nach einem Reifenschaden (© Josef Reinhard)

Auf dem historisch wertvollen Foto sieht man mich 1977 beim GP von Frankreich in Dijon direkt am Auto von Scheckter, der mit einem Reifenschaden aufgeben musste. Heute würde man schon beim Gedanken, die Strecke während des Rennens zu betreten, gesteinigt und gefoltert.

Es gibt nur wenige Rennfahrer, die nach ihrer Rennfahrerkarriere ein zweites erfolgreiches Leben aufbauen konnten. Neben Niki Lauda, Nelson Piquet und Gerhard Berger gehört ganz sicher auch Jody Scheckter in diese Gruppe.

Jody Scheckter vor einer Collage mit Bildern eines seiner Spendenanlässe (© Daniel Reinhard)

Er ist kein Egoist und seine soziale Ader bringt jährlich eine Million Pfund in die Kasse bedürftiger Kinder in England. Denn einmal im Jahr werden Tür und Tor seiner Farm für rund 30`000 Fans, vorwiegend Kinder, geöffnet und diesen wird ein grosses Showprogramm dargeboten. An diesem Tag fährt er auch mit einigen seiner Rennwagen über den kleinen Rundkurs, natürlich ganz zur Freude aller Anwesenden.

Ja, für mich war es schon sehr emotional von meinem grossen Jugendidol auf dessen Farm richtig zügig rumchauffiert zu werden, seine jetzige Umgebung kennenzulernen und dabei über die gute alte Zeit zu plaudern.

Er liebt den Nürburgring, denn es gibt für ihn keine bessere Rennstrecke auf der Welt. Den Sechsrad-Tyrrell findet er heute viel besser als zu seiner aktiven Zeit. Er habe das Auto unterschätzt und er ist sich sicher, dass nur die Abhängigkeit vom Reifenhersteller Good Year den Wagen an noch besseren Resultaten hinderte. Mit Gilles Villeneuve verband ihn eine ganz enge Freundschaft, Enzo Ferrari hingegen sagte beim ersten Zusammentreffen nach seinem WM-Titel gerade einmal drei Worte: "Buon Giorno Campione”. Und schon war alles wieder beim alten.

Ich aber bin tief beeindruckt von all dem, was Jody aus seinem Leben gemacht hat und dass er dabei seinen alten grossen Fan nicht vergessen hat.

Jody Scheckters Handschuhe (© Daniel Reinhard)

Seine Handschuhe, womit er den GP Monaco 1977 gewonnen hat, liegen bereits seit 41 Jahren in meiner Vitrine, aber deren Stellenwert hat sich nun noch einmal stark gesteigert.

 

Klassikerperlen der Zukunft - Porsche 997 Sport Classic

Bruno von Rotz - 23.12.2018

Porsche 911 Sport Classic 2009

Eigentlich war er der Traum der Porsche-Händler. Vorgestellt auf der IAA in Frankfurt im September 2009 war der Porsche 997 Sport Classic nach bereits 48 Stunden ausverkauft. Die Kunden rissen den Verkäufern den Wagen sozusagen aus den Händen.

Immerhin 250 Exemplare davon wurden gebaut. Offenbar kam der Retro Look bei den Porsche-Enthusiasten an! Dabei war der Wagen nicht billig, für dasselbe Geld (EUR 201'682, inkl. MWSt.) hätte man sich auch einen 911 Turbo kaufen können. Doch während diese normal an Wert verloren, wird der 997 Sport Classic heute zu Notierungen gehandelt, die weit über dem damaligen Neupreis liegen.

Porsche 911 Sport Classic 2009 - Heck

Es gab den Sport Classic nur in einer Farbe, nämlich Hellgrau. Von seinen Brüdern unterschied sich das limitierte Sondermodell in vielen Punkten, vor allem aber durch den Entenbürzel, der dem Carrera-RS-Spoiler von 1972/73 nachempfunden war.

Porsche 911 Sport Classic 2009 - Räder

Die Räder erinnerten an die Fuchsfelgen der Siebzigerjahre. Der Sport Classic war der einzige 997 mit Heckantrieb und breitem Heck.

Porsche 911 Sport Classic 2009 - Interieur

Innen zeigte sich der Wagen ebenfalls deutlich verändert, selbst der Schalthebel war umgemodelt worden. Besondere Sitze, Verkleidungen und andere Veränderungen setzten den umfangreich ausgestatteten Sport Classic von der Grossserien-Version ab.

Auch bei der Leistung gab es eine Zugabe. 408 anstatt der üblichen 385 PS wurden geboten und man konnte sie durch die modifizierte Auspuffanlage auch hören.

Porsche 911 Sport Classic 2009 - Heckspoiler

Alle 250 Sport Classic wurden handgeschaltet ausgeliefert, dabei sorgte die Schaltwegverkürzung für ein noch knackigeres Schaltgefühl.

Der 911 Sport Classic war wirklich ein überzeugendes Paket und eigentlich war er schon ein “Neo Klassiker”, als er auf der IAA stand.

Weitere Klassikerperlen gibt es im eigens angelegten Themenkanal.

 

Für diese Autos interessierten sich die Zwischengas-Leser 2018 ganz besonders …

Bruno von Rotz - 22.12.2018

BMW M635 CSi und Alpina-BMW B7

Hätte man voraussagen wollen, welche Fahrzeugartikel im Jahr 2018 bei den Zwischengas-Lesern ganz besonders gut ankommen würden, man hätte sicherlich nicht ins Schwarze getroffen. Vielleicht hätte man beim meistgelesenen Bericht noch richtig getippt, denn BMW M635 CSi und BMW-Alpina B7 sind natürlich schon gewichtige Hausnummern.

Sterling GT

Spätestens bei der Nummer 2 aber wäre man daneben gelegen. Der Sterling GT ist hierzulande kaum bekannt, aber nichtsdestotrotz natürlich attraktiv. Aber vielleicht machte auch Model Jéromie den Unterschied, sie brachte es schliesslich auch aufs Titelblatt unseres Jahresmagazins und in die Auswahl von “Switzerland’s next Top Model”.

MGB GT V8

Platz 3 ging 2018 an den MGB GT V8 , für einmal nicht grün sondern weiss lackiert.

BMW 2002 Turbo

Auf Platz 4 landete erneut ein Auto aus München, diesmal der BMW 2002 Turbo .

Ford Granada 2.3 L

Den fünften Platz besetzte Ford mit dem Granada 2.3-Liter Zweitürer.

Opel Monza GSE

Auf Platz 6 schliesslich der erste Opel in Form des Monza GSE .

BMW-March M1

Platz 7 ging an den einzigen Rennwagen in den Top 10. Der BMW-March M1 ist sicherlich ein ganz besonderes Auto.

Mercedes-Benz 500 SEC

Auf Platz 8 finden wir den von Bruno Sacco elegant eingekleideten Mercedes-Benz 500 SEC .

Alpine und Alpine-Renault A110

Neunter wurden die drei Alpine A110 , die zusammen die Tricolore formten für einen Fahrzeugbericht.

Ford Sierra XR4i

Und auf dem zehnten Platz liess sich ein weiterer Ford nieder, nämlich der Sierra XR4i .

Was können wir daraus interpretieren? Es sind nicht immer Ferrari, Porsche und Aston Martin, die die Leser am meisten interessieren.

 

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