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Design, oder die Sache mit der Tankklappe

Bruno von Rotz - 30.11.2018

Audi 50 von 1977 - Entlüftungsöffnung

Manchmal haben Designer zwar gute Ideen, aber die Ausführung, respektive die Ausgestaltung führen zu Fehlbedienungen. Ein interessantes Beispiel hierzu ist der Audi 50. Die Designer gaben ihm elegante runde Innenraum-Entlüftungen mit auf den Weg, gut sichtbar und auf beiden Seiten in der C-Säule integriert.

Unbedarfte Leute, die sich den Kleinwagen vielleicht nur ausliehen, meinten, dass es sich dabei um die Tankklappe handle. Allerdings liess sich diese auch unter erheblicher Gewaltanwendung – und dazu soll es gekommen sein – öffnen.

Audi 50 von 1977 - Tankklappe

Tatsächlich gab es auch eine Tankklappe vor dem rechten Hinterrad, überraschend tief angeordnet. Nur durch diese konnte der Treibstoff in den Tank gelangen. Aber man musste es eben wissen, oder mindestens einmal um das Auto laufen an der Tankstelle …

Audi 50 von 1977

Ein ausführlicher Bericht zum Audi 50 folgt demnächst …

P.S. Ein ähnliches Problem, allerdings in leicht anderer Ausprägung, gab es übrigens auch beim ersten Smart ForTwo …

 

Das Duell - Porsche gegen Volkswagen

Bruno von Rotz - 29.11.2018

VW Scirocco gegen Porsche 924 - Vergleichstest in Auto Motor und Sport im Jahr 1981 (© AMS)

Vor bald 40 Jahren kämpften Porsche und Volkswagen um dieselben Kunden, eigentlich wie es auch teilweise heute z.B. bei den SUVs der Fall ist. Damals aber ging’s um Coupé-Käufer und denen hatte Porsche den 924, VW den Scirocco (2. Auflage) zu bieten.

Weil die beiden Autos doch recht unterschiedlich teuer waren, stellte sich natürlich die Frage, ob der Scirocco mit dem 924 mithalten könne. Diese beantwortete ein Vergleichstest in der Ausgabe 16/1981 von Auto Motor und Sport .

Mehr Platz bot der VW, mehr Sportlichkeit auf den ersten Blick der Porsche. 110 Wolfsburger Pferdestärken standen 125 Zuffenhausener Gäulen gegenüber. Die Stuttgarter PS hatten allerdings mit 1125 kg Leergewicht auch deutlich mehr zu tun als diejenigen von VW mit 917 kg, tatsächlich bot der Scirocco ein Leistungsgewicht von 8,3 kg/PR, während der 924 nur auf 9,0 kg/PS kam.

Und tatsächlich sprintete der VW schneller von 0 bis 100 km/h, nämlich in 9,2 Sekunden, während der Porsche 9,5 Sekunden benötigte. 180 km/h allerdings erreichte der 924 sieben Sekunden früher, und bei der Höchstgeschwindigkeit hatte er mit 204 km/h sowieso die Nase vorne (Scirocco 191,5 km/h.

Der VW setzte sein niedrigeres Gewicht dafür in einen tieferen Verbrauch um und zeigte zudem die besseren Elastizitätswerte.

Alles in allem wirkte der Scirocco GTI für DM 22’545 eigentlich recht überzeugend im Vergleich zum DM 29’980 teuren Porsche 924, zumal der Porsche noch nicht einmal besser ausgestattet war.

So lautete denn auch das Fazit, dass der Scirocco der bessere Kauf sei. Aber natürlich relativierte man dieses Ergebnis ein wenig mit dem Schlusssatz: “Ein gutes Auto wurde also von einem besseren geschlagen.”.

Kein Wunder meinte auch der Porsche-Verkaufsvorstand: “Unsere Preise sind ein echtes Problem für uns”, wobei er da vor allem auf den Unterschied zwischen Porsche 924 und Mazda RX-7 hinwies. Auto Motor und Sport orakelte allerdings, dass ein ähnlicher Unterschied in Deutschland zwischen Scirocco und 924 ähnliche Absatzprobleme nach sich ziehen könnte. Aber eben, das war vor 37 Jahren und heute würde man die Sache wohl ein wenig anders beurteilen.

 

Noch ein Stratos?

Bruno von Rotz - 28.11.2018

Alfa Romeo 4C - umgebaut zum Stratosferica - an der Milano AutoClassica 2018 (© Lara und Patrick Bischoff)

Am Genfer Autosalon 2018 stand der “New Stratos” produktionsbereit und schwarz auf einem Stand, jetzt wurde an der Milano AutoClassica noch eine andere Variation des Ur-Stratos-Themas gezeigt.

Auf den ersten Blick erinnert das Auto an die Rallye-Version, wie sie in den Siebzigerjahren mit Sandro Munari am Lenkrad Seriensieger wurde. Unverkennbar ist die Alitalia-Farbgebung, typisch die aufgesetzten Zusatzscheinwerfer.

Wer ein wenig genauer hinschaut, erkennt, dass hier ein modernes Auto die Basis geliefert hat, der Alfa Romeo 4C .

Alfa Romeo 4C - umgebaut zum Stratosferica - an der Milano AutoClassica 2018 (© Lara und Patrick Bischoff)

Von den Proportionen ist dies eine glückliche Wahl und zusammen mit den Anbauteilen und vor allem der attraktiven Lackierung/Beklebung wird die Illusion fast perfekt.

Verantwortlich für den “Stratosferica” ist der italienische Umbauspezialist Boldrin Auto , dem auch eine optisch täuschend echte Replica des Lancia 037 Rally auf Basis des Lancia Beta Montecarlo zu verdanken ist.

Natürlich ist der modifizierte Alfa 4C kein Stratos-Nachfolger und auch akustisch bläst er sicherlich in ein ganz anderes Horn, optisch aber wurde hier eine attraktive Verwandlung geschaffen, die vor allem auch jenen gefallen dürfte, die mit den “Insektenaugen” des Originals wenig anfangen konnten. Ob eine Zulassung hierzulande möglich wäre, entzieht sich allerdings unserer Kenntnis …

Alfa Romeo 4C - umgebaut zum Stratosferica - an der Milano AutoClassica 2018 (© Lara und Patrick Bischoff)

Wir danken Lara und Patrick Bischoff für die Fotos aus Mailand.

 

Wenn einem die Bücher aus den Händen gerissen werden …

Daniel Reinhard - 27.11.2018

Buchpräsentation "Passion Oldtimer" in Graz im Steyr-Puch-Museum (© J. Kernasenko)

In der österreichischen Kronen-Zeitung vom 23. November war auf den Seiten 30 und 31 zu lesen: So ziemlich alles, was das geschichtsträchtige PS-Herz so begehrt, haben Richard Kaan und Fotograf Daniel Reinhard in "Passion Oldtimer" auf den Punkt gebracht. Ein Leitfaden durch die Welt klassischer Automobile, der wen als Zielgruppe hat? "Insbesondere die Damenwelt", grinste Kaan am Donnerstag dem 22. November bei der Präsentation im Grazer Puch-Museum. Erklärender Nachsatz: "Männer lassen sich damit ja ziemlich perfekt beschenken…. ."

Spass beiseite, Männer hin, Frauen her, angesprochen sind alle Fahrer und Freunde von Oldtimern und Youngtimern und solche, die es noch werden wollen.

Buchpräsentation "Passion Oldtimer" in Graz im Steyr-Puch-Museum (© J. Kernasenko)

Richard Kaan beschreibt in diesem Wälzer ausführlichst, "was ein altes Auto ist, wie man dazu kommt und was man damit tut."

Bilder und Geschichten wären für drei, vier Bücher vorhanden gewesen - tagelang musste gekürzt und neu strukturiert werden um die vorbestimmten 280 Seiten mit den rund 400 Fotos nicht zu überschreiten.

Die ersten Exemplare gab es in Graz bereits zu kaufen und sie gingen vom Tisch wie warme Semmeln. So gut, dass am Ende selbst für die Autoren kein einziges Exemplar mehr übrig blieb. Ein gutes Zeichen. Doch hätten wir gerne das Buch jetzt schon auf Zwischengas etwas genauer vorgestellt, doch das muss nun leider noch zuwarten. Kommt aber noch.

Wer aber jetzt schon ein passendes Weihnachtsgeschenk braucht, kann bei Amazon (ISBN  978-3-95613-052-6) für EUR 69.00 das 288 Seiten lange und 26,8 x 28,9 cm grosse Buch bestellen und sollte es eigentlich noch vor Weihnachten erhalten …

 

Milano Autoclassica 2018 - eine fast ausschliesslich italienische Angelegenheit

Marcel Widler - 26.11.2018

Milano AutoClassica 2018 - Porsche (© Marcel Widler)

Für drei Tage war Mailand und die Milano Autoclassica Treffpunkt der (vor allem) italienischen Oldtimerszene. Das Angebot an Autos war reichhaltig und, gemäss meinem Augenschein, hochwertig. Gegenüber vergangenen Jahren konnte sich die Messe in Mailand verbessern und kann sich auch im Vergleich zu den grossen deutschen Oldtimermessen sehen lassen.

Die Preise waren relativ hoch, aber meist der Qualität angemessen. Schnäppchen konnte man kaum machen. Trotzdem zeigten diverse “verkauft”-Schilder, dass die wertvollen Autos auch auf zahlungskräftige Interessenten trafen.

Milano AutoClassica 2018 - schon verkauft (© Marcel Widler)

Oftmals wurden zuviele Autos auf zuwenig Fläche präsentiert, sicherlich auch eine Folge erheblicher Quadratmeter-Standpreise.

Eine starke Präsenz hatten die Sport- und Rennwagen von Porsche, während die Autos von Ferrari fast etwas untergingen.

Milano AutoClassica 2018 - Ferrari (© Marcel Widler)

Die Aussteller stammten vorwiegend aus Italien, einige wenige Händler kamen aus Frankreich, Deutschland, Belgien oder der Schweiz.

Eine bemerkenswerte Anzahl an professionellen Restauratoren zeigte, dass sie die Kunst im Umgang mit Blech- und Aluminium sehr gut verstehen.

Der Teilemarkt zeigte sich gepflegt und natürlich sehr italien-lastig.

Im Freien wurden günstigere Autos aus Privathand und von Händlern zum Verkauf angeboten, hier wurde gerne um die optimistisch hoch angeschriebenen Preis gefeilscht.

Milano AutoClassica 2018 - am Samstag (© Marcel Widler)

Alles in allem konnte man die diesjährige Milano Autoclassica als eine sehenswerte Messe mit vielen hochwertig restaurierten Fahrzeugen, vielen Besuchern (zumindest am Samstag) und einer gegenüber vergangenen Jahren verbesserten Organisation erleben.

 

Die zehn teuersten Autos der letzten 12 Monate

Bruno von Rotz - 25.11.2018

Ferrari 250 GTO 1962 (© RM)

Alljährlich werten wir die Ergebnisse der grossen Versteigerungen aus und da entsteht natürlich auch die eine oder andere Rangliste, z.B. diejenige der teuersten Autos.

Mit dem Ferrari 250 GTO von 1962 gab es im Zeitraum November 2017 bis Oktober 2018 natürlich einen echten Überflieger, auch wenn die Branchenexperten darüber rätselten, ob ein mit Bankgarantie versteigerter Klassiker noch ein richtiges Auktionsergebnis darstellt.

Duesenberg SSJ von 1935 (© Gooding)

Fast noch überraschender aber war der Duesenberg SSJ von 1935, der es als Vorkriegsauto auf den zweiten Platz schaffte. Angesichts des zurückgehenden Interesses für diese Epoche doch ein hervorragendes Ergebnis.

Aston Martin DP215 (© RM)

Auf den Plätzen 3 bis 6 folgen allesamt Strassenrennwagen von Aston Martin, Ferrari und Ford.

Ford GT40 (© RM)

Sie konnten sowohl bezüglich Design als auch Palmares punkten.

Aston Martin DB4 GT Zagato (© Bonhams)

Sportliche Wagen sind sowieso in der Überzahl, wie auch Platz 7 und 9 noch darlegen. Zudem ist auch der Peugeot L45 Grand Prix auf Platz 8 ein Rennwagen.

Porsche 959 Paris-Daker (© RM)

Auf Platz 10 dann noch eine Rallye-Legende von Porsche, der 959, der Paris-Dakar fuhr, der gleichzeitig auch der Jüngste der Top-10 ist.
Hier die Liste zum Sortieren.

Rang Fahrzeug Jg. CHF VP Mio EUR VP Mio Auktionshaus
1 Ferrari 250 GTO 1962 47.9 41.6 RM/Sotheby's
2 Duesenberg SSJ 1935 21.6 18.9 Gooding & Co.
3 Aston Martin DP215 Grand Touring Competition Prototype 1963 21.2 18.5 RM/Sotheby's
4 Ferrari 250 GT California Spider LWB 1959 17.8 15.3 RM/Sotheby's
5 Aston Martin DB4 GT ZAGATO ('MP209' -"2 VEV") 1961 13.4 11.4 Bonhams
6 Ford GT40 Mk II 1966 9.7 8.4 RM/Sotheby's
7 Ferrari 275 GTB Speciale 1965 7.8 6.6 Gooding & Co.
8 Peugeot L45 Grand Prix 1914 7.2 6.2 Bonhams
9 Ferrari 250 GT Tour de France Berlinetta 1958 6.5 5.7 Gooding & Co.
10 Porsche 959 Paris-Dakar 1985 5.9 5.2 RM/Sotheby's


Mehr Auswertungen zum zurückliegende Auktionsjahr gibt es dann in unserem gedruckten Jahresmagazin 2019 !

 

Endspurt - die letzten Korrekturen am Jahresmagazin 2019

Bruno von Rotz - 24.11.2018

Balz arbeitet am Jahresmagazin 2019

Der Drucktermin kommt mit grossen Schritten näher, jetzt werden noch die letzten Korrekturen eingearbeitet. Im Grossen und Ganzen ist das Jahresmagazin 2019 fertig. 260 Seiten sind gefüllt, ingesamt 30 umfangreiche Artikel und einiges an Zusatzinformationen wurden eingearbeitet. Dazu kommen rund 400 Bilder, die ausgesucht und eingepasst werden mussten. Dass dabei auch einmal ein Fehler passieren kann, ist nachvollziehbar. In der letzten Korrekturrunde versuchen wir nun, soviele Fehler wie möglich zu finden und zu beseitigen. Das ist fast schon Detektivarbeit und ein gutes Auge ist dabei genauso gefragt, wie ein zuverlässiges Gedächtnis. Denn die Zeit, alle Zahlen und Fakten nachzuschlagen, hat man jetzt nicht mehr. Schnell werden noch Rückfragen mit Autoren geklärt, Layout-Anpassungen vorgenommen, Ergänzungen vorgenommen. Eine Heidenarbeit!

Aber wir sind guter Dinge, dass wir das alles gut hinkriegen und die Druckmaschinen nächste Woche rotieren dürfen. Mitte Dezember soll das Magazin dann bei unseren Lesern sein, zumindest bei denen, die vorab bestellten.

Bis anfangs Dezember 2018 ist die Vorbestellung noch möglich ...

 

Porsche versus Ferrari

Bruno von Rotz - 23.11.2018

Ferrari vs Porsche

Wer gefragt wird, den berühmtesten Sportwagen zu nennen, wird meist mit Porsche oder Ferrari antworten. Die beiden Marken gehören seit über 70 Jahren “dazu”. Dass sie eine grosse Bedeutung haben, zeigt sich schon in der riesigen Buchauswahl. Über 750 sind es bei Porsche, kaum weniger sind es bei Ferrari.

Bei der Gründung hatte Porsche die Nase vorn, schon 1930/31 wurde ein Konstruktionsbüro gegründet, Ferrari folgte 1947. Dafür war Enzo Ferrari zuerst, als es darum ging, einen Sportwagen mit seinem Namen vorzustellen, der Ferrari 125 C Sport erschien bereits 1947, während der Porsche 356/1 ein Jahr danach präsentiert wurde.

Während Porsche seither bezüglich Stückzahlen weit davongezogen ist, ist die von Ferrari vorgelegte Rentabilität pro Wagen ungleich höher als bei jeder anderen Sportwagenmarke.

Bei den Philosophien gab es auch grosse Unterschiede. Während Porsche Strassensportwagen baute, die sich auch auf der Rennstrecke bewähren sollten, setzte Enzo Ferrari gerne auf Rennwagen, die sich notfalls auch auf der Strasse fahren liessen. Während Porsche allerdings auf günstige Serienteile von Volkswagen zurückgriff, baute Ferrari von Anfang an seine eigenen (Zwölfzylinder-) Motoren.

Die grosse Bedeutung der beiden Marken zeigt sich auch auf Zwischengas. Wer nämlich Ferrari eingibt bei der Suche, findet 34’320 Ergebnisse, bei Porsche sind es 52’586 . Hier hat also Porsche das längere Ende für sich.

Anders sieht es dann aus, wenn man die Versteigerungsergebnisse der letzten 12 Monate analysiert. Ferrari Sport-/Rennwagen wurden 340 Mal gehandelt und im Schnitt für EUR 812'436 verkauft, während Autos von Porsche 468 mal unter den Hammer kamen, im Durchschnitt aber "nur" mit EUR 325'080 bewertet wurden. Der teuerste Ferrari war dabei ein 250 GTO von 1962 für EUR 41,6 Millionen, der wertvollste Porsche war der 959 Paris-Dakar von 1985 für EUR 5,2 Millionen. Aber das "Rennen" geht weiter ...

 

Was hat ein Automotor mit einem mechanischen Uhrwerk zu tun?

Bruno von Rotz - 22.11.2018

Porsche 356 Motor zerlegt

Die Uhrwerkskunst ist deutlich älter als das Automobil, allerdings dauerte es bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts, bis man die Zahnradsammlungen soweit verkleinern konnte, dass man eine Uhr auch am Arm tragen konnte. Mit dem ersten Weltkrieg ging es dann richtig los, denn für die Piloten war die umständlich aus der Tasche zu holende Uhr keine Option, eine Armbanduhr taugte da deutlich besser. Und die Uhr benötigten sie, um zu navigieren und ihre Angriffe zu koordinieren.

Seither ist einiges passiert, der Automotor erlebte Energiekrisen und “Diesel Gate”, die Uhrenbranche in den Siebziger- und Achtzigerjahren die Quarzkrise, als batteriegetriebene elektronische Uhr das mechanische Uhrwerk fast zu Grabe trugen. Doch die Uhrenbranche erholte sich, die Käufer erinnerten sich an die Reize des mechanischen Uhrwerks.

So werden auch heute noch Präzisionswunder aus kleinsten Zahnrädern und Metallteilen gebaut. Ein komplettes Uhrwerk kann schon einmal aus 400 und mehr Teilen bestehen. Da liegt man dann gar nicht weit weg von einem Automotor, der natürlich auch aus den unterschiedlichsten Komponenten besteht und auch locker einige hundert Teile umfasst, wie der fotografierte zerlegte Porsche-356-Motor eindrücklich zeigt. Diesen gab es gestern Abend am “Classic Talk” im Porsche-Zentrum Zürich zu bewundern, nebst einigen mechanischen Meisterwerken der Uhrenmarken Blancpain, Rolex und Co, gezeigt vom Uhrenspezialisten Beyer.

Porsche 356 Motor - Nockenwelle

Autos und Uhren, das passt gut zusammen, das sieht man schon, wenn man die prächtigen Chronographen am Handgelenk vieler Oldtimerfahrer sieht …

Porsche 356 Motor - Blick durch den Motorblock

Und, es gibt noch eine Parallelität zwischen Automotoren und Uhren. Beide müssen von Zeit zu Zeit gewartet, ja gar revidiert werden und in beiden Fällen ist der Eingriff nicht ganz billig.

 

Als ein Porsche noch 21 Sekunden bis 100 km/h brauchte

Bruno von Rotz - 21.11.2018

Porsche 356 von 1948 (© Bruno von Rotz)

Der Porsche 356 wurde in seiner endgültigen Form als 2+2-sitziges Coupé (oder Cabriolet) und mit Heckmotor am Genfer Autosalon im März 1949 erstmals der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Erste Fahrzeuge waren bereits 1948 entstanden, wie der abgebildete Wagen mit der Fahrgestellnummer 004, dem ältesten überlebenden Exemplar des 356/2.

Schnell gewann der leichfüssig zu fahrende Porsche Freunde, obschon er teuer war und eigentlich im Vergleich zur Sportwagenkonkurrenz nur über wenig Leistung verfügte. 40 PS mussten anfänglich genügen, kompensiert durch eine aerodynamisch geformte Karosserie und relativ wenig Gewicht.

Blick in den Motorraum und das Interieur des Porsche 356 von 1948 (© Bruno von Rotz)

Es dauerte bis 1951, bis die ersten umfangreichen Testberichte erschienen. Die Automobil Revue veröffentlichte im September 1951 ihre Eindrücke aus ihrer Langstreckenprüfung . Es handelte sich hier bereits um ein 1,3-Liter-Modell mit 44 PS, das in Stuttgart entstanden war, während die ersten Exemplare ja noch in Gmünd gebaut worden waren.

21 Sekunden benötigen die AR-Tester, um von 0 bis 100 km/h zu beschleunigen, als Höchstgeschwindigkeit stoppten sie im Mittel 143 km/h, als Bestwert erreichten sie 148 km/h. 10,9 Liter liefen im Schnitt durch die zwei Fallstromvergaser.

“Nur ganz wenige Automobile der heutigen Weltproduktion verbinden höchstes technisches Niveau, Fahrsicherheit, gewissenhafte Fertigung und sparsamen Betrieb in dem Ausmass, wie es der Porsche bietet”, fasste die AR nach der Fahrt im 13’900 Franken teuren Coupé ihre Erkenntnisse zusammen.

Der Verleger von “Das Auto + Motor und Sport”, Paul Pietsch, schrieb ebenfalls einen Testbericht im Jahr 1951. Sein 356 ging noch flotter, 19 Sekunden reichten bis 100 km/h und Spitzenschwindigkeiten bis 157 km/h wurden notiert. DM 9980 kostete das Coupé in Deutschland.

“Alles in allem ist der Porsche ein begeisterndes Fahrzeug für den, der in einem Auto mehr als nur ein Fortbewegungsmittel sieht. Ich kann mein Urteil vielleicht am besten damit unterstreichen, dass ich mich in der kurzen Zeit, in der ich diesen Wagen fuhr, so daran gewöhnt hatte, dass ich ihn nicht mehr missen wollt und mir das Testfahrzeug von der Porsche-KG selbst gekauft habe”, schloss Pietsch seinen Testbericht ab.

Wer mehr über die ersten Porsche 356 lesen möchte, der sei im übrigen auf unser kommendes Jahresmagazin 2019 verwiesen, das die ältesten beiden überlebenden Porsche 356/2-Modelle portraitiert.

 

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