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Als man noch Aussichten hatte

Bruno von Rotz - 31.01.2018

Die Sicht nach vorne haben wir ja schon einige Male thematisiert, dieses Mal aber wenden wir unser Auge nach hinten. Wir sitzen in einem Kombi und wollen beispielsweise rückwärts einparken. Vor über 40 Jahren war dies kein Problem, verfügten die damaligen Modelle doch über geradezu riesige Seiten- und Heckscheiben.

Der Volvo 145 etwa wies ein geradezu luxuriöses Glashaus auf, das kaum durch B- und C-Säule gestört wurde.

Heckansicht Volvo 145 (1972) versus BMW 320i Touring (2017)

In der Neuzeit, gezeigt am aktuellen BMW 320i Touring der Baureihe F30, sieht dies ganz anders aus. Nicht nur hat der Glasanteil abgenommen, er wird auch noch durch deutlich breitere B- und Säulen weiter unsichtbar gemacht. Auch Kopfstützen hindern die Sicht. Diese hatte der Volvo 1972 auf den Rücksitzen noch gar nicht. Was man da nämlich sieht im Bild sind die Kopfstützen der dritten Sitzreihe, die man natürlich einklappen konnte.

Aber auch 10 oder 20 Jahre nach dem Volvo 145 waren die Aussichten nach hinten noch deutlich besser, wie das Beispiel des Mercedes-Benz T-Modells der Baureihe W123 deutlich zeigt.

Heckaussicht Mercedes-Benz 250T von 1979

Und auch bei BMW gab es deutlich übersichtlichere Touring-Modelle als die aktuellen, etwa der E30-Touring oder der E43-Touring. Erst als Kombis immer flacher und sportlicher werden mussten und im Einklang mit den Limousinen die Gürtellinien nach oben rutschten, verlor man an Sicht. Natürlich tragen auch Sicherheitsaspekte dazu bei. So dürfte ein aktueller Kombi deutlich mehr Schutz bei einem Überschlag bieten, aber das “Heraussehen-Können” gehört eben auch zur Sicherheit und da schneiden moderne Kombis wesentlich schlechter ab …

P.S. Die hier gezeigten Bilder wurden alle vom Fahrersitz und mit derselben Brennweite aufgenommen.

 

Eis und Schnee

Daniel Reinhard - 30.01.2018

Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm,
Es hat vor lauter Kälte ein Mäntlein um.
Sagt, wer mag das Männlein sein,
Das da steht im Wald allein
Mit dem dunkelblauen Mäntelein.

eis und schnee

Des Rätsels Lösung:  Es war der Zwischengas-Fotograf beim Rallye "Schnee und Eis", der an einer Kreuzung mit zwei Strassen, die beide zum Gottschalkenberg führten, auf Anweisung einer Spaziergängerin zur 50:50 Wahl leider die Falsche wählte und oh je, es kam kein einziges Fahrzeug an mir vorbei. Nach rund zwei Stunden war dann wirklich klar, dass da auch keiner mehr kommen wird. Auf der Rückfahrt zeigten an besagter Kreuzung auch die Spuren im Eis, welches der richtige Weg gewesen wäre.

So was nennt man Pech und in diesem Fall auch Unachtsamkeit, da ich mich zu sehr auf die Spaziergängerin verlassen hatte und keinen Kontrollblick auf die mitgeführte Karte machte. In unbekannten Gegenden kann das immer mal wieder passieren, auch können mal spontane Routenänderungen vom Veranstalter, zum Beispiel bei nicht geräumten Baustellen, gemacht werden und der Fotograf ist nur selten mit einem aktuellen Roadbook ausgestattet.

Dazu kommt, dass man ja meist allein im Auto unterwegs ist, während die Rallye-Teilnehmer einen Beifahrer haben, der die Route auf jeden Meter kontrolliert und sogar die können sich ab und zu verfahren.

Oh wie viele Stunden habe ich schon als Fotograf mit Warten verbracht, doch wenn zum Schluss noch keiner vorbeikommt, ist man doppelt verärgert und natürlich auch immer schade, wenn die vorgefundene Location, sowie die Lichtverhältnisse, auch noch richtig gut gewesen wären, nur leider auf einer völlig falschen Strasse.

Zum Glück bot sich am Abend eine zweite Chance und da stand ich dann auch zur Freude aller Teilnehmer goldrichtig.

eis und schnee

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Als Japaner in den USA erfolgreich und mit einem englischen Auto unterwegs

Daniel Reinhard - 29.01.2018

Der Japaner Takuma Sato liebt Indianapolis und das wohl auch umgekehrt. So stieg Sato 2004 beim F1-GP der USA in Indianapolis zum einzigen Mal als Dritter auf das Podium.

Takuma Sato

13 Jahre später stand er sogar ganz oben als er das prestigeträchtige "Indy 500" als erster Asiate überhaupt im vergangenen Jahr gewann. Der kleine Japaner, sehr sympathisch in seiner Art, wie so viele Japaner, lud uns 2004 zum Interview nach England. In der Nähe von London trafen wir uns in einem kleinen Pub. Er reiste nicht in einem Supersportwagen an, sondern in einem Mini, fast wie Mr. Bean. Seine Begeisterung über den kleinen Engländer war so gross, dass er sich entgegen allen Sponsoren-Verpflichtungen gerne damit fotografieren liess.

Takuma Sato im Mini

In diesem Jahr fuhr er mit Jensen Button den F1 vom "British American Racing Team" und war so überhaupt nicht an einen Hersteller gebunden. 2017 kam nach vielen Jahren endlich sein grosser Durchbruch und er konnte sogar gegen den sensationellen Rookie Fernando Alonso das Rennen im legendären Nudeltopf für sich entscheiden. Der nur 21 Runden vor Schluss mit Motorschaden an siebter Stelle liegen gebliebene Alonso scherzte bei der Preisverleihung: "Nächstes Jahr will ich deinen Motor, Takuma." Er meinte natürlich nicht den Vierzylinder vom Mini sondern den 2,2 Liter V6-Turbo von Honda.

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F1

 

Eleganter Eiskunstlauf

Daniel Reinhard - 28.01.2018

Was nicht alles schon auf dem St. Moritzersee stattgefunden hat. Wird beim Skikjöring ein Skifahrer von einem Pferd, Auto oder auch Motorrad über den Schnee gezogen, so fand in den späten Vierzigerjahren vielleicht auch die sogenannte Kür der Eiskunstläuferinnen noch hinter einem Auto statt.

Eiskunstlauf

Die junge Dame wird auf ihren Schlittschuhen von einem MG TC über den zugefrorenen See gezogen. Der Eiskunstlauf war nicht nur die erste olympische Wintersportart, deren Bewerbe von 1908 bis 1920 im Rahmen der Sommerspiele stattfanden, es war auch die erste olympische Sportart für Damen. Ob der MG genügend Traktion für die Dame aufbringen konnte, kann man dem Bild nicht entnehmen, aber zumindest sieht man die Begeisterung des Fahrers. Das Bild hängt als Dekoration in einem Hotel in Pontresina.

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Der Promille Schieber

Daniel Reinhard - 27.01.2018

Leider nur noch schwer zu eruieren, wann dieser heute völlig veraltete "SFA-Promille-Schieber" auf den Markt kam. Ich vermute mal in den Siebzigerjahren.

Promille Messer in den 70er Jahren

Zumindest durfte damals noch mit bis zu 0,8 Promille gefahren werden. Heute stösst man in der Schweiz bereits bei 0,5 Promille (Neulenker 0,0 Promille) an die Grenzen, in anderen Ländern vorwiegend im Ostblock, wie zum Beispiel Ungarn, ist Alkohol komplett verboten, in Promille ausgedrückt 0,0! Da könnte schon die Rotweinsauce zum Problem werden. Die Karte zeigt korrekt, dass die Blutalkoholkonzentration nicht nur von der konsumierten Alkoholmenge beeinflusst wird, sondern insbesondere auch vom Körpergewicht und dem Geschlecht. Nicht vermerkt wird auf der Karte, dass noch entscheidend ist, ob auf nüchternen Magen oder zum Essen getrunken wird. Der Karte ist auf der Rückseite weiter zu entnehmen: Alkohol macht unbeschwert.

Alkohol Messer anno 70er Jahre

Manche meinen, sie fahren sogar besser, wenn sie getrunken haben. Aber der Schein trügt. In jungen Jahren will man die Problematik vielleicht nicht wahrhaben, obwohl sie ganz klar vorhanden ist.

So starteten wir vor vielen Jahren in einer Indoor-Kartbahn einen eigenen Test. Zu Viert fuhren wir den ersten Stint nüchtern und begannen dann zu trinken, kein "Koma-Saufen", nur ein paar Bierchen. Dazwischen wurde immer wieder ein Durchgang gefahren, natürlich verglichen wir am Ende unsere Telemetriedaten, sprich Rundenzeiten und siehe da sie wurden massiv schlechter. Auch rempelten wir viel häufiger die Banden wie beim ersten Durchgang, das zeigte ganz deutlich, dass sich unsere Fahrpräzision massiv verschlechterte.

Alkohol baut sich im Blut übrigens nur sehr langsam ab: Etwa 0.15 Promille pro Stunde. Das heisst zum Beispiel: Wer um ein Uhr morgens mit 1,8 Promille ins Bett geht, steht um sieben Uhr noch immer mit ungefähr 0,9 Promille intus auf. Will man sich und sein Umfeld schützen und auch dem Stress mit Polizei und Behörden aus dem Weg gehen, so ist es mit Abstand das Beste, nur Wasser zu trinken, oder sich chauffieren zu lassen.

 

Cobra trifft Viper

Daniel Reinhard - 26.01.2018

Was passiert wenn eine Cobra  auf eine Viper trifft? Die Viper wird plattgefahren.

Cobra trifft Viper

So geschehen beim Fototermin mit der Cobra 289 (Recreation). Die Viper, (oder war es vielleicht doch nur eine Natter?), hatte nicht die geringste Chance dem anderen Reptil zu entkommen. Ihr gemütliches Geschlängel über die Hauptstrasse kam im falschen Moment, als just die Cobra daherschoss.

Cobra 289 Recreation

Eigentlich hätte die Viper den Krawall aus den offenen Seitenauspüffen schon früh hören sollen, doch ist erwiesen, dass Schlangen nichts hören und nur schlecht sehen können.
Schlangen sind praktisch taub, da ihr Außenohr, der Gehörgang und das Trommelfell nicht entwickelt sind. Allerdings verfügen die Tiere über ein gut ausgebildetes Innenohr. Das heißt, dass sie Bodenvibrationen wahrnehmen können, die sie über den Unterkiefer registrieren und vor herannahenden, schweren Feinden gewarnt werden.

Damit hätte das Reptil eigentlich das Beben und Grollen der heranfliegenden Cobra spüren müssen, vermutlich jedoch erst als es schon zu spät war. Gut die Cobra war natürlich derart schnell, dass von der Wahrnehmung bis zum Tod nur wenige Millisekunden gegeben waren.

Auch die drei Radfahrer erschraken sichtlich verärgert, als beim Runterschalten nicht nur eine Stichflamme ihre Beine rasierte, sondern auch, als sie ein lauter Knall fast vom Fahrrad schmiss….

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Johnny Hallydays A3/C

Daniel Reinhard - 25.01.2018

Johnny Hallyday (15. Juni 1943 bis 5. Dezember 2017), der französische "Elvis", hinterlässt nicht nur geschätzte 85 Millionen Schallplatten sondern auch einen Iso-Rivolta.

Johnny Halliday und sein Iso Grifo A3/C - Copyright Courtesy RM Sotheby's und Getty Images

Sein grösster Auftritt war das Gratiskonzert am Eiffelturm als rund 600`000 Fans beiwohnten. Mick Jagger äusserte sich zu diesem Massenauflauf: "In Frankreich ist Hallyday unerreichbar". Nun er liebte auch die Automobile und fuhr einen Iso-Grifo A3/C mit der seltenen "Avional-Karosserie", die aus einer Legierung von Aluminium, Magnesium und Kupfer besteht und ineinander vernietet wurde wie bei einem Flugzeug.

Die Karosserie ist deshalb sehr leicht und elastisch, dafür aber nur schwer zu verarbeiten. Dadurch bringt das Auto ein Gesamtgewicht von nur 969 kg auf die Waage.

Ein A3/Competizione startete 1964/65 in Le Mans. Das Auto belegte im ersten Jahr mit dem Belgier Pierre Noblet und dem Schweizer Edgar Berney den 14. Platz in der Gesamtwertung und holte den Klassensieg für Prototypen über 5 Liter Hubraum.

Johnny Hallidays Iso Grifo in Le Mans 1964

Der Rennsport wurde jedoch 1965, nach dem Streit zwischen Firmenchef Renzo Rivolta und Giotto Bizzarini nicht mehr weiterverfolgt und so wurde der A3/C von Bizzarrini unter dem Namen Bizzarrini GT 5300 Strada und Corsa verkauft. Schlussendlich sollen zwischen 22 und 30 Fahrzeuge gebaut worden sein.

Das Auto mit der Chassis-Nummer B 0209 von Jean-Philippe Smet, der bürgerliche Name von Johnny Hallyday, kommt nun in perfektem Zustand in Paris bei RM Sotheby's unter den Hammer . Erwartet werden Gebote zwischen 2,5 und 3,5 Millionen Euro.

 

Opel nicht in Genf

Daniel Reinhard - 24.01.2018

Ein grosser Hersteller und Dauergast wird 2018 nicht am Automobil-Salon in Genf sein. Opel hat abgesagt.

Open am Genfer Autosalon 1964

"Wir können bestätigen, dass Opel dieses Jahr nicht in Genf vertreten sein wird", sagt ein Sprecher der Rüsselsheimer und ergänzt, dass die Marke "einen stärkeren Fokus auf eigene Produkteinführungs-Veranstaltungen" legen werde. Oder mit anderen Worten ausgedrückt: Wenn es nichts Neues zu zeigen gibt, bleibt man zu Hause und spart sich das Geld. Eine Strategie, die schon andere Hersteller fahren: So war die neue Opel-Mutter PSA nur mit Citroën auf der IAA 2017 vertreten, Peugeot und DS hatten keinen Stand. Volvo beschränkt sich auf nur noch einen Messeauftritt pro Kontinent, in Europa bleibt dies Genf.

Opel am Genfer Autosalon

Die Formel 1 lebte jahrelang von ganz grossartigen Fahrzeugpräsentationen mit Konzerten grosser Pop-Stars an den besten und bekanntesten Schauplätzen dieser Welt. Journalisten wurden weltweit eingeflogen und verköstigt. Heute werden die Autos mehrheitlich mit einer Internet-Präsentation vorgestellt. Ist das vielleicht auch die Zukunft der Hersteller und der Tod der grossen Automobil-Messen?

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Genf

 

Ein GTO wird weggeputzt!

Daniel Reinhard - 23.01.2018

Der Ferrari 250 GTO zählt zu den teuersten Autos dieser Welt.

Ferrari GTO

Beim letzten Verkauf wechselte ein Wagen für sage und schreibe 38 Millionen US-Dollar den Besitzer. Wohl der Hauptgrund, dass man kaum mehr einen GTO zu Gesicht bekommt, denn wer will sich schon mit so einem wertvollen Auto in den normalen Strassenverkehr einordnen.

Trotzdem hätten viele gerne so ein Auto, wenn auch nur als reines Kunstobjekt in der Garage . Aber selbst in einer Top-Garage fällt Schmutz an und so muss er doch ab und zu gereinigt werden und das passiert dann meist an der frischen Luft, aber aufgepasst…… Schwupp und weg ist er!

 

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Film

 

Gestalter der Porsche-911-Form gestorben - Nachruf Gerhard Schröder (1925-2018)

Wolfgang Blaube, Bilder Privatarchiv Gerhard Schröder, Werk, Wolfgang Blaube - 22.01.2018

Gerhard Schröder, aufgenommen 2010 (© Wolfgang Blaube)

Am 7. Januar 2018 verstarb Gerhard Schröder. Der Namensvetter des deutschen Ex-Bundeskanzlers gehörte als Konstrukteur zwar nicht zur medienbekannten Prominenz der automobilen Welt. Aber sein Wirken war umso bedeutsamer.

Nach dem Zweiten Weltkrieg besucht Gerhard Schröder, geboren am 21. März 1925 im südniedersächsischen Markoldendorf, die hoch angesehene Hamburger Wagenbauschule. Bereits während dieses Studiums befasst er sich intensiv mit der Verbesserung von Falt- und Klappmechanismen für Cabriolet-Verdecke.

Carrosserie Worblaufen Ramseier (© Archiv Gerhard Schröder)

Im April 1950 heuert er bei der Firma „Carrosserie Worblaufen, F. Ramseier & Co“ nahe Bern an. Der berühmte Schweizer Spezialist für offene Aufbauten ist für ihn die ideale Adresse, um in diesem Metier zur gefragten Kapazität heranzureifen.

In den Räumen der Carrosserie Worblaufen Ramseier (© Archiv Gerhard Schröder)

Im Januar 1952 bereits zieht es Gerhard Schröder zum Karosseriebaubetrieb Karl Deutsch nach Köln-Braunsfeld, wo er an verschiedenen Verdeckkonstruktionen für Ford-Cabriolets arbeitet.

Schon ein halbes Jahr später folgte die nächste Station, und damit ein weiterer wichtiger Karriereschritt: Gerhard Schröder geht zu Karmann nach Osnabrück, um dort zunächst die Großserienversion des Verdeckgestänges für das Volkswagen-Cabriolet zu entwickeln. Mit dem Serienanlauf des VW Karmann-Ghia beginnt seine nächste große Aufgabe: die Realisierung einer offenen Version des eleganten Volkswagen-Coupés. Sie geht im Herbst 1957 mit dem VW Karmann-Ghia Cabriolet in Produktion. Doch zu diesem Zeitpunkt arbeitet Gerhard Schröder schon für das Unternehmen, dem er bis zu seiner Pensionierung treu bleiben soll. (Schröder rechts im Bild)

Bei Porsche in den Sechzigerjahren - Kolb, Günter Kübler, August Wilhelm Gösse, Schröder (rechts) (© Archiv Gerhard Schröder)

Es ist die Dr. Ing. h.c. F. Porsche KG in Stuttgart-Zuffenhausen. Hier durchläuft der Karosseriekonstrukteur verschiedene Stationen, zur Entwicklung von Faltverdecken gesellen sich weitere Tätigkeiten, zunehmend in verantwortlicher Position.

Bei Porsche - Lothacker, Srock, Maag, Schröder (© Archiv Gerhard Schröder)

Da es bei Porsche noch mehrere Jahre bis zur Eröffnung einer eigenen professionellen Designabteilung dauern soll, gehören zu Gerhard Schröders Aufgaben auch Entwurf und Gestaltung ganzer Aufbauten. Anfang der Sechzigerjahre erschafft er gemeinsam mit dem Modellbauer Heinrich Klie die Form des Typs 901, der als Porsche 911 zum berühmtesten Sportwagens weltweit avanciert – ein Werk, für das Ferdinand Alexander „Butzi“ Porsche als Leiter des offiziell „Modellabteilung“ genannten Styling-Ressorts den Lorbeer einheimst.

Porsche 901 mit Butzi Porsche im Jahr 1963 (© Werk)

Auch bei der Genese des Porsche Carrera GTS, der werksintern als Typ 904 rangiert, wirkt das Duo Klie/Schröder in Schlüsselrollen; ersterer einmal mehr als Formgestalter, letzterer mit der Durchsetzung der Kunststoffkarosserie – ein Novum für Porsche.

Heinrich Klie, genannt "Konditor" (© Archiv Gerhard Schröder)
(Bild: Heinrich Klie)

Dank der Erfolge des 904 wird Gerhard Schröder zum Leiter einer Arbeitsgruppe, die für die Karosseriegestaltung und -konstruktion der Porsche-Rennsportwagen verantwortlich zeichnet.

Porsche 904 GTS von 1963 (© Werk)

Aus dieser Tätigkeit rekrutieren die Typen 910, 907, 908 und 917, die Porsche zur erfolgreichsten Marke bei Langsteckenrennen reifen lassen.

Porsche 910 Spyder - Vorbereitung Aerodynamikversich (© Privatarchiv Gerhard Schröder)

Eugen Kolb (81), der unter Gerhard Schröder die Silhouetten dieser legendären Boliden schuf, lobt seinen früheren Chef noch heute als Teamplayer unter den Vorgesetzten, der seinen Mitarbeitern stets freie Hand ließ und keinerlei Problem damit hatte, Verantwortungen zu delegieren.

In den frühen Siebzigerjahren wechselt Gerhard Schröder in den Karosserierohbau, später zieht er in die Abteilung Forschung. Im Spätsommer 1984 erfolgt seine frühzeitige Pensionierung. Porsches bedeutender Konstrukteur, der außerhalb des Sportwagenherstellers vor allem dank seiner Bescheidenheit kaum bekannt war, ist nun im Alter von 92 Jahren in Nürnberg verstorben.

Doch das Wirken dieses liebenswerten Mannes bleibt unvergessen. Mit der Karosserieform jedes klassischen Porsche 911 Coupé, der an uns vorüberfährt – und mit jedem Targa-Dach, das zusammengefaltet im Kofferraum verschwindet: Auch diese Idee, geboren anno 1965, entstammte dem kreativen Geist des Gerhard Schröder.

 

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