Mehr Platz dank Parkgaragen
Mehr Parkplätze in der Innenstadt? Das scheint eher unwahrscheinlich, die Tendenz läuft heute genau in die andere Richtung: Parkplätze werden abgebaut. Bei der Modellsammlung aber ist eine Parkgarage ein gutes Mittel, um mehr Platz zu schaffen. Denn dieser ist ein rares Gut, im Prinzip hat man davon stets 20 Prozent zu wenig. Mir geht es zumindest so, aber ich will nicht jammern und schiebe das Ganze auf diese vielen von uns bestens bekannte Krankheit ab, die Sammelwut!
Die letzte Rétromobile hat das Problem verstärkt, bin ich doch einmal mehr mit einer ganzen Tüte voller Modell- und Spielzeugautos nach Hause gekommen. Den Erlös aus einem kürzlich verkauften VW-Motor habe ich umgehend in einen alten Japan-Klassiker investert, den VW Käfer mit gläserner Motorklappe von Bandai. Dazu komme ich ein anderes Mal.
Es wird immer eng sein, denn es herrscht hier die “Angst vor dem leeren Raum"
Meine Tochter sorgt sich zwar bereits darum, dass sie dereinst Vaters immensen Fundus zu übernehmen hat, irgendwann werde ich ihr zumindest ein Inventar meines kunterbunten Sammelsuriums erstellen. Zuvor aber, und solange ich in der Lage bin, wird meine Sammlung wachsen. Zwar dachte ich einst, mit dem Sammeln sei es dasselbe wie mit dem Staub. Bei geringen Spuren davon fällt der Zuwachs noch deutlich auf, bei einer dicken Staubschicht aber wird der Unterschied von einem Jahr zum nächsten bei stetig wachsender Menge immer weniger deutlich. Doch ich habe mich getäuscht, der Reiz bleibt genau derselbe und ich liebe es, dieses oder jenes Stück aus dem Regal zu nehmen und abzustaub..., nun, ich meine: anzuschauen.
Prospektblatt von Depreux aus den frühen 1970er-Jahren ©autoboite.fr
Ein gutes Mittel, der Platznot entgegen zu treten sind also Parkhäuser. Das gilt auch im kleinen Massstab. Mir haben es die Kreationen der Firma Depreux angetan. Jean Depreux aus Rubaix in Frankreich, hat 1950 in einem Haus im Garten damit begonnen, Garagen für die nach dem Zweiten Weltkrieg populär werdenden Spielzeugautos im Massstab 1/43 zu fertigen. Bald musste er expandieren und bot seine kunterbunten, mit Holz und Kunststoff gebauten Garagen nicht nur in seinem eigenen Spielzeugladen, sondern als französischer Hersteller im In- und Ausland an.
Eine Grarage der späten 1950er-Jahre
Eine geschickte Zusammenarbeit mit Esso brachte deren Logo auf viele seiner Produkte. Bald beschäftigte Jean Depreux 100 Mitarbeiter und importiert auch Spielwaren anderer Hersteller nach Frankreich. 1975 verkaufte er sein Unternehmen an einen Spielzeugunternehmer mit einer breiten Angebotspalette und trat 1979 in den Ruhestand, 1981 verschwanden die bis zuletzt in Holz-Kunststoffbauweise gefertigten Garagen. Ein guter Freund konnte vor einer Weile ein ordentliches Exemplar auf einem Flohmarkt finden und hat es mir feundlicherweise mitgebracht. Es ist leider bereits wieder vollgestellt.


























