Ein besonderer Luxus: das Blindstopfenmodell
Ja, ja, der Blindstopfen. Er gilt als das plastikgewordene Armutszeugnis am Armaturenbrett. Je mehr sich der Neuwagenkäufer nicht leisten konnte, desto mehr blanke Lückenfüller sind in den Kunststoff gestopft worden – weswegen man dieses Nullausstattungsdetail in der wohlhabenden Schweiz so gut wie nie antrifft, wie Kollege Martin Sigrist jüngst sehr schön ausgeführt hat.
Aber ich würde meiner Rolle als Redaktionsrebell nicht gerecht, wenn ich dem nicht sofort widersprechen würde. Und deshalb präsentiere ich hier die berühmte Ausnahme, die die Regel bestätigt: den Citroën Evasion (und natürlich seine drei Eurovan-Geschwister). Wer ihn in der Basisversion "X" bestellte, fand in der Mittelkonsole eine Schalterreihe für Heckscheibenheizung, Warnblinker und Klimaanlage.
Wer sich jedoch den noblen "VSX Pallas" mit automatischer statt manueller Innenraumtemperierung gönnte, der bekam: Heckscheibenheizung, Warnblinker und – nichts. Der Grund dafür: Um den gewählten Wohlfühlbereich permanent überwachen und regeln zu können, musste die Klimaautomatik im Dauerbetrieb laufen. Wer vorübergehend auf diesen Komfort verzichten wollte, musste sie aktiv deaktivieren.
Deshalb trat bei Citroëns Minivan-Debüt der seltene Fall ein, dass ausgerechnet die Version mit der besten und damit teuersten Ausstattung als einzige auch einen kargen und billigen Blindstopfen trägt. Denn Modelle ganz ohne Innenraumkühlung gingen ebenfalls nicht leer aus. Bei ihnen sass dort der Schalter für die Nebelschlussleuchte.


























