Keine Neuigkeiten!
Tja, das tönt ja wenig aufregend, geradezu langweilig. Aber wenn damit die Pannenstatistik meines Sorgenkinds gemeint ist, dann sind das gute Neuigkeiten! No-news-are-good-news sozusagen. Denn nach einigen Monaten des Stillstands hat sich meine Diva von der Browns Lane, der 1985er Jaguar XJ 12 dazu entschlossen, ohne Aufhebens, guten Zuredens und sonstigen Handgriffen einfach so zu starten. Nicht nach langem "Anlasser-Orgeln" wie wir in der Schweiz sagen, sondern mit der sofortigen Arbeitsaufnahme fast aller Zylinder von dem guten Dutzend – nach wenigen Sekunden. Da dazu auch das Getriebe sofort einen Gang annehmen mochte, nachdem es in kaltem Zustand sonst immer etwas Geduld und eine kurze Warmlaufphase braucht bevor das Bremsband den Gang zu packen vermag, schien alles in Ordnung.
Aber ja, die Ladeanzeige zickte etwas, sie hängt generell eher bei 12 als bei 13 Volt, doch dies liegt an der schwachen Stromversorgung der Armaturen, nicht an der Lichtmaschine. Doch auch das Instrument zeigte stramme 13 Volt. Bei soviel OKs schien mir irgend etwas kaputt an meinem Auto und ich habe es nach dem ersten Probelauf umgehend wieder zurück in den Schuppen gestellt.
Nun aber, nach einem schönen Wochenende und einer vergnüglichen Fahrt an den Ufern des Vierwaldstättersees, kann ich sagen: er läuft! Der Jaguar tat dies sogar auf einer steilen Schotterstrasse im Urner Schächental, irgendwo seitlich den Berg hoch zwischen Bürglen und der Klausenpass-Höhe, wo wir versuchten eine Bergimkerei zu besuchen. Diese hatte geschlossen, dafür wurden wir von einem aufgebrachten Bergbauern verfolgt, der uns auf die Weggebühren aufmerksam machte. Diese hätte eigentlich der Imker bezahlt - hätte.
Wer also in der Schweiz irgendwo seitlich auf eine Nebenstrasse abbiegt, sollte sich nach einer Zahlstelle umsehen. Oft ist dies nichts weiter als ein Kasten mit Schlitz, wo es gilt, einen Betrag einzuwerfen. Die 15 Franken fand ich etwas gesalzen, die dummen Sprüche des Bergbauern – hochsubventioniert das ganze – als ich mein Kleingeld aus Taschen und dem Handschuhfach zusammenklaubte: "dickes Auto fahren aber kein Geld", fand ich zudem mehr als überflüssig. Aber immer schön lächeln. Offenbar gibt es einen Grund, warum ER dort wohnt und ich nicht. Aber sei's drum, die Aussicht war grandios und alle am Ende zufrieden.
Aussicht auf die Berge und den Jaguar Mk 10 des Kollegen – Aber Achtung, manche Bergstrasse kostet Weggebühren!
Der Wagen läuft, auf Schotter wie auf der gut ausgebauten Hauptstrasse Nummer 2b entlang des Vierwaldstättersees. Diese wurde übrigens in den 1930er-Jahren mit einem touristischen Hintergrund ausgebaut, als "schöne Strasse". Wie sich das bis heute manifestiert zeigt das Bild von oberhalb von Weggis mit Blick auf das Vitznauerbecken, am Fusse der Rigi.


























