Ein Modell zum Preis des Originals
Nicht nur bei Superklassikern im Massstab 1:1 explodieren momentan die Auktionspreise. Auch im Streichholzschachtelformat wurde jüngst ein neuer Rekord für eine Zinkgussrarität aufgestellt.
Bei der "Matchbox Magic"-Versteigerung von Vectis am 20. Januar ist der hier abgebildete Mercury Cougar für unglaubliche 18'000 Britische Pfund zugeschlagen worden, woraus sich nach Addition des Aufgeldes ein Verkaufspreis von 22'050 Pfund (ca. 23'300 Franken oder 25'500 Euro) ergibt. Damit hat das hellgelbe Coupé nicht nur seinen üblichen Marktwert vervierfacht, sondern auch die bisherige Bestmarke (9000 Pfund für einen grünen Doppeldeckerbus) für ein Lesney-Modell mehr als verdoppelt.
Grund für den absurden Altmetallpreis: Von allen Mercury Cougar, die zwischen 1968 und 1970 in Hackney gefertigt worden sind, war nur der allererste Schwung in der Vanillepuddingfarbe lackiert. Alle darauffolgenden Exemplare trugen ein – objektiv gesehen vielleicht attraktiveres – Hellgrünmetallic, das mit einer roten statt einer weissen Innenausstattung kombiniert wurde. Auch die Windschutzscheibe ohne eingeprägte Andeutung von Rückspiegel und Scheibenwischern weicht vom späteren Serienmodell ab.
Natürlich sind mehr als 20'000 Einheiten einer beliebigen westeuropäischen Währung trotz aller Relativierung immer noch immens viel Geld für ein Spielzeugauto, mit dem eigentlich man kaum etwas anfangen kann. Denn obwohl sich die Türen öffnen lassen, wird es mit dem Einsteigen recht schwierig. Wer also nicht nur auf dem Wohnzimmerteppich rumfahren möchte, sollte sich lieber ein gepflegtes Exemplar des Vorbilds kaufen. Das ist im Zweifelsfall sogar billiger.

































