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Wie sich die Zeiten immer wieder ändern

Daniel Reinhard - 30.04.2015

Porsche 991 und 356 im Jahr 2015 am Furkapass (© Daniel Reinhard))

Bei Fotoaufnahmen für das Porsche-Hausmagazin "Christophorus" mit einem 911 Carrera S auf Schweizer Pässen huschte plötzlich dessen Urgrossvater als silberner Porsche 356 durchs Bild.

Noch nicht wirklich bereit, hielt ich diesen Moment fest. Rund 60 Jahre liegen zwischen diesen beiden Autos. Die Passstrasse hat sich in dieser Zeit kaum verändert. Die abgebildete Spitzkehre ist vielleicht etwas breiter geworden, ihre Lage jedoch ist noch dieselbe wie in den Fünfzigerjahren. Wo liegt nun der Unterschied zu früher? Die Autos wurden über die Jahre grösser, der Rhone-Gletscher jedoch immer kleiner. Nur eine winzig kleine Gletscherzunge ragt noch ins Bild.

Gletsch mit Rhonegletscher-und_Furkapass um 1900 (© Lehrmittelverlage Zürich)

Als einst dominanter Gletscher reichte Rhone-Gletscher bis an den Fuss des Berges. Massiv und gewaltig ist er auf historischen Bildern wie dem hier gezeigten Bild des Lehrmittelverlags Zürich von ca. 1900, sichtbar. Wie viel faszinierender würde das Porsche-Bild mit dem ins Tal reichenden Gletscher wohl wirken.

Vielleicht kommt ja bald wieder eine kältere Zeit und unsere Nach-Nach-Nachfahren bei "Zwischengas" erinnern sich dieses Blogs und ergänzen ihn mit einem neuen Bild.

 

Buchhalterausstattung

Bruno von Rotz - 29.04.2015

Mercecedes-Benz 280 SE von 1981 (© auctionata)

Ein mit wenig Sonderausstattungen versehenes Exemplar eines Autos wird auch Buchhalterversion genannt, wohl daher, weil der grossen Investitionen abgeneigte Buchhalter/Controller verhinderte, dass beim Kauf viele teure Zusatzoptionen gewählt wurden.

Besonders bei Mercedes-Benz-Fahrzeugen konnte man durch Weglassen oft sehr viel Geld sparen, erhielt dann aber auch ein Automobil, dem es an manchem mangelte, was das Fahren noch komfortabler macht.

Kommt ein Wagen ins Oldtimeralter, dann muss eine minimale Ausstattung nicht unbedingt von Nachteil sein, denn was nicht an Bord ist, kann auch nicht seinen Dienst versagen. Zudem wird ein altes Auto ja nicht mehr im Alltag genutzt, womit viele frühere Luxuszubehöre weniger wichtig werden.

Ein interessantes Beispiel einer Buchhalterversion wird von auctionata am 4. Mai 2015 in Berlin (und online) versteigert . Er handelt sich dabei um eine Mercedes-Benz 280 SE Limousine aus dem Jahr 1981, die nur rund 65’000 km zurückgelegt hat in 34 Jahren.

Wohl auf einen günstigen Kaufpreis bedacht, verzichtete der erste Besitzer auf das Automatikgetriebe, aber auch auf Velours- oder Lederausstattung.

Es wird von Hand geschaltet im Mercecedes-Benz 280 SE von 1981 (© auctionata)

Immerhin konfigurierte er einen Feuerlöscher, elektrische Fensterheber und sogar ein Radio sind an Bord. Und aussen durfte der von Bruno Sacco gestaltete Wagen in einem Metallic-Farbton glänzen.

Interieur des Mercecedes-Benz 280 SE von 1981 (© auctionata)

Alufelgen aber lagen nicht drin, daher rollt der Wagen auf den serienmässigen Stahlrädern mit Plastikradkappen, was damals aber gar nicht so unüblich war.

Stahlräder und Plastikradkappen beim Mercecedes-Benz 280 SE von 1981 (© auctionata)

Jetzt soll der Wagen in sehr gepflegtem Zustand und fast ohne Verschleiss etwa Euro 12’000 wert sein, bieten kann man bereits ab Euro 6000. Und wie oft hat man schon die Chance, einen gut erhaltenen handgeschalteten W 126 zu kaufen?

Mercecedes-Benz 280 SE von 1981 (© auctionata)

 

Der kleine Unterschied

Daniel Reinhard - 28.04.2015

Lenkread einst und jetzt - rund 60 Jahre Zeitdifferenz

Im Rennsport, vor allem in der Königsklasse Formel 1, ändert sich die Technik in kleinen Schritten von Rennen zu Rennen. Betrachtet man dann ein paar Jahrzehnte im Zeitraffer, so wird der Sprung deutlich sichtbar.

Aus Lenkrad vom Mercedes W196 aus dem Jahre 1955 wurde das Schaltpult des F1 W06 Hybrid von heute (2015). Dabei wurde es nicht nur um rund drei Viertel kleiner, sondern es bekam im Laufe der Zeit auch noch ein paar Funktionen dazu.

Fangio, Moss und Hermann konnten mit dem Lenkrad, wie der Name schon sagt, ein Auto lenken. Hamilton und Rosberg können damit noch einiges mehr anstellen. Rund 35 Möglichkeiten bietet das Lenkrad dem Fahrer, sich vom eigentlichen Fahren abzulenken. Es wurde immer mehr zu einer Play-Station-Konsole und verfügt mittlerweile über Knöpfe ohne Ende. So gibt es ausser Kupplung und Wipp-Schaltung auf der Rückseite, auch Einstellungen für Differential (Kurveneingang und Kurvenausgang), DRS-Aktivierung, Pit-Limiter (Tempomat für die Boxengasse), Warnleuchten für Gefahrenstellen, Infos von der Rennleitung, Boxenfunk, Highspeed Differential Einstellung, Renn-Start Modus, Motoreinstellungen, eine Multifunktional-Wählmöglichkeit für rund 20 weitere Einstellungen wie Batteriespeicher, Turbo, usw., "Overtake" für die Freigabe von mehr PS, Differentialeinstellung (Kurvenmitte), Parameterjustierung für die Motorbremse und und und ...

Juan Manuel Fangio und seine Kollegen mussten sich wohl nie intensiv mit ihren Lenkrädern befassen, wie es von den heutigen Piloten natürlich erwartet wird, denn sie müssen ohne Überlegung im richtigen Moment den richtigen Knopf drücken, drehen oder ziehen, um im Rennen zu bleiben oder es zu gewinnen.

Die absolut einzige Gemeinsamkeit der beiden dargestellten Lenkräder ist ihre "Abnehmbarkeit" von der Lenksäule um den Ein- und Ausstieg des Fahrers zu erleichtern (1955) oder überhaupt zu ermöglichen (2015).

 

Brot-und-Butter-Autos der Siebziger- und Achtzigerjahre haben Klassikerpotential

Bruno von Rotz - 27.04.2015

Frage der Woche - Alltagsautos mit Klassikerstatus?

Citroën 2 CV und VW Käfer haben es bereits geschafft. Aber auch VW Polo, Opel Corsa, Renault 5 oder Fiat Panda haben gemäss den Lesern von Zwischengas durchaus das Potential, zu echten und gesuchten Klassikern zu reifen.

Insgesamt 70% der Antwortenden in der Frage der Woche «“Brot-und-Butter”-Autos der Siebzigerjahre als Klassiker mit Kultstatus?» waren sich jedenfalls einig, dass es keinen Grund gibt, warum diese einst häufig anzutreffenden Autos morgen nicht genauso gesucht sein sollten, wie Käfer und 2 CV heute.

Die anderen rund 30% allerdings hielten dagegen, gehen wohl davon aus, dass es halt einfach zu viele dieser Autos gibt, dass sie nicht individuell genug waren und es ihnen an Ausstrahlung fehle.

Auswertung zur Frage der Woche - Alltagsautos mit Klassikerstatus

Nun, in 10 oder 20 Jahren werden wir es wissen. Was man heute schon erkennen muss, ist, wie schwierig es ist, gut und original erhaltene Exemplare dieser Autos zu finden und das wird sich mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht bessern in den nächsten Jahren.

Wir danken den Antwortenden für ihre Teilnahme und haben bereits die nächste Frage der Woche gestellt, bei der die Thematik Bleifrei mit oder ohne Zusatzstoffe im Raum steht.

Und, alle bisherigen Fragen der Wochen, respektive deren Auswertungen finden sich in einem eigenen Themenkanal .

 

Der vernünftigste Traumwagen der Welt

Bruno von Rotz - 26.04.2015

Mercedes-Benz 230 SL 1966

“Kennen Sie den vernünftigsten Traumwagen der Welt?”, fragte Mercedes Benz im Jahr 1966 in seitengrossen Werbungen. Und die Antwort lag natürlich auf der Hand, denn das Bild zeigte einen Mercedes-Benz 230 SL.
Interessant war aber die Erklärung, warum die Pagode ein Traumwagen sei:

“Weil er eine Art von männlichem Charme hat, der Frauen unruhig macht. Weil er stark und schnell ist, in der Hand des Mannes, aber zärtlich-zahm in der Hand der Frau. Weil man den Himmel über sich sehen kann, den Duft von Leder riecht und etwas vom Glück dieser Erde in Händen hält.”

Das mache den 230 SL zum vernünftigsten Traumwagen der Welt.

Nun, heute, 50 Jahre später, muss man den Herren (und Damen?) aus Stuttgart noch mehr Recht geben, denn wer damals eine Pagode kaufte, erhielt einen zuverlässigen Wagen, der bei guter Pflege heute das drei- bis fünffache wert ist, ohne dass man Hunderttausende in Restaurierungen investiert hat.

Der Vollständigkeit halber hier noch die ganze Werbeseite von damals, sie kann natürlich auch grossformatig in unserem Bildarchiv gefunden werden.

Mercedes-Benz 230 SL in der Werbung im Jahr 1966

 

Könnte Ihnen Grösse M5 passen?

Bruno von Rotz - 25.04.2015

BMW M5 von 1992

Genau diese Frage stellte die BMW-Werbung im Jahr 1992: “Könnte Ihnen Grösse M5 passen?”. Nun, damals war dies ein richtig teures Vergnügen, doch seither durchliefen die ersten M5 der Baureihen E28 und E34 die typische Wertverlaufskurve und sind wohl über den Tiefpunkt hinweg.

Mit einem BMW M5 der ersten beiden Baureihen erhält man sehr lebendige Automobile, die im Falle des E28 vom legendären Sechszylinder des M1 profitieren, im Falle des Nachfolgers E34 sogar noch mehr Leistung spendiert bekamen. Typisch für die E28- und E34-Varianten ist, dass sie durchwegs handgeschaltet waren und von den Dimensionen noch überschaubar waren.

Sie bereiten viel Fahrfreude und sind heute bezahlbar. Im Vergleich zum Überflieger M3 (E30) sind die M5-Modelle wahre Schnäppchen. Gemäss Marktbeobachter Classic Data ist der M5 E28 zwar etwas im Wert gestiegen, aber Euro 25’000 reichen nachwievor für eine Limousine im seltenen Zustand 2, 5% wurde sie pro Jahr im Schnitt teurer.

Noch günstiger geht es mit dem M5 E34, der immerhin 315 PS oder gar 340 PS auf die Hinterachse bringt, der kostet heute noch rund die Hälfte des E28 und wird nur langsam wertvoller.

Also, vielleicht ist die Frage der BMW-Werbung heute sogar relevanter für manchen Fan, denn jetzt könnte die Grösse M5 wirklich passen.

Nachfolgend der Vollständigkeit halber die ganze Werbung von damals, sie kann natürlich auch grossformatig in unserem Bildarchiv gefunden werden.

Werbung für den BMW M5 im Jahr 1992

 

Die grosse Herausforderung um Willy Peter Dätwylers Alfa Romeo 412

Bruno von Rotz - 24.04.2015

Willy Peter Dätwyler im Alfa Romeo beim Bergrennen von Lenzerheide 1951

Es gab nur vier Alfa Romeo 412 mit Kompressor-Motoren. Vittorio Jano hatte den Zwölfzylindermotor entwickelt und Willy Peter Dätwyler fuhr einen dieser sagenhaften Sportwagen mit viel Geschick.

Dätwyler im Alfa Romeo 412

Was aber, wenn ein grosser Dätwyler-Fan den Wagen, wie ihn Willy Peter nach dem Krieg mit einigem Erfolg fuhr, wieder aufbauen möchte?

Nun, die gute Nachricht ist, dass die man von den meisten Komponenten weiss, wo sie sind. Der Wagen selber soll, weitgehend erhalten, aber ohne Originalmotor und wohl umkarossiert nach einer Idee von Giovanni Michelotti im Schlumpf-Museum stehen.

Der Zwölfzylinder-Motor des Alfa Romeo 412 mit Kompressor

Der Motor aber wurde nach seiner aktiven Rennzeit ausgebaut und trieb dann wohl ein Schiff auf dem Zürichsee an, allerdings ohne Kompressor. Das Schiff sank und dürfte wohl noch irgendwo auf Grund liegen, so zumindest wird erzählt. Etwas Geduld und Tauchkenntnisse vorausgesetzt könnte man also den Motor heben.

Der Kompressor von Willy Peter Dätwylers Alfa Romeo

Fehlt nur noch der Kompressor und der existiert tatsächlich noch. Der aktuelle Besitzer könnte es sich vorstellen, das rare Teil an einen würdigen Interessenten abzugeben ...

 

Als Gewicht noch keine Rolle spielte

Bruno von Rotz - 23.04.2015

Raddeckel Plymouth 1969

Ende der Sechzigerjahre wurde - vor allem in den USA - noch aus dem Vollen geschnitzt. Legt man Ersatzteile von damals heute auf die Waage, kommt man aus dem Staunen kaum heraus.

Die 14-Zoll-Radkappe eines Plymouth von 1969 (Bild oben) etwa wies ein Zentrum auf, das aus einer Gusslegierung gefertigt war, und wog insgesamt 2,9 kg! Davon möchte man nicht getroffen werden, wenn mal eine dieser Radkappen das Weite sucht.

Servohahn zur Klimaanlage von Chrysler im Jahr 1971

Interessant auch ein Heizhahn für die Klimaanlage, wie er bei Chrysler in Dodge- und Plymouth-Modelle verbaut wurde. Das Gewicht für das Teil, das für die Temperaturregelung nötig war, beträgt satte 1,5 kg.

Ja, früher war manches wohl schwerer als heute, ob das auch besser war, ist eine andere Frage ...

Wir danken unserem Leser Robi Schmidli, der uns die beiden Beispiele zusandte.

 

Die Youngtimer kommen … oder doch nicht?

Bruno von Rotz - 22.04.2015

BMW M3 (E30) von 1985 (© BMW AG)

Über die letzten Jahre erzielten Oldtimerbesitzer (und -Spekulanten) mit klassischen Fahrzeugen sensationelle Renditen. So wuchs der Wert eines Mercedes-Benz 300 SL Flügeltürers, gebaut von 1954 bis 1957, gemäss Marktbeobachter Classic Data jährlich um 33% im Schnitt.

Kaum weniger legte der Marktwert eines Porsche 911 Carrera RS 2.7 Touring, gebaut in den Jahren 1972 und 1973, zu. Zahlte man vor vier Jahren rund 200’000 Euro, so sind es heute mindestens das Doppelte. Ähnlich verhält es sich mit Autos der Marken Ferrari oder Lamborghini. Selbst ehemals durchaus zahlreiche und günstige Autos erreichen überraschend hohe prozentuale Wertsteigerungen, häufig genanntes Beispiel hier ist der Citroën 2 CV.

Der Youngtimer-Hype

Da fragt sich natürlich mancher Besitzer eines jüngeren Fahrzeugs, ob auch er auf eine interessante Rendite hoffen kann. Autos mit Baujahren zwischen 1985 und 1995 (teilweise auch bis 2000) werden heute gemeinhin als “Youngtimer” bezeichnet. Um diese Fahrzeuge herrscht heute ein regelrechter Hype. Die Klassikerabteilungen der grossen Autohersteller wenden sich mit viel Energie diesen kommenden Klassikern zu und kaum ein Fernsehkommissar wird nicht früher oder später in einem dieser Vehikel gesehen, sei es nun ein Citroën CX, ein Rover 3500 SD1, ein Opel Ascona, ein Porsche 911 oder VW Käfer Cabriolet der Achtzigerjahre. Sie strahlen viel Sympathie aus, oder wie anders ist es zu erklären, dass Hauswart und Kung-Fu-Meister Han, alias Jackie Chan, im Film “Karate Kid” von 2010 in seiner Behausung einen VW Scirocco der zweiten Generation restauriert?

Attraktiv aber auch wertstabil?

Die Autos der Periode 1985 bis 1995 sind für die heutige jüngere Generation, die sich einen Klassiker (meist als Zweitwagen) zulegen will, attraktiv, weil man ja gerade mit diesen Autos aufgewachsen ist. Allerdings hat sich bisher das Gros dieser Fahrzeuge nicht als besonders attraktive Investitionen erwiesen.

Wertentwicklung eines Automobils

Wenn man es anhand der universalen Wertverlaufskurve (siehe Abbildung) betrachtet, dann sind die meisten Youngtimer-Fahrzeuge heute in der Phase B, d.h. der Marktwert verändert sich kaum. An und für sich ist das eine gute Neuigkeit, denn zumindest verliert man als Halter eines derartigen Wagens kaum Geld infolge notwendiger Abschreibungen.

Porsche 911 Carrera RS (964) von 1992 (© Porsche AG)

Es gibt allerdings auch einige Youngtimer, die bereits in der dritten Phase C, respektive der vierten Phase D sind. Ihr Wert steigt also. Beispiele hierfür sind der BMW M3 (E30, Bild oben), der über die letzten Jahre jährlich rund 24% an Wert gewann, oder der Porsche 964 RS, der es sogar auf 32% Wertsteigerung pro Jahr schafft. Und auch einige hochkarätige (und seltene) Ferrari-Sportwagen, z.B. der F40 oder der 288 GTO, schaffen hohe Wertzuwächse.

Aus Freude am Fahren

Für das Gros der Youngtimer muss man allerdings von Wertstabilität und leichten Fluktuationen nach oben und unten ausgehen. Der Grund dafür liegt in der vergleichsweise grossen Verbreitung und der Tatsache, dass sie noch auf die Weihen des Veteranenstatus, der in der Schweiz Fahrzeugen ab 30 Jahren verliehen wird, und die einige Vergünstigungen und Vereinfachungen im Betrieb bedeuten.

Trotzdem eigenen sich junge Klassiker im Alter von 15/20 bis 30 Jahren, wie kaum eine andere Fahrzeuggattung als Sammler-Fahrzeug, denn ihre Technik ist noch beherrschbar, die Ersatzteilbeschaffung dank der hohen Produktionszahlen und eBay & Co meist problemlos.

Der MX-5 als Musterknabe

Ein Musterbeispiel für den problemlosen Youngtimer mit hohem Spassfaktor ist der Mazda MX-5 . Vorgestellt im Februar 1989, als das Cabriolet fast schon ausgestorben war, startete er einen neuen Offen-Fahren-Boom.

Mazda MX-5 von 1991

Vergleichsweise leicht und einfach war der Mazda, der den englischen Roadstern der Sechzigerjahre nachempfunden und perfekt zum Lebensstil der Neunziger passte. Noch heute gefällt der rundliche Sportwagen mit guten Manieren und akzeptablem Verbrauch. Bei guter Wartung halten sich die Kosten in Grenzen und dank Katalysator ist auch die Abgaskontrolle nur alle zwei Jahre fällig. Classic Data jedenfalls notiert steigende Preise, rund 8% legt der frühe Mazda MX-5 jährlich an Wert zu, nur das Finden eines original belassenen Fahrzeugs dürfte nicht allzu einfach sein.

Investieren?

Es gibt sie also, die Youngtimer, die wertentwicklungsmässig mit der Börse mehr als mithalten können. Auch ein Lancia Thema 8.32 gehört dazu.

Lancia Thema 8.32 1989 (© Daniel Reinhard)

Doch schnell geht vergessen, dass ein Auto nicht nur beim Kauf kostet, sondern vor allem auch danach. Jährliche Kosten von 3000 bis 8000 Franken müssen, je nach Wagen, Unterbringungs- und Versicherungskosten, einkalkuliert werden pro Jahr, da werden allfällige Wertzuwächse schnell aufgefressen, vor allem, wenn man von den Fahrzeugen unterhalb 50’000 Franken Anschaffungspreis spricht.

Allerdings legen sich gemäss einer neuen FIVA-Untersuchung nur 1% aller Oldtimer- und Youngtimerfahrer ihren Wagen als Investitionsobjekt zu, die meisten tun es aus Enthusiasmus und Freude und das ist gut so!

Übrigens, weitere Betrachtungen zum Thema "Wertentwicklung und Investition" gibt es in einem eigenen Themenkanal auf Zwischengas.

 

Wider die Vorurteile rund um den Oldtimer

Bruno von Rotz - 21.04.2015

VW 1200 De Luxe von 1961

Jetzt haben wir es schwarz auf weiss. Dank des Oldtimer-Weltverbands FIVA, der im Jahr 2014 eine Umfrage unter Oldtimer-Besitzern, Clubs und Spezialisten in der EU durchgeführt hat.

Der durchschnittliche Oldtimer-Käufer gibt gemäss den Ergebnissen der Studie, die jetzt veröffentlicht wurden, im Schnitt Euro 13’421 für einen “neuen” Oldtimer aus. Damit ist klar, dass es sich hier nicht um einen Mercedes-Benz 190 SL und auch nicht um einen Porsche 911 handeln kann, sondern eher um einen Fiat 500 Nuova im Zustand 2 oder zum Beispiel einen VW Käfer Standard aus dem Jahr 1956 mit ovaler Heckscheibe im Zustand 2-3.

Den gekauften Klassiker halten sie dann im Schnitt 13 Jahre (!) lang die Treue und legen damit 1433 km pro Jahr zurück. Und wenn wenn sie ihn (oder einen anderen alten Wagen) dann verkaufen, erhalten sie im Schnitt Euro 5331.

Jedes Jahr geben die Oldtimerbesitzer Euro 6562 pro Fahrzeug aus. Angesichts der Erkenntnis, dass sie im Schnitt 2,2 derartige Fahrzeuge besitzen, sind dies also Ausgaben von fast Euro 15’000 pro Halter.

Nur ein Prozent der antwortenden Oldtimer-Besitzer sehen ihren Wagen übrigens als Investition an, ihre Hauptmotive sind Freizeitausfahrten (42%), Nostalgie (27%) und die Freude an der Technik und deren Unterhalt (20%).

Was aber weiterhin stimmt, ist, dass trotz der im Schnitt geringen Kaufpreisen und tiefen Restaurierungsbudgets (Euro 11’986) trotzdem ein gewaltiger Markt rund um die 1,5 Millionen Halter klassischer Fahrzeuge in Europa existiert.

Nichtsdestotrotz blickt das Oldtimer-Gewerbe gemäss der Umfrage sorgenvoll in die Zukunft, mehr als die Hälfte rechnet mit sinkenden Mitarbeiterzahlen, Umsatz und Profitabilität können bestenfalls gehalten werden, das viel zitierte Wachstum muss gemäss den Antwortenden der FIVA-Studie offenbar woanders stattfinden.

 

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