Ein Volkswagen als Packesel

Carl Bühler
09.04.2015

VW Käfer von 1952 als Packesel

Vor mehr als einem halben Jahrhundert war Heimarbeit noch gang und gäbe. Eine Vielzahl von Produkten entstand so auch im hintersten Bergtal. Ein Beispiel dafür waren handgefertigte Holzspanerzeugnisse, die mangels Alternativen über viele Kilometer zur Werkstätte getragen und geliefert wurden,

Im Jahr 1952 kaufte sich Ernst Bühler, der Besitzer einer dieser Holzspanwerkstätten, einen Volkswagen Käfer, um sich und seinen Heimarbeitern das Leben ein wenig zu erleichtern. Die moderne Mobilitätslösung war auch angezeigt, denn anders wäre ein Auftrag von Chocolat Tobler, einige Tausend Pralinéschachteln pro Jahr zu liefern, gar nicht abzuwickeln gewesen.

Bekanntlich verfügt ein Käfer aber über wenig Stauvolumen unter seiner vorderen Haube, also entwickelte Ernst Bühler einen verlängerten Gepäckträger, den er vorne und hinten auf den Stossstangen abstützte. Der Käfer wurde zum Packesel.

Oftmals überstieg das Ladegut das Volumen des Autos (siehe Bild). Mit dem Käfer könnte Bühler nahe zu den Heimarbeitern gelangen, die ihre fertiggestellten Produkte per Seilbahn oder Handzugschlitten ins Tal beförderten.

Auf diesem noch mit einem unsynchronisierten Getriebe ausgerüsteten VW lernte der Schreiber dieser Zeilen übrigens auch die Kunst des Autofahrens. Gangwechsel mit einer wohl abgestimmten Dosis Zwischengas wurden für ihn so selbstverständlich wie das Lenken oder Bremsen und erlaubte es ihm später auch, mit Gleisbaumaschinen die halbe Welt zu bereisen. Und so unterrichtete er in jungen Jahren Maschinisten bei zahlreichen Bahngesellschaften rund um die halbe Welt darin, mit Richt-, Nivellier- und Stopfmaschinen richtig umzugehen.

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