Originalität oder was ist wichtiger?
Am 7. September 2015 versteigerte RM/Sotheby’s in London einen Fiat 1100 S MM Special von 1948. £ 137’200 (Euro 187’964, CHF 204’428) wurden dafür bezahlt, kein schlechter Preis für einen Vierzylinder-Nachkriegs-Fiat mit rund 51 PS.
Allerdings hatte der hohe Preis einen guten Grund. Das angebotene Fahrgestell soll nämlich damals an der Mille Miglia teilgenommen haben. Allerdings sass damals noch eine Limousinen-Karosserie darauf, etwa in der Art wie diese:
Irgendwann in den Fünfzigerjahren sollen dann die Firma Colli oder Stanguellini, so eindeutig ist das nicht bekannt, eine Barchetta daraus gebaut haben, er Limousinen-Aufbau wurde dabei wohl verschrottet. Vor einigen Jahren wurde der Wagen dann umfangreich restauriert, wobei wohl einiges an Blech ersetzt werden musste.
Hier steht nun also ein Auto mit Mille-Miglia-Geschichte, aber eigentlich nicht renngemässer Karosserie. Ein Originalitätsfanatiker müsste eigentlich darauf bestehen, die originale Berlina-Karosserie wieder aufzutreiben oder nachzubauen, aber natürlich hat auch der Barchetta-Aufbau von Colli/Stanguellini ihre Berechtigung und sicherlich auch ihren Reiz.
Aber wer weiss. Vielleicht wird ja dann dereinst ein Fan das originale Fahrgestell wieder von der Barchetta-Karosserie trennen und auf Basis von Fotos kaum mehr existente Limousinen-Bleche zusammenschweissen, um dem Wagen seine damalige Form wiedergeben. Ob er dann mehr wert wird dadurch, wäre eine interessante philosophische Frage ...


























