Hätte er eine Chance gehabt? Alfa Romeo 155 GTA Stradale gegen M3 und Co

Bruno von Rotz
16.10.2018

Alfa Romeo 155 GTA Stradale Prototyp von 1993 (© Bonhams)

Im Jahr 1992 siegte Alfa Romeo mit dem allradgetriebenen Tourenwagen 155 in der italienischen Tourenwagemeisterschaft, 1993 wurden die Italiener damit Meister der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft DTM. Am Steuer sass dabei jeweils Nicola Larini. Der Wagen wurde zum Mythos.

Rennversion Alfa Romeo 155 GTA (ca 1993) (© Bonhams)

Die 1993-er-Version für die DTM besass bereits einen V6-Motor und hatte technisch mit den Strassenvarianten des 155 kaum mehr etwas zu tun, während man 1992 noch mit einer eng an den Lancia Delta HF Integrale angelehnten Technik fuhr.

Modell zum Alfa Romeo 155 GTA Stradale Prototyp von 1993 (© Bonhams)

Die Rennerfolge sollte auch in einen kommerziellen Erfolg auf der Strasse münden, dachte man in Mailand und begann mit der Entwicklung einer Produktionsvariante für die Strasse, genannt Alfa Romeo 155 GTA Stradale.

Vierzylindermotor im Alfa Romeo 155 GTA Stradale Prototyp von 1993 (© Bonhams)

Als Basis nutzte man den 155 Q4, der mit der Strassenversion des Delta Integrale eng verwandt war. Den Motor brachten Abarth-Ingenieure auf über 200 PS, das Fahrwerk wurde für den Zweck optimiert.

Heckansicht des Alfa Romeo 155 GTA Stradale Prototyp von 1993 (© Bonhams)

Die Karosserie erhielt kräftige Verbreiterungen und Spoiler vorne und hinten. Das Interieur wurde schwarz ausgekleidet und mit anatomischen Sportsitzen ausgerüstet.

Interieur des Alfa Romeo 155 GTA Stradale Prototyp von 1993 (© Bonhams)

Präsentiert wurde der Wagen 1994 an der Bologna Auto Show und gezeigt auch am Grand Prix von Monza desselben Jahres, als ihn Rennarzt Sid Watkins als “Dienstwagen” auf der Strecke nutzen durfte.

Zu einer Serienproduktion kam es allerdings nicht, der Wagen war den Verkaufsverantwortlichen zu teuer, das Management hätte lieber einen V6, der nicht in die Konzeption passte, unter der Haube gesehen.

Schade, der 155 GTA Stradale wäre ein interessanter Konkurrent für M3, AMG und Co gewesen. Einen Vergleich auf der Strasse fand nie statt. Es blieb bei einem fahrfertigen Prototyp, der aber überraschenderweise überlebt und sogar rund 40’000 km zurückgelegt hat.

Jetzt bietet sich die Chance, diesen “heiligen Gral” von Alfa Romeo zu erwerben, denn Bonhams wird den Wagen am 27. Oktober 2018 versteigern . Geschätzt wurde der Wagen auf EUR 180’000 bis 220’000 (ungefähr CHF 210’000 bis 250’000), soviel müsste dieses sagenhafte Einzelstück eigentlich durchaus wert sein.

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