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Immer flott unterwegs - 44 Jahre Opel Kadett C 1200

Gerd Müller - 17.10.2018

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Opel Kadett C 1200 SR von 1974 (© Archiv Gerd Müller)

Der Bericht über das Opel Kadett C Coupé mit 1,2-Liter-Motor und 60 PS hat mich motiviert, meine eigene Opel-Geschichte beizutragen.

Ich war schon immer Opel-Fan, bereits mein erstes Auto war ein Opel Rekord P2 mit dem 1,7-Liter-Motor. Dann folgte ein Opel Kadett B mit 1000 ccm. Beim nächsten Kauf eines neuen Autos stand ich vor der Wahl, mir entweder einen Ford Escort 1300 oder einen Opel Kadett C mit 60-PS-Motor zuzulegen. Die Wahl fiel, es wird niemanden überraschen, auf den Kadett, natürlich mit SR-Ausstattung, der gerade frisch herausgekommen war. Am 28. März 1974 wurde die Limousine für den Strassenverkehr zugelassen.

Neuer Opel Kadett C 1200 SR von 1974 (© Archiv Gerd Müller)

Ich war zu jener Zeit Mitglied der Renngemeinschaft Sieglar, die auch einen Slalom veranstaltete. Natürlich meldete ich mich mit dem Kadett an und fuhr schnurstracks auf den 3. Platz. Damit hatte ich Blut geleckt und mich mit dem Motorsport-Virus infiziert. Die ersten Jahre fuhr ich bei Slalom-Veranstaltungen mit. Das erste was ich am Auto machen liess, war die Montage gelber Konis und der Einbau eines Überrollbügels. Beim Vergleich der gefahrenen Zeiten mit der Konkurrenz, stellte ich fest, dass ich in der Rangliste der “Verbesserten” meist besser lag. So kamen nach und nach weitere Optimierungen dazu: Solex 40 DDH Doppelvergaser, schärfere Nockenwelle, optimierter Zylinderkopf, Hinterachs-Sperre. Am Ende leistete mein braver Kadett 87 PS auf der Rolle. (Über die Jahre kamen dann noch Domstrebe, Ölkühler, Schalensitze, Hosenträger-Gurt und einiges mehr dazu)

Allerdings war die Klasse 1150 bis 1300ccm stark besetzt. Da hatte ich es mit den Fiesta 1300, den NSU TT und den Simca Rallye 2 zu tun, die schon Serienmäßig 82 PS hatten und Heckantrieb. Zudem musste mein Kadett während der Woche als Familientransportmittel herhalten. Weil das Fahrwerk für die Rennsporteinsätze relativ hart abgestimmt war, spürte man allerdings auf der Strasse jeden Stein. Am Wochenende wurden dann nur gerade die Reifen gewechselt und dann Slalomläufe gefahren. Dies ging so weiter, bis mich eines Tages ein Clubkamerad als Beifahrer zu einer Leistungsprüfung in Zolder einlud.

Auf der Rennstrecke - Opel Kadett C 1200 SR von 1974 (© Archiv Gerd Müller)

Auf der Beifahrerseite zu sitzen war allerdings nicht so mein Ding, also suchte ich mir selber einen Beifahrer und fuhr dann in den Achtziger- und Neunzigerjahren die Leistungsprüfungen beim NAVC. Sie bestanden jeweils aus 30 Runden mit fünf Abschnitten à sechs Runden. Für jeden Abschnitt musste man zehn Sekunden schneller werden. Es gab dieses Prüfungen auf der Nordschleife des Nürburgrings, auf der GP-Strecke des Nürburgrings, auf dem Hockenheimring, in Zolder Zandvoort und auf dem Salzburgring. Beim ersten Lauf in Zolder waren meine vorderen Bremsbelege schon nach 25 Runden verbraucht, obschon sie neu waren. In der Folge fuhr ich dann mit Ferodo-Rennbelägen, aber selbst diese wurden in einer Prüfung auf einen Drittel heruntergeschliffen. In jenen Jahren wurde ich dreimal Clubmeister der Renngemeinschaft Sieglar. 1985 wurde ich Dritter in den NAVC-Leistungsprüfungen.

Auf der Rennstrecke - Opel Kadett C 1200 SR von 1974 (© Archiv Gerd Müller)

Zum Glück gab es in all den Jahren nur Ausrutscher und Dreher, aber nie einen Einschlag. Sehr haarig war es einmal bei der letzten von 10 Runden auf der Nordschleife, als mir beim Beschleunigen aus der alten Südkehre die Gasrückholfeder brach und alles auf Vollgas stand. Nach dreimaligem Verlassen der Strecke, wusste ich nichts anderes als beim Schalten die Zündung auszuschalten und nach dem Einkuppeln wieder einzuschalten und so kamen wir dann doch noch gut im alten Fahrerlager an. Ich schaute zum Beifahrer hinüber und fragte, ob er zwischendurch mal die Augen geschlossen habe und erhielt die Antwort: “Nein, ich dachte jetzt sehe ich einen Film, den sehe ich nie wieder.” Er war in all den Jahren ein guter Beifahrer und hat mir den Innenraum nie verunreinigt.

Auf der Rennstrecke - Opel Kadett C 1200 SR von 1974 (© Archiv Gerd Müller)

Ende der Achtzigerjahre ersetzte ein Ascona B den Kadett im Alltag, der Kadett wurde dann nur noch als Wettbewerbsfahrzeug und auf Oldtimerveranstaltungen eingesetzt.

Im Jahr 2018 - Opel Kadett C 1200 SR von 1974 (© Archiv Gerd Müller)

Bis heute hat der Kadett 1200 rund 180’000 km zurückgelegt, wobei sich die Drehzahl meist nahe des roten Bereichs einpendelte. Natürlich gab es auch Defekte, so riss mir auf der Autobahn einmal ein Pleuelbolzen ab. Während einer Veranstaltung in Zolder brannte die Kopfdichtung durch, der Kopf war gerissen. Dreimal brach die Riemenscheibe ab, die Ursache dafür konnte niemand finden, bis mir ein "alter Fuchs" vom Ring sagte, is solle eine neue Kurbelwelle einbauen, die alte habe vermutlich eine Unwucht. Gesagt, getan, Problem gelöst. Sie läuft bis heute.

Auch ich wurde von einem Problem, das viele andere auch hatten, nicht verschont nämlich dem streikenden Anlasser, der im Warmen Zustand oft Ärger machte. Aber mancher Defekt war sicherlich dem Motorsport geschuldet, geschont wurde das Auto nun ja wirklich nicht.

Selbst nach 44 Jahren macht es weiterhin Spaß, den Kadett auf kurvenreichen Strecken zügig zu bewegen und neuere Fahrzeuge alt aussehen zu lassen …

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