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Vielleicht geht es ja doch noch etwas länger, bis die Autos autonom fahren?

Bruno von Rotz - 25.10.2018

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Verkehr der Gegenwart mit Oldtimer

In etwa zehn Jahren sollen autonom fahrende Autos alltäglich sein, hört man. Wer sich allerdings mit der heute bereits verfügbaren Technik befasst, wundert sich, ob den Entwicklern wohl zehn Jahren reichen, um Sensor- und Steuertechnik so sicher zu machen, wie man es erwartet.

Viele Autos sind heute mit Verkehrszeichenassistenten ausgerüstet. Nach 5000 km mit einem solchen System bin ich über dessen Unvermögen doch ein wenig überrascht. Würde ich seinen Empfehlungen blind folgen, hätte ich meinen Ausweis schon mehrfach abgegeben. Da wird einem in Tempo-30-Zonen 60 km/h suggeriert, in Tempo-60-km/h-Tunnels problemlos 120 km/h. Auch andersherum geht’s oft falsch, was einem wütende Kommentare von hinten bescheren kann.

Kaum besser kann es der Spurassistent. Baustellen sind ihm ein Greuel, Leitplanken erkennt er partout nicht. Strassenverfärbungen oder alte Markierungen locken schon einmal zum falschen Umspuren. Und der Notbrems-Assistent? Der sieht halt nur bis zum nächsten Auto, aber nicht darüber hinaus, was ihn gegenüber einem aufmerksamen Fahrer deutlich in einen Nachteil versetzt. In Deutschland klagt gerade ein Porsche-Fahrer gegen Porsche deswegen.

Dass die modernen Systeme häufig kapitulieren, ist nachvollziehbar, denn das Erfassen von Verkehrssituationen ist wirklich anspruchsvoll, auch Menschen machen hier viele Fehler. Zudem sind sich die Behörden kaum bewusst, wie schwierig sie den Autos die Sache machen. Die heute in einem normalen Mittelklassewagen vorhandene Rechenleistung reicht nie aus, um die notwendigen Echtzeitsimulationen durchführen zu können. Die Sensoren und Kameras genügen für die Erfassung komplexer Situationen auch noch nicht und die Auto-zu-Auto-Kommunikation ist immer noch Zukunftsmusik. Ob wir das alles in den nächsten zehn Jahren hingebogen kriegen? Uber und Co scheinen daran zu glauben, sie haben bereits Zehntausende von autonom fahrenden Autos bestellt.

Interessant ist, dass viele heutige Autofahrer “Fahrfreude” höher gewichten als den Technologiefortschritt. Gemäss einer kürzlich veröffentlichten Untersuchung in der Schweiz lehnte die Hälfte der Befragten das autonome Fahren ab.

Und was bedeutet dies alles für uns Oldtimer- und Youngtimer-Fahrer? Wir sind als intelligente Verkehrsteilnehmer immer noch gefragt und müssen uns wohl noch nicht so schnell von den selbstfahrenden Autos verdrängen lassen ..

Neueste Kommentare

 
 
pa******:
04.01.2019 (12:38)
Ich bin auch skeptisch - bei meinem Auto fällt der Abstandsregel-Tempomat immer wieder mal aus und ich fahre doch immerhin einen BMW der Mittelklasse...

Zudem: Ich finde es ärgerlich, dass bei den Spurassistenten offensichtlich noch niemand an die Rettungsgasse gedacht hat!
st******:
31.10.2018 (11:39)
Meines Erachtens kommt ein Aspekt des autonomen Fahrens zu kurz: Gerade der (europäische) Stadtverkehr kann enorm komplex sein. Jeder wird die Erfahrung gemacht haben, dass es viel um die Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern geht. Lässt mich ein anderer Autofahrer vorfahren? Möchte ein Fussgänger die Strasse überqueren oder wartet er noch? Ich bezweifle, dass man diese enorme Vielschichtigkeit menschlichen Verhaltens (welches oft irrational sein kann) in einem Computer simulieren kann. Das bedeutet aber, dass autonome Fahrzeuge im Stadtverkehr entweder nicht betrieben werden können oder sie ein enormes Verkehrshindernis darstellen, weil sie auf Altagssituationen nicht angemessen reagieren können.

Auch ein andere Aspekt kommt zu kurz: Es wird eine geradezu philosphische Diskussion darüber geführt, ob ein autonomes Fahrzeug in einer unausweichlichen Unfallsituation den alten Mann oder die junge Mutter überfahren muss. In der Praxis wird so eine Situation so gut wie nie vorkommen. Viel wichtiger ist aber, ob autonome Fahrzeuge so programmiert werden sollen, dass sie geringfügige Regelverstöße im Sinne der Verkehrsflüssigkeit begehen können. Beispiel: soll das autonome Fahrzeug im Stadtverkehr eine Sperrlinie überfahren um an einem wartenden Taxi vorbeifahren zu können?
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