Wenn Autos zerlegt werden

Bruno von Rotz
14.10.2018

VW Golf II GTI 16V von 1986 zerlegt - © Auti Bild

Angefangen damit hat wohl die Auto Zeitung, schon vor 40 und mehr Jahren. Nach einem Dauertest zerlegte man den Wagen und fotografierte ihn mit schön drapierten Einzelkomponenten samt Rohkarosserie. Dies sah appetitlich aus, erfüllte aber auch einen Zweck. Die einzelnen Teile konnten im demontierten Zustand natürlich auch genau auf Verschleiss und Schäden untersucht werden. Und das Foto bewies, dass man es auch seriös gemacht hatte.

Ich war immer begeistert von diesen Fotos, wann sieht man schon ein Auto in seinen Einzelteilen. Mich faszinierte auch der Prozess, denn schliesslich ist es mit dem Lösen von Schrauben nicht gemacht. Bis ein Auto so wie auf den Fotos dasteht, ist einiges an Arbeit und Gerätschaft nötig.

Doch irgendwann hörte die Auto Zeitung mit diesem aufwändigen Verfahren wohl auf, dafür aber übernahm Auto Bild das Konzept und tat, beginnend mit dem VW Golf II GTI 16V ab 1986 Ähnliches.

Und nun hat Auto Bild ein Sonderheft herausgegeben mit den Dauertests der letzten Jahre. Leider reicht das Heft nicht bis zum Golf II zurück, das hätte die Youngtimer-Fans sicherlich gefreut.

Mazda 6 zerlegt (© Auto Bild)

Aber auch die neueren “Zerleg-Bilder” sind spannend anzusehen, von früheren Langstreckentests gibt es wenigstens kurze Zusammenfassungen, etwa zum Mercedes-Benz 300 SL-24, zum Seat Arosa SDI, zum Smart im Jahr 2000 oder zum Fiat Multipla Bi-Power von 2002.  
Man erfährt auch, wer im Laufe von über 30 Jahren brilliert hat (z.B. BMW 528i Touring oder Mazda 6 Sport) und wer als Versager das Feld verliess (z.B. Citroën C8 2.2 HDI, VW Polo (2000).

Die Distanz der Dauerläufe wurde übrigens im Laufe der Zeit von 100’000 auf 150’000 km verlängert. Und längst hat der 250. Dauertest begonnen. In der aktuellen Bestenliste steht übrigens ein Audi A3 Sportback 1.4 TFSI g-tron an oberster Stelle, gefolgt vom VW Golf Sportsvan 1.4 TSI und vom Kia Sportage.

Auto Bild - Sonderheft Dauertest - Readly Exclusive

Das Sonderheft wurde nicht für den Kiosk sondern für die virtuelle Zeitschriftentheke “Readly” aufgelegt. Man kann es also nicht als gedrucktes Magazin, sondern nur bei Readly lesen. Aber das macht Spass und ist dazu noch deutlich günstiger. Auf Readly kann man schliesslich jeden Monat Hunderte Magazine lesen und dies alles zu einem Einheitspreis, der kaum höher liegt als ein teures Heft am Kiosk. Probieren Sie es aus, für Zwischengas-Leser gibt es sogar Sonderkonditionen.

Zurück zu Auto Blld - hoffen wir, dass diese Dauertests, trotz der sicherlich erheblichen Kosten, noch lange fortgeführt werden, denn wenn die geprüften Autos dann Youngtimer oder gar Oldtimer sind, werden uns die Ergebnisse erneut interessieren. Dann kann man dann ja eine spezielle Ausgabe über die alten Berichte bringen. Wir freuen uns schon heute darauf.

Archivierte Einträge:

von er******
16.10.2018 (15:15)
Antworten
Kosten hin der her, nur wenn die den Wagen wieder zusammenbauen beweisen die Autozeitungen wirkliche Kompetenz. Wenn die das nicht machen, beweist es, dass die entsprechenden Zeitungen nicht wirklich etwas von dem, was sie schreiben, verstehen, es würde also deren Inkompetenz unterstreichen. Nur auseinanderzupflücken können auch Schrotthändler.
von hinti.org
15.10.2018 (23:07)
Antworten
Faszinierende Bilder, in der Tat! Solche Reportagen las und lese ich immer gerne; es müsste mehr Berichte dieser Art geben!
Was mich allerdings wunder nimmt: was hatten die Tester mit den ganzen zerlegten Autos anschliessend gemacht? Alles weggeworfen? Die Teile einzeln verkauft? Den Wagen wieder zusammengebaut? Wäre ja ein Mordsaufwand, allein alle Motordichtungen zu ersetzen...
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