In der Kürze liegt nicht immer die Würze

Bruno von Rotz
28.11.2014

Ford Mustang "Shorty" 1964 (© Drew Shipley - Courtesy of Auctions America)

Eindeutig ein Ford Mustang, das erkennen auch weniger auto-affine Zeitgenossen sofort. Vor allem wenn man die Front oder das Heck betrachtet ist sofort klar, dass hier ein sehr naher Verwandter des 1964 vorgestellten Ponycars steht.

Ford Mustang "Shorty" 1964 (© Drew Shipley - Courtesy of Auctions America)

Aber etwas stimmt nicht. Es fehlt etwas. Genau, die beiden Sitze hinten glänzen durch Abwesenheit, der Radstand ist um rund 40 cm kürzer und das “Glashaus” erinnert mehr an einen Aston Martin DBS, den es damals notabene noch gar nicht gab, als an einen Mustang.

Ford Mustang "Shorty" 1964 (© Drew Shipley - Courtesy of Auctions America)

Gezeichnet wurde der Wagen von Vincent E Gardner, der schon am Cord Model 810 mitgearbeitet hatte. Und gebaut wurde der kurze Mustang im Jahr 1964 durch die Firma “Dearborn Steel Tubing”, die bereits viel Erfahrung mit Spezialaufträgen der Firma Ford hatte. Ford Marketing hatte “ja” zum Experiment gesagt damals, wohl wissend, dass der viersitzige Mustang der richtige Wagen für die damalige Zeit war.

Ford Mustang "Shorty" 1964 (© Drew Shipley - Courtesy of Auctions America)

Immerhin wurde die kurze Variante mit Freuden herumgezeigt, verschwand aber schon bald von der Bildfläche, weil Gardner den Wagen auf eigene Initiative in einer Lagerhalle einschloss. Da er aber vergass die Miete zu bezahlen, kam der Prototyp nach einigen Monaten wieder zum Vorschein. Inzwischen hatte aber die Versicherung den Hersteller Ford bereits für den vermuteten Diebstahl entschädigt und war damit Besitzer des Wagens geworden. Ein Mitarbeiter kaufte das Auto und inserierte ihn bald darauf, worauf er in eine Sammlung einverleibt wurde und erneut verschwand. Nun dauerte es bis ins neue Jahrhundert, bis der Wagen sozusagen wiederentdeckt wurde und nach einer Restaurierung auf dem Concours-Parkett auftauchte.

Ford Mustang "Shorty" 1964 (© Drew Shipley - Courtesy of Auctions America)

Aus heutiger Sicht wirkt der “Shorty” gar etwas kurz, vor allem auch, weil man sich an die lange Fastback-Version gewöhnt hat. Eine gewisse Eleganz und Raffinesse der Linienführung kann man dem Wagen aber nicht absprechen und man kann verstehen, dass Auctions America das Einzelstück auf USD 400’000 bis 600’000 eingeschätzt hat. Unter den Hammer kommt das spezielle Stück bei der Versteigerung von Ford Lauderdale, die zwischen dem 27. und 29. März 2015 stattfindet.

Mehr über die Versteigerung findet sich auf der Website von Auctions America .

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