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Von Fahrbahn-, Parkplatz- und Fahrzeugbreiten

Daniel Reinhard
19.11.2014

Porsche 911 der neuesten und ersten Generation - unterschiedlich breit (© Daniel Reinhard)

Zu Beginn der Achtzigerjahre war das Kreuzen eines entgegenkommenden Fahrzeuges auch bei schneller Fahrt kaum ein Problem. Doch heute hat man oft schon bei ganz normaler Fahrt Mühe, um einen flüchtigen Kuss der Aussenspiegel, oder ein Ruinieren der Felge am Bordstein zu verhindern.

Eine folgenschwere Kollision zwischen einem Lastwagen und einem Postauto vor kurzer Zeit haben nun Diskussionen über die Fahrbahnbreite wachgerüttelt. Plötzlich sollte ein Grossteil des Schweizer Strassennetzes verbreitert und dem heutigen Verkehr angepasst werden. Wie im Rennsport lässt man der Fahrzeugentwicklung freien Lauf und passt dafür die Rennstrecke oder halt eben die Strassen den immer schneller, oder grösser werdenden Fahrzeugen an.

Machen wir einmal einen kleinen Test. Die Fahrbahnbreite einer Hauptstrasse ohne Fahrradstreifen hat seit langem eine bestimmte Breite von 3,25 m. Der Golf 1 misst in der Breite 1,61 m. Auf die Strasse mit einer Gesamtbreite von 6.5m gerechnet nahmen zwei Golf 1 einen Platz von 3,22 m ein, demzufolge blieb ein Freiraum von 3,28 m. Mit dem heutigen Golf Vll mit einer Breite von 1,8m (ohne die Aussenspiegel gemessen) bleiben 40 cm weniger Spielraum das heisst der Freiraum begrenzt sich auf 2,88 m. Und das bei einem Golf.

Vergleich der Fahrzeugbreiten des Porsche 911 heute und am Anfang (© Daniel Reinhard)

Nehmen wir den Porsche 911 (siehe Bilder) oder den Audi 100 C1 von 1970 mit einer Breite von 1,73 m, so schmolz der Freiraum schon damals um 20 cm gegen den Golf 1, so fallen heute beim A6 C7 mit einer Breite von 1,87m weitere 28 cm weg, das heisst auf die Fahrbahnbreite gerechnet bleiben nur noch 2,4 m Spielraum. Kommt nun noch ein Fahrrad dazwischen, so wird es schon richtig eng. Sind wir ehrlich, so muss jeder von uns Automobilisten gestehen, dass er mit den immer grösser werdenden Fahrzeugen so langsam an seine eigenen Grenzen stösst. Trotz der Hilfe von Abstandsmelder oder Rückfahrkameras muss man in einigen Parkhäusern, oder auch Aussenplätzen, millimetergenau fahren um den andern Autos, Stützsäulen, oder Hausmauern knapp fernzubleiben.

Denn noch viel extremer als beim Fahren wird es mit dem Parken. Baulich begrenzt auf 2,35 - 2,50 x 5m bleibt der Tür kaum Platz, um sich für ein vernünftiges Ein- und Aussteigen zu öffnen. Stellen wir uns drei Parkplätze von je 2,35 m zwischen 2 Stützsäulen vor. Auf dem linken Platz steht ein Audi Q7 mit 1,98 m Breite, rechts ein Porsche Panamera mit 1,93 m. Der Platz in der Mitte wäre frei, aber mit einem 5er BMW mit 1,86m hätte man keine Chance. Ich kann das Auto noch knapp zwischen die beiden andern fahren, aber an ein Aussteigen ist dann leider nicht mehr zu denken. Die drei Autos nehmen ohne Spiegel 5,77m in Anspruch, bei einer Gesamt-Parkbreite von 7,05m bleiben genau 1,28m Freiraum für die Türen. Das klingt nach genug Luft für den Ausstieg, aber parken immer alle Autos perfekt in der Mitte des Feldes? Kaum; und schon hat man ein Problem, oder eine ärgerliche Beule.  

Ich frage mich wirklich, wozu wir denn so grosse und immer grösser werdende Autos brauchen. Sicherheit ist vermutlich das Hauptargument. OK, Airbag und Knautschzonen müssen verarbeitet werden. Aber passieren nicht viele Unfälle infolge Fahrbahnabweichungen unkonzentrierter Fahrer? Womöglich könnten ja 40 cm mehr Luft zwischen den Fahrzeugen mehr Leben retten als die Luft im eingebauten Seiten-Airbag?

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