Überraschende Parallelen

Bruno von Rotz
09.05.2020

BMW i8 und Alfa Romeo Montreal (© Bruno von Rotz)

Auf den ersten Blick und vielleicht auf einen zweiten haben die beiden abgebildeten Sportwagen – links der BMW i8 und rechts der Alfa Romeo Montreal – kaum etwas gemeinsam. Immerhin liegen 50 Jahre zwischen den beiden Autos, 1970 wurde nämlich der Montreal als Serienfahrzeug in Genf erstmals präsentiert, vor wenigen Monaten wurde der letzte BMW i8 gebaut. Speziell die Antriebstechnik – V8 Frontmotor im Montreal, Hybridantrieb vorne/hinten im i8 – wirkt kaum vergleichbar.

Doch wer sich ein wenig eingehender mit dem BMW und dem Alfa beschäftigt, der wird einige überraschende Parallelen finden.

In beiden Fällen handelte es sich ursprünglich nämlich um ein Showcar, das vor allem ästhetisch überzeugen sollte. Sie waren beide echte Styling-Statements, die eine Richtung weisen wollten.

Alfa Romeo Montreal Prototyp 1967

1967 zeigte Alfa Romeo das von Marcello Gandini gezeichnete Coupé an der Weltausstellung in Montreal, 2009 stellte BMW das Konzeptfahrzeug „BMW Vision Efficient Dynamics“ an der IAA in Frankfurt.

BMW Vision EfficientDynamics 2009 (© BMW AG)

Es dauerte also im Falle des Alfas drei Jahre (und für die Käufer sogar vier), im Falle des BMW fünf Jahre, bis aus dem Showcar ein Auto wurde, das man sich zuhause in die Garage stellen konnte.

Bei beiden 2+2-Sportwagen aber blieb die Serienversion sehr nahe an den Prototypen, auch wenn aus kommerziellen Gründen natürlich das Eine oder Andere aus dem bestehenden Ersatzteilregal kommen musste.

BMW i8 und Alfa Romeo Montreal (© Bruno von Rotz)

Sowohl der Alfa als auch der BMW liefen mit deutlich stärkeren Antrieben vom Band als ursprünglich präsentiert.

BMW i8 und Alfa Romeo Montreal (© Bruno von Rotz)

Allerdings gibt es auch weniger erfreuliche Parallelen, denn weder der Alfa noch der BMW verkaufte sich so gut, wie es sich die Werke erhofft hatten und vermutlich wurde kaum oder nur wenig Geld damit verdient, so dass sie nach vergleichsweise kurzer Bauzeit, nämlich in beiden Fällen nach rund sechs Jahren, wieder eingestellt wurden.

BMW i8 und Alfa Romeo Montreal (© Bruno von Rotz)

Ach ja, es gibt noch eine Parallele, über die man nachdenken könnte. Der Alfa mit dem V8-Motor und Spica-Einspritzung galt schon immer als anspruchsvolle Primadonna und auch der BMW ist mit all seiner technischen Komplexität nicht gerade der Traum des heimischen Schraubers. Für den Montreal gibt es heute allerdings ausgefuchste Spezialisten, hoffen wir, dass auch der Besitzer eines i8 in 5, 10 oder 20 Jahren noch auf die Hilfe der nötigen Fachleute zurückgreifen kann.

P.S. Was immer wieder überrascht, wenn man alte Autos neben moderne Fahrzeuge stellt, sind die gewachsenen Dimensionen. Der BMW i8 ist fast 30 cm breiter als der Alfa Romeo Montreal, dazu fast 50 cm länger, bei etwa gleicher Höhe. Im Vergleich zum i8 wirkt der Montreal auf dem ersten Bild, das ohne Tricks aufgenommen wurde, fast wie ein Zwerg!

P.S.2. Für einmal war der Weisse wohl der Grünere in diesem "Vergleich", wobei man sich natürlich auch darüber trefflich streiten kann ...

Archivierte Einträge:

von ka******
12.05.2020 (11:20)
Antworten
Auch wenn die Teutonen abkupfern was das Zeug hält. Italianita kann nur in Italien entstehen. Deshalb kaufen sie Design und Designstudios in Italien ein und auf. das ist irgend wie Grotesk.
von Cr******
12.05.2020 (08:10)
Antworten
Bezüglich "Wachstum" der neueren Autos muss man sich nicht wundern, da offenbar nur noch Autofahrer im Verkehr überleben, welche 5*-test-geprüfte 2m x 5m Panzer fahren und dafür weder parken noch auf ihrer Fahrspur bleiben vermögen. Natürlich hilf die passive Sicherheit für den Ausnahmefall eines Unfalles. Ich plädiere aber für mehr Fahr-Ausbildung anstatt Transport von 2 Tonnen für 80kg Mensch! Dann soll auch noch das autonome Fahren die menschliche Vernunft ablösen. Das stelle ich in Frage. Das dürfte aber im Zeitalter der Vollkasko-Mentalität eine veraltete Einstellung sein.
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