Ford Nucleon - warum nicht mit Atomantrieb?
In den Fünfzigerjahren herrschte der Glaube und die Hoffnung, dass Technik fast alle Probleme lösen könne. Und man blickte voller Optimismus in die Zukunft, gab der Mobilität volle Priorität und suchte nach neuen Rezepten, um das Autofahren günstiger, komfortabler und schneller zu machen.
Fords Atomauto passte perfekt in diese Zeit. Der Ford Nucleon wurde 1957 vorgestellt und er sah schon im Stand atemberaubend aus. In seinem Heck brummte keiner der üblichen V8-Motoren, sondern summte ein ausgewachsener Atomreaktor. Er hätte den Wagen über 8000 km ohne Nachtanken und in schneller Fahrt über Highways gejagt und der Käufer hätte sich sogar die Charakteristik der Antriebsquelle wünschen können, von sportlich bis besonders energieeffizient.
Um die doch gewichtige Antriebsquelle sicher unterzubringen, waren die Passagiere vor die Frontachse gesetzt wurden, es handelte sich also um einen in Frontlenkerbauweise ausgeführten Pickup ohne Ladefläche, der überaus futuristisch aussah und es sogar als Vorlage für Automobile in Computerspielen schaffte.
Man stellte sich damals schon Strassen voller Atomautos vor. Doch bekanntlich kam es anders, nicht nur wegen Harrisburg oder Tschernobyl, die erst viel später passierten. Die Technik machte damals im Bereich kleiner Atomreaktoren und deren Isolation nach aussen deutlich weniger schnell Fortschritte, als dies erwartet worden war. Und gleichzeitig stieg die Angst der Menschen vor diesen doch nicht ganz ungefährlichen Energiequellen. Man erkannte, dass es nicht besonders praktisch sein würde, wenn aus grösseren Autounfällen auch noch Atomkatastrophen würden. Und auch das Abfallproblem stand weit weg von einer Lösung.
So kam der Ford Nucleon gar nie in Fahrt, es blieb bei einem Modell, das knapp halb so gross wie das geplante Serienfahrzeug war und das schliesslich ins Museum gestellt wurde. Auf den Atomantrieb im Alltagsauto warten wir noch heute.

































