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Kaum einer verdient Geld mit seinem Oldtimer-Fahrzeug

Bruno von Rotz - 29.02.2016

Umfrage 53 - Geld verdienen mit dem Oldtimer

Über das letzte Jahrzehnt wurde viel über den Oldtimer als Investition geschrieben und die Tagespresse preist gerne das Bild vom boomenden Oldtimer-Markt. Preisrekorde werden gefeiert und mancher Fahrzeugtyp scheint Jahr für Jahr um zweistelligen Prozentzahlen zuzulegen. Aber dies ist vielleicht nur die eine Seite. Auf der anderen Seite befinden sich  die Besitzer von alten Autos, die ab und zu einmal eines kaufen oder verkaufen und sie pflegen und auf der Strasse halten. Werden sie damit wirklich wohlhabender?

Wir haben die Zwischengas-Leser gefragt und die Antworten zeigen, dass nur gerade 17% der Antwortenden finden, dass sie in den letzten zehn bis zwanzig Jahren Geld mit ihren Autos verdient haben.

Das Gros der Oldtimer-Besitzer aber, oder rund 82%, haben draufgelegt, wobei es hier schon Abstufungen gibt, wie die genaue Auswertung der Antworten zeigt:

Antworten zur Frage der Woche - Geld verdienen mit dem Oldtimer

Es bestätigt sich hier, was im Prinzip auf der  Hand liegt. Die meisten von uns besitzen keinen Ferrari 250 GTO oder BMW 507, sondern Klassiker wie den Alfa Spider, den MG B, den Renault 4CV oder den Opel Kadett. Diese steigen zwar auch im Wert, aber wenn aus 10’000 dann einmal 20’000 Euro (oder Franken) werden, reicht dies nicht annähernd dafür, Wartungs- und Erhaltungskosten zu decken.

Bereits haben wir die nächste Frage der Woche gestellt, dieses Mal geht es darum, ob wir moderne Accessoires in unseren alten Autos mitführen und welche das sind.

Die Ergebnisse der bisherigen Fragen der Wochen können alle in einem eigens eingerichteten Themenkanal nachgelesen werden.

 

Vor 40 Jahren war fast alles günstiger, vor allem die Oldtimer

Bruno von Rotz - 28.02.2016

BMW 507 an der Christie's Versteigerung von Genf 1976

Anlässlich des Genfer Autosalons fand vor 40 Jahre im März 1976 auch eine Versteigerung von Oldtimer-Fahrzeugen, durchgeführt von Christie’s statt. Die Automobil Revue berichtete damals ausführlich und schrieb von einer Baisse, da die Preise deutlich unter den Erwartungen blieben. Tatsächlich lagen die gebotenen Preise, auf die noch Bieteraufschläge und 14% Warenumsatzsteuer (WUST) kamen rund 22% niedriger als erwartet. Am Publikum aber fehlte es damals sicher nicht.

Viel Publikum an der Christie's Versteigerung von Genf 1976

Automobilhistoriker  Michael Sedgwick, der die Autionsfirma über die geschätzten Wertspannen beriet, erklärte den Rückschlag (die Auktion ein Jahr vorher war besser gelaufen) unter anderem mit der Rezession, war aber überzeugt, dass die beobachtete Baisse nur von vorübergehender Natur sein würde. Wie recht er hatte.

Interessant fand Roger Gloor, der für die Automobil Revue damals über die Versteigerung berichtete, Sedgwicks Hinweis, dass durch die Generationenverschiebung auch Nachkriegswagen mehr und mehr von Oldtimer-Käufern als begehrenswerte Jugenderinnerungen betrachtet werden und dass anderseits vor 1931 gebaute Wagen wegen der nun verlangten minimal-technischen Ausrüstung, wie zum Beispiel Vierradbremsen, an Gebrauchswert verlieren würden. Und das war vor 40 Jahren!

MG TC und BMW 327 an der Christie's Versteigerung von Genf 1976

Wenn man die Ergebnisse und die erzielten Schweizer-Franken-Preise (eine DM war damals fast genau einen Franken wert) heute analysiert, dann fallen zwei Dinge auf. Autos mit sechsstelligen Werten gab es damals eigentlich nicht und die Schere zwischen den einzelnen Wertentwicklungen hat sich gewaltig aufgetan. Beispiele gefällig? Ein MG TC (1946) wurde 1976 für CHF 17’000 zugeschlagen, heute wäre er vielleicht CHF 35’000 bis 45’000, also rund das Doppelte wert. Ein BMW 507 (1958, Bild oben) kostete den Käufer CHF 28’000 (vor Kommissionen/Steuern), heute reicht das Zwanzigfache sicherlich nicht aus. Ähnliches gilt für die beiden Ferrari 195 und 212, die zum Preis eines damaligen Mittelklasse-Mercedes-Neuwagen versteigert wurden. Zwei Mercedes-Benz 300 SL Flügeltürer wurden für 36'000 respektive 40'000 Franken zugeschlagen ...

Mit einem Einsatz von etwa CHF 200’000 hätte man also damals Autos kaufen können, die heute zusammen annähernd 20 Millionen (CHF oder Euro) wert wären. Nur hätte man die richtigen auswählen müssen. Bei “falscher” Auswahl aber hätte man heute nach Abzug aller anfallenden Kosten wohl eher weniger als mehr Geld.

Für die Zahleninteressierten unter unseren Lesern geben wir hier die kompletten Ergebnisse der Versteigerung vom März 1976 wieder:

Fahrzeuge Jahr cm3 SP von SP bis Hgebot % Est
Motorrad Rudge-Whitworth Ulster GP 1933 500 4000 4500 2800 0.66
Rennmotorrad Norton Speciale 1960 500 4500 6000 3600 0.69
Rennmotorrad Vincent Black Lightning 1948 998 5500 6500 4800 0.8
Dampfautomobil Grout Runabout 1899   42000 49000 28000 0.62
Hispano-Suiza Torpedo Sport 1910 3618 40000 45000 35000 0.82
Oldsmobile Serie 54 Torpedo 1914 7333 75000 90000 68000 0.82
Steyr Typ IV Torpedo 1921 1814 38000 42000 32000 0.8
Delage D. I longue Torpedo 1924 2121 35000 40000 30000 0.8
Rolls-Royce 20 HP Torpedo-Cabriolet 1926 3127 32000 40000 32000 0.89
Chrysler 70 Roadster 1926 3568 12000 16000 9500 0.68
Fiat 509 S Sportroadster (Moderna) 1928 990 17000 24000 17000 0.83
Auburn 8-120 Speedstar Boattail 1929 4934 50000 72000 38000 0.62
Rolls-Royce 20 HP (Cabriolet Salmons) 1929 3127 24000 28000 19000 0.73
Isotta Fraschini 8A (Sala) 1929 7372 65000 75000 50000 0.71
Packard 726 Coupé 2+2 1930 5342 34000 42000 30000 0.79
Ford A 1930 3285 9500 12000 7500 0.7
Rolls-Royce 20/25 HP (L de V. Barker) 1933 3669 23000 25000 18000 0.75
Plymouth PC 1933 3132 8000 11000 9500 1
Mercedes-Benz 200 lang 1935 1962 21000 24000 16000 0.71
Rolls-Royce 20/25 HP (Lim. Thrupp/M.) 1935 3669 24000 30000 20000 0.74
BMW 327/8 Cabriolet 1938 1971 18000 20000 18000 0.95
Talbot T 15 1936 2696 16000 20000 13000 0.72
Morris 8 HP Serie II 1938 918 3700 4500 3200 0.78
Ford V8 Cabriolet 1938 3622 14000 17000 13500 0.87
Rolls-Royce 25/30 HP Landaulette 1938 4257 45000 70000 40000 0.7
Lagonda V12 Short Cabriolet 1938 4480 45000 52000 40000 0.82
Daimler Serie V (Lim. Hooper) 1939 4624 6000 12000 8500 0.94
Lagonda V12 Sportlimousine (Freestone/W.) 1939 4480 37500 46000 30000 0.72
MG Midget Serie TC Sportroadster 1946 1250 15000 19000 17000 1
Packard Custom 8 Serie 2126 1947 5832 18000 22000 14000 0.7
Austin 16 HP Serie FL 1 1949 2199 8000 12000 7500 0.75
Rolls-Royce Silver Wraith (Young) 1949 4257 30000 37000 30000 0.9
Ferrari Tipo 195 2+2 (Ghia) 1950 2340 30000 40000 30000 0.86
AC 2 L Saloon 1950 1991 7500 9500 6500 0.76
Bentley Mk VI Cabriolet (Graber) 1951 4566 28000 35000 22000 0.7
Rolls-Royce Silver Dawn (Ghia) 1952 4566 28000 35000 25000 0.79
Mercedes-Benz 300 S Coupé 2+2 1952 2996 35000 40000 28000 0.75
Bentley Mk VI Empress (Hooper) 1952 4566 22000 27000 22000 0.9
Hotchkiss Gregoire 11 CV 1953 2188 6000 7000 4000 0.62
Alfa Romeo 1900 Corso (Pininfarina) 1953 1884 11000 15000 11000 0.85
Ferrari Tipo 212 Inter Coupé (Vignale) 1953 2562 28000 30000 20000 0.69
Alvis 3 L Serie TC Cabriolet (Graber) 1954 2933 14000 18000 12000 0.75
Facel-Vega FVS Coupé 2+2 1955 4768 17000 20000 11500 0.62
Jaguar XK 140 Cabriolet 1955 3442 11000 13000 12000 1
AC Ace 2 L Sportroadster 1955 1991 10000 13000 8500 0.74
Mercedes-Benz 300 SL (Flügeltüren) 1955 2996 42000 48000 40000 0.89
Mercedes-Benz 300 SL (Flügeltüren) 1955 2996 42000 48000 36000 0.8
MG TF 1500 Sportroadster 1955 1466 15000 18000 12000 0.73
Talbot Lago America Coupé 1956 2580 19000 23000 15000 0.71
Nash Metropolitan 561 Cabriolet 1957 1489 6600 8600 6500 0.86
BMW 507 Cabriolet 1958 3168 37000 43000 28000 0.7
Jaguar XK 150 S Coupé 2+2 1959 3781 11000 14000 12500 1
Mercedes-Benz 300 SL Cabriolet 1962 2996 27000 30000 24000 0.84
Jaguar E-Type Coupé 1962 3781 6000 7000 5500 0.85
Iso-Rivolta IR 340 (Bertone) 55 Fahrzeuge 1964 5359 16000 20000 13000 0.72

 

 

Die ganze automobile Geschichte von Turin auf ein paar Quadratmetern

Jon Winding-Sorensen - 27.02.2016

Fiat 500 auf dem Stadtplan von Turin (© Daniel Reinhard)

Versteckt zwischen all den wundervollen Fotos von Daniel Reinhard im Artikel zum Automobil Museum von Turin (Museo dell’Automobile) verbirgt sich ein Schatz an Informationen, der mehr als jedes Buch oder Geschichte die Bedeutung von Turin als Autostadt bezeugt.

Natürlich entdecken die Augen zuerst den niedlichen Fiat 500 in der Ecke und die bekannte “Mole Antonelliana” im Hintergrund. Erst wenn man die Fläche durchquert, beginnt man zu verstehen, um was es bei dieser Installation eigentlich geht - und man beginnt automatisch den Boden zu inspizieren beginnen.

Die gesamte und von Glas bedeckte Fläche zeigt den Stadtplan von Turin. Man erkennt den Po, der sich durch die Stadt schlängelt, die Bahnlinien, die bei der Statzione Porta Nuova zusammenfinden. Man identifiziert die typischen quadratischen Strukturen, die das Stadtzentrum ausmachen, die grossen Ein- und Ausfallstrassen ...

Das Esentielle aber sind die vielen farbigen Aufkleber, die an verschiedenen Stellen auf dem Stadtplan angebracht sind. Diese illustrierten die Aktivitäten der Automobilindustrie in Turin vom ersten Tag an. 1898 entstand der erste Welleyes Zweisitzer, der mehr oder weniger direkt zur Entstehung von Fiat (1899) führte.

Das war der Anfang einer stetigen Entwicklung, die nie aufhörte, wie es der Plan deutlich zeigt. Man kann zum Beispiel erkennen, wie die die frühen Aktivitäten von Ceirano gleich beim Corso Massimo d’Azeglio konzentriert waren. Als sie aber Scat gründeten, mussten sie in Richtung Süden ziehen, weil wie mehr Platz brauchten.

Fiat - Museo dell'Automobile Torino

Interessant ist es auch zu sehen, wieviele Werkstätten Bertone nutzte, bis die Arbeiten ausserhalb der Stadt zusammengezogen werden konnten. Man sieht, dass OSI sehr nahe von der Stelle gegründet wurde, wo auch Ghia war, aber auch Pietro Frua war ein enger Nachbar. Dies wiederum bestätigte für mich, dass die flachen gelben Gebäude, die man sieht, sobald man aus dem Porta Susa Eisenbahntunnel herauskommt, offensichtlich zur alten Ghia-Fabrik gehörten, heute offensichtlich ungenutzt.

Ghia - Museo dell'Automobile Torino

Und dann Viotti, die nur gerade einen Steinwurf entfernt von der zweiten Itala-Fabrik ihre Zelte aufgeschlagen hatte. Spannend!

Dieser Stadtplan half mir, Abarths erste Turiner Adresse zu finden. Ich wollte den 204 feiern, ein Auto, das gleichzeitig der letzte Cisitalia und der erste Abarth war. Und ich hätte es wohl wissen müssen: Als Carlo Abarth von Bologna, wo seine Firma ursprünglich sesshaft war, nach Turin zog, führte in sein Weg direkt in die Via Trecate 10, die Adresse der ursprünglichen Cisitalia-Werkstätten. Es war mir also ein Leichtes, meine kleine Feier zu veranstalten.

Moretti - Museo dell'Automobile Torino

Als ich im Museum von Turin über den gläsernen Boden wanderte, war es mir, als ob ich mich durch ein riesiges Lexikon bewegte. Nach einiger Zeit vergass ich völlig, nach was ich eigentlich suchte, soviele neue Fakten entdeckte ich.

Franco - Museo dell'Automobile Torino

Im Museum gibt es auch einen ganz ordentlichen Buchladen. Ich hoffe, dass ich mir dort bei meinem nächsten Besuch einen gedruckten Plan in hoffentlich etwas handlicherem Format erstehen kann, um dann ein paar Wochenenden mit weiteren “Ausgrabungsarbeiten” zu versüssen.

 

Häuser leben länger als Automarken

Bruno von Rotz - 26.02.2016

Gebäude der Auto-Import-Firma J.H. Keller im Jahr 1966

Im Jahre 1966 eröffnete die Auto-Importfirma J.H.Keller AG an der Vulkanstrasse 120 ihr neues Zentrum in Zürich-Altstätten, untergebracht in einem modernen Gebäude. 50 Jahre später steht das Gebäude, nur leicht verändert, noch immer an derselben Stelle, aber von den Automarken, die damals vertrieben wurde, hat keine einzige überlebt.

Gebäude der J.H. Keller AG im Jahr 2016

Tatsächlich musste sich die Familienfirma immer wieder den geänderten Gegebenheiten im Automobilumfeld anpassen.

Es war am 2. Juni 1933, als Heinz Keller die Sportcar AG gründete, welche später in die J.H.Keller AG und noch etwas später in die J.H.Keller AG Automobile umbenannt werden sollte.

Die Firma „Sportcar AG“. Importierte und verkaufte Sportwagenmarke der Marke MG in der ganzen Schweiz und übernahm die Untervertretung von Morris und Riley.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Firma „Sportcar AG“ im Juni 1947 in die Firma J.H.Keller AG umgewandelt und das erste Ausstellungslokal an der Bahnhofstrasse 1 eröffnet. Ein entscheidender Schritt in die Zukunft war der Kauf der Liegenschaft an der Vulkanstrasse 120 im Juni 1951.

In den Siebzigerjahren übernahm die J.H.Keller AG den Import und die Vertretung der American Motors Corporation, mit den Modellen Gremlin, Pacer, Javelin. Zusätzlich wurde 1976 die Vertretung der Marke Honda und ab 1977 Jeep übernommen.

Durch die Übernahme von AMC/Jeep durch Chrysler in Jahr 1988 wurde die J.H.Keller AG zum A-Händler für Chrysler und Jeep. An der Vulkanstrasse 120 war, auch dank stetiger baulichen Erweiterungen, alles unter einem Dach. Vor wenigen Jahren übernahm die J.H.Keller AG, die schon lange von Heinz Keller an die Nachkommen übergegangen ist, Vertrieb und Service für die Marken Skoda und Seat.

Ob die Familie Keller den (zumindest bei uns) verschwundenen Marken MG , Morris , Wolseley und Riley auch nachtrauert?

 

Motorentechnik war einst Kunst für Aug’ und Ohr!

Daniel Reinhard - 25.02.2016

Motor - Lamborghini (© Daniel Reinhard)

Als Motoren noch mit rein mechanischer Technik betrieben wurden, waren sie immer auch eine Augenweide. Ein Bugatti-Motor war schon für sich allein ein wunderschönes Kunstwerk, so toll, dass man sich ein derartiges Objekt ohne weiteres, wie eine Plastik, selbst im eigenen Wohnzimmer vorstellen könnte.

Motor - F1 damals (© Daniel Reinhard)

Ein V12 Maserati- oder auch Ferrari-Motor, frech beleuchtet bringt die Betrachter zum Staunen. Im eigenen Büro ein Honda V10 Triebwerk, wie es von Senna noch gefahren wurde, oder aus dem Porsche 917 einen luftgekühlten 12-Zylinder Boxer, wie er damals im Rücken von Siffert seinen Dienst tat, wäre interessanter als manche Skulpturen von denen man nicht genau weiss, was sie eigentlich darstellen sollten.

Motor - Ferrari 312 1967 (© Daniel Reinhard)

Da sind wir nun bei den heutigen F1 Turbo-Motoren angelangt. Man erkennt nicht mehr wirklich was es sein soll, optisch wirken sie wie ein geschredderter Haufen Metall. Man kann nicht einmal mehr sofort erkennen, wie viele Zylinder hier ihre Arbeit tun.

Im Auto eingebaut erinnert es mehr an Intensivstation als an Motorenbau. Einzig der Name wirkt zumindest bei den Stuttgartern unglaublich lang und geheimnisvoll: Mercedes-Benz AMG V6 Turbo PU106B Hybrid!

Äusserst erfolgreich war und ist dieser Motor, hat er doch die vergangenen zwei Jahre so alles gewonnen, was es nur zu gewinnen gab. Nun sind endlich ein paar Bilder des wohl bestbehütetsten Geheimnisses dieser Welt aufgetaucht.

Motor - Mercedes F1 (© Daimler AG)

Vom aktuellen Ferrari-, oder Renault-Motor gibt es nur ein paar schlechte, von weitem erhaschte, Bilder. Mercedes zeigt ihn jetzt endlich in Form von bearbeiteten Studioaufnahmen, denn die grossen Geheimnisse, sollte man da von aussen überhaupt etwas sehen können, liess man natürlich geschickt verschwinden.

Motor - Renault F1 (© Daniel Reinhard)

Wie toll war die Zeit als auch für Technik-Freaks viel geboten wurde. Man sah wie die damaligen Hightech-Motoren gewechselt, wie Getriebe neu abgestuft und überhaupt wie ein offener Rennwagen gewartet wurde. 

Motor Porche 911 2015 (© Daniel Reinhard)

Nicht nur im Sport verschwanden die sichtbaren Motoren, auch in der Serie sieht man ausser Plastikabdeckungen nicht mehr viel vom eigentlichen Herz. Vieles muss auf die Hülle geschrieben werden, damit man überhaupt noch weiss was darunter steckt. Beim aktuellen Porsche 911 sieht man vom Motor nicht einmal eine einzige Schraube mehr. Auch am Ton lässt sich nicht mehr wirklich viel erkennen. Die F1-Turbos klingen wie kaputte Nähmaschinen, die Audi Diesel Sportwagen sieht man lange bevor man etwas von ihnen hört und was man schlussendlich vernimmt, sind vor allem Abrollgeräusche. Auch unsere Serienautos sind am Motor nicht mehr wirklich zu erkennen.

Dagegen konnte man einen Doppelnockenwellen-Zweiliter von Alfa Romeo eindeutig vom V6 des GTV6 unterscheiden. Ein R4, ein 2CV und ein Käfer konnten selbst von Schwerhörigen auseinandergehalten werden.
Aber was kann man schon von unserer heutigen Gesellschaft verlangen, wo bereits zur Diskussion steht, ob man Kirchen- und Kuhglocken nicht doch besser verbieten sollte. Vielleicht gelten ja auch bald Wasserfälle, Vogelgezwitscher, oder das Rauschen des Meeres als Ruhestörung.

Auch wenn die heutigen Motoren ein Vielfaches besser sind als ihre historischen Vorgänger, so haben sie trotzdem massiv an Attraktivität verloren. Das zeigen deutlich all die Menschentrauben die sich immer wieder um einen 16 Zylinder Auto-Union, oder den feuerspeienden Fiat, bilden.

Motor - Fiat 1913 (© Daniel Reinhard)

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Entdeckerreise auf dem Autofriedhof von damals

Bruno von Rotz - 24.02.2016

Autofriedhof im Jahr 1976

Vor rund 40 Jahren wurde dieses Foto aufgenommen, es zeigt einen Autofriedhof, von denen es damals noch viele gab. Für den Oldtimer-Enthusiasten aber sind es vor allem die heute als Klassiker geltenden Autos, die den Reiz der Aufnahme ausmachen.

Haben Sie den BMW 600 erkannt, die verschiedenen Renault Dauphine und natürlich die zahlreich vorhandenen VW Käfer? Kann man da eine Alpine A106 erkennen oder einen Fiat 850 Spider? Es war auch auf dem Autofriedhof der Siebzigerjahre so, dass primär die Brot&Butter-Autos zu finden waren, einen Ferrari oder einen Aston Martin schmiss man natürlich schon damals nicht mehr weg.

Sollten Sie über ähnliche alte Fotos verfügen, dann zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Wenigstens die Aufnahmen sollen (digital) überleben, wenn schon die Autos in die ewigen Jagdgründe zogen ...

 

Marie Kondo und warum sie beim Oldtimer nicht recht hat

Bruno von Rotz - 23.02.2016

Marie Kondo und ein Oldtimer - Montage

Kennen Sie Marie Kondo ? Haben Sie vielleicht sogar eines Ihrer drei Bücher gelesen? Marie Kondo ist ein Ordnungsfanatiker und ihre millionenfach verkauften Bücher bringen einem bei, wie man Ordnung schafft und hält. Das Prinzip ist einfach und es lautet vereinfacht gesagt, dass man wegwerfen soll, was einem nicht wirklich am Herz liegt und dass man den (geringen) Rest nach festen Regeln ablegen/versorgen soll. Simpel.

Aber gottseidank halten sich nicht alle Menschen an diese Devise und vor allem nicht schon seit Jahrzehnten und Jahrhunderten. Denn was für den modernen Menschen heute durchaus funktionieren mag, hätte schreckliche Folgen für das klassische Automobil gehabt. Praktisch gäbe es nämlich kaum Oldtimer, wenn alle Leute ihre Autos entsorgt hätten, sobald sie keine Freude mehr daran gehabt hätten. Und es gäbe keine alten Magazine und Bücher über die Autos von früher mehr, denn sie wären im Altpapier gelandet, sobald sie den Status “Lieblingsbuch/-heft” verloren hätten. Und gleiches gilt auch für Ersatzteile und all das Allerlei, das heute zum klassischen Auto und seinem Umfeld gehört, seines nun Neon-Leuchtzeichen von damals oder die alte Werkstatteinrichtung.

Ordnung und der Fokus auf das Wesentliche haben sicherlich viele Vorteile, aber wir sind heute froh um all die Sammler und Enthusiasten, die Tausende von Zeitschriften, einst unnütze Zubehör- und Ersatzteile und natürlich auch die alten Autos aufgehoben haben, so dass wir uns heute noch daran erfreuen können.

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Wäre das heute noch denkbar?

Bruno von Rotz - 22.02.2016

Sbarro Tipo America von 1976 am Genfer Autosalon 1976

Man stelle sich diese Szene vor: Ein grosser deutschen Markenhersteller zeigt seine Neuheiten auf dem Genfer Autosalon und gleich vis-à-vis hat ein kleiner Betrieb einen Stand und stellt eine Replica eines früheren Autos des Nachbars aus.

So geschehen 1976, als Franco Sbarro seinen Tipo America, der eine Neuinterpretation des BMW 328 darstellte, gleich gegenüber den Neuwagen von BMW platzierte. Und keiner störte sich wohl daran. BMW war froh darüber, Sechszylindermotoren liefern zu können, Sbarro freute sich über den guten Besucherstrom.

Heutzutage wäre ein Skandal noch das geringste, was aus einer derartigen Situation entstehen könnte, vermutlich würde der Hersteller sofort juristisch abgemahnt, die Nachbaufahrzeuge gleich zerstampft und zerstört.

Aber früher war halt manches anders und vielleicht auch besser ...

Den gesamten Rückblick auf den Genfer Automobilsalon von 1976 gibt es hier ...

 

Was macht der Benzinpreis?

Bruno von Rotz - 21.02.2016

Benzinpreis 1976 in Deutschland

Das Bild stammt aus dem Jahr 1976 und aus Deutschland. Damals lag der Benzinpreis unter einer Mark, das wäre heute rund ein halber Euro!

In jener Zeit scheuten sich offensichtlich die Erdölfirmen und Tankstellen die “Schallmauer” von einer DM zu überschreiten.

Ob sie sich wohl vorstellen konnten, dass selbst ein Benzinpreis von zwei Euro (also fast vier DM) einige Jahrzehnte später zum Thema werden würde?

 

Dröhnende Motoren in London

Paolo Pedersoli - 20.02.2016

Eindrücke von der London Classic Car Show 2016

Seit vorgestern findet in London die Classic Car Show statt und noch bis am Sonntag (21. Januar 2016) wird sie für einiges Interesse in der Finanzmetropole sorgen, zumal sie 100% grösser ist als die Erstauflage im vergangenen Jahr.

Eindrücke von der London Classic Car Show 2016

Viele VIP-Gäste wie Gordon Murray, Bruno Senna, Ari Vatanen, David Richard oder Jensen Button sind unterwegs, um sich ein paar klassische Autos anzusehen. Auch Jody Scheckter wurde gesichtet, als er sich einige Autos sehr genau betrachtete.

Eindrücke von der London Classic Car Show 2016

Das Publikum kommt ansonsten vorwiegend aus der City, die Eintrittspreise sind auch nicht bescheiden.

Eindrücke von der London Classic Car Show 2016

Grosse Händler, Restaurierer und allerlei andere Dienstleister und Spezialisten führen ihre aktuelle Ware vor. Die Stimmung ist geprägt vom typisch britischen Mix aus Eleganz und Exotik, alles mit Niveau dargelegt. Und ohne Angst vor Modernem.

Eindrücke von der London Classic Car Show 2016 - Grand Avenue

Eine der Hauptattraktionen ist natürlich die “Grand Avenue”, quasi ein Pistenstreifen, die die erste Halle in der Mitte teil und von allerlei heissem Gefährt von McLaren F1 bis zum Nissan Skyline befahren wird.

Für den Aussteller beeinträchtigt dies für einige Zeit das Geschäft, denn Gespräche sind dann nicht mehr ernsthaft zu führen, für den Besucher und Fan sind die Fahrdemo aber sicherlich das Tüpfelchen auf dem “i”.

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