Zurück für die Zukunft

Bruno von Rotz
04.02.2016

Testfahrten im Porsche 718 RSK im Jahr 1957 (© Porsche AG)

Porsche hat eben den neuen Boxster vorgestellt und nicht nur die neue Bezeichnung - 718 - lässt aufhorchen.

Tatsächlich weist sein Mittelmotor vier Zylinder in Boxeranordnung auf. Jawohl, genau wie damals im Porsche 718 RSK.

Posche 718 Boxster und Boxster S im Jahr 2016 (© Porsche/Werk)

In der Pressemitteilung liest sich das so:
“Die neuen Mittelmotor-Roadster mit Vierzylinder-Motoren: Porsche 718 Boxster: 20 Jahre nach dem Debüt des ersten Boxster stellt Porsche seine Mittelmotor-Roadster neu auf: Die neue Modell-Generation heisst 718 Boxster und 718 Boxster S. Die offenen Zweisitzer sind leistungsstärker und zugleich effizienter. Mit ihnen knüpft Porsche an die Tradition der Vierzylinder-Boxermotoren der 718 Mittelmotor-Sportwagen an. Er gewann in den 1950er und 1960er Jahren zahlreiche Rennen, darunter die legendäre Targa Florio und Le Mans.”

Wir haben dies bereits früher etwas umfassender dokumentiert, nämlich in einem umfangreichen Fahrzeugbericht . Hier nochmals in Kürze: Der Vierzylinder-Boxer im damaligen Rennwagen 718 RSK kam 1958 auf 142 PS bei 7500 U/min, 1959 auf 148 PS bei 8000 U/min. Die Grenzdrehzahl war 8400 U/min, 0-100 km/h in 9 sec und 250 km/h wurden genannt. Im Rennen wurde es den Fahrern untersagt, über längere Strecken höher als 7’600 Umdrehungen zu fordern, kurzfristig aber waren 8’000 U/min gestattet. Die stärksten Modelle kamen dann mit 1,6 Litern Hubraum sogar auf über 160 PS, während das Gewicht bei unter 600 kg blieb.

Die heutigen 718 Boxster sind da deutlich kräftiger, sie leisten nämlich 300 oder 350 PS mit zwei respektive 2,5 Liter Hubraum. Und dies dank Turboaufladung, die gab es 1958 noch gar nicht in einem Auto.
Allerdings wog der 718 RSK nicht einmal die Hälfte des modernen Sportwagens, aber es war auch nichts dran, was ihn am Siegen hätte hindern können, ganz im Gegensatz zum modernen Boxster, wo natürlich alle Annehmlichkeiten des Lebens mitgeführt werden müssen oder dürfen.

Porsche 718 RSK im Renneinsatz 1958 (© Porsche AG)

Downsizing wird vor allem bei der Motorgrösse gemacht, leider nicht beim Gewicht. 1355 kg wiegt heute der leichteste Boxster, weniger als 600 kg waren es beim 718 RSK von 1958. Trotzdem dürfte der moderne im Vergleich zu seinem Ahnen kaum einen Drittel der Benzinmenge pro 100 km verbrauchen, das ist auch Fortschritt.

Unser Wunsch für den Genfer Automobilsalon: Stellt doch einen 718 RSK neben den 718 Boxster, bitte!

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