... und wieso fluten wir unsere Städte nicht?
Autos sollen die Städte verlassen. Immer mehr Hindernisse werden den Automobilisten beim Befahren von Stadtgebieten in den Weg gestellt. Begonnen hat es schon in den Achtzigerjahren in Mexiko-City, als man Autos mit bestimmten Endzahlen im Kennzeichen an einigen Daten vom Verkehr ausschloss. Es kamen dann die Umweltzonen, in den deutschen, aber auch anderen Innenstädten. Das erhoffte Ziel: Kein Feinstaub in der Innenstadt. Natürlich erhielten nicht alle Autos die begehrte Plakette, die die Zufahrt erlaubt. Ältere Autos mussten draussen bleiben, selbst fahrenden Kulturgütern wurde teilweise die Plakette verweigert. Der ausserhalb abgegebene Feinstaub erreichte natürlich die Innenstädte genauso wenig wie der Blütenstaub, meinten die Initianden. Dass dann auch noch Abgasschummler Plaketten erhielten, machte die Sache nicht besser. In vielen Städten wie Zürich baut man immer mehr gut gelegene Parkplätze ab und die wenigen noch vorhandenen werden immer teurer. Rund 12,4 Sekunden nach Ablauf der Parkzeit hängt auch schon eine Busse unter dem Scheibenwischer. Und die Strassen werden mit all den "Verkehrsberuhigungen" und 30-er-Zonen zur Tortur.
So muss man doch beim Besuch der wunderschönen und absolut einmaligen Stadt Venedig, einem UNESCO-Weltkulturerbe noch dazu, schnell auf den Gedanken kommen, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, indem man ganz einfach alle an Seen grenzenden oder mit Flüssen durchzogenen Städte flutet. Die Autos wären damit schnell weg und die Stadt würde zur Touristenattraktion par excellence.
Allerdings gäbe es dann neue Probleme. Wie würde man die leeren Stadt- und Staatskassen, ganz ohne Park- und Geschwindigkeitsbussen füllen? Bringt doch schon eine einzige "Giraffe" (mobiler Radarkasten) in Lugano (Tessin, Schweiz) wie von "20Minuten" bestätigt in sechs Monaten rund 8 Millionen Franken an Bussgeldern in die Kantonskasse, Einnahmen mit denen die Verwaltungen heute fest rechnen.
Als alternative Lösung zum Fluten der Innenstädte werden auch autonome Objekte - bitte nennt doch diese Dinger nicht länger Automobile - gehandelt, sie sollen unsere Städte dank besserer Ausnutzung der Fläche und einer neuen “wir-teilen-alles”-Ökonomie entlasten. Aber woher kommt dann das Bussgeld? Der Insasse selbst kann ja bei einem Fehler des Objekts nicht mehr geahndet werden. Ganz fehlerfrei wird der Verkehr aber trotzdem sicherlich nicht ablaufen und es wird vermutlich zu Prozesslawinen kommen, um den wirklichen Verursacher zur Kasse beten zu können.
Was machen die autonom fahrenden Objekte, wenn sie keinen Parkplatz finden. Fahren sie im Kreis, ganz egal wie lang, bis der Passagier wieder am Strassenrand steht. Brauchen sie dazu dann auch noch eine grüne Vignette oder die richtige Endzahl im Kennzeichen?
Die Zukunft wird sicher nicht einfacher, traurig nur, dass das Automobil immer für fast alle negativen Aspekte als erstes den Motor hinhalten muss. Vergessen wir nicht, dass das Auto in den vergangenen Jahren um ein Vielfaches sauberer wurde, vor allem auch im Vergleich zu den Schiffen, die auf den Weltmeeren kreuzen. Moderne Automobile sind sauberer als alle Klimaanlagen, die in Asien an sämtlichen Fenstern für unterkühlte Räume sorgen und wohl umweltfreundlicher als der CO2-Ausstoss der milchliefernden Wiederkäuer.

































