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Geliebtes Lenkrad

Bruno von Rotz
29.10.2016

Interieur mit Momo-Lenkrad - Alfa Romeo Alfasud Ti 1.5 1979

Wer heute ein Auto kauft, kommt kaum auf den Gedanken, das Lenkrad auszutauschen, Airbag und Knöpfchensteuerung sei dank. Vielleicht bietet der Hersteller sogar zwei oder drei verschiedenen Lenkräder zur Wahl an beim Neuwagen, aber das war’s dann.

Früher, sprich vor 30 oder 40 Jahren war das anders. Damals wurde der Neuwagen mit dem dafür vorgesehen Lenkrad vom Hersteller ausgerüstet, wenn einem dieses nicht gefiel, dann suchte man sich auf dem Zubehörmarkt eine Alternative. Raid, Momo, Nardi oder Moto Lita hiessen Hersteller, die gerne ein schöneres, sportlicheres oder anders dimensioniertes Ersatzlenkrad anboten, ergänzt um ein Zwischenstück, das dann zwischen Lenksäule und Lenkrad passte und fahrzeugspezifisch war.

Alfa Romeo Alfasud ti 1.5 1979

Natürlich konnte man das Lenkrad nicht nur am Neu- sondern auch am Gebrauchtwagen wechseln. Als ich mein erstes eigenes Auto kaufen konnte, da kam sofort ein kleineres Momo-Sportlenkrad mit Lederummantelung hinein, welches das vergleichsweise wenig griffgünstige Serienteil im Alfasud ersetzte. Und als ich den Alfasud wieder verkaufte, ging das Lenkrad natürlich nicht mit, sondern wurde ins nächste Auto, passenderweise wieder ein Alfa Romeo, übernommen. Als auch dieser Wagen weichen musste, geschah wieder dassalbe. Wieder wurde das eigene Sportlenkrad demontiert, das originale eingebaut. Das ging nach Lösen von ein paar Schrauben blitzschnell, zumal ja beim Alfasud nicht einmal die Hupe im Lenkrad war, sondern bei den Lenkstockhebeln. Nachher ruhte das Lenkrad einige Jahre in der Garage, bis es dann, fast ein Jahrzehnt später nochmals zum Einsatz kam, im nagelneuen Mazda MX-5. Eine neue Nabe reichte und das Momo-Lederlenkrad verströmte auch im Japaner italienischen Chic.

Mit dem Mazda wurde es dann mitverkauft einige Jahre später, sonst wäre es vielleicht noch durch weitere Autos gegangen. Eigentlich schade, dass ich es nicht mehr habe. Denn heute könnte man es bei einem Youngtimer wieder einbauen. Gerade gestern habe ich jemanden getroffen, der genau das gemacht hat. Sein Lenkrad aus der Jugendzeit sitzt jetzt wieder im Oldtimer, den er sich frisch aufgebaut hat …

P.S. Weil man damals schon gerne das Lenkrad gegen schönere Ware austauschte, kann ein "falsches" Lenkrad auch heute noch im Oldtimer die richtige (nicht anstössige) Wahl sein, solange das eingebaute Lenkrad zeitgenössisch passt. Aus diesem Grunde findet man auch heute in vielen komplett restaurierten Autos beispielsweise ein Nardi-Lenkrad ...

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