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Archivierte Einträge:

Edelstahl-Karosserien, schon lange vor DeLorean

Bruno von Rotz - 31.05.2020

Edelstahl-Ford-Autos damals (© Worldwirde Auctioneers)

Das berühmteste Auto, das eine Edelstahlkarosserie aufwies, war eindeutig der DeLorean DMC-12 der frühen Achtzigerjahre. Er wurde immerhin knapp 9000 Mal gebaut. Das erste Edelstahl-Auto war er allerdings bei weitem nicht.

DeLorean DMC-12 in Genf 1981 (© Automobil Revue)

So gab es bereits Ende der Sechzigerjahre und anfangs der Siebzigerjahre in Deutschland einen Porsche 911 mit Edelstahlhaut und ein BMW 2800 CS Coupé mit Edelstahl-Karosserie. Wir haben darüber bereits einmal berichtet .

Auch ein Ford Thunderbird wurde 1960 mit Edelstahlkarosserie gebaut, dahinter stand die Firma “Allegheny Ludlum Steel”.

Ford Thunderbird mit Edelstahlkarosserie von 1960

Aber dieser Thunderbird war nicht das einzige Edelstahlauto von Allegheny. Mit einer Edelstahlkarosserie ausgerüstet wurden nämlich auch noch ein Ford Deluxe von 1936 und ein Lincoln Continental Convertible von 1967.

Edelstahl-Ford-Autos heute (© Worldwirde Auctioneers)

Diese drei Autos werden im September 2020 im Auftrag von Allegheny durch Worldwide Auctioneers versteigert.

Aber auch diese drei Wagen waren nicht die frühesten Edelstahlautos, Allegheny soll nämlich bereits 1931 drei Ford Model A mit “stainless steel” gebaut haben. Im Gegensatz zu Thunderbird, Deluxe und Continental wurden die Model A aber schon lange nicht mehr gesichtet, mehr als einer der drei Wagen soll gemäss Hemmings-Autor Daniel Strohl denn auch nicht überlebt haben.

 

Wie werden wir in 20 oder 30 Jahren über Design der Vergangenheit nachdenken?

Bruno von Rotz - 30.05.2020

BMW X2 von 2020 (© BMW AG)

Als neulich ein Bild des neuen BMW X2 über den Computerscreen flimmerte, da fragte ich mich, ob den Leute dieses doch etwas aufgedunsen wirkende Fahrzeuge wirklich gefällt. Dieser relativ kompakte SUV ist ja ein typisches Kind der heutigen Zeit mit einer aggressiven Front, hoher Gürtellinie, taillierten Flanken und relativ grossen Rädern.

Aber wie werden Betrachter diesen BMW in 20 Jahren einstufen? Wird er ihnen gefallen? Werden sie ihn als sammelwürdig ansehen?

Natürlich ist es schwierig, in die Zukunft zu blicken, also versuchen wir es doch einfach mit einer historischen Betrachtung und blättern 20 Jahre zurück, also ungefähr zur Jahrtausendwende.

Damals bescherte uns BMW den Z8 …

BMW Z8 von 2000 (© BMW AG)

… aber auch den X5.

BMW X5 von 1999 (© BMW AG)

Bei Mercedes-Benz gab’s die A-Klasse …

Mercedes-Benz A190 von 1999 (© Mercedes-Benz)

… und Fiat verkaufte den Multipla.

Fiat Multipla 1999 (© FCA Group / Fiat)

Und die Amerikaner liebten Fahrzeuge wie den F150.

Ford F150 von 1999 (© Ford)

Lange nicht alles, was damals angeboten wurde, dürfte heute als Designklassiker gelten, aber vielleicht sollten wir weitere zehn Jahre zurückblättern ins Jahr 1990.

Damals konnte man sich den 300 SL-24 von Mercedes-Benz kaufen …

Mercedes-Benz 300 SL-24 von 1990 (© Daniel Reinhard)

… oder einen Citroën XM.

Citroën XM von 1990 (© Werk)

Volkswagen hatte dem Golf eine Strasse-Rallye-Version zur Seite gestellt …

VW Rallye Golf von 1989 (© VW)

… und bei Volvo konnte man sich einen ziemlich kantigen Kombi namens 850 bestellen.

Volvo 850 Turbo von 1991 (© Volvo)

Und ein Toyota Corolla sah damals halt aus wie viele andere Japaner jener Zeit.

Toyota Corolla von 1991 (© Toyota)

Langer Rede kurzer Sinn, schon damals überzeugte uns nicht alles, was auf den Markt kam. Gekauft wurde es trotzdem, denn die Geschmäcker sind ja verschieden. Und 20 oder 30 Jahre später, da gefallen uns dann meist immer noch diejenigen Sachen, die uns schon damals positiv auffielen, selbst wenn wir sie zwischendurch nicht einmal mehr beachteten …

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Kein Spielzeug, und nur für Männer?

Bruno von Rotz - 29.05.2020

Matra-Simca Bagheera von 1975

Genau so hiess die Überschrift über der Werbung des Matra-Simca Bagheera : Kein Spielzeug. Dabei könnte man doch durchaus auf den Gedanken kommen, dass ein Bagheera mehr Freizeitgefährt als Geschäftswagen ist.

Matra-Simca Bagheera von 1975 - Details

Die Begründung aber, warum der Bagheera kein Spielzeug sein sollte, die lieferten die deutschen Werber via die Beschreibung der technischen Feinheiten des Wagens, etwa Mittelmotor und daher beste Strassenlage, hervorragend aerodynamische Kaosserie aus Fiberglas mit günstigem Luftwiderstandsbeiwert und daher schnell, oder Einzelradaufhängungen hinten und vorne und daher ein Kurvenflitzer.

Das Alleinstellungsmerkmal waren aber natürlich die drei Sitze nebeneinander, wobei allerdings der mittlere Schalensitz nur über einen Beckengurt verfügte.

Eine Erklärung, angeordnet beim Benzineinfüllstutzen, war aber wohl die gewagteste: “Irgendwann sollte jeder Mann mal an sich selber denken. Der Matra-Simca Bagheera kostet nur DM 16’307.

Ja, das war günstig, aber es soll auch viele Frauen gegeben haben, die den Wagen trotz dieses Spruchs gekauft haben.

Hier noch die ganze Werbung von damals, die natürlich im Zwischengas-Archiv in grosser Auflösung zu finden ist. Und einen ausführlichen Bericht über den flachen Sportwagen gibt’s auch bei uns online.

Werbung für den Matra-Simca Bagheera

 

Wir stehen auf das Auto

Bruno von Rotz - 28.05.2020

Glasspar G2 von 1952

Nein, das sollten Sie nicht einfach nachmachen, wenn Sie beispielsweise nächstes Mal einen Ferrari 275 GTS oder einen Jaguar E-Type sehen. Nur wenige Karosserien würden eine derartige Behandlung wohl ohne Schaden überstehen. In den Fünfzigerjahren aber wollte man mit diesem Foto eines Glasspar (einen Artikel über den amerikanischen Sportwagen gibt es natürlich auch) beweisen, dass Kunststoff-Karosserien eben stabiler seien.

Brütsch 1956

Doch nicht nur die Amerikaner standen (im wahrsten Sinne des Wortes) auf Kunststoff, auch der deutsche Rennfahrer und Kleinwagen-Konstrukteur Egon Brütsch. Ob sein Foto vom amerikanischen Glasspar beeinflusst war, ist nicht überliefert. Aber Brütsch arrangierte noch ein paar Leute zusätzlich auf der stabilen Kunststoffkarosserie, die allerdings ohne Räder und Achsen da stand. Die Aufhängungen wären wohl unter dem Gewicht kollabiert …

Einen Bericht über die besonderen Konstruktionen des Egon Brütsch ist bei uns in Vorbereitung …

 

Sind Oldtimer aus den Sechziger- oder Siebzigerjahren alltagstauglich?

Bruno von Rotz - 27.05.2020

Renault 4 CV (© Daniel Reinhard)

Diese Frage hören wir oft: “Ist dieser Oldtimer alltagstauglich?”. Gemeint sind meist Autos der Sechziger- oder Siebzigerjahre, z.B. ein Alfa Romeo 2000 Spider oder ein Triumph TR6, vielleicht auch ein Renault 4 CV (Heck/Crèmeschnittchen).

Die Antwort ist natürlich nicht so einfach, denn, wie jeder Berater sagen würde, “es kommt drauf an”.

Wenn ein moderner Autofahrer von heute “alltagstauglich” definieren müsste, dann würde das bedeuten, dass man sich am Morgen ins Auto setzen kann, auf den Startknopf drücken kann und dann losfährt, problemlos durch Staus und an jeglichen Arten von Hindernissen vorbeikommt, mal schnell mal langsam fahren kann und am Schluss den Wagen problemlos in die Parklücke setzen kann, ihn einfach abstellt und abschliesst. Fertig.

“Alltagstauglich” früher aber bedeutete, dass der Wagen im damaligen Alltag funktionierte und unter den Regeln, die damals galten. So stand vor 50 Jahren in vielen Gebrauchsanleitungen, dass man vor der täglichen Losfahrt die Flüssigkeiten überprüfen sollte und gegebenenfalls auffüllen musste. Alle 5000 km den Ölstand nachschauen, dies reichte vor einem halben Jahrhundert sicherlich nicht.

Bei der Startprozedur galt es einiges zu beachten, so musste der “Choke” bedient werden und eventuell der parallele Stromkonsum beschränkt werden. Zudem durfte man weder den Anlasser noch die Batterie überlasten, usw. Eine Panne ab und zu wurde nicht als “nicht alltagstauglich” interpretiert, man wusste sich früher ja meist selber zu helfen. Und dass ab und zu der Strom zum Start fehlte, war auch kein grosses Problem, man liess sich halt anschieben oder suchte sich ein Gefälle. Und dass man bei längeren Bergabfahrten die Bremsen schonte, war auch klar. Unterwegs achtete man immer auf die Instrumente und sorgte sich vor allem immer um die gesunde Temperatur des Motors. Langer Rede, kurzer Sinn: “Alltagstauglich” hatte vor 50 und mehr Jahren eine andere Bedeutung als heute.

Ein alter Wagen im guten Zustand, sauber gewartet und gepflegt, dürfte die Bedingungen an die “Alltagstauglichkeit” von damals auch heute noch erfüllen, mit modernen Autos kann er trotzdem in manchem Punkt nicht konkurrieren. Wer sich der Unterschiede bewusst ist, kann sicherlich auch ein altes Auto noch heute im Alltag einsetzen.

Wer aber vom modernen Toyota Prius ohne weiteres Vorwissen auf einen Opel Kadett A umsteigt, der sollte sich sorgfältig einführen lassen und sich darüber informieren, wie mit einem über 50-jährigen Auto umzugehen ist, damit es treu seinen Dienst verrichten kann.

 

Wenn die Autohersteller empfindlich reagieren

Bruno von Rotz - 26.05.2020

Ford Capri im Fahrleistungstest

Selbst eine Zeitschrift wie die Automobil Revue, hoch geachtet und für ihre eigene Meinung und die selbst erarbeiteten unabhängigen Messergebnissen in Testberichten berühmt und gefürchtet, musste sich ab und zu von Autoherstellern massregeln lassen. So hörten es die Herren der berühmten Automarken gar nicht gerne, wann man in einem Artikel erwähnte, dass die Rückleuchte schon von Autos anderer Hersteller genutzt worden war.

Und auch ein Peter Monterverdi konnte ziemlich unhöflich werden, wenn man ihm die profane technische Basis seiner Luxuskarossen vorwarf.

Ebenfalls unerwünscht war es, wenn Fahrleistungswerte unter den vom Werk kommunizierten Erwartungen blieben. Da kam dann der Chefentwickler schon einmal extra angereist, um den offensichtlich unfähigen Testfahrern zu beweisen, dass es auch schneller ginge. Und wenn es doch nicht klappte, dann wurde herumdiskutiert und auf Korrekturen gedrängt, weil die Messbedingungen nicht der “Norm” entsprächen. Und dass damals auch oftmals bei den Testwagen etwas nachgeholfen wurde, damit die Leistung eher nach oben als nach unten streute, dürfte sich auch herumgesprochen haben.

Vielleicht erklärt sich so auch ein bisschen, warum Automarken im eigenen Land (oder in der Nachbarschaft) oftmals besser abschnitten in Vergleichen als im Ausland, schliesslich war dann die Produktion näher und man konnte schon mal den richtigen Wagen vom Band nehmen, der besonders gute Anlagen zeigte.

 

Die Oldtimerfahrer halten sich (noch) zurück (Frage der Woche)

Bruno von Rotz - 25.05.2020

Frage der Woche 156 - Ausflugsverhalten

Langsam öffnet sich die Welt mit den Corona-Lockerungsmassnahmen wieder, aber noch ist nicht alles so wie zuvor. Ein normaler Sommer ist aber auch für die Oldtimerfreunde nicht zu erwarten. Grossveranstaltungen sind weiterhin verboten, viele Einschränkungen bleiben bestehen. Wie gehen Oldtimer- und Youngtimer-Besitzer mit den neuen Freiheiten, aber auch den Einschränkungen um? Dies wollten wir in einer “Frage der Woche” herausfinden.

“Planen Sie über die nächsten Monate grosse Ausflüge oder Veranstaltungsteilnahmen mit dem Oldtimer?”, wollten wir von den Zwischengas-Lesern wissen.

Nur gerade 13,9 Prozent wollen wieder losziehen wie früher. Was möglich sei, werde gemacht.

52,5 Prozent aber gehen es vorsichtiger an, halten allerdings punktuelle Teilnahmen an kleineren Veranstaltungen oder Oldtimer-Reisen für denkbar. Auch Hotelübernachtungen dürfen durchaus dabei sein.

Fast 34 Prozent aber halten sich zurück! 28,3 Prozent können sich kleinere Ausfahrten in Kleingruppen vorstellen, aber richtige Veranstaltungen im grösseren Stil sind undenkbar. 5,3 Prozent haben gar mit dem Oldtimerjahr bereits abgeschlossen, sie halten sich maximal zurück.

Man schätzt die neuen Freiheiten insgesamt, aber übermarchen will man nicht.

Hier die Auswertung der 224 Antworten in grafischer Form:

Frage der Woche 156 - Ausflugsverhalten Auswertung

Selbstverständlich ist bereits die nächste “Frage der Woche” gestellt, nun wollen wir wissen, wie die Zwischengas-Leser die Marktentwicklung bei den Fahrzeugen einschätzen im Kontext mit den Corona-Folgen.

Und natürlich kann man weiterhin alle bisherigen Ergebnise der “Fragen der Woche” nachlesen, dafür gibt es schliesslich einen eigens eingerichteten Themenkanal.

 

Tankstellen im Laufe der Zeit

Bruno von Rotz - 24.05.2020

Marcos an der Tankstelle

Es gehört zu den normalsten Dingen des Lebens, das Auftanken eines Automobils. Allerdings hat sich das Umfeld und die Technik, mit der wir den Treibstoff in den Tank befördern, über die Zeit immer wieder verändert. Wo wir einst bedient wurden und sogar im Auto sitzen blieben durften, da betätigen wir uns heute selber. Auch die Tanksäulen haben sich verändert, das Bezahlen sowieso. Aber noch immer fliesst das Benzin durch einen Schlauch in den Tank.

Wir haben in verschiedenen Archiven nach Aufnahmen von Tankstellen gesucht, um daraus ein weiteres Autokennerquiz zusammenzustellen. Das Beispiel mit dem Marcos oben zeigt, in welche Richtung es geht.

Unsere Leser sollen nun erkennen, aus welcher Epoche die Fotos jeweils stammen. Auf Kleinigkeiten zu achten, erhöht die Wahrscheinlichkeit, richtig zu tippen.

Wollen Sie es auch versuchen? Unser neues, einmal mehr sicherlich unterhaltsames Autokennerquiz finden Sie hier …

Autokennerquiz 86 - Tankstellen vergangener Zeiten

 

Wie wirkt sich die Corona-Krise auf die Oldtimerpreise aus?

Bruno von Rotz - 23.05.2020

Auswirkungen von Corona auf die Oldtimerpreise

Eine Frage, die wohl aktuell manchen Oldtimerbesitzer (oder -interessent) beschäftigt, ist jene, ob die Preise für alte Autos wohl steigen oder fallen werden aufgrund der Corona-Krise. Natürlich haben auch wir keine Kristallkugel zur Verfügung, aber wir haben einmal in die Vergangenheit geschaut, genauer gesagt in die Zeit der Finanzkrise, die um 2007/2008 die Welt erschütterte. Um den Einfluss der Finanzkrise auf die Oldtimerpreise zu eruieren, haben wir 100 Classic-Data-Bewertungen (gemäss Zustand 2, d.h. sehr guter Zustand) von 2006 mit jenen von 2010, also vor und nach der Finanzkrise, verglichen.

Das Auswertung zeigt, dass die Preise trotz dieser sicherlich schwierigen Zeit damals rapide gestiegen sind, im Schnitt um insgesamt 47 Prozent! Nur gerade ein Auto wurde günstiger, alle anderen wurden wertvoller. Die Unterschiede zwischen den Perioden, also Vorkriegs-, Nachkriegs-, Sechziger- und Siebzigerjahre sind bei den gewählten Beispielen im Durchschnitt gering. Besonders rare und legendäre Autos stiegen sicherlich stärker im Preis als weniger seltene und bekanntere Fahrzeuge. Das war schon damals so.

Lässt sich diese Erkenntnis nun problemlos auf die aktuelle Situation anwenden? Es gibt ein paar Unterschiede, die hier sicherlich ins Gewicht fallen. Erstens befanden wir uns vor der Corona-Krise in einer Phase der leicht sinkenden Preise, nachdem der Höhepunkt für viele Autos wohl so um 2015/2016 erreicht war. Die Corona-Krise und eine potentiell folgende Rezession wird sich deutlich stärker und auf mehr Menschen auswirken als die Finanzkrise. Auf der anderen Seite werden gerade in Rezessionszeiten gerne Investitionen in Sachwerte getätigt. Bleibt noch die Sache mit dem wandelnden Umweltbewusstsein und deren Auswirkungen auf die Nutzbarkeit und Attraktivität des Automobils als solches. Wie stark sich neue Gesetze und Veränderungen in den Lebensgewohnheiten auf die Oldtimerpreise auswirken werden, ist auch noch zu beobachten.

Positiv stimmen kann den Oldtimerbesitzer sicherlich, dass in vergangenen Krisen der alte Wagen seinen Wert gut gehalten hat. Und wie uns viele Klassikerfahrer versichern, tat die Fahrt im alten Autos gerade in den letzten Wochen besonders gut, und zwar unabhängig von dessen Wert.

Was erwarten Sie selber? Werden die Klassikerpreise als Folge der Corona-Auswirkungen eher steigen oder fallen? Beantworten Sie unsere "Frage der Woche" zu diesem Thema und diskutieren Sie mit.

Hier die Tabelle, die wir für unsere kurze Analyse zusammengestellt haben:

Marke Typ Baujahre Periode 2006 Z 2 2010 Z 2 Zunahme in %
AC Cobra 289 Mk II 1963-1965 60er 155000 360000 132
Alfa Romeo 6C 1750 SS 1919-1932 Vorkrieg 290000 380000 31
Alfa Romeo Giulia Super 1965-1971 60er 10600 14800 40
Alfa Romeo Spider 2000 Veloce 1974-1983 70er 10200 12200 20
Alpine-Renault A110 1600 S 1970-1972 70er 29000 46000 59
Aston Martin DB4 1958-1963 60er 86000 185000 115
Audi 100 Coupé S 1970-1971 70er 9000 14000 56
Austin-Healey 100/4 BN1 1952-1955 50er 34000 48000 41
BMW 328 Sport-Zweisitzer 1937-1939 Vorkrieg 192000 370000 93
BMW 507 1956-1959 50er 270000 530000 96
BMW Isetta 300 Export 1956-1962 50er 10400 14500 39
BMW 3.0 CS 1971-1975 70er 11600 18600 60
BMW 2002 Turbo 1973-1975 70er 18000 29500 64
Borgward Isabella Coupé 1958-1961 50er 20400 26100 28
Cadillac Series 62 Convertible 1959 50er 44000 68000 55
Chevrolet Corvette C2 Coupé 1964-1966 60er 27000 38000 41
Chevrolet Camaro Coupé 1967-1969 60er 12200 15300 25
Citroën 11 B Légère 1947-1952 50er 11000 15200 38
Citroën 2 CV 6 1969-1976 70er 4300 6900 60
Citroën DS 19 Pallas 1965-1968 60er 12300 14900 21
Citroën SM 1970-1972 70er 18000 23000 28
Citroën DS 21 Pallas 1968-1972 60er 11200 13900 24
Datsun 240 Z 1970-1974 70er 12300 15400 25
De Tomaso Pantera 1971-1978 70er 32000 40000 25
Dino 246 GT 1969-1974 70er 65000 120000 85
DKW 3=6 Monza 1956-1958 50er 21700 31000 43
DKW AU 1000 S Coupé 1959-1961 50er 7300 9500 30
Ferrari 250 GT 2+2 1960-1964 60er 67000 115000 72
Ferrari 275 GTB/4 1966-1968 60er 310000 700000 126
Ferrari 365 GTB/4 Daytona 1968-1973 60er 148000 240000 62
Fiat 500 B Topolino 1948-1949 50er 10500 13700 30
Fiat 500 D 1960-1965 60er 5500 7200 31
Fiat 6000 Multipla 1955-1960 50er 7500 9800 31
Fiat 1500 Cabriolet 1964-1965 60er 9900 13500 36
Fiat 850 Coupé 1965-1968 60er 4100 7000 71
Fiat 124 Abarth Rally Stradale 1972-1975 70er 15400 20000 30
Fiat 130 Coupé 1971-1976 70er 10500 13700 30
FMR Tg 500 Tiger 1958-1961 50er 29000 62000 114
Ford Taunus 12 M 1959-1962 60er 5900 8300 41
Ford Capri 2600 RS 1970-1973 70er 11700 17300 48
Ford Capri 3000 GXL/GT 1972-1973 70er 6900 9700 41
Ford Escort RS 2000 1973-1974 70er 9300 21000 126
Ford Mustang Cabriolet 1964-1966 60er 22500 28500 27
Glas Goggomobil T 250 1955-1969 60er 4000 5500 38
Glas 1300 GT Coupé 1964-1965 60er 13300 17000 28
Heinkel Kabine 154 1957-1958 50er 7000 7700 10
Iso Grifo 7 Litri 1968-1970 60er 66000 135000 105
Jaguar XK 120 OTS 1949-1954 50er 52000 68000 31
Jaguar XK 150 S DHC 1959-1961 50er 59000 101000 71
Jaguar E-Type Series 1 3.8 Coupé 1961-1964 60er 39000 53700 38
Lamborghini Miura P400 S 1968-1971 60er 114000 310000 172
Lancia Aurelia B20 GT Coupé 1953-1957 50er 61000 95000 56
Lancia Flaminia Cabrio 3C 2.8 Touring 1963-1965 60er 33000 41800 27
Lancia Fulvia 1.6 HF 1969-1970 60er 17500 41000 134
Lotus Elan S2 1964-1966 60er 22100 26700 21
Maserati Ghibli SS Coupé 1969-1972 70er 47000 66000 40
Mercedes-Benz 170 Va 1950-1952 50er 18000 23400 30
Mercedes-Benz 300 SL Flügeltürer 1954-1957 50er 290000 410000 41
Mercedes-Benz 190 W121 1956-1959 50er 12300 17200 40
Mercedes-Benz 190 SL W121 1955-1963 50er 45000 59000 31
Mercedes-Benz 220 SEb W111 /3 Coupé 1961-1965 60er 21000 30400 45
Mercedes-Benz 280 SL W113 Pagode 1968-1971 60er 32000 48000 50
Mercedes-Benz 280 E /8 1971-1976 70er 7600 10500 38
MF TF 1500 1954-1955 50er 34000 36700 8
MG TA 1936-1939 Vorkrieg 30000 38800 29
MG TC 1945-1949 50er 29000 31300 8
MG A 1600 Mk II Roadster 1961-1962 60er 22300 26100 17
MG B GT Mk II 1967-1971 60er 9700 10900 12
Mini Cooper S 1275 Mk I 1964-1971 60er 15900 25400 60
Monteverdi High Speed 375 S 1968-1976 70er 44000 51500 17
Morgan Plus 8 4 Gang 1972-1976 70er 29000 37700 30
NSU Wankel Spider 1964-1967 60er 12100 16900 40
NSU TT 1967-1972 60er 9700 17500 80
NSU Ro80 1969-1977 70er 6400 9300 45
Opel Kapitän 54 1953-1955 50er 11300 15100 34
Opel Rekord 1500 P1 4 Türen 1959-1960 60er 7500 10500 40
Opel Kadett B 1700 S Coupé 1967-1970 60er 4400 5900 34
Opel GT 1900 1968-1973 70er 10500 13100 25
Opel Manta A GT/E 1974-1975 70er 7500 10800 44
Opel Commodore GS/E Coupé 1970-1971 70er 6400 8000 25
Peugeot 404 Cabriolet 1966-1968 60er 16400 20500 25
Porsche 356 1500 Speedster 1954-1955 50er 63000 113000 79
Porsche 356 A 1600 S Coupé 1955-1959 50er 38000 52000 37
Porsche 911 Carrera RS 2.7 1972-1973 70er 68000 190000 179
Range Rover   1970-1981 70er 9200 11400 24
Renault 4 CV 1947-1961 50er 6300 8200 30
Rolls-Royce Corniche Convertible 1971-1977 70er 51000 48000 -6
Saab 92 B 1953-1956 50er 7100 9800 38
SS Jaguar 100 3.5 1934-1940 Vorkrieg 168000 220000 31
Toyota 2000 GT 1965-1970 60er 140000 210000 50
Toyota Celica GT 1973-1977 70er 5600 8500 52
Triumph TR3A 1957-1961 50er 22100 27500 24
Triumph TR6 PI 1972-1976 70er 17700 22000 24
TVR 3000 S 1978-1979 70er 19800 22500 14
Volvo P1800 S 1966-1968 60er 10300 14700 43
VW Brezel Export 1949-1953 50er 12500 15400 23
VW 1200 Export 1964-1965 60er 4900 6100 24
VW 1303 LS Cabriolet 1972-1980 70er 11400 14200 25
VW Karmann-Ghia Coupé 1955-1960 50er 9900 13100 32
VW Typ 2/T1 Samba 23 F 1955-1963 50er 33000 40000 21


Aktuelle Bewertungen zu den Fahrzeugen, die in fast allen Fällen noch deutlich höher liegen als damals, gibt es hier . Und ja, ein BMW 2002 Turbo für EUR 29’500 im Zustand 2, da würde das Telefon heute heiss klingeln.

 

Die Elektrifizierung eines Oldtimers wird die Welt nicht retten, im Gegenteil

Bruno von Rotz - 22.05.2020

Corvette C1 Dinora (1962) (© Marton)

Wir sind grunsätzlich der Ansicht, dass jeder mit seinem eigenen Fahrzeug tun kann, was er will. Wenn jemand seinen Klassiker mit neuzeitlichen Alufelgen oder moderner Technik "verbessern" will, so gibt es daran nichts aussetzen, wenn das Ergebnis nicht als Klassiker und Originalfahrzeug gelten soll. Natürlich geht bei solchen Anpassungen einiges an historischem Kulturgut verloren, aber meist sind es ja keine Einzelstücke, die so zum alt-neuen Hybriden mutieren, sondern (hoffentlich) Massenprodukte, von denen viele andere bis heute (mehr oder weniger) original überlebt haben.

Titelblatt Migros-Magazin 21 vom 18.5.2020

Wo wir dann allerdings hellhörig werden, ist, wenn wir auf einem Titelblatt einer Zeitschrift mit 1,55 Millionen gedruckten Exemplaren (beglaubigt) eine elektrifizierte Chevrolet Corvette C1 erblicken mit dem Titel “Ein zweiter Frühling”. Der dreieinhalbseitige Artikel suggeriert, dass hier ein umweltfreundlicher (und geräuscharmer) Oldtimer neuauferstanden ist. Hinter dem Auto steht bekanntlich die Manufaktur Marton, die sicherlich an dieser grossräumigen Werbung für ihr kleines Unternehmen Freude hat. Wir haben selber auch einmal kurz über die Corvette C1 berichtet vor einiger Zeit.

Immerhin wird im Artikel auch dokumentiert, dass die Elektro-Corvette nicht nur auf positive Reaktionen stösst. Aber offensichtlich sind bereits andere Autos im Umbauprozess, etwa ein Jaguar der XK-Serie oder ein Citroën DS. Die hohen Umbaukosten werden verhindern, dass Tausende von Klassikern ihren Verbrenner-Antriebsstrang verlieren werden, aber so richtig wohl ist es einem nicht, wenn mehr und mehr dieser “Teslas" in alter Schalte entstehen.

Jetzt sollte aber doch noch etwas zum Thema “umweltfreundlicher Oldtimer” gesagt werden, denn umweltfreundlich wird ein altes Auto durch Einbau einer grossen Batterie und eines oder mehrerer Elektromotoren natürlich nicht, im Gegenteil. Damit der elektrifizierte alte Wagen CO2-technisch ähnlich günstig wie ein unverändertes Modell abschneiden würde, müsste er wohl zigtausend Kilometer, wenn nicht über 100’000 km weit fahren, bis die Emissionen, die für die Produktion von Batterie und Antrieb nötig waren, wieder kompensiert wären, selbst wenn der Strom komplett CO2-neutral hergestellt werden könnte (was natürlich unmöglich ist, denn selbst Solarstrom basiert auf energetisch aufwändig und nicht komlett sauber produzierten Solarzellen, Windkraft genauso, usw.).

Aber auch mit Elektroantrieb ist eine alte Corvette natürlich immer noch ein Wagen mit Technik aus den Sechzigerjahren und damit wird kaum jemand derartig grosse Strecken über eine lange Periode zurücklegen. Die Problematik, dass für die Herstellung der Batterien auch noch viele rare Rohstoffe abgebaut werden mussten, lassen wir hier einfach mal beiseite.

Für uns ist die Sache klar. Zu einem alten Auto gehört ein Antriebsstrang aus der Zeit, sonst ist es kein Klassiker und schon gar kein historisches Kulturgut mehr. Und zu einem alten Auto gehören eben neben den schönen Formen auch seine Lautäusserungen und halt auch die vielleicht heute mancherorts unerwünschten Emissionen. Wenn man aber bedenkt, dass die meisten alten Autos gehätschelt und nur selten bewegt werden, dann sollte doch Originalitätsnähe höher gewichtet werden als ein Zeitgeist-Antriebsstrang.

 

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