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Die phantastischen Vier

Bruno von Rotz - 31.03.2020

Ford Motor 105E

Die Kids von heute würden unter dem Titel “Die phantastischen Vier” wohl die deutsche Übersetzung des Marvel-Hollywood-Blockbusters “Fantastic Four” vermuten, aber wir als Oldtimer-Enthusiasten können schon an der Durchsichtszeichnung erkennen, dass es hier um den Ford-Vierzylindermotor 105E geht.

Die amerikanische Zeitschrift “Sports Car Graphic” veröffentlichte im Februar 1964 einen Artikel mit der Überschrift “Those Fantastic Ford Fours” und beschrieb darin die Motoren von Ford England (Dagenham), die nicht nur in den Personenwagen eine gute Falle machten, sondern den Rennsport in vielen Rennsportklassen, u.a. in der Formel Junior, dominierten, wenn auch in stark leistungsgesteigerter Form.

Und heute ist Ford England auch schon (fast) Geschichte …

 

Oldtimer-Besitzer wollen sich auch in Zeiten der Coronavirus-Pandemie ihre Freude nicht nehmen lassen (Frage der Woche)

Bruno von Rotz - 30.03.2020

Frage der Woche 152 - Oldtimerpassion in Zeiteh des Coronavirus

Als wir vor zwei Wochen diese “Frage der Woche” lancierten, warf die Coronavirus-Problematik noch deutlich weniger Schatten, als sie das heute tut. So schnell kann sich die Lage ändern. Wir wollten nämlich angesichts der stetigen Zunahme von Veranstaltungsabsagen von den Zwischengas-Lesern wissen, wie sich das Coronavirus-Problem auf ihr eigenes Verhalten auswirke. Während wohl die ersten Antwortenden noch relativ optimistisch in die Zukunft schauten, zeigte sich späteren Teilnehmern bereits ein ganz anderes Bild, als sich die Gefahr zur Pandemie entwickelte. Tatsächlich veränderte sich das Gewicht der einzelnen Antworten über die Zeit noch ein wenig.

47,2 % sehen wenig Gründe, ihr eigenes Verhalten wesentlich zu ändern. Sie fahren weiterhin ihre alten Autos, meiden aber grössere Veranstaltungen. Und tatsächlich, so könnte man sagen, kann man heute wesentlich ungestörter fahren, Staus sind ja eher die Ausnahme, die Strassen frei. Allerdings, macht es auch gleich viel Spass, wenn man am Ziel nicht in ein Restaurant einkehren kann, Freunde und Kollegen nicht treffen darf/soll und andere Einschränkungen drohen?

25,2 % blieben zuhause, informieren sich vermehrt über die Medien, was so läuft.

10,3 % sieht keinen Grund, irgend etwas am Verhalten zu ändern.

3 % hofft auf preiswerte Fahrzeugangebote und beobachtet den Fahrzeugmarkt, 3,3 % wendet sich vom Hobby “Oldtimer/Youngtimer” ab in diesen Zeiten.

Deutlich 11,1 % fanden in keiner der Antworten eine Beschreibung ihres eigenen Verhaltens, vielleicht weil sie die Zeit jetzt nutzen, in der Garage längst fällige und aufgeschobene Arbeiten zu erledigen oder weil sie vielleicht endlich die Gelegenheit erhalten, die Dokumentation über ihren Wagen zu komplettieren.

Man muss die Umfrage und deren Auswertung sicherlich ein wenig relativieren, denn wenn man die Frage heute – rund zwei Wochen nach dem "Lockdown" – nochmals stellen würde, dann würden wohl, wie es auch im Laufe der Umfrage geschehen ist, mehr Leute zu den “unteren” Antworten in der Umfrage wechseln.

Hier die grafische Auswertung der 369 Teilnehmervoten:

Frage der Woche 152 - Oldtimerpassion in Zeiteh des Coronavirus - Ergebnis/Auswertung

Bereits haben wir eine neue “Frage der Woche” lanciert, dieses Mal wollen wir wissen, wie Sie es denn mit der Oldtimer-Pflege halten - lieber modern oder traditionell?

Und natürlich kann man weiterhin alle früheren “Fragen der Woche” im eigens gepflegten Themenkanal nachlesen.

 

Albert Uderzo und seine Liebe zum Automobil (Nachruf)

Daniel Reinhard - 29.03.2020

Albert Uderzo und seine Ferraris (© Wolfgang Wilhelm)

Was haben Michel Vaillant und Asterix gemeinsam? Ihre Väter sind Auto-Freaks. Jean Graton schuf die Figur Michel Vaillant im Jahr1957 und der vor kurzem verstorbene Albert Uderzo kreierte Asterix und Obelix. Der Franzose Uderzo liebte italienische Autos, die er nicht nur sammelte sondern auch selbst bewegte. Mein Freund und Berufskollege Wolfgang Wilhelm hatte das Glück 1985 mit Uwe Brodbeck für "Auto, Motor und Sport" eine Reportage mit dem Erfinder der Comicshelden zu fotografieren.

Uderzo fuhr damals noch einen Ferrari 512 BB LM auf der Rennstrecke, einen 400i auf der Strasse und ein blauer Renn-308 stand als Ersatzwagen in der Garage. "Ich liebe Renn-Ferraris und will sie auch entsprechend einsetzen. Was habe ich beispielsweise von einem 512 LM wenn er nur in der Garage herumsteht", das war Uderzo`s Philosophie, und wo er recht hat, da hat er recht.

Albert Uderzo liebte seine Ferraris (© Wolfgang Wilhelm)

Sein persönlicher Kampf als "Gallier" gegen die "Römer" verlor er in Imola, als er mit seinem, 1977 neu erworbenen P2, der auch noch mit Bandini und Vaccharella 1967 die Targa-Florio gewann, bereits beim ersten Anbremsen der ersten Schikane zu spät war und über die Curbs hoppelte, dabei die Benzinleitung aufriss und seinen frisch restaurierten Ferrari in einem Flammenmeer verlor.

Albert Uderzo zeichnet seinen Comicshelden Asterix (© Wolfgang Wilhelm)

Sein Vermögen besorgten ihm die beiden wildschweinfressenden und mit Zaubertrank unbesiegbaren Helden, Asterix und Obelix, die von ihm und seinem Freund und Partner René Goscinny im Oktober 1959 in Paris gezeugt wurden. Uderzo, der nie einen Beruf erlernt hat und die Schule bereits mit 14 Jahren verlassen hatte, schmunzelte und sagte: "Wir hatten damals in der Anfangsphase schon so viel Spass an unseren Figuren, dass wir zumindest von einem gewissen Erfolg dieser Comic-Helden überzeugt waren."

Jahre später zählte man schon 160 Millionen Asterix-Leser auf der ganzen Welt und zudem wurden die Hefte in 29 Sprachen übersetzt.

Erst 1975 leistete sich Uderzo seinen ersten Ferrari, einen 365 GT/4 BB. 1977 starb sein Partner und Texter Goscinny 51-jährig, worauf Uderzo auch den schreibenden Part übernahm. Jahr für Jahr erschien ein neues Asterix Abenteuer.

2008 verkauften Uderzo und Goszinnys Tochter die Rechte an Editions Albert René Hachette. Der “Vater” der unbesiegbaren Gallier verstarb diese Woche im Alter von 92 Jahren in der Nacht vom 23. auf den 24. März 2020, doch seine Figuren werden, so lange Zaubertrank vorhanden ist, weiterleben.

Eine schöne Geschichte zu Albert Uderzo hat auch auto motor und sport veröffentlicht!

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Funktion vor Design?

Bruno von Rotz - 28.03.2020

Eurostyle Fiat 1600 GT Coupé Hidalgo von 1969

Im Herbst 1969 gab es am Turiner Autosalon allerhand Schönes zu bewundern, etwa den durch Pininfarina gestalteten Ferrari 512 S, den überarbeiteten Dino 246 GT, Giugaros Alfa Romeo Iguana oder den Volvo GTZ von Zagato.

Anzutreffen war aber auch das 1600 Coupé GT Hidalgo von Eurostyle. Die Automobil Revue schrieb in ihrer Salonberichterstattung damals dazu:
“Zwei mehr durch Originalität denn durch Schönheit auffallende Neuheiten sind auf dem Stand von Eurostyle zu sehen. Es handelt sich um ein vierplätziges Coupe Fiat 125, bei dem die Kühlerumrandung gleichzeitig als Stossstange dient, und um ein zweisitziges Mittelmotorcoupé mit gelochten Längsträgern. Mit einem auf 110 PS gebrachten Fiat-125-Motor heisst dieses Coupé 1600 GT Sport Hidalgo und soll 210 km/h erreichen; Alternative: Motor 1000 GT Sport (70 PS, 170 km/h).”

Den Designern dieses Mittelmotor-Coupés ging es offenbar mehr darum, einen Effizienz-, als einen Schönheitspreis zu erringen. Ob der Wagen wohl noch existiert?

 

Kompakt, praktisch und auch nach über 60 Jahren noch im Einsatz

Daniel Reinhard - 27.03.2020

Fiat 1100-103 von 1955 (© Daniel Reinhard)

Eigentlich muss es gar kein M oder RS-irgendwas sein, denn auch mit einem Fiat 1100 von 1955 kam man noch heute locker von Rom nach Vallelunga auf einen Besuch des letzten DTM-Tests vor der grossen Corona-Krise.
In sehr gutem Original-Zustand stand dieser Wagen plötzlich im Fahrerlager, als stünde er noch immer täglich im Einsatz.

Steckender Zündschlüssel im Fiat 1100-103 von 1955 (© Daniel Reinhard)

Dazu steckte auch noch der Zündschlüssel … einladend zu einer kurzen Testfahrt.

Obwohl das Auto in diesem Umfeld klein und filigran wirkt, dürfte sein Platzangebot kaum geringer sein als das der übrigen Autos auf dem Parkplatz.

Fiat 1100-103 von 1955 (© Daniel Reinhard)

Anmerkung/Steckbrief: 1089 cm3, 36 PS, selbsttragend, unter 800 kg, 116 km/h Spitze, Verbrauch um 8 Liter pro 100 km.

Eine ausführliche Modellvorstellung von damals wurde in der AR 9/1953 publiziert.

 

Die Autos, die man hätte bauen sollen …

Bruno von Rotz - 26.03.2020

Ford Cotrina Lotus Estate 1965 (© RM/Sotheby's)

Nein, eine Kombiversion des Ford Lotus Cortina gab es offiziell ab Werk nie. Aber das wäre eine heisse Karre gewesen. Der starke Motor aus dem Lotus Elan kombiniert mit einem praktischen Familienwagen mit Laderaum und Hecktüre, dieses Rezept hätte zum perfekten Vorgänger von RS2, S4 und Co werden können. Einen Umbau mindestens gibt es, er wird bei RM/Sotheby’s anlässlich der Elkart-Auktion unter den Hammer kommen.

Ähnliches wäre mit dem BMW M3 E30 denkbar gewesen. Das Cabriolet gab’s schliesslich auch, die Kotflügelverbreiterungen hätten sicher auch am E30 Touring gut ausgesehen, allerdings war der ja fünftürig. Aber man hätte ja einen dreitürigen Kombi bauen können. Und dann beim E36 gleich dasselbe nochmals besuchen können. Hier wäre der Umbau sogar noch einfacher gewesen.

Mercedes-Fans hätten vielleicht gerne einen 500 TE gehabt, am liebsten montiert bei Porsche, wie damals die ersten 500 E.

Ferrari 365 GTC/4 von 1971 (© Daniel Reinhard)

Ein Ferrari 365 GTC/4 Spider gab’s ab Werk auch nie. Hier schufen immerhin die “Aufschneider” eine private Alternative. Wir haben darüber berichtet.

Und wurde je ein VW Golf GTI Variant verkauft? Nein, aber auch den hätte man sicherlich an den Mann oder die Frau bringen können.

Auch der offene Matra Murena wurde nie gebaut, dabei hatte ich ihn schon in den Achtzigerjahren auf meinem Zeichenblock. Kam trotzdem nie.

Welche Autos, die man hätte bauen sollen, fehlen Ihnen? Kommentieren Sie und erzählen Sie uns von den Autos, die leider nie auf den Markt kamen, obwohl man sie gerne gekauft hätte!

 

Geht doch!

Bruno von Rotz - 25.03.2020

VW Bus Typ 2 T1 1961 (© RM/Sotheby's)

Die Zeiten sind schwierig, doch einige Firmen wagen trotzdem Experimente, die vielleicht in die Zukunft weisen. RM/Sotheby’s versteigert in Palm Beach rund 250 Autos, allerdings ohne Vorort-Bieter und nur online. Am 20. März 2020 wurde gestartet und die bisherigen Zwischenergebnisse sehen gar nicht so schlecht aus. Noch ist bei den meisten Lots ein bis mehrere Tage Zeit, bis die Auktion abläuft, die ersten werden schon bald verkauft (oder auch nicht). Der Ablauf ist ähnlich wie bei eBay und Co, es gibt also keinen Auktionator, der physisch vor der Kamera den Hammer schwingt.

Shelby GT 350 von 1967 (© RM/Sotheby's)

Gut läuft es für den Shelby GT 350 von 1967 (Lot 125), zumindest der untere Schätzwert sind bereits erreicht und noch sind über 10 Stunden Zeit, bis der virtuelle Hammer fällt. USD 100’000 sind geboten (Schätzwert USD 100’000 bis 135’000),

Ferrari Testarossa von 1990 (© Rasy Ran - Courtesy RM/Sotheby's)

Noch etwas Luft nach oben dürfte der Ferrari Testarossa von  1990 (Lot 225). Aktuell sind USD 79’000 geboten, erwartet werden USD 100’000 bis 130’000. Aber am 21. März waren es noch USD 66’000 und es dauert immer noch mehr als ein Tag, bis der Wagen heruntergezählt wird. Nebenbei, es gibt noch weitere Testarosse in anderen Farben und dort sehen die Preise aktuell sogar noch günstiger aus.

Ein wenig aufholen müsste auch noch der VW Typ 2 T1 “Samba” von 1961 (Lot 249, Bild oben), den die Amerikaner “Deluxe 23-Window Microbus” nennen. Satte USD 150’000 bis 200’000 sind geschätzt, aktuell liegt das Höchstgebot für USD 80’000, was eigentlich kein schlechter Preis für einen VW Bus wäre.

Batmobile Replica von 1966 (© Josh Sweeney - Courtesy RM/Sotheby's)

Es gibt auch ziemlich exotische Fahrzeuge bei RM, etwa ein Batmobile als Replica von 1966 (Lot 268, aktuelles Gebot USD 80’000) oder ein Benz Patent Motorwagen von 1886 (Lot 221, natürlich auch ein Nachbau). Dieses Urmobil ist auf USD 60’000 bis 80’000 geschätzt, das Höchstgebot liegt aktuell bei USD 31’000. Noch ein guter Tag wird vergehen, bis die Auktion abläuft. Da darf man gespannt sein.

Benz Patent Motorwagen von 1986 (Nachbau) (© Jason Delgado - Courtesy RM/Sotheby's)

Sicherlich wird die Rechnung nicht für alle Einlieferer aufgehen und ein paar Bieter werden möglicherweise für sehr wenig Geld einen guten Wagen kaufen, aber dies ist auch an herkömmlichen Auktionen so und es ist sicherlich spannend zu beobachten, wie RM/Sotheby’s mit der Palm Beach Versteigerung die aktuellen Herausforderungen (Online Only) meistert.

Zum Schlussergebnis werden wir dann auf jeden Fall einen Bericht zusammenstellen.

 

Die andere Seite vom Homeoffice

Bruno von Rotz - 24.03.2020

Die andere Seite vom HomeOffice

In wenigen Tagen hat sich unser Arbeitsalltag komplett verändert. Wer kann (oder muss), der sitzt jetzt zuhause und macht auf “Homeoffice”. Natürlich haben auch wir von Zwischengas uns angepasst, sitzen jetzt viele Kilometer von einander entfernt, kommunizieren via Telefon, Email sowie Skype & Co.

Während unsere Kaffeemaschine im Büro Standschäden erleidet und unsere Büroarbeitsplätze verwaisen, werkeln wir verteilt weiter und versuchen, unsere Leser wie gewohnt zu informieren.

Doch auch unsere Berichterstattung muss sich ändern. Es ist in der aktuellen Lage schlicht nicht opportun, Foto-Sessions mit vielen Leuten zu organisieren oder mit Autokarawanen durch die Landschaft zu düsen, während den Älteren unter uns nahegelegt wird, drin zu bleiben und Kontakte soweit möglich zu unterlassen.

Wie lange die aktuelle Situation andauern wird, können natürlich auch wir nicht wissen. Worüber wir uns aber sicher sind, ist, dass uns die Arbeit nicht ausgehen wird. Nicht nur haben wir einen beträchtlichen Vorrat an Fahrzeugporträts, wir verfügen bekanntlich auch über ein riesiges Archiv an fast vergessenem Material, das nur so danach ruft, wieder an die Oberfläche zu kommen.

Worüber würden Sie gerne einmal lesen, liebe Leser? Teilen Sie uns das mit! Wenn wir in der Lage sind, werden wir versuchen, möglichst viele Ihrer Wünsche über die nächsten Wochen zu erfüllen.

 

Allradantrieb brauchen nur übermotorisierte Fronttriebler

Bruno von Rotz - 23.03.2020

Mercedes-Benz 300 TE 4Matic von 1986 (© Daimler AG)

Man kann es sich heute kaum mehr vorstellen, dass ein Entwicklungschef einer grossen Automarke sagt, dass Allradantrieb nur ein notwendiges Übel für übermotorisierte Fronttriebler sei. Tatsächlich äusserte sich Friedrich van Winsen, verantwortlich für die Personenwagen-Entwicklung von Daimler-Benz, in etwa so anfangs der Achtzigerjahre. Mercedes hatte damals zwar schon Autos mit Allradantrieb, aber dies waren veritable Geländewagen mit Starrachsen hinten und vorne oder dann Nutzfahrzeuge.

Nun mit dem Audi Quattro und dessen Nachkommen änderte sich dies in den Achtzigerjahren ziemlich schnell und heute sind vierradangetriebene Autos praktisch bei jedem Hersteller und fast in jeder Baureihe zu finden.

Dass man in den Fünfziger- oder Sechzigerjahren weniger nach Allradantrieb fragte, hing sicher auch damit zusammen, dass man deutlich weniger Leistung zur Verfügung hatte, die zudem meist auf die Hinterräder losgelassen wurde. Mit GTI und Co aber wurden frontgetriebene Autos immer schneller. Lange meinte man, dass bei 200 PS für den Frontantrieb Ende der Fahnenstange sei, doch auch diese Limite wurde dank besserer Sperrdifferentiale und elektronischen Hilfsmitteln irgendwann pulverisiert.

Was man allerdings nie komplett beseitigen konnte, sind einige Nachteile, die der Allradantrieb schon in den Achtzigerjahren hatte. Er machte nämlich die Autos schwerer sowie durstiger. Und dies ist auch heute noch so. Aber der Sicherheitsgewinn kompensiert diesen Aspekt für die meisten Käufer und zum SUV, der heutzutage beliebtesten Fahrzeugkategorie, gehört der Allradantrieb sowieso dazu.

Über dein 4Matic-Allradantrieb von Mercedes-Benz, vorgestellt an der IAA in Frankfurt im September 1985, haben wir im Zusammenhang mit dem Mercedes-Benz 300 TE 4Matic eben ausführlich berichtet.

 

Beginnt jetzt eine neue Zeitrechnung?

Daniel Reinhard - 22.03.2020

Uhr in einem Vorkriegsfahrzeug (Chenard)

Wir lebten über 2000 Jahre mit der Zeitrechnung "vor Christus" und "nach Christus". Dann gab es für uns Oldtimer-Enthusiasten noch den klaren Unterschied zwischen Vor- und Nachkriegsautos.

Wird jetzt bald die Zeit "vor Covid-19" und "nach Covid-19" eingeläutet? Werden nun sämtliche Autos von 1899 bis 2019, vom Schnauferl bis zum Taycan, in dieselbe Kategorie eingeteilt? Entfällt womöglich die Gruppe der Youngtimer für den Moment und wird erst nach Jahren der "nach Covid-19" Zeit wieder neu entflammen?

Wir wissen es nicht. Aber möglich ist jetzt wohl alles.

Seit dem 22. Juli 1894 gibt es Autorennen. Die Fahrt von Paris nach Rouen ging als aller erstes Autorennen überhaupt in die Geschichte ein. Seither gab es nur grössere Unterbrüche im Motorsport infolge der beiden Weltkriege, die genauso das Leben lahmlegten wie jetzt das Virus. Ein Italiener meinte im TV: "Im Krieg hat man wenigsten noch die Möglichkeit sich zu wehren, doch hier und jetzt ist man so ziemlich machtlos."  
Die Welt steht komplett still und keiner weiss wie lange! Rennfahrer, Mechaniker, Journalisten, Fotografen sie alle sitzen im Moment irgendwo und warten geduldig auf den Moment wo das Leben langsam und zäh wieder einen geregelten Gang einnimmt.

Ayrton Senna (© Daniel Reinhard)

Gestern hätte ein gewisser Ayrton Senna seinen 60. Geburtstag gefeiert. Er holte mit seinem Tod am 1. Mai 1994 die Sonne vom Himmel. Die Motorsport-Welt stand still, jedoch nur für einen kurzen Moment. The Show must go on.

Lotus 72 mit Designer Maurice Philippe im Jahr 1970

Der revolutionäre Lotus 72 feiert sein 50-jähriges Bestehen und am 5. September 1970 verunglückte der Österreicher Jochen Rindt  in Monza tödlich; in einem dieser Lotus 72 und dies sehr bald auch vor einem halben Jahrhundert. Ganz Österreich trauerte um sein grosses Idol, den einzigen Weltmeister posthum, jetzt müssen sie mit Ausgangssperre (im Tirol) zu Hause sitzen und der ORF strahlt zur Unterhaltung ab und zu alte Live-Uebertragungen historischer F1 Rennen aus.

Der GP Monaco findet nicht statt, wer hätte so etwas gedacht. Nicht mal der Tod des Fürsten hatte die Kraft, das Rennen um ein ganzes Jahr zu verschieben. Genauso steht es mit dem Nudeltopf-Rennen Indy 500, das seit 1911 stattfindet und jeweils am Memorial Day ausgetragen wird. Auch die 500 Meilen von Indianapolis sind bis in den September verschoben worden.

Wenn man den Rennkalender ab September betrachtet, wird einem fast schlecht. Der totale Wahnsinn des heutigen rasend schnellen Lebens soll dann, als wäre überhaupt nichts passiert, einfach wieder weiterrattern. Das ganze Jahr mit all seinen Meisterschaften soll dann in rund vier Monaten nachgeholt werden. Wie bitte soll das dann gehen?

 

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