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Albert Uderzo und seine Liebe zum Automobil (Nachruf)

Daniel Reinhard - 29.03.2020

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Albert Uderzo und seine Ferraris (© Wolfgang Wilhelm)

Was haben Michel Vaillant und Asterix gemeinsam? Ihre Väter sind Auto-Freaks. Jean Graton schuf die Figur Michel Vaillant im Jahr1957 und der vor kurzem verstorbene Albert Uderzo kreierte Asterix und Obelix. Der Franzose Uderzo liebte italienische Autos, die er nicht nur sammelte sondern auch selbst bewegte. Mein Freund und Berufskollege Wolfgang Wilhelm hatte das Glück 1985 mit Uwe Brodbeck für "Auto, Motor und Sport" eine Reportage mit dem Erfinder der Comicshelden zu fotografieren.

Uderzo fuhr damals noch einen Ferrari 512 BB LM auf der Rennstrecke, einen 400i auf der Strasse und ein blauer Renn-308 stand als Ersatzwagen in der Garage. "Ich liebe Renn-Ferraris und will sie auch entsprechend einsetzen. Was habe ich beispielsweise von einem 512 LM wenn er nur in der Garage herumsteht", das war Uderzo`s Philosophie, und wo er recht hat, da hat er recht.

Albert Uderzo liebte seine Ferraris (© Wolfgang Wilhelm)

Sein persönlicher Kampf als "Gallier" gegen die "Römer" verlor er in Imola, als er mit seinem, 1977 neu erworbenen P2, der auch noch mit Bandini und Vaccharella 1967 die Targa-Florio gewann, bereits beim ersten Anbremsen der ersten Schikane zu spät war und über die Curbs hoppelte, dabei die Benzinleitung aufriss und seinen frisch restaurierten Ferrari in einem Flammenmeer verlor.

Albert Uderzo zeichnet seinen Comicshelden Asterix (© Wolfgang Wilhelm)

Sein Vermögen besorgten ihm die beiden wildschweinfressenden und mit Zaubertrank unbesiegbaren Helden, Asterix und Obelix, die von ihm und seinem Freund und Partner René Goscinny im Oktober 1959 in Paris gezeugt wurden. Uderzo, der nie einen Beruf erlernt hat und die Schule bereits mit 14 Jahren verlassen hatte, schmunzelte und sagte: "Wir hatten damals in der Anfangsphase schon so viel Spass an unseren Figuren, dass wir zumindest von einem gewissen Erfolg dieser Comic-Helden überzeugt waren."

Jahre später zählte man schon 160 Millionen Asterix-Leser auf der ganzen Welt und zudem wurden die Hefte in 29 Sprachen übersetzt.

Erst 1975 leistete sich Uderzo seinen ersten Ferrari, einen 365 GT/4 BB. 1977 starb sein Partner und Texter Goscinny 51-jährig, worauf Uderzo auch den schreibenden Part übernahm. Jahr für Jahr erschien ein neues Asterix Abenteuer.

2008 verkauften Uderzo und Goszinnys Tochter die Rechte an Editions Albert René Hachette. Der “Vater” der unbesiegbaren Gallier verstarb diese Woche im Alter von 92 Jahren in der Nacht vom 23. auf den 24. März 2020, doch seine Figuren werden, so lange Zaubertrank vorhanden ist, weiterleben.

Eine schöne Geschichte zu Albert Uderzo hat auch auto motor und sport veröffentlicht!

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Neueste Kommentare

 
 
tg******:
02.04.2020 (11:07)
Sehr schöner Artikel - schreibt doch öfter mal über prominente Besitzer von spektakulären Autos (auch zu Lebzeiten)!
sp******:
31.03.2020 (09:41)
Bin immer wieder beeindruckt, wie schnell Zwischengas auf aktuelle Ereignisse, wie hier der Tod von Uderzo mit kompetenten und umfangreichen Berichten reagiert. Bravo!
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