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Taugt das klassische Automobil noch als Wertanlage?

Bruno von Rotz
15.01.2020

Lancia Flaminia Zagato 1966

Die Zeiten, in denen klassische Automobile jährlich im zweistelligen Prozentbereich an Wert zulegten, scheinen vorbei zu sein. Tatsächlich begann der Umschwung schon Mitte der Zehnerjahre. Autos, die vor fünf Jahren noch für EUR 400’000 gehandelt werden, sind nun wieder für EUR 200’000 oder 250’000 zu haben. Die gute Neuigkeit dazu ist, dass wir weiterhin bei den meisten Klassikern im positiven Bereich liegen, wenn man die heutigen Preise mit jenen von 2010 oder so vergleicht. Aus einer langjährigen Perspektive haben also die Oldtimerbesitzer meist von gestiegenen Bewertungen profitiert. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Immer wieder aber gelangen Leser mit der Frage an uns, wie es denn weitergehe. Viele Oldtimereigner haben beträchtliche Summen in ihr altes Auto und vielleicht dessen Restaurierung investiert. Und möchten dies nicht alles verlieren.

Natürlich können auch wir nicht in die Zukunft schauen, auch eine Kristallkugel mit magischen Fähigkeiten besitzen wir nicht. Beginnen wir also mit einer Auslegeordnung. Was könnte im Umfeld des alten Autos passieren?

Fahreinschränkungen, Verteuerung, Verbote

Ein Risiko besteht sicherlich in neuen Einschränkungen oder gar Verboten. Auch ein massiver Preisaufschlag beim Benzin oder den Verkehrssteuern könnte sich auf den Wert alter Autos auswirken. Wie praktischer und vielseitiger einsetzbar ein Oldtimer (oder Youngtimer) ist, umso stärker würde er wohl im Wert sinken. Reine Ausstellungsautos oder Fahrzeuge, die man nur auf der Rennstrecke oder zu besonderen Gelegenheiten (Beispiel London-Brighton Run) wären wohl deutlich weniger stark betroffen. Günstigere Oldtimer würden vermutlich – relativ gesehen – mehr leiden unter Wertverlusten als teure Autos. Ein komplettes Verbot würde sicherlich drastische Auswirkungen haben und nur Autos mit musealem Wert schonen.

Sinkendes Interesse, weil zukünftige Generationen nicht mehr auto-affin sind

Auch in diesem Falle dürfte der Wert alter Autos sinken, denn wo kein Markt mehr ist, da gibt es auch keine grosse Nachfrage mehr. Die Auswirkungen wären wohl ähnlich wie im Falle von Fahreinschränkungen, aber der Verlauf wäre langsamer, ginge über Jahrzehnte.

Es muss nicht so kommen, denn noch haben wir einen Einfluss auf den weiteren Lauf der Geschichte. Alte Autos sind weit mehr als nur Transportmittel, sie sind Teil unserer Kultur. Sie sollten genauso wenig verschwinden wie Dampflokomotiven oder Pferdekutschen. Sie gehören zu unserer Entwicklungsgeschichte genauso sehr wie Heissluftballons oder Propellerflugzeuge. Es liegt an uns, diesen historischen und kulturellen Wert zu demonstrieren und immer wieder zu belegen. Und es liegt an uns, auch kommende Generationen für das mobile Kulturgut zu begeistern. Wenn es uns gelingt, dann werden wir nicht nur viele weitere Jahre Freude am historischen Automobil haben, auch unsere Investitionen werden nicht ohne Gegenwert verschwinden. Und selbst, wenn nicht alles Geld gesichert werden kann, so bleiben zumindest auch die Freude an der Schönheit des alten Blechs und die Fahrerlebnisse, die moderne Technik in dieser Form nicht bieten kann.

Die eingangs gestellte Frage kann also mit “Ja” beantwortet werden, nur sollte man “Wert” nicht nur monetär auffassen.

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