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Wie Autofahrer über die Jahrzehnte immer weniger autonom wurden

Bruno von Rotz - 04.01.2020

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Autobedienung 1969 und 2020

Es wird viel über autonomes Fahren gesprochen und vor allem die “alte Garde” der Autofahrer zeigt sich ob dieser Errungenschaft skeptisch. Dabei wird die Autonomie des Autofahrers schon seit vielen Jahrzehnten zunehmend eingeschränkt:

Das hat schon mit dem elektrischen Anlasser, erstmals von Cadillac im Jahre 1911 erprobt, begonnen. Seither lassen wir einen Elektromotor den Verbrennungsmotor starten.

Mit der automatischen Zündpunktverstellung gaben wir die Möglichkeit auf, selber zu bestimmen, wenn früh oder spät gezündet werden soll.

Mit Servobremse, Bremskraftverstärkern und Bremskraftverteilern verzichteten wir darauf, die Wirkung der Bremsen ausschliesslich mit unserem Fuss zu bestimmen. Mit der Servolenkung überliessen wir einen Teil der Lenkarbeit einer Servopumpe (und später einem Elektromotor).

Mit dem automatischen Choke gaben wir die Kontrolle über die Gemischanreicherung ab, mit der Getriebeautomatik überliessen wir es dem Wagen, den Gang selber zu wählen.

Der Intervall-Scheibenwischer nimmt uns das ständige Ein- und Ausschalten des Wischers ab, die automatische Lichtabschaltung verhindert, dass wir die Batterie entleeren, wenn wir vergessen, das Licht zu löschen.

Das ABS hilft dabei, die Vorderräder beim starken Bremsen lenkfähig zu halten, wenn unser Fuss dafür zu wenig Gefühl hat. Das Antischlupfsystem verhindert, dass wir mit durchdrehenden Rädern die Fahrstabilität einschränken.

Moderne Autos verhindern, dass wir den Motor nochmals starten, wenn er bereits läuft, oder dass wir den Gegenverkehr blenden, indem automatisch auf Abblendlicht umgeschaltet wird.

Eine Anfahrhilfe nimmt uns die Mühe ab, die Handbremse zum Losfahren zu benötigen. Und auch die Handbremse wird automatisiert, sie löst sich von selber, wenn wir losfahren wollen.

Verschiedenste Assistenten verhindern, dass wir in Hindernisse hineinfahren und Unfälle verursachen. Sogar Verkehrsschilder können moderne Autos erkennen und die Geschwindigkeit des Wagens automatisch darauf anpassen. 
Und neuerdings gibt es auch noch einen Waschanlagen-Assistenten, der die Fenster schliesst und den Wagen für die Fahrt durch die Waschstrasse vorbereitet.

Man sieht also, dass wir schon lange nicht mehr autonom sind in unseren Automobilen. Jedes Jahr kommen weitere Errungenschaften dazu. Gleichzeitig gehen Fertigkeiten verloren, denn kaum einer unter uns kann noch ein Auto mit der Kurbel anwerfen oder effektiv mit einer Bremsanlage umgehen, die auf die Räder und die Kardanwelle wirkt.

Haben wir etwas vergessen? Etwa zum Beispiel der selbstrückstellende Blinker oder den Drehzahlbegrenzer? Vermutlich könnte man die Liste noch um viele Punkte verlängern …

Neueste Kommentare

 
 
ro******:
07.01.2020 (10:57)
Ich würde die praktischen Helfer wie z.B. Servobremse, ABS oder Intervall Scheibenwischer etc. nicht mit autonomen Fahren in Verbindung bringen. Das wären meines Erachtens eher Dinge wie z.B. Spurhalteassistent, autom. Abblendlicht und alle "Vernetzungen" die das Autofahren zur reinen Fortbeweging reduzieren und genau dokumentieren wer sich wo hin bewegt. Wer braucht das bzw. die Daten ?
Antwort vom Zwischengas Team (Chefredaktor)
07.01.2020 (11:04)
so war das auch nicht gemeint. Aber, jede Unterstützung des Fahrers nimmt ihm Arbeit und Entscheidungen ab. Ein ABS verhindert ein Blockieren, auch wenn ich als Fahrer gerne blockieren würde. Ich bin also weniger autonom als Fahrer. Nützlich sind solche sicherheitssteigernden Unterstützungen aber natürlich schon, da sind wir vollkommen einverstanden ...
za******:
05.01.2020 (13:26)
Einem guten Freund sei Dank, hatte ich kürzlich das Vergnügen, hintereinander, einen Panamera Turbo neuerer Generation und einen '81er 3 Liter-SC zu fahren. Der Panamera vermittelt das (trügerische!) Gefühl -und entsprechende Dummheit vorausgesetzt- bei völlig unspektakulären/langweiligen /emotionsgedämmten 250 km/h noch am Smartphone fummeln zu können und dabei genüsslich am Kaffeebecher zu nippen, während der SC stets wissen will, wer in dieser Auto-Fahrer-Paarung eigentlich die Hosen anhat. Ein Fahrwerk mit ungefilterten Rückmeldungen, ABS-loses Bremsen, keine Servolenkung, luftgekühltes Boxer-Heulen im Nacken, jedes Kuppeln und jeder Gangwechsel ein pures Vergnügen. So(!) macht Autofahren noch Freude! Was will man(n) mehr? Jedenfalls keinen Panamera Turbo! ;)
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