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Jim Clark: Der mysteriöse Tod eines Unverwundbaren am 7. April 1968

Daniel Reinhard - 07.04.2018

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Heute genau um 12:39 Uhr vor 50 Jahren verlor der Motorsport sein damals absolut grösstes Talent. Jim Clark, der sympathische schottische Lenkradvirtuose der seinesgleichen suchte, kam bei einem Formel 2 Rennen in Hockenheim unter mysteriösen Umständen ums Leben. Eigentlich sollte er einen Ford Sportwagen des Alan Mann Teams in Brands Hatch fahren, doch der erste wirkliche Sponsor im Motorsport, die Tabakfirma "Gold Leaf", die 1968 erstmals die Farbe eines Rennautos bestimmte, wollte, dass die beiden damaligen GP-Piloten von Lotus Jim Clark und Graham Hill ihre Dienste beim Formel 2 Rennen in Hockenheim verrichten sollten.

Das Wochenende aber stand für das "Gold Leaf Team Lotus" unter einem sehr schlechten Stern, da beide Autos von Colin Chapman mit der Strecke und dem nasskalten Wetter überhaupt nicht klar kamen. Motoraussetzer, als Folge von Problemen mit der Zündung und der Gemischaufbereitung plagten die beiden Piloten während der Trainings und trieben sie öfter in Dreher als man von ihnen gewohnt war. Jim Clark, als zweifacher Formel 1 Weltmeister, löste damals gerade erst vor drei Monaten den bis anhin Klassenbesten, Juan Manuel Fangio in der damaligen Bestenliste der GP-Siege ab. Der Schotte gewann den GP von Südafrika und sicherte sich damit zum 25. Mal die volle Punktzahl. Mit diesem grossartigen Triumph, machte er beim Auftaktrennen klar, dass er bereits den Weg zu seinem dritten WM-Titel, nach 1963 und 65,  in Angriff genommen hatte.



Das Formel 2 Rennen aber konnte Clark nur aus der 7. Startposition, 2,4 Sekunden hinter dem Trainingsschnellsten, dem Franzosen Jean Pierre Beltoise, in Angriff nehmen. Gestartet wurde bei leichtem Nieselregen und Clark konnte mit seinem Lotus 48 bis zum Unfall nicht in das Renngeschehen eingreifen. Einsam blieb er zwischen Chris Lambert und Robin Widdows an achter Stelle, rund eine halbe Minute hinter dem zur Zeit führenden deutschen Kurt Ahrens hängen.

Der folgenschwere Unfall in Runde 5 bei Kilometer 2,1 auf der langen nur leicht gebogenen Waldgeraden in Richtung Ostbogen, konnte nie wirklich analysiert werden. Der Streckenposten Winfried Kolb, einer von nur ganz wenigen Augenzeugen sah, wie das Heck des Lotus erst hinten rechts ausschlug und dann nach zwei Konterbewegungen zu einem Abflug im 45 Grad Winkel in den damals noch ungesicherten Wald auslöste. Da Clark über rund 300m krampfhaft versuchte den Lotus doch noch unter Kontrolle zu bringen, schlug er mit fast unverminderter Geschwindigkeit in die Bäume ein. Das Auto wurde dabei in drei Teile zerlegt und Clark mit Sicherheit auf der Stelle getötet. Um der Staatsanwaltschaft vor Ort aus dem Weg zu gehen, wurde Clark mit der Ambulanz in die Universitätsklinik Heidelberg gebracht, wo aber auch nur noch sein Tod durch Genick- und Schädelbasisbruch bestätigt werden konnte.

Warum die unverwundbar geglaubte Renn-Ikone mit einem "nur" 230PS starken und rund 260km/h schnellen Rennwagen zu Tode kommen konnte, wird bis heute gerätselt. Da ein Fahrfehler eines Rennfahrers der Grösse eines Jim Clark auf einer praktisch geraden Strecke ausgeschlossen werden kann, kommt ein Aufhängungsbruch, ein Lenkungsdefekt, ein Aquaplaning oder auch ein Motoraussetzer, zum Schluss aber am ehesten ein Reifenschaden in Frage. Die ganzen Wrackteile wurden in einer Nacht und Nebelaktion auf Geheiss von Colin Chapman über einen kleinen belgischen Grenzübergang nach England gebracht, wo Peter Jowett, ein Experte für Flugzeugabstürze, von Lotus beauftragt wurde, das Wrack unter die Lupe zu nehmen und er bestätigte am Ende einen Schnitt oder Riss in der Lauffläche eines Reifens.

Mein Vater, Josef Reinhard, in der Schweiz besser bekannt als "Katastrophen-Sepp" war am 7.4.1968 bei dem F2-Rennen in Hockenheim als Fotograf für das damals einzigartige Motorsport-Magazin "powerslide" von Rico Steinemann vor Ort. Er machte Bilder, die später um die ganze Welt gingen und wie man sieht auch nach 50 Jahren wieder ihren Weg in die grösste deutsche Automobil Fachzeitschrift "Auto, Motor und Sport" finden. Er machte noch kurz vor dem Start Portraits, die den eigentlich immer lachenden Clark für einmal sehr nachdenklich zeigen. Als er dann vom Unfall hörte, liess er das Renngeschehen links liegen und rannte die rund zwei Kilometer zum Unfallort, wo er von dem dreigeteilten Lotus noch diverse Aufnahmen machen konnte.

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Neueste Kommentare

 
 
sl******:
10.04.2018 (08:26)
Hallo Dani. Vielen Dank für den eindrücklichen Artikel. Ich war über das letzte Wochenende in der Heimat von Jim Clark, in Duns und Chirnside, an der Gedenkfeier zum 50sten Jahrestag des Unfals in Hockenheim. Die Anteilnahme, und das Interessen am "Mythos Jim Clark" ist bis auf den heutigen Tag, unglaublich. Sein "Spirit" bewegt die Leute heute noch. Wenn man bedenkt, es ist ein halbes Jahrhundert vergangen. JM
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