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Der Erfolgs-Diesel

Bruno von Rotz - 21.04.2018

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VW Golf GLD Diesel von 1977 (© Auto Motor und Sport)

Es war im Jahr 1976, als Volkswagen den Golf Diesel ankündigte. Natürlich war er nicht der erste Diesel-PKW, aber mit dem Golf stiess der Selbstzünder in eine Klasse vor, die vorher primär von Benzinmotoren dominiert gewesen war.

Dass er ein Diesel war, das hörte man deutlich. Mancher frühen Diesel-Golf-Fahrer wurde gefragt, ob er einen Motorschaden habe, weil man den Golf nur als Benziner kannte und sich der Selbstzünder optisch nicht vom Benziner unterschied. Entsprechend schaute auch der Tankstellenbesitzer argwöhnisch, wenn man im Golf an der Diesel-Säule vorfuhr.

Die Zeitschrift Auto Motor und Sport unterzog den neuen Diesel im Jahr 1977 sofort einem Dauertest über 50’000 km. Ein halbes Jahr reichte dazu, in dieser Zeit lieferten die Wolfsburger locker 25’000 neue Golf Diesel aus - der Anfang eines Booms.

VW Golf GLD Diesel von 1977 (© Auto Motor und Sport)

Kritik richtete sich eher an den Golf als an das spezifische Diesel-Modell. Vielmehr wurde der 50-PS-Motor als robust und lebendig beschrieben. Zuverlässig zeigte er sich noch dazu. 18.4 Sekunden für den Sprint von 0 bis 100 km/h nahm sich der 840 kg schwere Golf und die Puste ging ihm “erst” bei 144 km/h aus. Über die ganzen 50’000 km verbrauchte der Selbstzünder-Golf gerade einmal 6,9 Liter Diesel pro 100 km. Ach ja, fast wäre es vergessen gegangen: Als GLD kostete der Golf damals DM 12’975, das wären heute etwa EUR 7000. Allerdings auch mit Reifen der Dimension 145 SR 13, da sind heute sogar die Space-Safer-Ersatzräder breiter …

Interessant liest sich heute der Schlusssatz: “Der Golf Diesel hat mit diesem günstigen Kilometerpreis (7.9 Pf/km) auf einer längeren Strecke bewiesen, daß er nicht nur wenig Kraftstoff verbraucht, sondern daß er auch sehr zuverlässig und wenig reparaturanfällig ist. Er hat damit den Ruf bestätigt, den Diesel-Personen wagen ganz generell genießen.”

Ja, das waren andere Zeiten. An Diesel-Gate und Schummel-Diesel dachte vor 41 Jahren noch niemand. Und am sekundenlangen Vorglühen störte sich auch niemand, schliesslich konnte man dafür tüchtig sparen.

Neueste Kommentare

 
 
Holger Merten:
21.04.2018 (08:33)
Interessante These. Natürlich war der Golf keine neue Erfindung. Aber sein Variantenreichtum sowie seine Qualitäten haben ihn zu einem attraktiven Auto gemacht. Hinzu kam, dass der Golf schnell die Rolle einer guten Wahl einnahm. Im Golf sah man niemanden an, wieviel Geld er wohl hat. Da war man in einem dezenten GTI eben besser bedient als in den Krawallbrüdern Ford Escort oder Opel GT/E.
mi******:
21.04.2018 (08:04)
Leider überstrahlt der enorme Markterfolg des Golf und seine zweifellos wichtige Rolle für den Hersteller VW in der heutigen Wahrnehmung derart, dass seine tatsächliche Bedeutung für die technische Entwicklung des Automobils oftmals bei weitem zu hoch aufgehängt wird. So gut wie nichts war beim Golf wirklich neu. Das technische Layout mit Frontantrieb und Quermotor gab es seit 1959 beim Mini. In Kombination mit Schrägheck und Heckklappe seit 1965 beim Autobianchi Primula und 1967 beim Simca 1100. Den Dieselmotor in dieser Klasse brachte Peugeot 1967 bereits im 204. Und die mit dem Golf GTI käufliche Kombination aus kompakter Karosserie und starkem Motor gab es bei anderen Herstellern auch schon längst - Mini Cooper S, Renault 8 Gordini, NSU TT, Opel Rallye Kadett, etc.. Der Golf war wohl das richtige Auto zur richtigen Zeit und traf mit seiner Variantenvielfalt den Nerv vieler Kunden. Wahrscheinlich war er auch Summe einfach ein gutes Auto. Automobilhistorisch allerdings eher belanglos.
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