Rinspeed 969 Turbo aufgetaucht
Es gab eine Zeit, als Frank Rinderknecht und seine Firma Rinspeed an Autosalons nicht mit visionären mobilen Zukunftskonzepten, sondern mit handfestem Tuning auf sich aufmerksam machten. So etwa 1983, als Rinderknecht unter anderem einen Rinspeed 939 als Cabriolet zeigte.
Rinspeeds Abwandlungen des Porsche Turbo sorgten am Genfer Autosalon jeweils wegen ihres auffälligen Designs für offene Mäuler und bewundernde Blicke.
Einem Briten erging es nicht anders. Er hatte sich drei Jahre zuvor einen nagelneuen Porsche 930 Turbo gekauft, aber nachdem er die Rinspeed-Variante gesehen hatte, liess er seinen Turbo von Frank Rinderknecht umbauen und zwar komplett.
Die Front wurde ersetzt und mit der Rinspeed-typischen Flachschnauze mit den eingebauten 944-Klappscheinwerfer gestaltet. Die Flanken wiesen, wie später beim Ferrari Testarossa Seitenkästen, und auffällige Lufteinlässe auf. Rinspeed soll dieses gestalterische Element übrigens vor dem Ferrari bereits 1982 erstmals gezeigt haben. Auch das Heck wurde modifiziert, breite Gotti-Felgen montiert und der ganze Wagen in Perweiss, auch dies eine typische Rinspeed-Veredelung, lackiert. Nach der Fertigstellung wurde der Wagen auf dem Genfer Salon 1984 gezeigt und danach über den Ärmelkanal transportiert. Der stolze Besitzer fiel damit in Grossbritannien sicherlich auf.
Nun ist dieser rechtsgelenkte Rinspeed 969 wieder aufgetaucht. Vor kurzem wurde er wieder auf Vordermann gebracht, nachdem er einige Jahre unbenutzt herumstand. Jetzt kommt er an der Silverstone Auction vom 19. Mai 2018 unter den Hammer und soll einen Verkaufspreis von £ 80’000 bis 90’000 erzielen. Unmöglich ist das nicht, schliesslich sind Porsche 930 Turbo gesucht und diese Schweizer Rinspeed-Variante ist garantiert heutzutage eine Rarität. Einen besonderen Geschmack braucht man dafür aber schon ...


























