Die Idee von der Qual der Wahl

Bruno von Rotz
26.12.2020

Qual der Wahl am 25. 12. 2020 (© autoscout24.ch / collage zwischengas)

Es ist Weihnachten, ein besonderes Jahr 2020 geht zur Neige. Das Urlaubsgeld blieb auf dem Bankkonto und trotzdem wurde man ein Jahr älter. Da könnte man ja durchaus auf die Idee kommen, sich noch etwas Gutes anzutun und als Vorbereitung auf den nächsten Corona-Frühling noch eine Neuanschaffung zu tätigen.

Ein Cabriolet wäre doch eine feine Sache. Nicht vernünftig, aber schön luftig. Die Auswahl ist gross. Selbst,wenn man sich nur mit einer Online-Plattform, die alte und neue Autos anbietet, beschäftigt und ein sehr genau definiertes finanzielles Budget vorgibt (in diesem Falle +/- 30’000), kriegt man eine wunderbar breite Auswahl angeboten.

Unsere kleine Selektion gibt einen Einblick in das aktuelle Marktumfeld. Wie wärs z.B. mit einem Lotus Elise S Club Racer von 2010, 136 PS stark und nur gerade 56’000 km gelaufen? Ein Klassiker der Zukunft, da kann man sich fast sicher sein, dazu noch gelb! Und ganz sicher der richtige Wagen für die sportliche Kurvenhatz.

Wer etwas mehr PS sucht, der könnte mit dem BMW Z4 M Roadster von 2007 glücklich werden. Hier zerren satte 343 PS an der Hinterachse und die 82’900 km auf dem Tacho tun dem Wagen kaum weh. Die rote Farbe passt zum heissen Motor.

A propos heiss. Aus dem Süden kommt der Alfa Romeo Spider 2.0 Veloce, einer der letzten mit Chromstossstangen und dem schönen Fastback-Heck. Motorisiert mit dem Zweiliter-Doppelnocker, der es auf 128 PS bringt. 58’240 km stehen auf dem Tacho und eine Veteranenzulassung hat der Alfa auch.

Von ähnlichem Charakter, aber komplett anderer Herkunft ist der Triumph TR6 von 1970. Mit seinem Sechszylinder verströmt er tolle Musik und viel offener kann ein Cabriolet ja kaum sein. Dass er rechtsgelenkt ist, wird anglophile Klassikerfreunde nicht stören, dass er rot und nicht “british racing green” ist, vielleicht schon.

Aus England stammt auch der knorrige MG TD von 1950. Als US-Import hat er das Lenkrad links und mit seiner relativ primitiven Technik und den freistehenden Kotflügeln atmet er noch den Geist der Vorkriegszeit. Eine Zeitmaschine par excellence.

Da ist der Mazda RX7 Turbo von 1989 deutlich moderner und trotzdem exotischer. Denn unter seiner Motorhaube dreht ein Kreiskolbenmotor, der dank Aufladung satte 200 PS abgibt. Dass er die letzten 30 Jahre denselben Besitzer gehabt hat, adelt ihn noch zusätzlich.

Ebenfalls ausserordentlich rar ist der Innocenti Spider S von 1963. Nur gerade 2074 Exempalre sollen gebaut worden sein. Die Technik stammt vom Austin-Healey Sprite, die elegante Form von Tom Tjaarda. Gebaut wurde er bei Osi und beim lokalen Concours dürfte er sicherlich eine Chance haben.

Zu alt? Dann dürfte es vielleicht das andere Extrem sein, ein knapp eingefahrener Abarth 124 Spider aus dem Jahr 2017? 170 Turbo-PS können von Hand in die richtige Drehzahl der Hinterachse übersetzt werden. Die mattschwarze Motorhaube zitiert die berühmten Rallye-Fahrzeuge der frühen Siebzigerjahre aus gleichem Hause, obwohl ja bekanntlich (teilweise) ein Mazda MX-5 unter der Abarth-/Fiat-Verkleidung steckt. Der rote Drehzahlmesser erinnert an Maranello und sieht super aus.

Und zu guter Letzt: Das VW Käfer 1303 Cabriolet von 1979 in der ungewöhnlichen Farbe “türkismetallic”. Bei einem Käfer kann man sich ja der Sympathiepunkte sicher sein. 50 PS sind nicht viel, aber der Wolfsburger ist ja auch nicht schwer und Hauptsache der Boxermotor säuselt im Heck. Dafür ärgert dann auch das 60 km/h-Limit nicht und selbst die 30-er-Zone macht Spass.

Neun Autos von sehr unterschiedlicher Couleur und Ausstrahlung. Charaktertypen sind sie alle und man könnte von jedem träumen. Jetzt müsste nur noch ein Platz in der Garage frei sein …

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