Vorausschauend fahren mit dem Oldtimer ist Pflicht und nicht Kür

Bruno von Rotz
04.12.2020

Bremsen mit dem Oldtimer

Natürlich ist uns allen klar, dass die Bremsen früher weniger gut waren als heute. Doch dass die Unterschiede so gross sind, wie sie eben sind, darüber macht sich mancher Oldtimer- oder Youngtimer-Fahrer wenig Gedanken. Ein modernes Auto bremst heute locker auf 32 oder 34 Metern von 100 auf 0 km/h herunter. Wenn der Wagen steht, kann ein Oldtimer, der hinterherfuhr noch locker 40 oder auch 60 km/h auf dem Tacho haben, wenn er dann ins Heck seines modernen Unfallgegners knallt.

Die Allianz (Allianz Zentrum für Technik AZT) hat das Bremsvermögen von alten und neuen Autos getestet. Publiziert wurden die Ergebnisse von der VKU im Jahr 2019. Die Unterschiede sind enorm, wie die nachfolgende Grafik zeigt.

Allianz-Studie/VKU - Bremsvermögen verschiedener Oldtimer

Während Oldtimer im Schnitt auf etwa 7,2 m/s2 Maximal- und 5,2 m/s2 mittlere Bremsverzögerung kommen, sind es beim modernen Auto knapp über 10 m/s2 und 7 m/s2. Dies hat mit dem Erhaltungszustand, aber vor allem auch mit der Konstruktion der Autos (Bremsen, Reifen, Aufhängungskonstruktion, etc.) zu tun.

Während der Oldtimerfahrer im Normalfall durchaus über genügend Bremsleistung abrufen kann, so kann es in heiklen Situation, z.B. bei Auffahrsituationen schnell sehr eng werden. Da hilft vorausschauendes Fahren, vor allem aber genügend Abstand nach vorne. Im Unterschied zum modernen Auto ist auch der Pilot viel stärker gefordert, denn die tatsächlich erreichbare Bremsverzögerung hängt auch und gerade bei nicht optimalen Strassenverhältnissen stark von den Fähigkeiten des Fahrers ab.

Archivierte Einträge:

von ag******
10.12.2020 (13:44)
Antworten
Dass die Reifen früher schmaler waren spielt natürlich auch eine Rolle und die nachgefertigten Modelle haben ziemlich wahrscheinlich nicht die selben Hochleistungsmischungen der modernen Größen. Zudem sollte man im Auge behalten, dass die Reifen auf Oldtimern meistens nicht alle 5-7 Jahre durch neue ersetzt werden. Meine sind aktuell ca. 14 Jahre alt - zwar rund, aber der Grip ist mittlerweile schon fragwürdig. Ein Highlight jedoch ist das 46 Jahre alte Ersatzrad im Kofferraum, welches die Luft genauso gut hält wie die montierten Räder und keine Risse aufweist.
von ma******
09.12.2020 (22:57)
Antworten
Weiteres Problem: Tritt man wenns knapp wird, bei einem Oldtimer kraftvoll aufs Bremspedal, und sind die Bremsleitungen etwas marode, kann man echt ins Leere treten. Alte Bremsleitungen an einem Oldtimer würde ich vorsorglich durch neue ersetzen lassen. Schliesslich haben diese Wagen nur eine Einkreisbremsanlage. Bei einem alten Citroen hatte es nach dem Tritt ins Leere echt nach Bremsflüssigkeit gerochen. Kam mit dem Schrecken davon und fuhr mit der Handbremse nach Hause. frey.m@bluewin.ch
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