Als wir noch Löcher in neue Karosserien bohrten

Daniel Koch
15.08.2019

Es gab eine Zeit, in der man Autos noch ohne Autoradio kaufen konnte.

Dann fuhr man mit dem Neuwagen direkt zum Fachgeschäft (Internet gab es ja noch nicht), kaufte ein Autoradio samt Antenne und machte sich zu Hause an den Einbau.

Nichts einfacher als das, dachte man damals. Mit der Bohrmaschine wurde ein Loch ins blitzblanke neue Blech gebohrt und wer gewissenhaft war, dachte noch an die Rostvorsorge.

Die Antenne wurde montiert, und ein Kabel quer durchs Auto zum Radio gelegt. Und schon hatte man Radiomusik im Auto!

Vor der Durchfahrt einer Waschstrasse wurde die Antenne manuell eingefahren.

Heute sind die meisten Antennen irgendwo in den Scheibenrahmen integriert, Autoradios sind längst Standard. Es gibt aber noch einige Möglichkeiten, ein Auto ohne Radio zu kaufen. Lotus bot die Elise bis 2001 mit einer Radio-Vorbereitung aber ohne Radio an. Nischen-Fahrzeuge wie der Super 7 von Caterham, der Ariel Atom und dergleichen brauchen kein Radio oder haben keinen Platz dafür. Der grösste Teil der heutigen Autos sind aber fahrende Smartphones mit Internet, Spotify und DAB. Da ist ”selber Hand anlegen” nicht mehr gefragt und oft auch nicht mehr möglich.

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Archivierte Einträge:

von ro******
27.08.2019 (10:51)
Antworten
Nch der Erfindung des Cassettenrecorders gab es eine Zeitlang Buchsen auf der Rückseite neuer Autoradios, an denen man ein externes Audiocassettenlaufwerk anschließen konnte, das unter dem Armaturenbrett angebracht wurde.
von Cr******
21.08.2019 (02:04)
Antworten
Zu erwähnen wäre noch, dass sich sofort ein einheitliches Maß - der DIN-Schacht - durchgesetzt hat.
Es gibt auch den "Doppel-DIN-Schacht", wenn man z.B. ein Radio plus ein Funkgerät verbauen wollte. Dafür ist z.B. in einem Land Rover Defender immer ausreichend Platz.
Als später neben der Musik-Kassette (MC) noch die CD erfunden wurde, wanderten die großen CD-Magazine nebst Ansteuerung in den Kofferraum.
Die ersten Autotelefone jedoch wurden in den 1960er/1970er Jahren wegen der Größe der dazu gehörigen Elektronik meistens in die Mittelkonsole verbaut und paßten meistens nicht in den DIN-Schacht.

Vielleicht widmet sich mal ein Zwischengas-Autor in einem Autotelefon-Special diesem noch nicht so bekannten Thema..?! :)
Antwort von dagamba
27.08.2019 (22:52)
Oh, ja, bitte, dem schließe ich mich vehement an!
Antwort vom Zwischengas Team (Daniel Koch)
18.09.2019 (21:13)
Sehr spannendes Thema, danke für die Idee! Das Autotelefon (in der Schweiz NATel, Nationales Auto Telefon genannt) startete in der Version "A"und konnte nur während drei (oder fünf?) Minuten am Stück genutzt werden, um das Netzwerk nicht unnötig zu blockieren...
Die Anlage konnte problemlos einen Kofferraum ausfüllen...
Wir nehmen das auf die Liste, wäre vielleicht ein schönes Thema für den Winter...
Antwort von cr******
18.09.2019 (21:26)
Falls gewünscht, könnte ich einige Fotografien zum Thema "frühe Autotelefone" beisteuern )
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