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Menschliche anstatt künstliche Intelligenz

Bruno von Rotz - 31.01.2019

Bellevue-Platz in Zürich im Jahr 1952 (© ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf Comet Photo AG (Zürich) / CC BY-SA 4.0)

Heute wird ja viel von künstlicher Intelligenz gesprochen. Intelligente Verkehrsführung gab es aber auch schon vor den Computern, wie das Beispiel hier zeigt. Man beachte anstelle der Autos für einmal die kleine Kanzel rechts auf dem Foto.

In dieser Kanzel sassen zwei Verkehrspolizisten, die den Verkehr mittels Ampeln steuerten.

Verkehrssteuerung im Jahr 1952 (© ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf Comet Photo AG (Zürich) / CC BY-SA 4.0)

Vor sich hatten sie das Schema der Spuren und Knöpfe, mit denen sie die Durchfahrt freigeben oder sperren konnten.

Wetten, dass dies ziemlich effizient war, zumindest was die Kapazität der Kreuzung anbelangt?

Aufgenommen wurden die Aufnahmen übrigens im Jahr 1952 in Zürich auf dem Bellevue Platz.

Wir danken der ETH Zürich für die Bilder. Die komplette Copyright-Info dazu ist: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf Comet Photo AG (Zürich) / CC BY-SA 4.0

 

Wenn der Baum plötzlich aus dem Auto wächst

Daniel Reinhard - 30.01.2019

Kaufdorf / Messerli (© Daniel Reinhard)

Bewusst oder unbewusst, gewollt oder übersehen, das ist hier die grosse Frage. Das Bild oben zeigt gezielt, wie sich der Baum über viele Jahrzehnte zwischen den beiden Autos hochgearbeitet hat. Mit seinem zunehmenden Umfang schiebt er die beiden Fahrzeuge zur Seite, als wären sie aus leichtem Papier.

Fiat 500 Jollycar von 2015 - angeboten von Bonhams in Paris 2019 (© Bonhams)

Auf diesem zweiten Bilder aber wächst der Baum nur aus reiner Unachtsamkeit des Fotografen direkt aus dem Auto. Dieser hatte nur Augen für das Objekt selbst, völlig egal was sich dahinter oder daneben noch so alles abspielte. Immer wieder wird man mit derartig ungünstig gestalteten Fotos, die eigentlich sofort gelöscht werden sollten, konfrontiert.

Es gibt aber auch tatsächlich Situationen, in denen man als Fotograf leider nicht allzu viel ändern kann und man mit gewissen Tricks dagegenhalten muss, damit es nicht so offensichtlich daherkommt.

In dem gezeigten Fall aber wäre vermutlich sowohl rechts als auch links genügend Platz gewesen. Man hätte den Fiat also ein paar Meter zur einen oder anderen Seite schieben können und das Bild wäre viel besser geworden, zumindest hätte es mich nicht zu diesem Blog animiert.

P.S. Der blaue Fiat 500 Jollycar von 2015 wird von Bonhams an der Grand-Palais-Versteigerung zusammen mit über 100 anderen Klassikern am 7. Februar 2019 angeboten.

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Der kleine Mercedes

Bruno von Rotz - 29.01.2019

Mercedes-Benz W123 von 1975 (© AMS)

So ändern sich die Zeiten! Der kürzeste Mercedes aller Zeiten war der erste Smart, wenn er auch nicht mit Stern vom Band lief. 2,5 Meter reichten, um zwei Personen zu transportieren. Bereits zuvor hatte es einen Baby-Benz gegeben, der intern W201 hiess. Seine Länge: 4,42 Meter.

1975 aber sprach die Presse vom neuen “kleinen Mercedes” und meinte die Mittelklasse-Baureihe W123, die schliesslich mit 4,64 Aussenlänge auf den Markt kam.

“Klein” ist halt auch eine Frage des Vergleichsmassstabs.

Front-, Seiten- und Heckdarstelung des Mercedes-Benz W123 von 1975 (© AMS)

Der Zeichner von Auto Motor und Sport hatte übrigens in Ausgabe 22/1975 die Front des W123 ziemlich korrekt vorausgesehen, bei der Seitenansicht und beim Heck war noch etwas gar viel S-Klasse sichtbar beim erwarteten “kleinen” Mercedes-Benz. Weniger als drei Monate später konnte man dann den fertigen W123 auf dem Titelblatt von Auto Motor und Sport sehen ...

 

Diesel-Fahrverbote gefährden vor allem den Youngtimer (Frage der Woche)

Bruno von Rotz - 28.01.2019

Frage der Woche 122 - Dieselfahrverbote und ihre Auswirkung auf Oldtimer/Youngtimer

Mehr und mehr Fahrverbote werden in Städten und sogar darüber hinaus verhängt. Aktuell betrifft dies vor allem Dieselfahrzeuge, aber es besteht das Risiko, dass gleichzeitig auch Oldtimer- und Youngtimer-Fahrzeuge aus den Innenstädten und Verbotszonen ausgeschlossen werden.

In einer “ Frage der Woche ” wollten wir von den Zwischengas-Lesern wissen, ob von den verhängten und angekündigten Fahrverboten auch eine Gefahr für klassische Fahrzeuge ausgehe.

Der grösste Teil der 322 Antwortenden, 48,3 Prozent sind es genau sieht vor allem den Youngtimer gefährdet, weil er weder über H-Kennzeichen noch besondere Oldtimer-Privilegien verfügt.

Den Oldtimer samt dem Youngtimer sehen 23,8 Prozent der Antwortenden in Gefahr, auch weil sie natürlich die strengen Umweltnormen genauso wenig erfüllen wie die Euro-4- oder Euro-5-Diesel.

Rund ein Viertel (25,7 Prozent) glauben, dass die Fahrverbote weder dem Oldtimer noch dem Youngtimer etwa anhaben können, da sie ja einen sehr geringen Anteil im gesamten Verkehrsvolumen ausmachen. Und für weitere 2,2 Prozent passte keine Antwort zur eigenen Ansicht.

Insgesamt befürchten als über 70 Prozent, dass sich die aktuellen Diskussionen und Fahrverbote auch auf Youngtimer- oder Oldtimer-Fahrzeuge auswirken könnten. Und dies vermutlich nicht nur auf den heutigen, sondern auch auf den zukünftigen Bestand.

Zur Vollständigkeit sei hier noch die grafische Auswertung gezeigt:

Frage der Woche 122 - Dieselfahrverbote und ihre Auswirkung auf Oldtimer/Youngtimer - Antworten

Bereits haben wir aber wieder eine neue Frage der Woche formuliert. Dieses Mal möchten wir in eigener Sache wissen, welches Automagazin sie als wertvollste nächste Erweiterung zum Zwischengas-Zeitschriftenarchiv sehen würden.

Und wie immer können natürlich alle bisherigen Fragen der Wochen , respektive deren Auswertungen, in einem eigenen Themenkanal betrachtet werden.

 

Tankstellen-Romantik

Bruno von Rotz - 27.01.2019

Tankstellen-Romantik mit Sean Connery (© ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Comet Photo AG (Zürich) / Com_C13-035-005 / CC BY-SA 4.0)

Sie ist vermutlich eine der berühmtesten Tankstellen der Welt, respektive sie war es. Sie hiess Aurora und lag in Andermatt, im Kanton Uri in der Schweiz. Genau an dieser Tankstelle hielt James Bond (Sean Connery) an, um seine Mitfahrerin Tilly Masterson (Tania Mallet), im Bild mit dem Gewehrkoffer, aussteigen zu lassen. Die Aufnahme entstand anlässlich der Dreharbeiten zum James-Bond-007-Film "Goldfinger".

Tankstelle in Samnaun im Jahr 1970 (© ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Schollenberger, Kurt / Com_L19-0813-0001-0001 / CC BY-SA 4.0)

Tankstellen bildeten immer wieder eine herrliche Kulisse für Aufnahmen. Früher standen sie im Freien und trotzten dem Schnee (wie auf der Aufnahme von Samnaun im Jahr 1970) …

Shell-Tankstelle in Les Verrieres im Jahr 1927 (© ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Unbekannt / Fel_015948-RE / Public Domain Mark)

… oder sie waren fast nicht zu sehen wie die Shell-Tanksäule im Ort Les Verrières im Schweizer Jura, aufgenommen im Jahr 1927.

Tanksstelle in Zürich im Jahr 1952 (© ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Comet Photo AG (Zürich) / Com_M01-0826-0007 / CC BY-SA 4.0)

Gänzlich anders sieht da die BP-Tankstelle aus Grossstadt-Perspektive aus, aufgenommen im Jahr 1952 in Zürich.

Für die Fotos danken wir der ETH Zürich, die schon über 400’000 historischer Aufnahmen digitalisiert hat.

Der Vollständigkeit halber seien hier die korrekten Urheberrechtsangaben nachgeliefert:
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Comet Photo AG (Zürich) / Com_C13-035-005 / CC BY-SA 4.0
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Schollenberger, Kurt / Com_L19-0813-0001-0001 / CC BY-SA 4.0
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Unbekannt / Fel_015948-RE / Public Domain Mark
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Comet Photo AG (Zürich) / Com_M01-0826-0007 / CC BY-SA 4.0

 

Grosse Trauer um Charly Lamm (Nachruf)

Daniel Reinhard - 26.01.2019

Charly Lamm (© BMW AG)

Charly Lamm, ein wahres Motorsport-Urgestein, hat uns vollkommen unerwartet, nach kurzer aber schwerer Krankheit, am 24. Januar 2019 im noch jungen Alter von 63 Jahren für immer verlassen.

Charly war der langjährige Teamchef und der Kopf vom Schnitzer-BMW Team. In den Achtzigerjahren dominierten Lamm und Schnitzer die DTM sowie Tourenwagen-Europameisterschaft und -Weltmeisterschaft praktisch komplett. Und als BMW 2012 in die DTM zurückkehrte, waren erneut Lamm und Schnitzer federführend für die Einsätze der Marke - und gewannen auf Anhieb alle drei Meistertitel.

BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt dazu: „Völlig unerwartet hat uns die Nachricht von der Familie Lamm erreicht, dass Charly Lamm am Donnerstag verstorben ist. Unser tief empfundenes Beileid gilt der Familie Lamm und der Familie Schnitzer. Es ist schier unfassbar, dass Charly nicht mehr unter uns ist. Er hat den Rennsport bei BMW über Jahrzehnte entscheidend geprägt, mit seinem Team großartige Triumphe gefeiert und Fans auf der ganzen Welt mit seiner einzigartigen Leidenschaft für den Rennsport fasziniert. Ihn so plötzlich zu verlieren, ist ein Schock und eine Tragödie – gerade deshalb, weil Charly dabei war, ein ganz neues Kapitel in seinem Leben aufzuschlagen. Wir trauern um eine international geschätzte und geliebte Persönlichkeit, die für immer eng mit BMW Motorsport verbunden sein wird. Danke für alles, Charly. Wir werden Dich unendlich vermissen.“

Ein Leben ohne Rennsport war für Charly eigentlich "unvorstellbar!" Auch dies hatte er erst vor wenigen Wochen mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht gesagt, als er für BMW seine große Karriere noch einmal Revue passieren ließ. "So viel erlebt zu haben, das möchte ich nicht missen. Mit Willen und mit einer guten Mannschaft sowie Fahrern, Leuten, die wirklich alles geben, damit kannst du Berge versetzen."

Charly Lamm beim letzten Sieg in Macao 2018

Genau dies hat Charly Lamm im November 2018 bei seinem Abschiedsrennen noch einmal deutlich gezeigt, als er mit Augusto Farfus am Steuer des Schnitzer-BMW den GT-Weltcup in Macau gewonnen hat. Es war Charly Lamms letztes Rennen als Teamchef, sein letzter Renneinsatz überhaupt und seine Karriere endete genau so, wie er es sich innerlich gewünscht hätte mit einem grandiosen Sieg!

Für Charly Lamm war der Rennsport alles (© BMW AG)

Ich durfte Charly schon früh in den Achtzigerjahren bei Rennläufen zur damaligen Tourenwagen-EM, kennen- und schätzenlernen. Wie oft sassen wir damals wie auch in den Jahren danach zusammen und diskutierten über Gott und die Welt, oder besser über Rennwagen, Rennen und Fahrer.

Charly mit dir haben wir alle einen ganz grossartigen Freund und einen Racer erster Sahne verloren.

Unser Beileid gilt Charly Lamms Frau und seinen beiden Söhnen.

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Oldtimer, quo vadis?

Bruno von Rotz - 25.01.2019

Alfa Romeo Giulia TZ und Aston Martin DB4 GT "Zagato"

Wie sieht die Zukunft des Oldtimers aus? Was wird die ‘nächste Generation’ mit unserem geliebten Automobil tun oder eben nicht tun? Diesen Fragen ging der 21. Themenabend im Emil Frey Classics Center in Safenwil, geführt von Christian Jenni und Urs P. Ramseier, eingeleitet durch Stephan Vögeli , dem Hausherren, nach.

Nun ist es ja nicht so einfach mit Vorhersagen, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen. Also suchten die Redner – Urs. Ramseier, Lorenz Frey-Hilti, Ercole und Paolo Spada, Anton Piëch – dann halt oft die Vorzeichen der Zukunft eher in der Vergangenheit.
Doch auch so schälte sich schnell heraus, dass das “Feuer”, also unsere Passion, unser Enthusiasmus für alte Autos, halt eben weitergegeben werden müsse. Man muss die neue Generation für den automobilen Klassiker begeistern. Allerdings muss man dabei aufpassen. Gustav Mahler wurde gleich mehrfach mit seinem Bonmot “Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche” zitiert.

Ercole Spada kritisiert die amerikanische Schwülstigkeit

Aber wie können wir das Feuer weitergeben, wenn die nächste Generation noch nicht einmal an unserer geliebten Individualmobilität interessiert ist? An einigen interessanten Studienergebnissen wurde gezeigt, dass urbane, junge Leute von heute kein Geld mehr für ein eigenes Auto aufbringen wollen. Die Smartphone-Generation geht lieber in die Ferien oder gibt das Geld für Kleider aus. Zudem werden ja gerade die schönen Oldtimer immer teurer oder, wenn sie günstiger sind, so komplex und aufwändig in der Wartung, dass man sich als junger Mensch den Unterhalt nicht mehr leisten kann.

Dass auch die nächste Generation noch gerne klassische Automobile fährt, das können wir schon heute an vielen Veranstaltungen beobachten. Und dass die Liebe zu Form und Funktion auch an unsere Nachkommen weitergegeben kann, zeigten Ercole und Paolo Spada, deren Vortragsteil alleine schon einen ganzen Abend wert gewesen wäre.

Ercole Spada erhält einen Preis übergeben

Immerhin war Ercole Spada, dem gestern Abend auch noch ein Preis für sein Lebenswerk überreicht wurde, ja der Schöpfer des Aston Martin DB4 GT Zagato und des Alfa Romeo Giulia TZ (von beiden stand ein Exemplar in Safenwil, siehe Bild oben) und es war spannend zuzuhören, wie man damals Hochgeschwindigkeitsfahrten auf der Autobahn von Milano nach Bergamo durchführte, um Blechmodifikationen an der Karosserie in Abwesenheit eines Windkanals auf Effizienz zu testen. So entstanden unvergessliche Autos, so etwa die Sport-Varianten von Lancia Flavia und Fulvia oder der Alfa Romeo Junior Zagato. Vielen dieser Entwürfe war ein Element eigen, das Spada aus der Gilde der Designer heraushob, das abgeschnittene Heck,, auch “coda tronca” genannt.

Ercole Spada bei seinem Vortrag

Genau dieses Stilelement werden auch in den Arbeiten seines Sohnes Paolo Spada wieder sichtbar, genauso wie andere Kurven und Formen, die schon sein Vater prägte. Bei den Spadas ging das Feuer also in die nächste Generation über, bei den Ramseiers (Carrosserie Worblaufen) und Urs Paul Ramseier auch, bei den Freys mit Lorenz Frey-Hilti genauso.

Paolo Spada

Aber reicht es, wenn einzelne Nachkommen die Liebe zum Automobil weiterpflegen und dem historischen Fahrzeug die Treue halten? Was wird aus den gegen 100’000 Oldtimern in der Schweiz oder den rund 500’000 Oldtimern in Deutschland, wenn sich die jungen Menschen von morgen mehr für Smartphones, 3D-Virtualität und Gaming interessieren, also für die private individuelle Fortbewegung auf vier (oder zwei) Rädern?

Hier war es deutlich schwieriger, Antworten aus den Voten herauszuhören. Am nächsten kam diesen Fragen noch der letzte Redner Anton Piêch, immerhin auch ein Nachkomme einer sehr erfolgreichen Autobauer-Dynastie. Seine These, dass der Sportwagen überleben wird und damit auch die Liebe zur Autotradition, weckte Optimismus. In Zukunft werde es auf der einen Seite die Erfüllung grundsätzlicher Mobilitätsbedürfnisse geben. Selbstfahrende sichere Fortbewegungsmittel werden die Menschen günstig und effizient dorthin bringen, wohin sie wollen. Besitzen wird man diese fahrende Würfel aber nicht wollen. Auf der anderen Seite werde es immer ein Luxussegment geben, in dem Besitz wichtig ist, in dem sich die Kenner tummeln, in dem die Tradition gepflegt werde, in dem Autofahren in seiner Form, wie wir es heute kennen, überleben werde. Schliesslich gäbe es ja heute auch noch Pferde und bekanntlich feiert auch der Plattenspieler, auf dem man mit viel Handarbeit Vinylplatten abspielt, eine Renaissance. In der zukünftigen Mobilitätsindustrie würden Firmen wie Apple oder Google eine bedeutende Rolle spielen, weil sie besser mit grossen Datenmengen und Informationssystemen umgehen können, während die grossen vertikalen Autohersteller gefährdet seien.

Die Hersteller der zukünftigen Sportwagen, für die es immer einen Markt geben werde, müssen eher agil, technologieagnostisch und traditionsbezogen sein, um den anspruchsvollen Kunden das zu geben, was diese wollen ...

Am Ende des Abends blieb die eigentliche Frage “Oldtimer, quo vadis” allerdings weitgehend unbeantwortet, auch wenn man von Zeit zu Zeit glaubte, einen kurzen Blick in die Zukunft geworfen und etwas von dem Feuer, das uns alle antreibt, auch in zukünftigen Generationen wiederentdeckt zu haben.

Aber es wäre wohl auch zuviel verlangt gewesen, auf diese grossen Fragen komplette Antworten zu erhalten, wenn selbst weitsichtige Politiker und bestens dotierte Autohersteller sich darüber uneinig sind.

Mit etwas Hoffnung, dass man wohl auch noch in Zukunft einem Bugatti 35 auf den Strassen begegnen können dürfte, jedenfalls ging man nachhause. Und sowieso ging es am 21. Themenabend wie bereits an den 20 Vorläufern ja auch darum, gute alte Freunde zu treffen und das eine oder andere gute Gespräch zu führen. Und dieser Anspruch war ja dann mit über 400 Anwesenden sicherlich leicht zu erfüllen.

 

Trophäensammlung auf der Heck- oder Seitenscheibe

Bruno von Rotz - 24.01.2019

Trophäensammlung auf der Heckscheibe

Früher war dies noch üblich. Hatte man mit dem Auto einen hohen Pass erklungen oder eine besondere Destination angesteuert, kaufte man sich einen Aufkleber und zierte seine Heck- oder Seitenscheibe. aber auch Blechteile damit. Schliesslich war man stolz darauf, den Gotthardpass überwunden zu haben oder bis ins Ortler-Gebiet und nach Capri gefahren zu sein. Und das durfte man auch, denn das Autofahren war früher anspruchsvoller und die Tücken einer langen Reise grösser als heute. Und es gab schliesslich weder Instagram, Facebook und Selfie-Handies, um den Erfolg zu feiern ...

Lourdes - Trophäe auf der Heckscheibe

 

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Klassikerperlen der Zukunft - Mercedes-Benz SLS AMG

Bruno von Rotz - 23.01.2019

Mercedes-Benz SLS AMG von 2009 (© Daimler AG)

Mercedes-Benz begeisterte die Besucher der IAA im Herbst 2009 in Frankfurt mit einem späten Nachfolger des legendären 300 SL Flügeltürers. Der Mercedes-Benz SLS AMG hatte wie sein Vorfahre einen Rohrrahmen, einen kräftigen Motor vorne und angetriebene Hinterräder. Und seine Türen öffneten genauso nach oben wie es der 300 SL in den frühen Fünfzigerjahren vorgemacht hatte.

Durchsichtsdarstellung des Mercedes-Benz SLS AMG von 2009 (© Daimler AG)

Ansonsten ging der moderne SLS natürlich mit der Zeit, hatte statt eines Reihensechszylinders einen 6,2 Liter grossen V8-Motor hinter der Vorderachse. Geschaltet wurde mit einem Transaxle-Siebengang-DSG von Getrag. Natürlich waren alle vier Räder einzeln aufgehängt.

Die Karosserie bestand aus Aluminium und wurde bei Magna Steyr gefertigt. Es gab Platz für zwei Personen und einen brauchbaren Kofferraum. An Bord war einiges an Luxus, inklusive Rückfahrkamera, Klimaanlage, Navigationssystem und Musikanlage.

Interieur des Mercedes-Benz SLS AMG von 2009 (© Daimler AG)

Trotz Fokus auf Leichtbau (SLS soll für Sport-Leicht-Super gestanden haben) war der SLS AMG über 1,6 Tonnen schwer, bot mit 571 PS aus 6208 cm3 aber auch genügend Leistung, um den Sportwagen in knapp über 3,5 Sekunden von 0 bis 100 km/h zu beschleunigen. Spätere Versionen, der SLS AMG wurde bis 2014 gebaut, hatten sogar noch ein paar Pferdestärken mehr unter der Haube. Und wer schnell losfahren wollte, konnte auf eine “Race Start”-Launch-Control zurückgreifen.

Roter Mercedes-Benz SLS AMG von 2009 (© Daimler AG)

Ab EUR 186’830 kostete der komplett bei AMG entwickelte SLS AMG, als man ihn am Herbst 2010 kaufen konnte. Dem Coupé wurde wie in den Fünfzigerjahren auch noch ein Roadster zur Seite gestellt. In rund fünf Jahren Bauzeit sollen etwa 6500 Exemplare des SLS verkauft worden sein, genaue Zahlen sind nicht bekannt. Ein erheblicher Anteil der Produktion ging wie bereits in den Fünfzigerjahren schon in die Vereinigten Staaten.

Der Mercedes-Benz SLS AMG mag nicht ganz an die feingliedrige Eleganz seines Vorgängers 300 SL anknüpfen können, ein attraktives und auffälliges Fahrzeug war er aber auf jeden Fall, was die guten Verkaufe in den ersten zwei Jahren auch bewiesen. Trotzdem war ihm nur eine vergleichsweise kurze Bauzeit beschieden, der Nachfolger hatte dann wieder herkömmliche Türöffnungen, die dann auch keiner Sprengladungen bedurften, um die Türen auch nach einem Überschlag noch öffnen zu können.

Übrigens gab es auch noch eine rein elektorische Version des SLS. Und die Wertentwicklung? Ähnlich wie beim BMW Z8 blieben die Preise bisher auf hohem Niveau stehen, Sondermodelle werden gar über dem damaligen Neupreis gehandelt. Ein klares Indiz für eine Klassikerperle .

 

Trendwende bei Oldtimer-Versteigerungen?

Bruno von Rotz - 22.01.2019

RM/Sotheby's Arizona Versteigerung 2019

Die Rahmenbedingungen waren mit dem US-Shutdown und den aktuellen Irrungen und Wirrungen rund um die Erde sicherlich nicht optimal für die ersten grossen Auktionen des Jahres 2019, die wie jedes Jahr in Scottsdale stattfanden.

Bonhams , Gooding & Co und RM/Sotheby’s boten über drei Tagen über 400 Autos an, deren Gesamtwert über 180 Millionen USD ausmachte. Am Ende der Tage addierten sich die Umsätze der drei Auktionshäuser auf USD 100,6 Millionen. Dies ist eine imposante Summe, denn heruntergebrochen auf die 342 verkauften Fahrzeuge ergibt dies USD 294’095 pro Lot. Eine Krise jedenfalls sieht anders aus, auch wenn 19 Prozent der Autos nicht verkauft werden konnte. Und wenn es sich dabei offenbar tendenziell um die teureren handelte.

Interessant war der hohe Anteil von “No Reserve”-Lots, also Fahrzeugen, die ohne Mindestpreis angeboten wurden. Zu denen gehörten nämlich ungefähr 63 Prozent aller angebotenen Autos. Da könnte man schnell zum Schluss kommen, dass dies zu einem wahren Ausverkauf geführt habe. Tat es aber nicht. Nur gerade drei Prozentpunkte weniger wurden im Schnitt und im Vergleich zu den Schätzwerten über die drei Auktionshäuser für Autos ohne Mindestpreis geboten. Bei Bonhams und Gooding war die Differenz fünf Prozentpunkte, bei RM/Sotheby’s gab es keinen messbaren Unterschied. Tendenziell wurden natürlich die günstigeren Autos “no reserve” angeboten.

Ebenfalls eindrücklich sind die Vergleichszahlen pro Fahrzeugmarke, wenn man die Anzahl angebotenen Fahrzeuge, die Verkaufsquote (Anteil verkaufter Fahrzeuge am Angebot), die durchschnittliche Abweichung des Hammerpreises vom mittleren Schätzwert und den gemittelten Hammerpreis (in USD) anschaut. Porsche hatte zwar eindeutig am meisten Autos am Start, diese wurden aber im Durchschnitt deutlich tiefer bewertet als die Autos von Ferrari. Dafür war die Verkaufsquote bei Porsche mit 92 % deutlich besser als bei Ferrari mit 79 %. Überzeugender noch als diese beiden Marken war aber Bentley, denn hier wurden 91 % der Autos verkauft und dabei ein Hammerpreis von 92 % im Vergleich zum mittleren Schätzwert erreicht.

Für weitere Analysen dient unter anderem folgende Tabelle oder die Zwischengas-Auktionsdatenbank .

Marke Autos Verkaufsquote % Est Durchschn. USD Hammerpreis
Porsche 66 92 % 81 % 191887
Ferrari 56 79 % 79 % 1165429
Mercedes-Benz 38 84 % 74 % 323081
Rolls-Royce 21 81 % 73 % 183643
Ford 18 89 % 69 % 120361
Jaguar 17 82 % 78 % 162088
Bentley 11 91 % 92 % 254318
Chevrolet 10 70 % 70 % 156000
Packard 10 100 % 71 % 140750
Cadillac 9 100 % 75 % 143111
Shelby 9 67 % 78 % 562222
Alfa Romeo 7 71 % 76 % 179643
Aston Martin 6 33 % 74 % 470833
BMW 5 100 % 81 % 467500
Bugatti 5 20 % 79 % 1086000
Fiat-Abarth 5 100 % 76 % 41000
Maserati 5 60 % 75 % 762000
Volkswagen 5 100 % 87 % 63300
Buick 4 50 % 43 % 21500
Chrysler 4 100 % 56 % 113625
Lamborghini 4 75 % 81 % 547125

 

 

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