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Eine Frontscheibenheizung für den Oldtimer?

Daniel Koch - 30.11.2019

Wer seinen Klassiker nicht nur bei Sonnenschein fährt, sondern auch jetzt, in der kalten und feuchten Jahreszeit, der kennt sich mit beschlagenen Frontscheiben bestens aus.

Beim Triumph TR6, den ich derzeit fahre, ist wie bei vielen anderen Oldies die Lüftung/Heizung für unser heutiges Verständnis ungenügend. Dauernd putzt und wischt man die Scheiben von innen, um eine klare Sicht nach vorne zu bekommen, und die feuchte Luft ist kaum aus dem Innenraum zu vertreiben. Bis warme Luft aus der Heizung die feuchte Scheibe trocknet, dauert es meist einige Minuten oder Kilometer.

Alpine (neben weiterer Hersteller) hatte beim A110 bereits Anfangs der Siebzigerhahre beheizbare Frontscheiben verbaut und Morgan oder Caterham verwenden diese Technik in ihren “modernen Klassikern”, um damit die (heutige) gesetzliche Anforderung für Fahrzeuge ohne Frontscheiben-Lüftung zu erfüllen.

Wenn ich könnte, würde ich bei allen Oldtimern eine beheizbare Frontscheibe einbauen, sofern es technisch machbar wäre. Für eine solche Nachrüstung ist neben der Scheibe eine Verkabelung, ausreichend Strom und ein zusätzlicher Schalter nötig. Da es für einige Oldtimer jedoch nicht einmal mehr unbeheizten Ersatz von Scheiben gibt, bleibt es wohl beim Wunsch.

Nach meinem Dafürhalten würde eine solche Nachrüstung den historischen Wert des Fahrzeuges nicht beinträchtigen, die dünnen Heizdrähte sind ja kaum sichtbar. Aber ich weiss natürlich auch von Freunden im Klassiker-Umfeld, die solch moderne Veränderungen ablehnen. Wie sehen das unsere Leser?

 

Als Lancia noch wie Apple war

Bruno von Rotz - 29.11.2019

Lancia Markenzeichen

“Seit einiger Zeit war bekannt, dass Lancia auf dem Turiner Automobil-Salon, der heute Mittwoch eröffnet wird, ein neues kleines Modell herausbringen werde, und schon zum voraus wurden in Italien Tausende von Bestellungen aufgegeben, bevor man noch Näheres über diesen Wagen kannte. Für die eigene Atmosphäre der Marke Lancia sind diese Vorschusslorbeeren recht typisch, hat sie es doch verstanden, durch den persönlichen Charakter und die leicht sportliche Art ihres Strassenverhaltens sowie die eigenwillige und oftmals sehr fortschrittliche Bauweise eine internationale Stammkundschaft aufzubauen und sich zu erhalten, die gerade sehr anspruchsvolle Automobilisten einschliesst.

Der Lancia-Fahrer weiss, dass er für den Ankauf eines Wagens einiges aufzuwenden hat, nicht auf maximale Geräuschlosigkeit rechnen darf und stets für guten Unterhalt sorgen muss. Dafür verfügt er über ein Vollblut unter den Tourenwagen …”

Wer diese Zeilen aus der Vergangenheit liest, dem kommen sofort Parallelen in den Sinn. Ähnliches hätte man zumindest zu gewissen Zeiten auch von Apple sagen können, oder heute vielleicht zu Tesla.

Dass Lancia einmal derartig vergöttert wurde, das haben die meisten Menschen schon lange vergessen. Dazu trug auch Lancia selber, respektive ihre Besitzer über die Jahrzehnte, seinen/ihren Teil bei. Diese charakteristische Andersartigkeit, die verlor die Marke Lancia spätestens in den Siebzigerjahren. Und über die folgenden Jahrzehnte verblasste Lancia zu einem Schatten der einstigen Grösse. Heute gibt es bekanntlich nur noch in Italien einen Lancia zu kaufen, in den anderen Ländern wurde die Marke zurückgezogen. So kann’s gehen. Schade!

Aufgelöst sei hier noch das “Rätsel”, wann denn obiger Kommentar geschrieben wurde. Es war im Jahr 1953, als der Lancia Appia präsentiert wurde. Über die Cabriolet-Version dieses ungewöhnlichen Automobils haben wir eben einen Bericht veröffentlicht.

Lancia Appia Convertibile von 1959 (© Daniel Reinhard)

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Es ist (fast) vollbracht - Jahresmagazin 2020 im Druck

Bruno von Rotz - 28.11.2019

Jahresmagazin 2020 - Titelseite und Graberartikel

Begonnen haben wir bereits im März 2019, doch die letzten Änderungen am Inhalt nahmen wir vor wenigen Stunden vor. Jetzt ist das Zwischengas Jahresmagazin 2020 auf dem Weg zur Druckerei und soll in rund einer Woche fertig und bereit zum Verteilen sein.

Es ist gar nicht einfach, das Schaffen der zwischengas-Redaktion mit über 1000 neuen Beiträgen pro Jahr auf knapp über 30 Artikel zusammenzudampfen, denn es hätte natürlich viel mehr Berichte gegeben, die es wert gewesen wären, im Jahresmagazin zu erscheinen. Zudem liessen wir es uns natürlich nicht nehmen, neue exklusive Artikel zu schreiben und zu organisieren. Und selbst die Fahrzeugporträts, die bereits online erschienen sind, wurden nochmals angefasst, ergänzt und verfeinert, um dem Druckmedium gerecht zu werden.

Alvis-Artikel im Jahresmagazin 2020 - Zeitungen

Bei den neuen Artikeln wurde zudem natürlich wieder viel recherchiert und geforscht, aus Hunderten von Bildern wurden die besten und interessantesten ausgewählt, im Archiv nach alten Unterlagen und historischen Fotos gesucht.

Alvis-Artikel im Jahresmagazin 2020 - Fotos

Doch jetzt sind die 260 Seiten komplett. In den nächsten Tagen wird dann die Druckmaschine rotieren und das Heft in Tausenden ausspucken. Dann werden die Magazine noch eingepackt und hinterher erfolgt der Versand. Das Foto ganz oben ist übrigens nur eine durch den Computer erzeugte Grafik, denn das fertige Heft ist erst noch am Entstehen in der Druckerei.

Erwähnt sei noch, dass rund 230 der 260 Seiten echte Nutzlast sind, sprich Artikel, Fotos, Daten und Fakten. Mehr Lesestoff dürfte kaum ein deutschsprachiges Oldtimer-/Youngtimer-Magazin in einer Ausgabe bieten. Sie ist ja auch über 700 g schwer, andere hätten wohl ein Buch gedruckt.

Wir freuen uns auf jeden Fall schon jetzt auf Ihr Feedback. Wenn Sie zu den Vorbestellern gehören, dann erhalten Sie Ihr Magazin sicherlich deutlich vor Weihnachten. So ab der zweiten Hälfte Dezember 2019 wird das Heft dann auch an einigen Verkaufsstellen/Kiosken zu finden sein.

Aber, wenn Sie noch nicht bestellt haben und sicher sein wollen, das Heft nicht zu verpassen, dann können Sie noch bis am 2. Dezember 2019 auf zwischengas vorbestellen . Und kriegen das Heft dann mit dem ersten Versand.

Mehr über das Heft erfahren Sie auf der Vorstellungsseite.

Sie können aber auch über den Knopf direkt eins bestellen.

 

Das ist ein Volkswagen

Bruno von Rotz - 27.11.2019

Dukat von 1983

Wie ein VW Golf sieht dieses Coupé zwar nicht aus, aber zumindest die Technik stammt aus Wolfsburg. Entwickelt wurde das Kunststoffcoupé Dukat aber von von einem Herrn Dukat, daher der Name. Das 2+2-sitzige Coupé mit Schlafaugen (vom Porsche 982) sollte auch in Serie gefertigt werden. Sogar Preise gab's: CHF 15’000 für den Bausatz, CHF 25’000 für das Fertigmodell.

Hersteller sollte der Ex-Rennfahrer Jürg Weinem in Horgen am Zürichsee. Dazu kam es wohl nie, obschon die Vorschusslorbeeren in der AR-Ausgabe 26/1983 beträchtlich waren. Es gäbe zahlreiche schweizerische Interessenten und auch eine starke Nachfrage aus Deutschland, war damals zu lesen. Auch eine Targa-Version war angedacht. Aber es blieb wohl beim Prototyp.

2015 tauchte das Auto übrigens, wie in der deutschen Octane zu lesen war, wieder auf und wurde über eBay an einen deutschen Käufer vermittelt.

 

Lernt man heute noch richtig Autofahren?

Bruno von Rotz - 26.11.2019

Handschaltung Toyota Celica Supra 2.8i

Kürzlich entbrannte ja die grosse Diskussion, ob es richtig ist, dass Fahrschüler neuerdings auch mit Automatik die Führerprüfung absolvieren können und hinterher trotzdem handgeschaltete Autos fahren dürfen.

Doch Fahrschule mit einem modernen Auto mit manueller Schaltung (und Kupplung) bedeutet noch lange nicht, dass die Neulinge richtig mit Getriebe und Kupplung umgehen können. Tatsächlich helfen moderne Autos deutlich mehr beim Fahren als ihre Vorgänger. Am Berg wird der Wagen automatisch gehalten, bis man aufs Gas drückt. Beim Herunterschalten wird ohne Zutun des Fahrers dosiert Zwischengas gegeben. Beim Anfahren stellt das Auto sicher, dass der Motor nicht abgewürgt wird. Beim Herunterschalten wird soviel Gas gegeben, dass kaum ein Ruck entsteht, wenn eingekuppelt wird. Und so weiter.

Um nach absolvierter Fahrprüfung einen älteren Wagen fahren zu können, sind oftmals zusätzliche Übungsfahrten nötig, um schliesslich das nötige Feingefühl zu entwickeln, das ältere Technik halt noch voraussetzt. Dies sollte man einfach in Erinnerung halten, wenn man Jungfahrer zum ersten Mal ans Steuer eines älteren Autos lässt.

 

Neuwagen und Oldtimer an Messen lieber nicht mischen (Frage der Woche)

Bruno von Rotz - 25.11.2019

Frage der Woche 143 - Alt und Neu mischen?

2019 war das Jahr, an dem Autosalons im grösseren Stil auch den Oldtimern viel Platz einräumten, ja geradezu froh waren, ihre Ausstellungsflächen mit alten Autos zu verschönern. Gleichzeitig stehen auch an Oldtimermessen immer mehr Neuwagen.

Macht dieser Trend Sinn, wollten wir in einer “Frage der Woche” von den Zwischengas-Lesern wissen. Ist es richtig, an Neuwagenmessen Oldtimerausstellungen zu zeigen und auf Oldtimermessen Neuwagen zu präsentieren?

Ganz einig waren sich die Leser nicht, aber es herrscht zumindest eine gewisse Skepsis gegen die Durchmischung.

45,7 Prozent der 289 Antwortenden befanden, dass moderne Autosalons den neuen Autos, Oldtimermessen den Klassikern gehören sollten.

33,6 Prozent können eine gewisse Durchmischung gutheissen, solange es dem Verständnis und Vergnügen des Messebesuchers förderlich ist. Überborden sollte man dabei aber nicht.

17,6 Prozent sind mit der Verwischung der Grenzen einverstanden, denn das moderne Automobil kommt ja nicht ohne Tradition aus und auch Oldtimerkäufer interessieren sich für aktuelle Autos.

3,1 Prozent fanden sich in keiner der Antworten verstanden.

Hier noch die Auswertung der Antworten in grafischer Form.

Frage der Woche 143 - Alt und Neu mischen? - Antworten

Bereits wartet die nächste “Frage der Woche” auf Antworten. Dieses Mal wollen wir wissen, ob es statthaft ist, im Oldtimer (modernes) Komfortzubehör nachzurüsten, um das Fahren angenehmer zu gestalten.

Weiterhin kann man alle bisherigen Auswertungen zu den “Fragen der Woche” im eigens eingerichteten Themenkanal nachlesen.

 

Hätten Sie an diese Jubilare gedacht?

Bruno von Rotz - 24.11.2019

Mercedes-Benz W126 an der Motorworld Classics Berlin 2019

Ein Oldtimermesse-Besuch erinnert einen oft auch daran, wie die Zeit vergeht. Schliesslich werden gerne Jubiläen präsentiert, auch solche, an die man selber nicht zuerst gedacht hätte.

An der Motorworld Classics Berlin, die noch bis Sonntag, den 24. November 2019 offen ist, stösst man beispielsweise auf einen Mazda 929, der seinen 30. Geburtstag feiert. Die Aussteller liefern auch viel Hintergrundinformation dazu, allerdings wird nicht auf Anhieb klar, welches Modell denn nun tatsächlich 30 Jahre alt wird im Jahr 2019.

Mazda 929 an der Motorworld Classics Berlin 2019

Tatsächlich kam der 929 gemäss den Angaben auf dem Stand im November 1973 auf den Markt, im September 1978 folgte die zweite Generation. 1982 wurde ein komplett neu konzipierter Mazda 929 vorgestellt, der wiederum im April 1987 einen Nachfolger erhielt. Im Jahr 1993 dann wurde der Mazda 929 durch den Xedos 9 ersetzt. Und was ist jetzt mit 1989? Nun, da wurden offenbar bei der Baureihe HC die Motoren überarbeitet. Das wird’s wohl gewesen sein. Die Geschichte des Mazda 929 ist aber durchaus interessant, das “Roll-Up”-Poster sollte man jedenfalls lesen.

Peugeot 505 an der Motorworld Classics Berlin 2019

Gleich nebenan steht ein Peugeot 505, der 40 Jahre alt geworden ist. Dieser wurde tatsächlich im Mai 1979 vorgestellt und zwar am Film-Festival von Cannes. 1,3 Millionen wurden bis 1992 hergestellt, damit war er der letzte Peugeot mit Heckantrieb.

Auch die Mercedes-Benz-Baureihe W126 (Bild oben) feiert 2019 Geburtstag, vor 40 Jahren wurde die S-Klasse, die u.a. wegen ihres eleganten Bruno-Sacco-Designs beliebt war, an der IAA vorgestellt. Im Gegensatz zu einem Peugeot 505 oder einem Mazda 929 sieht man die W126-S-Klasse, aber auch deren Coupé-Derivate noch relativ häufig.

An der Motorworld Classics Berlin sind alle drei zu sehen und wer genau hinschaut auf den einzelnen Ständen findet noch weitere Jubilare.

 

Fast wie damals - Boote und Autos

Bruno von Rotz - 23.11.2019

Mercedes-Benz 190 SL zwischen Booten an der Boot & Fun 2019 in Berlin

Die diesjährige Motorworld Classics Berlin findet zusammen mit der Boot & Fun statt. Nun fragt sich natürlich der eine oder andere, ob das auch wirklich zusammenpasst?

Boote am Genfer Autosalon 1969

Wenn man etwas zurückblättert in den Geschichtsbüchern (oder den Autozeitschriften, z.B. auf zwischengas), dann findet man heraus, dass z.B. bis Ende der Sechzigerjahre am Genfer Autosalon auch Boote gezeigt wurden. Damals hatte damit offensichtlich niemand ein Problem und es war wohl der Platzmangel, der die Trennung der Ausstellungen erzwang.

Riva Boot an der Boot & Fun Berlin 2019

In Berlin aber sind sie wieder zusammen und es ist schön, dass in der “Übergangshalle” 23 sozusagen der Oldtimerteil der Boot & Fun untergebracht ist.

Historisches Holz-Motorboot an der Boot & Fun 2019 in Berlin

Wunderschöne Holzboote sind da zu bewundern.

Jaguar und Segelboot an der Boot & Fun Berlin 2019

Sogar ein paar ältere Autos sind in dieser Halle zu finden und ein Boot dürfte sogar eingefleischten Autofans zusagen, schliesslich trägt es einen Dreispitz auf dem Bug.

Maserati Boot an der Boot & Fun 2019 in Berlin

Die Motorworld Classics Berlin ist zusammen mit der Boot & Fun (gemeinsames Eintrittsticket!) noch bis am Sonntag, dem 24. November 2019 offen.

 

Le Mans 66 – eine zweite Sicht zum Film

Daniel Reinhard - 22.11.2019

Zielankunft Le Mans 1966, nachgestellt im Jahr 2006 (© Daniel Reinhard)

Endlich mal wieder ein Rennfilm und dazu auch noch eine richtig gute Geschichte. Ein Film über rund 150 Minuten Spieldauer mit sehr viel Action. Doch hält er auch wirklich was der Titel verspricht?

Vielleicht bin ich als jahrelanger Rennsportfotograf einfach nicht berechtigt, darüber zu urteilen, da ich doch viel zu sehr mit der Realität befangen bin. Die ganze Geschichte wirkt auf mich massiv überspannt, was dem Film aber keinen Schaden tut, ganz im Gegenteil. Es macht ihn auch wirklich unterhaltsam, die Zeit vergeht wie im Flug. Die schauspielerische Leistung der beiden Hauptdarsteller (Christian Bale und Matt Damon) ist absolut erste Sahne, vor alle wird Christian Bale als Ken Miles mit seiner frechen Offenheit zum grossen Publikumsliebling. Extrem beeindruckend gelungen sind all die Szenen mit der historischen Start-Zielgeraden und dem äusserst realistischen, aber schon lange nicht mehr existierenden Boxengebäude.

Aber wieso muss am Ende der stundenlange gute Aufbau in kurzer Zeit kaputt gemacht werden? Anstelle von vernünftigen guten Rennszenen mit ungewöhnlichen Kameraeinstellungen kommt eine Inszenierung im Stile eines Michel Valliant Comics daher. Was im Comics passt, ist noch lange nicht filmreif. Dass mit nur vier zur Verfügung stehenden Gängen andauernd hochgeschaltet wird, ist eine Sache, dass man mit dem Auto aber völlig unbeschadet über die Böschung fliegen kann, eine andere.

Spätestens aber bei den lang anhaltenden Augenkontakten bei engem Nebeneinanderfahren bei weit über 200 km/h ist man dann wirklich der Realität komplett entrückt. Oder haben das vielleicht der Vettel und der Leclerc am vergangenen Sonntag auch versucht? Eine Aufholjagd, bei der sämtliche Gegner wie "Fahrschüler" wirken, mag in "Ein toller Käfer" lustig sein, aber hier ist dies leider völlig fehl am Platz. Wenn wenigstens über mehrere Runden konstant sehr viel Zeit und Boden gut gemacht würde, dann wäre das ja noch ok. Aber innerhalb einer einzigen Runde aufholen und gleich noch überholen, das geht irgendwie gar nicht. So gesehen hätte auch ein Lewis Hamilton in Interlagos mit 1500 Umdrehungen mehr auf den letzten 800 Metern Pierre Gasly und Max Verstappen überholt und sicherheitshalber noch seine bereits drohende fünf Sekunden Strafe gutgemacht.

Auch die Zieldurchfahrt hätte abgeschwächt und realitätsbezogener wiedergegeben einen viel besseren Eindruck hinterlassen. Insgesamt wurde wie immer ein gigantischer Aufwand für die Fahrszenen betrieben. Aber hätte man diese nur etwas echter gestaltet, wäre das dem Film massiv besser bekommen. Ein derartig tolles Rennauto aus frechen Perspektiven aufgenommen und mit dem passenden Sound dazu, bräuchte in meinen Augen keine derartig übertriebenen Gags …

Aber in Hollywood ist eben doch alles anders, so erzählte mir auch Niki Lauda bei der Film-Premiere von "Rush" lachend, dass er im Drehbuch die Szene strich, wo sein Darsteller (Daniel Brühl) den Zündschlüssel ins Zündschloss des Formel-1-Autos stecken und so den Motor hätte starten sollen. Genau so wirkten auf mich leider auch viele der Rennszenen aus "Le Mans 66".
Als Fazit eines guten Rennfilms bleibt für mich ganz klar Steve McQueens "Le Mans" vor "Rush" unangetastet weit, weit vor allen anderen bis heute gedrehten Filmen.

Die Crew von 1966, aufgenommen in Le Mans 2006 (© Daniel Reinhard)

Auf dem Bild sichtbar: Ian Slater (Ford of Europe), Phil Henny (Shelby America), Alan Mann (Alan Mann Racing), Harry Calton (Ford Chief Press Officer 1966), John Whitmore (Driver Ford GT 40 Car Nr. 8), Lee Holman (Holman Moody) und Brian Lewis (Ford Advanced Vehicles / Alan Mann Racing).

Das Bild oben zeigt die originalgetreue Zieldurchfahrt der drei Ford GT40 von 1966 millimetergenau nachgestellt im Jahre 2006.

 

Klassikerperle der Zukunft - Mini Cooper Clubman (R55)

Bruno von Rotz - 21.11.2019

Mini Cooper Clubman 2007

Sicherlich werden jetzt einige Leser gähnen. Doch es gibt Argumente, warum der Mini Cooper Clubman und seine Brüder der zweiten BMW-Mini-Serie (2007 bis 2014) besonders beliebt sind.

Morris Mini Traveller der Sechzigerjahre

Zunächst einmal bringt der Mini Clubman der Baureihe R55 klassische Mini-Varianten zurück, die es bereits in den Sechzigerjahren gab, nämlich den Traveller. Schon beim Ur-Mini waren die Platzverhältnisse knapp, also wurde nach hinten ausgebaut. Charakteristisch waren die beiden Hecktüren, die zur Seite öffneten.

Heckansicht Mini Cooper Clubman 2007

Der neue Mini Clubman, die Bezeichnung Traveller wollte man offensichtlich nicht verwenden, erbte diese beiden Hecktüren und auch die grundsätzliche Ausgestaltung als “Shooting Brake”.

Natürlich geriet der R55 Clubman genauso wie die Normalversion deutlich grösser und schwerer als die Ur-Variante. Doch mit 3,96 Meter Länge und 1,68 Meter Breite darf der Millenium-Clubman als kompakt bezeichnet werden und auch die 1220 kg Leergewicht sind akzeptabel.

Mini Cooper Clubman 2007 mit zusätzlicher Seitentüre

Als Besonderheit verfügte der Mini Clubman R55 über eine zusätzliche Türe rechts, die nach hinten aufging, wenn die vordere Türe offen war. Diese zusätzliche Türe sollte den Einstieg nach hinten erleichtern. Die Briten kritisierten, dass die Türe auch bei der rechtsgelenkten Variante rechts und damit zum Verkehr hin angeordnet und hinter dem Fahrersitz war, nicht optimal, um das Schulkind herauszulassen. Diese zusätzliche Türe machte den Clubman zum Fünftürer.

Interieur des Mini Cooper Clubman 2007

Bei der Nachfolgeversion F54 verzichtete man auf dieses Alleinstellungsmerkmal und baute einen “konventionellen” Sechstürer. Der Charme der Shooting-Brake-Optik ging damit aber verloren.

Den Clubman R55 gab’s als Cooper mit 120 PS oder als Cooper S, sowie als Diesel und für Leistungshungrige als John Cooper Works Variante.

Front des Mini Cooper Clubman 2007

Durch den um acht Zentimeter leicht verlängerten Radstand und die um 24 cm grössere Gesamtlänge bot der Clubman deutlich mehr Raum als die normalen Mini-Varianten, ohne allerdings zu einem Raumwunder zu werden. Aber im Prinzip war der Clubman wie sein Vorgänger Traveller ein Auto für Individualisten und er ist es bis heute geblieben, daher sind auch gebrauchte Exemplare, die ältesten sind aktuell bereits 12 Jahre alt, heute immer noch gefragt.

Wie sich der Mini Clubman als Klassiker entwickelt, wird man allerdings erst in 10 oder 20 Jahren endgültig beantworten können.

Mini Cooper Clubman 2007

 

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