Wenn gute Haptik zur Hypothek wird

Bruno von Rotz
04.11.2019

Cockpit des Ferrari 550 von 1997

Erinnern Sie sich? In den späten Achtziger- und Neunzigerjahren begannen einige Autohersteller damit, Schalter mit angenehm weichen Oberflächen in ihre Autos zu verbauen. Man sprach von “Soft Touch”. Ferrari gehörte zu den Firmen, die dies zum Beispiel im Modell 550 taten. Die Haptik profitierte, alles fühlte sich angenehmer und wertiger an.

Leider stand es mit der Langlebigkeit weniger gut. Der Weichmacher im Material verflüchtigt oder verändert sich, die Schalter werden klebrig. Keine grosse Sache, werden jetzt viele sagen. Doch der Ersatz all dieser Oberflächen in einem Spitzensportwagen kann schnell einige Tausender kosten. Das Schlimme daran, die Schalter können sogar im Ersatzteillager klebrig werden. Und selbst, wenn der Wagen immer in der Garage untergebracht war, wird der Effekt früher oder später eintreten. Inzwischen haben sich sogar Spezialisten etabliert, die sich mit dieser Problematik befassen.

Da waren die simplen Metallschalter der Fünfzigerjahre deutlich dauerhafter, aber mit dem Einzug von Bakelit und Kunststoff in den Sechzigerjahren konnten und können sogar Betätigungselemente der Vor-Soft-Touch brüchig werden. Und auch hier ist der Ersatz nicht immer einfach …

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