Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen eine angenehmere Nutzung zu ermöglichen: Mehr Informationen.
 
Einloggen und mehr sehen: Login
 
 
Jetzt einloggen oder kostenlos registrieren...
... und viel mehr Fotos und Artikel sehen.
Archivierte Einträge:
 
SC-Abo-Kampagne

Mit dem Ford auf den Mond

Bruno von Rotz - 31.03.2019

Ford 3001 Space Transit von 1979

Das Rennen um den nächsten Mann auf den Mond scheint ja wieder vollentbrannt zu sein. Die Amerikaner, so hört man, wollen bereits in vier Jahren auf dem Erdtrabanten landen.

Da könnte es allerdings gut passieren, dass die von Trump entsandten US-Astronauten auf ein paar Europäer treffen, die seit 40 Jahren mit ihrem Ford Transit über die Mondoberfläche trampen. So suggeriert zumindest das Bild, das 1979 entstand.

Fotografiert wurde der besondere Ford Transit allerdings in London an der Custom Car Show Anfangs März 1979. Gemäss damaliger Automobil Revue wies der modifizierte “3001 - Space Transit” eine zusätzliche Hinterachse und ein auf Space-Design umgemodeltes Interieur (mit einem riesigen Videorecorder) auf.

Gebaut wurde der Wagen damals in Zusammenarbeit mit der Ford Aerospace and Communications Corporation, die auch in Houston eine NASA-Kontrollstation betrieb.

Ob der besondere Ford Transit wohl überlebt hat?

 

Als man begann, Dinitrol in die Hohlräume zu spritzen

Bruno von Rotz - 30.03.2019

Dinitrol-Aufkleber

Heute könnte sich kein (moderner) Autokäufer mehr vorstellen, dass er sein Auto vor der ersten Fahrt in einen Fachbetrieb bringen würde, damit dort eine Hohlraumschutzbehandlung durchgeführt würde.

Vor 50 Jahre war dies anders, denn damals zählte der Rost zu den grössten Feinden der Auto-Langlebigkeit, vor allem bei den selbsttragenden Konstruktionen. Vorsichtige Autobesitzer schützten ihren Wagen zum Beispiel mit einer Dinitrol-Behandlung. Dies machte man dann auch gerne mit einem Aufkleber kund (siehe oben).

Die Idee, Hohlräume intensiv zu schützen, kam ursprünglich aus den skandinavischen Ländern. Bereits in den Jahren 1951 bis 1954 wurde in Schweden die ML-Methode entwickelt, bei der ein Rostschutzmittel mit Hochdruck in die Hohlräume eines Autos gespritzt wird. 1954 wurde ein Durchbruch mit Dinitrol 33B erreicht. Und dieses Dinitrol sowie die zugehörige Behandlungsmethodik fanden schon bald auch den Weg zu uns.

1968 erklärte die Automobil Revue die moderne Hohlraumbehandlung in einem Artikel und schätzte den Behandlungspreis für einen Mittelklassewagen auf rund 150 Franken.

Ford Capri S von 1977

Und so kam dann auch der abgebildete Ford Capri S zu seinem Hohlraumschutz. In den Siebzigerjahren dürfte die Behandlung allerdings bereits etwas teurer gewesen sein, trotzdem wählten viele Autokäufer diese Schutzoption, um ihrem Wagen ein langes Leben zu sichern.

Heute sind wir dafür dankbar!

 

Einige legendäre Automarken wären dieses Jahr 100 Jahre alt, wenn sie nicht verschwunden wären

Bruno von Rotz - 29.03.2019

Tatra 603/2 von 1964 (© Daniel Reinhard)

In Genf konnten einmal mehr neue oder wiedergeborene Automarken gefeiert werden. Und Bentley feierte den 100. Geburtstag. Da fallen dem Historiker dann plötzlich andere Automarken ein, die im Jahr 2019 auch hätten 100 Jahre zelebrieren können, wenn sie denn überlebt hätten?

Wir haben ohne langes Suchen gleich acht Marken gefunden, die 1919 gegründet wurden.

Beispiele gefällig? Da wäre einmal Ansaldo . Oder Farman . Oder Salmson .

Salmson GSS von 1926 (© Daniel Reinhard)

Auch Leyat oder Armstrong-Siddeley wurden 1919 gegründet. Noch deutlich bekannter dürften Tatra oder Lea Francis sein, aber auch Voisin .

Lea Francis 2 1/2 Litre Sports von 1949 (© Bonhams)

Zu allen diesen Marken sind unter dem Themenkanal der “verschwundenen Marken” kurze Artikel zu finden, aber natürlich auch zu einigen hundert Marken, die nicht zufälligerweise dieses Jahr ihren 100. Geburtstag feiern würden.

P.S. Eigentlich schade, dass die Geburtstage dieser Marken nicht auch gefeiert werden, zu denen übrigens auch Alvis gehört. Aber an die erinnert man sich doch noch im breiterem Rahmen, wie die Exponate am OTM Fribourg zeigten.

 

Zum 80. Geburtstag von Jochen Neerpasch

Daniel Reinhard - 28.03.2019

Jochen Neerpasch mit Jessica und den zwei Hunden (© Daniel Reinhard)

Der am 23. März 1939 in Krefeld geborene Jochen Neerpasch ist am vergangenen Samstag 80 Jahre alt geworden. Wir gratulieren herzlichst.

1958 begann er mit einem Borgward mit seiner Motorsportkarriere und etablierte sich schnell zu den ganz grossen Tourenwagen- und Sportwagenpiloten. Er beherrschte die schwierig zu fahrende Cobra wie kaum ein Zweiter.

Jochen Neerpasch nach Unfall mit Ford GT40

Später sass er im Ford GT40 und wurde dann in die Werksmannschaft von Porsche aufgenommen. Insgesamt gewann er fünf Läufe zur Marken-WM und stand 18 mal auf dem Podest.

Die Rennfahrerkarriere war ihm eigentlich nicht ganz so wichtig, denn er strebte schon früh den Posten als Rennleiter an. 1968 baute er die Rennabteilung von Ford auf und erntete dabei grosse Erfolge, mit den Capris in der Tourenwagen-EM und dem Escort in der Rallye-WM.

Von 1972 bis 1980 sass er am Ruder bei BMW und baute dort die M-GmbH auf. Mit den drei BMW-Junioren, Marc Surer, Manfred Winkelhock und Eddie Cheever zog er viel Aufmerksamkeit auf sich.

Neerpasch wurde auch zum Vater der "Art-Cars" von BMW und lancierte die legendäre ProCar Serie (1979/80) mit dem hauseigenen, wunderschönen M1 Sportwagen. Später kam die Gruppe-C mit Sauber-Mercedes von 1988 bis 1991 dazu, als er Sportchef bei Mercedes-Benz war. Mit dem Sauber-Mercedes C9 konnte er 1989 in Le Mans gewinnen.

Nur wenigen ist in ihrem Leben so viel geglückt wie Jochen Neerpsch.

Heute geniesst der stets ruhige und besonnene Motorsportprofi mit seiner Partnerin Jessica und den beiden Hunden seinen verdienten Ruhestand am Bodensee.

Über Jochen Neerpasch haben wir schon früher einen ausführlichen Artikel von Rainer Braun publiziert.

 

Wer hat eigentlich die Kontrolle im Auto?

Bruno von Rotz - 27.03.2019

Cockpit des Jaguar XK120 OTS von 1952 (© Daniel Reinhard)

Vor wenigen Tagen war in Automagazinen (und online) davon die Rede, dass in Europa automatische “Speed Limiter” eingeführt werden sollen. Via GPS-Daten und Kamera sollen Autos ohne Zutun des Fahrers auf die signalisierte Höchstgeschwindigkeit "eingebremst" werden und zwar bereits 2021 oder 2022 schon. Überschreitet der Wagen die lokale Höchstgeschwindigkeit, würde von der Motorsteuerung einfach die Leistung weggenommen und damit die Geschwindigkeit reduziert.

Dies regt einen natürlich zum Nachdenken an und man fragt sich, wer in einem Auto eigentlich die Kontrolle hat. Bereits heute übernehmen moderne Autos oft die Führung, etwa wenn sie eine Notbremsung einleiten oder (via Spurhalteassistent) die Lenkung beeinflussen.

Und gerade diese Bevormundung im modernen Autos macht das rustikale Fahren im Klassiker so interessant und unterhaltsam. Denn, wenn wir selber lenken, selber bremsen, Gänge selber wechseln, dann ist weniger die Geschwindigkeit sondern das schiere Fahren dafür verantwortlich, dass wir Vergnügen daran empfinden.

Dies dürfte einer der Gründe sein, warum moderne Autos als Klassiker möglicherweise nie mehr so populär werden können, wie es die Sechziger- oder Siebzigerjahre-Autos heute sind, denn Oldtimer-Enthusiasten wollen das volle Vergnügen des Fahrens erleben, nicht nur jenen Anteil, der uns die Bordelektronik noch gönnt.

 

Semi-autonom fahrende Autos gab es schon in den Fünfzigerjahren

Bruno von Rotz - 26.03.2019

Golden Sahara in den Fünfzigerjahren

Vermutlich ist es vielen Besuchern des Genfer Autosalons gar nicht aufgefallen, das restaurierte Show Car auf dem Goodyear-Stand.

Golden Sahara am Genfer Autosalon 2019 auf dem Goodjear Stand

Der Wagen entstand in den Fünfzigerjahren auf der Basis eines verunfallten, aber praktisch neuen Lincoln Capri Hardtop. Gebaut wurde der Wagen von George Barris und Sim Street. Die Weiterentwicklung des Golden Sahara hatte sogar Technik an Bord, die ihn zumindest näherungsweise autonom fahren liessen. Dies war vor immerhin über 60 Jahren!

Die Lenkung und Steuerung des Autos waren vom Flugzeug inspiriert.

Der Golden Sahara hatte grosse Auftritte auf den Motor Shows der Fünfzigerjahre, was auch an seiner besonderen Lackierung und den speziellen Reifen von Goodyear lag. Zudem war er auch in Hollywood-Filmen zu sehen.

Irgendwann ging der Wagen vergessen, bis er vor wenigen Jahren wiederentdeckt, 2018 von Mecum versteigert und in der Folge restauriert wurde.

Restaurierter Golden Sahara

Das Ergebnis der Arbeiten war nun in Genf zu sehen. Spektakulär!

 

Die Sechzigerjahre sind die beliebteste Automobil-Epoche (Frage der Woche)

Bruno von Rotz - 25.03.2019

Frage der Woche - Welche Epoche für Zeitreisen an vergangene Autosalons?

Wenn Zeitreisen möglich wären, dann könnte auch Autoenthusiasten in die Vergangenheit reisen und beispielsweise die Autosalons der Vergangenheit nochmals besuchen. Für welche Epoche aber würden sie sich entscheiden, wenn sie in die Zeitmaschine stiegen? Dies wurde in einer “ Frage der Woche” eruiert und das Ergebnis war ziemlich eindeutig.

Rund zwei Fünftel (42,5 %) würden in die Sechzigerjahre zurückreisen und eine IAA, einen Genfer Salon oder einen Autosalon in einer anderen Stadt zu besuchen.

Die zweitpopulärste Epoche wären dann die Siebzigerjahre (20,5 %), mit geringem Abstand vor den Nachkriegsjahren bis 1959 (19,4 %).

In die Vorkriegszeit würden 13,1 % zurückreisen, in die Achtzigerjahre gerade einmal 3 %.

1,5 % der 268 Antwortenden konnten sich für keine Epoche, oder überhaupt nicht für Zeitreisen erwärmen.

Die Sechzigerjahre sind also nicht nur sehr populär, wenn es um den Autokauf geht, sondern auch, wenn das reine Anschauen von Fahrzeugen das Thema ist.

Hier noch die Ergebnisse der Umfrage grafisch aufbereitet:

Frage der Woche - Welche Epoche für Zeitreisen an vergangene Autosalons? (Ergebnisse)

Bereits haben wir aber wieder eine neue Frage der Woche formuliert. Dieses Mal möchten wir wissen, wieviel Treibstoff die alten Autos der Zwischengasleser verbrauchen.

Und wie bisher können natürlich alle bisherigen Fragen der Wochen, respektive deren Auswertungen, in einem eigenen Themenkanal betrachtet werden.

 

Für die Historiker von morgen

Bruno von Rotz - 24.03.2019

Porsche 911 GT2 RS (© Porsche AG)

Von Zeit zu Zeit sinken Frachtschiffe und damit können auch wertvolle Automobile auf Grund gehen. Das war schon bei der Andrea Doria in den Fünfzigerjahren der Fall, aber am 12. März 2019 geschah es wiederum, als die “Grande America” der Grimaldi Gruppe Feuer fing und und vor der Küste Frankreichs sank.

An Bord waren offensichtlich rund 2000 Autos, viele mit einem Audi-Markenzeichen. Unter den versunkenen Fahrzeugen waren aber auch vier Porsche 911 GT2 RS, deren Produktion bereits beendet worden war. Nun will Porsche offenbar den Bau nochmals starten, damit die brasilianischen Käufer der 700-PS-Sportwagen doch noch zu ihrem Traumwagen kommen.

Wer weiss, wieviel man in 30 oder mehr Jahren von diesem Vorfall noch wissen wird, und ob sich dann die Historiker nicht über fehlende Autos, unklare Produktionszahlen oder unverständlich vergebene Chassisnummern die Haare raufen werden …

 

Es ist angerichtet

Bruno von Rotz - 23.03.2019

Zwischengas-Stand auf dem OTM Fribourg 2019

Wir haben unseren Stand am Oldtimer- und Teilemarkt Fribourg aufgestellt. Für einmal steht nicht ein exotischer Sportwagen oder eine seltene Spezialkarosserie auf unserem Stand, sondern ein Opel Rekord LS Caravan aus dem Jahr 1988. Der dürfte heute seltener sein, als mancher Exote, zumal in diesem Zustand.

Opel Rekord LS Caravan 1988

Der Rekord Caravan war damals ein beliebtes Arbeitstier und nur wenige Exemplare dürften so geschont worden sein wie das blaue Exemplar mit nur knapp über 50'000 km auf unserem Stand. Die Minimalausstattung – ohne Radio, ohne elektrische Fensterheber, ohne Zentralverriegelung, etc. – wirkt heute charmant und die kristallblaue Lackierung macht den Opel besonders.

Heckansicht des Opel Rekord LS Caravan 1988

Natürlich werden wir dem schönen Kombi noch einen Artikel widmen. Und den Oldtimer- und Teilemarkt Fribourg kann man noch bis am Sonntag Abend (24. März 2019) besuchen.

 

Die Mehrheit hat nicht immer Recht - ein Porsche Turbo war über die letzten zwei Jahre nicht die beste Investition

Bruno von Rotz - 22.03.2019

Porsche 930 Turbo

Vor zwei Jahren, im März 2017, versuchten sich 530 Zwischengas-Leser als Orakel, indem sie voraussagten, welcher von fünf Klassikern sich wertmässig am besten entwickeln würde .

Fünf Autos standen damals zur Wahl, nämlich der Porsche Turbo 930 3.3 von 1977, der VW Käfer Standard 1200 von 1961, der Ferrari 328 GTS von 1988, der Jaguar E-Type Series 1 4.2 Litre Convertible von 1964 und der Maserati Khamsin von 1976.

Frage der Woche 80 - Wertsteigerung von fünf Autos

40 Prozent sagten damals voraus, dass der Porsche Turbo sich wertmässig am vorteilhaftesten entwickeln würde, 15 Prozent wählten den Ferrari 328 GTS als beste Investition, der Käfer kam auf denselben Prozentsatz. 14 Prozent gingen davon aus, dass der Jaguar E-Type die besten Chance auf eine gute Wertentwicklung habe, während 13 Prozent schliesslich auf den Maserati Khamsin als werthaltigste Anschaffung tippten.

Wir versprachen damals, in zwei Jahren wieder nachzuschauen. Dazu merkten wir uns die damaligen Classic-Data-Zustand-2-Notierungen vom März 2017 und können diese nun mit den aktuellen Bewertungen vom März 2019 vergleichen.

Und es zeigt sich, dass der Porsche Turbo (Bild oben) eben nicht die beste Investition gewesen wäre.

VW 1200 von 1961

Überraschenderweise ist der Wert des VW Käfers stärker gestiegen und auch der Jaguar E-Type hat gemäss Classic Data mehr zugelegt als der 930 Turbo. Sogar mit dem Ferrari 328 GTS wäre man noch knapp besser gefahren. Die Unterschiede sind, nach nur zwei Jahren, allerdings relativ gering, zumal wir uns in einer markttechnischen Korrekturphase befinden.

  € Wert März 2017 € Wert März 2019 Wertzuwachs
Porsche 911/930 Turbo 3.3 von 1977 115000 116000 1 %
VW Käfer 1200 Standard von 1961 15400 17600 14 %
Ferrari 328 GTS von 1988 80000 82000 3 %
Jaguar E-Type Serie 1 4.2 Litre Convertible von 1964 122100 134000 10 %
Maserati Khamsin 4900 von 1976 145000 140000 - 3 %


Vielleicht schauen wir dann in zwei Jahren einfach nochmals nach …

 

Weitere Blog-Einträge:

Zwischengas publiziert in diesem Blog täglich einen Beitrag seit 2010

Für weitere Einträge verwenden Sie deshalb bitte die Navigation oben links.


Pantheon Basel - Ikonen und Boliden 2019: Pantheon Basel - Ikonen und Boliden 2019