Als man begann, Dinitrol in die Hohlräume zu spritzen

Bruno von Rotz
30.03.2019

Dinitrol-Aufkleber

Heute könnte sich kein (moderner) Autokäufer mehr vorstellen, dass er sein Auto vor der ersten Fahrt in einen Fachbetrieb bringen würde, damit dort eine Hohlraumschutzbehandlung durchgeführt würde.

Vor 50 Jahre war dies anders, denn damals zählte der Rost zu den grössten Feinden der Auto-Langlebigkeit, vor allem bei den selbsttragenden Konstruktionen. Vorsichtige Autobesitzer schützten ihren Wagen zum Beispiel mit einer Dinitrol-Behandlung. Dies machte man dann auch gerne mit einem Aufkleber kund (siehe oben).

Die Idee, Hohlräume intensiv zu schützen, kam ursprünglich aus den skandinavischen Ländern. Bereits in den Jahren 1951 bis 1954 wurde in Schweden die ML-Methode entwickelt, bei der ein Rostschutzmittel mit Hochdruck in die Hohlräume eines Autos gespritzt wird. 1954 wurde ein Durchbruch mit Dinitrol 33B erreicht. Und dieses Dinitrol sowie die zugehörige Behandlungsmethodik fanden schon bald auch den Weg zu uns.

1968 erklärte die Automobil Revue die moderne Hohlraumbehandlung in einem Artikel und schätzte den Behandlungspreis für einen Mittelklassewagen auf rund 150 Franken.

Ford Capri S von 1977

Und so kam dann auch der abgebildete Ford Capri S zu seinem Hohlraumschutz. In den Siebzigerjahren dürfte die Behandlung allerdings bereits etwas teurer gewesen sein, trotzdem wählten viele Autokäufer diese Schutzoption, um ihrem Wagen ein langes Leben zu sichern.

Heute sind wir dafür dankbar!

Archivierte Einträge:

von UK******
04.04.2019 (19:27)
Antworten
Nun, so abwegig ist auch heute eine Nachbehandlung bei einem Neuwagen nicht. In diversen Fachpublikationen ist immer wieder von stark und schnell rostenden Fahrzeugen zu lesen, die noch lange keine Youngtimer sind (z.B. Mazda oder Mercedes). Für mich ist immer die Frage, ob ein Auto eine langfristige Anschaffung sein soll oder den Stellenwert eines Wegwerfartikels hat. Ich werde meinen Neuwagen auf jeden Fall noch in einer Fachfirma umfangreich nachversiegeln lassen. In der Zeit steige ich dann auf einen Opel Rekord um, der nach seiner Zulassung vor 45 Jahren eine intensive Hohlraum- und Unterbodenschutzversiegelung erhielt und heute noch im Originalzustand und ohne Roststellen unterwegs ist.
von Lion
02.04.2019 (08:21)
Antworten
Diesem Dinitrol-Trend bin ich auch gefolgt und habe achtsam auf korrekte Behandlung geachtet. Teilweise habe ich Erfolg erzielt. Dies mit meinem Veteranen von Ford (D). Erfolglos hingegen war die Dinitrolbehandlung beim Citroen GSA Pallas, der seit Neuimmatrikulation durch den Vorbesitzer behandelt wurde. In der Folge hatte ich auch die Garantie-Nachbehandlungen bei ausgewiesenen Dinitrol-Fachbetrieben ausführen lassen. Alle meine Bemühungen haben nichts gebracht und das Auto rostete mir unter dem A.... weg. Sehr schade, dass ich so einen Kleinwagen verlor, der manchen Reiselimousinen in Sachen Komfort die Stirne bieten konnte dank der hydraulischen Federung.
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