Das kleine Fürstentum Liechtenstein und die grosse Formel 1

Daniel Reinhard
14.03.2019

In den Siebzigerjahren haben 62 Motorkonstrukteure ihr Glück in der Formel 1 versucht. Nur 19 von ihnen gelang ein GP-Sieg. Es gab Motoren mit 16, 12, 10, 8, 6 und 4 Zylindern, mal in V-Form und mal in Reihe, in W-Form, oder als Boxer, mit und ohne Kompressor, oder Turboaufladung, und als absoluter Exot kommt noch eine Gasturbine dazu.

Max Heidegger aus Triesen im Fürstentum Liechtenstein, gehörte lange Zeit zu einer kleinen Elite international gefragter Motorentuner. Der Techniker, der von 1968 bis 1972 noch selbst mit einem BMW 2002, vor allem bei Bergrennen erfolgreich unterwegs war, widmete sich dann aber vermehrt dem Motoren-Tuning. So richtig bekannt wurde er dann Anfang der 70er Jahre durch unzählige Rennsiege seiner Formel-V und Super-V Motoren.

"Manfred Schurti war einer unseren ersten Kunden, ihm habe ich fast alles zu verdanken. Seine Erfolgsserie hat uns richtig ins Gespräch gebracht."

Nach der Formel-V kam die Marke BMW, die er auch als Alpina Importeur in seinem Autohaus im "Ländle" vertrat. Heidegger Motoren im Tourenwagen, Formel 2 oder der M1-Procar-Serie wurden zu einem Qualitätsbegriff. Marc Surer gewann mit dem 320 und auch im M1 und auch Stefan Bellof holte seine ersten beiden Formel-2 Siege 1982 mit Motoren von Heidegger. Trotzdem blieb wie übrigens auch bei Heini Mader am Ende grosse Bitternis übrig. So Heidegger: "Das Maurer-Team hat F2-Motorenrechnungen für eine Viertelmillion nicht bezahlt und McLaren hat mich trotz eines leider nur mündlich deponierten Entwicklungsauftrags für einen Formel-1-Turbomotor hängen lassen."

Die Engländer machten auf der Suche nach einem Motorenpartner, der exklusiv für sie einen Turbomotor bauen würde, auch in Liechtenstein halt. Der Schweizer Motorentuner Max Heidegger baute einen aufgeladenen Sechszylinder-Reihenmotor. Schön schmal, wie es sich McLaren Chefkonstrukteur John Barnard wünschte. Das Projekt zerschlug sich aber, weil McLaren mit Porsche eine "bessere" Lösung fand.

"Das alles hat uns rund 1,8 Millionen Schweizer Franken und beinahe die Existenz gekostet." So beendete Heidegger Ende 1982 sämtliche Engagements im Rennsport. Aus derselben Situation entstand auch Heini Maders legendärer Spruch: "Würden mir alle Teams ihre Schulden auf einmal zahlen, könnte ich mir ein Boot kaufen, das sich auf dem Genfersee nicht wenden lassen würde."

Heute lebt Max Heidegger hauptsächlich in Irland und hat das Autohaus seinen ältesten zwei, von insgesamt fünf Kindern, Jacob und Yasmin, übergeben.

Weitere Formel-1-Geschichten von Daniel Reinhard findet man im Themenkanal .

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