Widerstandskleber von damals
Manchmal findet man auf alten Autos nicht nur Patina, sondern auch politische Botschaften von einst. Der abgebildete Aufkleber stammt aus den Achtzigerjahren. Seine Botschaft richtete sich gegen Schweizer Bundesrat Alphons Egli, der dem Departement des Innern vorstand und sich in der damaligen “Waldsterben-Debatte” für strengere Abgas- und Lärmvorschriften sowie für tiefere Tempolimits einsetzte.
Auch Tempo 80 km/h (für Landstrassen) und 100 km/h auf Autobahnen stand zur Diskussion, hätte flächendeckend eingeführt werden sollen. Eine Vernehmlassung ergab damals kein eindeutiges Bild, so dass der Bundesrat dann auf einen typisch eidgenössischen Kompromiss setzte und Tempo 80 km/h auf Landstrassen und 120 km/h auf Autobahnen einführte, Tempolimiten, wie sie noch heute gelten.
Das Volk hätte es übrigens in der Hand gehabt, das Rad am 26. November 1989 zurückzudrehen, denn es konnte über eine Volksinitiative “Pro Tempo 130/100” abstimmen. Doch der “Souverän” verwarf den Vorschlag mit 62 Prozent Nein, 38 Prozent Jahr. Offenbar hatte man sich bereits an die neuen Geschwindigkeitsnormen gewöhnt.
Die politische Botschaft aber, die blieb mitten auf der Heckscheibe des Austin A55 Cambridge und überlebt bis heute. Als sie aufgeklebt wurde, da war der Austin bereits rund 30 Jahre alt. Und Tempo 120 km/h erreichte der Wegen eigentlich sowieso erst nach längerem Anlauf. Bei Tempo 100 km/h fühlt er sich wesentlich wohler und auch 80 km/h auf der Landstrasse passen bestens zu ihm.


























