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Pantheon Graber Sonderausstellung 2019/2020

Die Zehnerjahre - Rückblick 2010-2019 aus Oldtimer-/Youngtimersicht

Bruno von Rotz - 31.12.2019

Baillon-Sammlung mit Ferrari und Maserati, versteigert durch Artcurial im Jahr 2015 (© Artcurial/Collage ZG)

Das Jahresende ist jeweils der Anlass zurückzublicken, der Ende eines Jahrzehnts ist dazu natürlich ein noch besserer Anlass. Was fällt uns ein, wenn wir an die Zehnerjahre des 21. Jahrhunderts zurückdenken.

Ein grosses Thema war sicherlich die Wertentwicklung der klassischen Autos. Man könnte fast von einer Wertexplosion sprechen. Ein Miura oder ein früher Countach stiegen im Wert pro Jahr mit zehn und mehr Prozenten, ähnliches passierte mit dem Porsche Turbo und anderen plötzlich “hippen” Klassikern. So um 2015/2016 herum kehrte der Wind und langsam begannen die Preise wieder zu wurzeln. Allerdings, kaum ein Klassiker ist jetzt, 2019, weniger wert als er dies 2010 war. Eine Ausnahme bilden vielleicht Vorkriegsautos, wenn sie nicht gerade besonders selten oder sportlich sind, und Autos, deren Fans langsam aussterben.

Ein zweites wichtiges Stichwort, das wir mit den Zehnerjahren assoziieren, sind Scheunenfunde. Hier war der Höhepunkt 2014/2015, als Artcurial eine ganze Scheunenfundsammlung (Baillon) auf den Markt brachte und anlässlich der Rétromobile 2015 zu unglaublichen Preisen versteigert. Wracks, die kaum noch restaurierbar waren, wechselten zu Preisen die Hand, für die man anderswo komplett restaurierte Autos kaufen konnte. Mit der Versteigerung der Baillon-Sammlung war die Scheunenfund-Euphorie aber nicht vorbei. Wir erinnern uns an die beiden 300 SLs in den USA, den gelben Lamborghini aus Deutschland und viele andere.

Ein Trend, der in den Zehnerjahren einsetzte, war der Neubau von Klassikern. Jaguar, Aston Martin, Lister, Chevron und sogar Porsche (mit dem gelben 993 Turbo) begannen, ihre eigenen Klassiker von damals neu zu bauen.
Sozusagen als Gegentrend setzte die Suche nach absoluter und unveränderter Originalität ein. In Pebble Beach, aber auch auf anderen Conours wurden “Preservation”-Klassen eingeführt, in denen nur unrestaurierte Originale gefragt waren. Eine gepflegte Patina war nun dort angesagt, wo vorher ausschliesslich die “schöner als neu”-Devise regiert hatte.

Auch in den Zehnerjahren stammten viele Conours-Sieger noch aus den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg, während im Markt bereits eine Orientierung in Richtung immer neuerer Klassiker einsetzte. Seltene Youngtimer erzielten plötzlich Millionenbewertungen, einige der teuersten gehandelten Autos waren plötzlich kaum 20 Jahre alt. Der Neoklassiker wurde geboren.

Es fand eine Nachfrageverschiebung von “sehr alt” nach “jung” statt. Vorkriegsfahrzeuge wurden deutlich seltener gehandelt als in vergangenen Jahren, junge Autos dafür deutlich häufiger und zu überraschend hohen Preisen.

Auch in der Veranstaltungslandschaft gab es Veränderungen. Immer mehr Anlässe wurden organisiert, die Auswahl am selben Wochenende konnte schon fast erdrückend werden. Neue Messen entstanden fast am laufenden Band, einigen ging die Luft schon früher wieder aus.

Auch die Umwelt forderte ihren Tribut. Diesel-Gate wirkte sich bis in die Oldtimer-Szene aus. Umweltzonen und Fahrverbote begannen auch den Oldtimer und vor allem den Youngtimer zu tangieren. Die CO2-Debatten sind noch nicht ausdiskutiert und am Ende der Zehnerjahre schaut mancher Oldtimerbesitzer sorgenvoll in die Zukunft, fragt sich, wie lange er wohl noch fahren dürfe mit seinem alten Auto.

Dabei schaden die Oldtimer und Youngtimer dem Erdklima deutlich weniger als mancher Neuwagen, nur schon deshalb, weil die in die Produktion investierte Energie schon lange amortisiert ist. Alte Autos haben zudem bezüglich Wartbarkeit und Überlebensfähigkeit deutlich bessere Karten als ihre Nachfolger, die von Elektronik- und Materialproblemen heftiger betroffen sind als ihre Vorgänger. Einige dieser Probleme können offensichtlich mit 3D-Druckern und anderen modernen Produktionstechnologien gelöst werden, aber hier ist noch viel Forschung und Entwicklung nötig.

Immerhin profitiert der Besitzer alter Autos auch von modernen Kommunikationstechnologien, die sich in den letzten zehn Jahren ausbreiteten. Anleitungsvideos auf Youtube, schneller Informationsaustausch via Twitter, Facebook und Co oder flexible Recherchen, wie wir sie auch auf zwischengas.com ermöglichen, machten und machen manche Reparatur- oder Restaurierungsaufgabe einfacher.

In den letzten zehn Jahren mussten wir auch von bekannten und geliebten Marken Abschied nehmen, als Beispiele seien etwa Lancia, Saab oder Pontiac genannt. Gleichzeitig erlebte aber auch manche Marke eine (kleine) Renaissance wie etwa TVR, Hispano-Suiza oder Alfa Romeo. Tradition und eine attraktive Geschichte waren auch in den Zehnerjahren eine Stärke grosser Automarken.

Heute geht das Jahr 2019 zu Ende und damit die Zehnerjahre des 21. Jahrhunderts. Man darf gespannt sein, was uns die Zwanzigerjahre bringen.

P.S. Wir haben lange darüber nachgedacht, mit welchem Foto man wohl die Zehnerjahre am besten charakterisieren könnte, und wir sind schliesslich an einem Foto aus der Baillon-Story hängengeblieben.

P.S.2. Haben wir etwas vergessen, was die Zehnerjahre prägte? Kommentieren Sie, Ihre Erinnerungen sind so wichtig wie unsere!

 

Schon vor fast 70 Jahren gab’s Klassikerverehrer

Bruno von Rotz - 30.12.2019

Amilcar CGS von 1927 (© Daniel Reinhard)

Ja, es war das Jahr 1952, als Schreiberling Waldmar Uherig über seine Liebe zu einem kleinen Amilcar schrieb. Damals war das schlanke Cycle Car gerade einmal 25 Jahre alt, also im Prinzip nach heutiger Terminologie noch ein Youngtimer. Wir wollen unseren Lesern den Text aus dem Heft 3/1952 von “Auto Motor und Sport” , erschienen in der Reihe “Sportwagen-Biographien”, nicht vorenthalten, denn er beinhaltet manche Reminiszenz, über die man heute nur noch staunen kann:

"Er hätte wohl endgültig seiner Verschrottung entgegen gerostet — von vergangenen Fahrten träumend — wenn nicht... und damit beginnt unsere kleine Liebesgeschichte (die begeisterten Leser dieser Biographienfolge wollen mir das Wort Liebe, in diesem Zusammenhang gebraucht, nicht als Blasphemie auslegen), ja wenn nicht im Frühling 1950 in Zürich ein seltsamer Betrieb angehoben hätte. Eine Schar junger Autofans hatten sich gefunden, um nach amerikanischem Vorbild Rennen alter Wagen durchzuführen.

Mit viel Begeisterung und noch mehr Dilettantismus wurden die Vorbereitungen an Hand genommen. Dazu gehörte in erster Linie das Suchen nach geeigneten Objekten. Als alter Autonarr beteiligte sich der Schreiber dieser Zeilen an dieser erregenden Schatzsuche und traf dabei die Heldin dieser Geschichte, in einem alten Schuppen. Unter einer dicken Staubschicht, welche noch schwach die rote Rennfarbe durchschimmern ließ, erkannte man die schnittigen Formen eines zweisitzigen Sportwagen, der vor mehr als 25 Jahren die Jugend begeisterte. Schmalhüftig war die Karosserie, da ein ahnungsvoller Konstrukteur die Sitze nicht nebeneinander, sondern etwas gestaffelt anordnete, offenbar mit der Absicht, daß der Fahrer bei entsprechender Begleitung nicht zu sehr abgelenkt würde. Eine Anordnung übrigens, für deren Berechtigung wir später volles Verständnis aufbrachten.

Wir hatten unsere Begeisterung über den Fund wohl zu offenherzig gezeigt, denn der gerissene Verkäufer ließ sich nichts mehr abhandeln; so legten wir bare tausend Schweizerfranken auf den Tisch und sahen uns im Geiste bereits durch die Straßen stieben. Hätten wir damals allerdings geahnt, welch dornenvoller Weg uns noch bevorstand, bis wir den Zulassungsschein in den Händen hatten, nie wäre diese Geschichte geschrieben worden. Ersparen Sie mir, liebe Leser, eine Aufzählung aller Hindernisse, es genügt, wenn ich Ihnen verrate, daß wir für das ausgelegte Geld einen gebrauchten Volkswagen hätten erstehen können!

Endlich im Sommer 1951 war es soweit. Unternehmungslustig funkelte das putzige Gefährt in der Sonne, als wir uns zum Start zu einer längeren Probefahrt fertig machten. Ein kurzes Drehen mit der Handkurbel — ein Fressen für die zahlreichen Zuschauer, vorab die Jugend — und schon zittert das Wägelchen bei vollaufendem Motor in allen Fugen, gleich einem vollblütigen Rennpferd vor dem Start. Erster Gang rein, Gas, zweiter Gang, wundervoll, wie weich die Kupplung spielt, vor Begeisterung wären wir bald auf die gegenüberliegende Straßenseite gekommen, ach so, die direkt wirkende Steuerung läßt nicht mit sich spaßen. Endlich haben wir uns in den Fahrstrom dieser an Sonntagen so dicht befahrenen Ausfallstraße von Zürich nach Rapperswil eingeschert. Wir müssen wirkliches Aufsehen erregen, denn das Mienenspiel der fahrenden und flanierenden Menschen ist wirklich sehenswert. Vom fassungslosen Staunen bis zum bleckenden Hohnlächeln ist die ganze Skala menschlicher Gefühlsregungen vertreten. Der Leser möge sich aber bitte vorstellen, daß wir uns auf einer Straße befinden, wo der autofahrende Züricher mit Vorliebe seinen chromfunkelnden und -starrenden Lebensstandard in Form neuester Amerikanermodelle zur Schau stellt, das bedeutet an schönen Tagen eine nicht endenwollende Autoschlange.

Amilcar von ca. 1927 (© AMS)

Bald sind wir eingefahren und können langsam hohe Schule demonstrieren; da vorn eine kleine Stockung, bremsen, aber die Seilzugbremsen scheinen nicht sehr verläßlich, also mit achtzig Sachen auf dem Tacho runterschalten, ein Aufheulen vom Zwischengas, schon bremst der Motor wundervoll ab. Ich sehe ernsthafte Leserstirnen sich runzeln und vom Überdrehen des Motors murmeln — keine Angst, denn wir fahren mit einer in Bronzelager sich drehenden Kurbelwelle.

Vor uns wollen sich zwei Amerikaner überholen, aber in der kurvenreichen Strecke scheint es mit der Straßenhaltung zu hapern. Wir pirschen uns heran, Signal geben, runter in den zweiten geschaltet, in einer übersichtlichen Kurve ziehen wir elegant vorbei; auf Kühlerhöhe in den direkten geschaltet und unser Amilcar macht einen förmlichen Satz nach vorn und weg ist er. Ein Hupkonzert hinter uns zeigt, daß man dort sichtlich verschnupft ist. Eine lange Gerade läßt die Tachonadel gegen 110 spielen, der Tourenzähler zeigt 4200 Umdrehungen, unsere Freunde von vorhin holen langsam auf, da retten uns eine Reihe Kurven, die dem Wagen mit seinen starren Achsen sichtlich liegen. Eine kleine Bergstrecke auf dem Heimweg läßt uns sein respektables Steigvermögen erkennen, allerdings näherte sich die Temperatur des Kühlerwassers dem Siedepunkt, was aber beim Fehlen eines Ventilators begreiflich ist.

Soll ich Ihnen noch erzählen von unserem Urlaub im folgenden August, als wir unsere leichtfüßige Freundin über die meisten Alpenpässe jagten und während vier Wochen kreuz und quer durch die Schweiz viertausendfünfhundert Kilometer ohne nennenswerte Pannen zurücklegten? Seit dieser Zeit ist sie uns so richtig ans Herz gewachsen, und während diese Zeilen geschrieben werden, ruht sie wohlverwahrt, und Sie werden begreifen, daß wir uns schon sehr auf die neue Reisezeit freuen; wo unser Wägelchen seine Nase auch über die weißroten Grenzpfähle strecken soll.”

Ja, es war vor 70 Jahren nicht vieles anders als heute …

P.S. Ob der rote Amilcar von 1927 wohl überlebt hat? Das Foto (oben) aus dem Jahr 2017 stammt ja vermutlich nicht vom selben Auto …

 

Als die Keilform in Mode war ...

Daniel Koch - 29.12.2019

Die Keilform im Automobildesign hatte ihre Blütezeit in den Siebzigerjahren, etwa Mitte der Achtzigerjahre zeichnete sich das Ende der flachen Flunder ab. Ein Grund für das Verschwinden der "Wedges", wie die Keile im englischsprachigen Raum genannt wurden, war, dass Klappscheinwerfer nicht mehr zeitgemäss waren. Die meisten Autos dieser Gattung hatten aber, bedingt durch die flache Bauart der Front, versenkbare Scheinwerfer. 

Es gibt vermutlich mehrere Gründe, dass die Klappscheinwerfer seit vielen Jahren aus den Automobilen verschwunden sind. Sie sind nicht aerodynamisch, und in Zeiten, in denen um jeden zehntel Liter der Verbraucheinsparung gekämpft wird, sind integrierte Scheinwerfer einfach die vernünftigere Lösung. Auch erhöhte Anforderungen an den Fussgängerschutz forderten sicher ihren Tribut. Nicht zuletzt waren sie auch immer ein Kostenfaktor, denn Klappscheinwerfer benötigten einen eigenen Mechanismus, egal, ob sie elektrisch, manuell oder mit einem Vakuumsystem betrieben wurden.

Einer der berühmtesten Vertreter der Serienwagen mit dieser Formensprache war wohl der Lotus Esprit aus der Feder von Giorgetto Giugiaro.

Aber auch Oliver Winterbottom war prägend für Fahrzeuge, die aussahen, als wären sie aus Papier gefaltet worden. Er entwickelte stilbildende Formen wie die des 1975 vorgestellten Lotus Elite 75 oder verschiedene TVRs, wie den ab 1983 erhältlichen 350i 2+2.

Wer sich einen wirkich kostspieligen und aufwändig zu wartenden Keil anschaffen wollte, kam kaum am Aston Martin Lagonda vorbei. Die von William Towns gezeichnete Luxus-Limousine ist heute ein gesuchtes Sammlerstück.

Allen "Keilen" gemein ist, dass sie heute mehr polarisieren als damals. In den Siebzigerjahren war es einfach "en vogue", einen Keil zu fahren. Heute, wo sich viele Autos ähnlich sehen und manche Marke ihre visuelle Identität verloren hat, ist es erfrischend, wenn man ein keilförmiges Auto im Alltag sieht. Um ein so auffälligens Fahrzeug zu beewegen, sollte man allerdings ein bisschen exzentrisch veranlagt sein, da man nie unbeobachtet bleibt...

Dank neuester LED-Technik und deren Leuchtkörper, die immer kleiner gebaut werden können, ist es durchaus möglich, dass das Keildesign bald wie Phoenix aus der Asche auferstehen wird. Ein erster Vorbote könnte der Tesla Cybertruck sein. Es ist jedem selber überlassen, sich darüber zu freuen, oder eben nicht...

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Für Männer, die Zeitung lesen …

Bruno von Rotz - 28.12.2019

Alvis TC108 G von 1957 (© Daniel Reinhard)

Sie erinnern sich sicher an die berühmte Artikelserie von Autojournalisten-Legende Fritz B. Busch, die mit “Für Männer, die Pfeife rauchen” übertitelt war. Nun, heute, fast 60 Jahre später, sind die Pfeifenraucher wohl eine arg kleine Minderheit geworden und vielleicht auch nicht mehr der richtige Vergleichsmassstab für klassische Sportwagen mit Stil.

Aber vielleicht ist es der Zeitungsleser, also jener traditionell agierende Mensch, der eben die Informationen von heute (oder gestern) immer noch gerne auf Papier liest und nicht vor Überformaten zurückschreckt. Er kann sich für die Haptik der klassischen Zeitung (oder Zeitschrift) begeistern und schätzt es, dass ein Redakteur (oder heute Blattmacher) Neuigkeiten und Hintergrundinformationen zusammenstellt und serviert, die er selber vielleicht nicht gesucht hätte, aber sie dennoch als lesenswert empfindet (Serendipity).

Dass ein Besitzer eines Alvis Coupés noch Zeitung liest, dürfte fast hundertprozentig wahrscheinlich sein, irgendwie passt eine Zeitung ganz einfach auf den Beifahrersitz oder die Rückbank des TC108 G (und in die Hand des Besitzers). Diese Zeitung dürfte eher konservativem oder zumindest liberalem Gedankengut folgen, sicherlich weder ein Revolverblatt noch revolutionär ausgerichtet sein.

Die meisten Alvis-Fahrer dürften im Übrigen auch männlichen Geschlechts sein, daher ist der (nicht geschlechtsneutrale) Titel (oben) auch gerechtfertigt. Natürlich lassen wir uns gerne eines Besseren belehren.

Jedenfalls, falls es Zeitungsleser gibt, denen ein Alvis mit Graber-Karosserie noch fehlt, dann sei dieser offensichtlich aussterbenden Spezies die Versteigerung in Gstaad morgen Sonntag (29. Dezember 2019, ab 16:00) ans Herz gelegt …

P.S. Man kann natürlich Zeitung lesen und trotzdem auch ein moderner Mensch sein, der auch das Internet zu nutzen weiss …

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Stil

 

Das grosse Dekaden-Autoquiz für Autokenner

Bruno von Rotz - 27.12.2019

Dekadenquiz

Eine Dekade (Zehnerjahre) geht zu Ende, die nächste (Zwanzigerjahre) kommt, dies ist ein guter Zeitpunkt zurückzuschauen Wir haben unserem Archiv Bilder von Autos aus zehn Jahrzehnten, beginnend mit den Zehnerjahren des 20. Jahrhunderts, bis zu den Nullerjahren des 21. Jahrhunderts entnommen. Sie zeigen alle typische Fahrzeuge des entsprechenden Jahrzehnts dar und Ihre Aufgabe ist es, die Autos der richtigen Marke zuzuordnen. Wollen Sie es versuchen?

Gar allzu offensichtliche Marken-Zeichen und -Schriftzüge mussten wir natürlich entfernen, aber sonst sind die Bilder unverfälscht.

Preise beim Quiz 72

Mitmachen lohnt sich, denn es gibt tolle Preise im Wert von rund EUR 2000 zu gewinnen, u.a. eine wertvolle Schweizer Armbanduhr von Edox mit Automatikwerk, Bücher, Jahresmagazine und Premiummitgliedschaften. Bedingung für die Teilnahme ist, dass alle zehn Fragen beantwortet sind. Wenn Sie die eine oder Antwort nicht sicher wissen, ist das kein Ausschlussgrund, bei der Verlosung sind Sie trotzdem dabei!

 

 

Damals und heute - wie sich die Autowelt in 50 Jahren verändert hat

Bruno von Rotz - 27.12.2019

Autotests 1970 und 2019 (© AMS)

Fast genau 50 Jahre liegen zwischen den beiden Bildteilen. Beide stammen von der Zeitschrift “auto motor und sport” und an den Unterschieden lässt sich schön herausarbeiten, wie sehr sich das Automobil und sein Umfeld verändert haben.

1970 wurden im Vergleichstest die Modelle Audi 100 S, BMW 1600, Renault 16 TS, VW 411 LE und VW K70 L verglichen. Sie traten in den Farben Rot, Goldbraun und Blau an.

Ende 2019 sind es die Kombis Audi A4 Avant, BMW 320, Mercedes C220 und Volvo V60, die jeweils mit Dieselmotoren zum Vergleich antreten. Sie sind allesamt in Grautönen lackiert. Auch sonst ist die Uniformität deutlich angewachsen. Allesamt haben die Premium-Kombis einen Vierzylinder-Turbo-Dieselmotor an Bord, der seine Kraft jeweils über die Hinterräder (Mercedes, BMW) oder alle Räder (Volvo, Audi) auf den Boden bringen. Und auch die Abmessungen unterscheiden sich nur geringfügig.

Das war 1970 noch ganz anders. Der Renault kam mit Heckklappe und Frontantrieb, der VW 411 LE dagegen mit Heckmotor und Hinterradantrieb. Der BMW 1600 war ein kompakter Stufenheck-Zweitürer mit Heckantrieb, der Audi 100 S glänzte mit Frontantrieb, vier Türen und Innenraumabmessungen wie in der Oberklasse. Ähnliches bot der VW K70 L mit Wasserkühlung, während der VW 411 LE bekanntlich luftgekühlt, dafür aber mit Einspritzung auf sich aufmerksam machte. Da war noch echte Vielfalt angesagt!

Vielleicht macht der Vergleich der beiden Epochen-Bilder sogar noch mehr Sinn als man auf den ersten Blick denken würde, denn sowohl die Fahrzeugauswahl links wie rechts repräsentiert nicht die Publikumspräferenz. 1970 wurden vor allem noch VW Käfer und Opel Kadett gekauft, 50 Jahre später ziehen die Kunden SUVs den bis anhin so beliebten Kombis vor.

Verändert hat sich auf jeden Fall einiges, nicht nur der Stil der Fotoaufnahmen.

 

Der 2019er Rückblick auf den Rennsport in und um die Schweiz in Buchform

Daniel Reinhard - 26.12.2019

Präsentation Rennsport Schweiz 2019 - Peter Wyss, Stefan Lüscher und Edi Brandenberger (© Daniel Reinhard)

Das 36. Jahrbuch über die Schweizer Rennsportszene auf zwei, drei, sowie auch auf vier Rädern wurde vor kurzem im Drivingcenter Event Seelisberg vorgestellt.

Viel Prominenz aus der Szene begleitete das von Stefan Lüscher 1984 ins Leben gerufene Werk, das sich über all die Jahre zu einem wichtigen Bestandteil der Schweizer Motorsportszene entwickelt hat.

Der vor rund sieben Jahren schwer erkrankte Stefan Lüscher erhielt seinen verdienten Dank von den zahlreich erschienen Gästen in Form einer grossartigen "standing Ovation". Stefan liess seine Laudatio mit der Stimme von Edi Engelberger vortragen und bedankte sich dabei seinerseits für alle ihm entgegengebrachte Unterstützung. Chapeau Stefan für deinen unermüdlichen Einsatz!

Trotz der allgemein schwierigen Zeiten im Motorsport setzten einige Eidgenossen wieder deutliche Zeichen im internationalen Motorsport: So gewann mit Sebastien Buemi im Toyota wieder ein Schweizer die 24h von Le Mans, Nico Müller holte sich im Audi nach einer sensationellen DTM-Saison den Vize-Meistertitel, Patric Niederhauser gewinnt im Audi R8 die ADAC GT Masters Trophy und last but not least errang Tom Lüthi in der Moto2 Klasse den 3. Gesamtrang.

Rennsport Schweiz 2019 Präsentation - Bruno Weibel und Nico Müller (© Daniel Reinhard)

Da wir bei "zwischengas" in Priori für den historischen Bereich zuständig sind, dürfen wir natürlich vor allem Bruno Weibel nicht vergessen, denn er schaffte 2019 das begehrte Triple und wurde mit seinem Lotus zum dritten Mal in Folge Europameister der Formel Junior. Zudem holte er sich in allen fünf Jahren, in denen er Formel Junior fuhr, den Klassensieg.

Das Bild oben zeigt Peter Wyss, Stefan Lüscher und Edi Engelberger. Das zweite Bild porträtiert Bruno Weibel (links) im Gespräch mit Nico Müller.

Zum Buch: "Rennsport Schweiz 2019" ist wie immer im Aktiv-Verlag erschienen, hat einen Umfang von 380 Seiten und zeigt über 550 Fotos. Es kann unter ISBN 978-3-909191-75-4 bestellt werden und kostet CHF 65.00.

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Buch

 

Alvis Graber Coupé als Neuwagen

Daniel Koch - 25.12.2019

Unglaublich, aber wahr: In Grossbritannien, genauer in Kenilworth in der der Nähe von Coventry, baut "The Alvis Car Company" Modelle aus der Vergangenheit als Neuwagen. Vor allem der japanische Markt sei ein grosser Abnehmer der "Continuation Cars", kann man vernehmen.

Auch der von uns porträtierte Alvis TC 108G Graber Coupé von 1957 kann man in einer späteren ähnlichen Form heute noch im Werk bestellen, allerdings mit einigen technischen Änderungen, welche den heutigen Emissionsvorschriften und Sicherheitsbedürfnissen geschuldet sind. Für den Vortrieb sorgt nach wie vor der 2993 ccm grosse Motor mit sechs Zylindern in Reihe, der selbstverständlich modernisiert wurde, so verfügt er heute über eine Benzineinspritzung anstelle von Vergasern, die dafür sorgt, dass der Motor seinen Durst stillen kann.

Alvis Graber Continuation

Neben dem Graber Coupé und Cabriolet bieter Alvis die offene Version als "Drop Head Coupé" aus der Feder des Carrossiers Park Ward an, und auch die älteren Entwürfe von Vanden Plas, Bertelli und Lancefield wurden neu aufgelegt. Alvis nennt diese Modelle "Continuation Series", und wer über das nötige Kleingeld verfügt, kann sich in dieser feinen Manufaktur seinen Traumwagen bauen lassen.

Das Produduktionsgebäude der Alvis Car Company in Kenilworth

(C) Google

 

Warum Weihnachten so wichtig ist

Bruno von Rotz - 24.12.2019

Weihnachten 2019

Ich kann mich noch gut erinnern, als ich mit vielleicht sechs oder sieben Jahren ein tolles Modellauto zu Weihnachten geschenkt erhielt. Es handelte sich um eine Opel Admiral als Polizeiwagen. Das besondere daran: Das rund 25 cm lange Auto verfügte über eine Kabelfernsteuerung, man konnte vor- und rückwärtsfahren damit und mit dem kleinen Lenkrad steuern wie in einem richtigen Auto. Ich liebte dieses Spielzeug, leider versagte die Kabelfernsteuerung aber schon bald ihren Dienst (wegen zu starken Gebrauchs) und so wurde der Opel später umlackiert und umgebaut. Ein Teil meiner Faszination für Automobile ist sicherlich diesem Modellauto (das Bild zeigt ein ähnliches oder vielleicht sogar das gleiche Modell) geschuldet.

Polizei-Opel von Schuco

Ob unter den Weihnachtsbäumen heute Abend wohl noch ähnlich viele Autos zu finden sind wie vor 50 Jahren? Zu wünschen wäre es, denn schliesslich ist es gerade für uns Freunde alter Automobile wichtig, dass neue Generationen unser Interesse teilen.

Für dieses Jahr ist es wohl bereits zu spät, aber sollten Sie noch ein Geschenk in letzter Minute für Ihren Sohn, Ihre Tochter, Ihren Enkel oder Ihr Patenkind suchen, dann wäre ein kleines Auto vielleicht durchaus eine Idee wert …

 

Oldtimerfahrer stehen nicht auf CO2-Kompensation (Frage der Woche)

Bruno von Rotz - 23.12.2019

Poll 145 - CO2-Kompensation

Natürlich ist der Oldtimer nicht der grösste CO2-Sünder und sein Beitrag fällt im Grossen kaum ins Gewicht. Trotzdem macht sich vielleicht der eine oder andere Oldtimer-Fahrer Gedanken, wie er sein ökologisches Gewissen beruhigen könnte, oder doch nicht?
In einer Frage der Woche wollten wir von den Zwischengas-Lesern wissen, ob Oldtimer-Fahrer ihren CO2-Ausstoss gerne neutralisieren würden.

Immerhin 395 äusserten sich und ihr Dekret war eindeutig:

57,5 Prozent sehen keine Veranlassung, ihren CO2-Ausstoss zu kompensieren und dafür zu bezahlen.

Allerdings gibt es da noch weitere 42,5 Prozent und diese teilen sich in den anderen vier möglichen Antworten auf.

15,7 Prozent gaben an, dass sie gerne etwas tun würden, wenn sie von der Kompensationsmassnahme überzeugt wären und sie nicht allzu teuer wäre.

Weitere 11,9 Prozent würde ihren CO2-Ausstoss sogar gerne kompensieren und dafür auch das nötige Geld bezahlen.

Und 4,3 Prozent sind schon einen Schritt weiter und kompensieren ihren CO2-Ausstoss mit Zertifikaten oder anderen Massnahmen.

Bleiben also noch 10,6 Prozent, die mit keiner der Antworten etwas anfangen können. Einige haben auch (per email) begründet, warum das so ist. Sie argumentieren zum Beispiel, dass ein Oldtimer oder Youngtimer, sinnvoll genutzt durchaus ein ökologisches Fahrzeug sein kann, schliesslich sind die ganzen Energieaufwände für die Herstellung schon lange amortisiert und der CO2-Ausstoss unterwegs nur geringfügig höher als der von modernen Autos. So kann man es natürlich auch sehen.

Hier noch die Antworten in grafischer Form:

Frage der Woche 145 - CO2-Kompensation

Bereits wurde die nächste “Frage der Woche” in den Raum gestellt. Dieses Mal wollen wir wissen, wie gross das Interesse an Vorkriegsoldtimern noch ist.

Und natürlich kann man weiterhin alle Auswertungen der bisherigen Beiträge “Frage der Woche” im entsprechenden Themenkanal nachlesen.

 

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