Die Saalbach-Classic muss das Handtuch werfen

Daniel Reinhard
09.01.2019

Mercedes-Benz 300 SL an der Saalbach-Classic 2017 (© Daniel Reinhard)

Die Saalbach-Classic muss nach guten sieben Jahren infolge eines für 2019 nicht zusammengebrachten Budgets das Handtuch werfen. Leider wird die allseits beliebte und vor allem sehr familiäre Saalbach-Classic aus dem Veranstaltungskalender verschwinden.

Es wird mit Sicherheit nicht die einzige Veranstaltung sein, die mit finanziellen Nöten zu kämpfen hat. Die Erwartungen an Veranstaltungen steigern sich zunehmend fast ins Uferlose. Von immer längeren Etappen, über Geschenke wie Mobil-Telefone, Uhren Jacken und Taschen beim Einschreiben, bis hin zur Top-Kulinarik und immer teureren Sieger-Preisen.

Dazu ist die Auswahl an Veranstaltungen derart gross geworden, dass sie sich gegenseitig die Teilnehmer wegfressen. Die noch vorhandenen Sponsoren haben immer kleinere Budgets und müssen diese sinnvoll verteilen. Kosten aber können kaum gesenkt werden, noch mehr Autos würden den Rahmen sprengen und auch die Teilnahmegebühr lässt sich nicht jährlich erhöhen. So beisst sich die Katze immer wieder in den eigenen Schwanz.

Walter Röhrl unterstützte die Saalbach-Classic (© Daniel Reinhard)

Es war klar, dass nicht alle Veranstaltungen von Dauer sein würden, dass es jetzt als eine der ersten die Saalbach-Classic erwischt hat, ist schade, da sie immer versuchte einen kleine Gegenbewegung zu den Grossen zu setzen, indem das Soziale und Familiäre stärker gewichtet wurde als anonymes Kilometer-Fressen. Schade!

Hier noch die Worte des OK-Chefs Mag. Nicolas Fürstauer:

Liebe Freunde der Saalbach-Classic,

in den vergangenen 7 Jahren haben wir mit viel Engagement, Freude und Leidenschaft an unserer „Saalbach“ gearbeitet. Was mein Vater Hannes Fürstauer zusammen mit Medienprofi Walter Zipser in die Welt gerufen hat, wurde in den letzten Jahren zu einer der hochkarätigsten Oldtimer-Veranstaltungen in Österreich.

Leider ist es nicht gelungen, das Budget für 2019 so aufzustellen, dass der gewohnten und von Ihnen erwarteten Qualität entsprochen werden kann. Wir wollen und können hier keine Kompromisse eingehen.
Daher heißt es leider „Time to say good-bye“.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen lieben Freunden, Teilnehmern, Partnern, freiwilligen Helfern und Sponsoren für das entgegengebrachte Vertrauen und die sehr gute und leidenschaftliche Zusammenarbeitet bedanken.
Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg, Gesundheit und angeregte Benzingespräche!

Bereits einbezahlte Nenngelder für 2019 werden selbstverständlich in den nächsten Tagen zurücküberwiesen.

Impression von der Saalbach-Classic 2017 (© Daniel Reinhard)

Archivierte Einträge:

von vo******
09.01.2019 (22:10)
Antworten
Das ist doch selbstgemacht, das Problem. Im Beitrag wird es ja schon etwas angerissen: Die Kannibalisierung des Zielpublikums. Du musst als Veranstaltung immer MEHR bieten: Mehr hochkarätig, Mehr Prominenz, mehr teuer, mehr geil, mehr spektakulär. Daher ist es für ich logisch, das die feinen Veranstaltungen als erstes fliegen, wie hier die Saalbach Classic, WAS ABER ZU ERWARTEN WAR.
Man dreht sich im Kreis und HOFFT das die richtigen Fahrzeuge kommen um ... ja genau, um was eigentlich ? das richtige Publikum an die Strasse zu locken. Wer ist denn das richtige Publikum ? Kreti und Pleti oder der Vorstand von Firma XY ? Hierbei fand ich die Saalbach Klassik (wie vomAuthor auch erwähnt) immer ganz gut: Das Familiäre beibehalten, Goggomobil neben 300 SLR oder was auch immer.
Schade Schade. Den Veranstaltern wünsche ich einen Tritt in den Hintern: Setzt euch hin, überdenkt das Konzept und macht etwas, das Kreti und Pleti kommen lässt. Das Sponsoring der Teilnehmer als Veranstalter ... ja ein schwieriges Thema... konsequent einstellen. Die sollen kommen, der Ehr wegen, nicht wegen des neuesten iPads. Ich bin nicht gut in solchen Reden, aber ich hoffe, ich konnte meinen Standpunkt gut darlegen
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