Geht der Preis des Ferrari 550 Maranello nun durch die Decke?

Bruno von Rotz
27.01.2021

Ferrari 550 Maranello von 2000 (© Patrick Ernzen - Courtesy RM/Sotheby's)

Am letzten Wochenende verkaufte RM/Sotheby’s in Arizona einen Ferrari 550 Maranello aus dem Jahr 2000 mit Chassisnummer ZFFZS49A1Y0119838 für USD 257’600 (EUR 211’232, CHF 229’264). Das ist sicherlich eine Notierung, die überrascht, zumal damit auch der bereits optimistisch anmutende Schätzwert von USD 150'000 bis 200'000 deutlich übertroffen worde.

Interieur des Ferrari 550 Maranello von 2000 (© Patrick Ernzen - Courtesy RM/Sotheby's)

Hierzulande sieht man das Gros der Ferrari 550 Maranello im Handel bei rund EUR 100’000, in einzelnen Fällen reichen sogar weniger als EUR 80’000 zum Einstieg. Wieso würde also jemand fast das Dreifache bezahlen? Der in den USA gehandelte Wagen hatte weder einen prominenten Vorbesitzer noch eine seltene Lackierung, tatsächlich war er rot und verfügte über ein helles Lederinterieur, wie hunderte andere 550 Maranello Coupés auch.

Motor des Ferrari 550 Maranello von 2000 (© Patrick Ernzen - Courtesy RM/Sotheby's)

Allerdings wies der handgeschaltete Wagen einen sehr tiefen Meilenstand auf, nämlich rund 4400 Meilen. Er sah auch wichtig appetitlich aus. Es war dies auch keineswegs der teuerste je gehandelte Ferrari 550 Maranello, denn in den Jahren 2015 und 2016 wurde auch schon deutlich mehr geboten (in EUR), als am letzten Wochenende.

Höchstgebote ür den Ferrari 550 Maranello (1996-2000) in der Zwischengas-Auktionsdatenbank

Eine weiterer Blick auf die Transaktionsdaten der Zwischengas-Auktionsdatenbank zeigt, dass von den 71 in den letzten acht oder neun Jahren gehandelten Ferrari 550 deren 34 in Grossbritannien angeboten wurde, nur neun in den Staaten. Die Briten sind offensichtlich grosse Fans des klassischen Ferrari-Granturismo und die Knappheit in den USA sorgt dort bei den Amerikanern für eine gewisse Nachfrage.

Heckansicht des Ferrari 550 Maranello von 2000 (© Patrick Ernzen - Courtesy RM/Sotheby's)

Damit und mit dem niedrigen Kilometerstand lässt sich vielleicht ansatzweise der hohe Preis erklären, aber wohl höchstens zu einem Teil. Der Rest war dann Kauflust und zwei Bieter, die nicht nachgeben wollten. Wie es halt an Versteigerungen manchmal so passieren kann.

Archivierte Einträge:

von vi******
27.01.2021 (08:20)
Antworten
Der Preis läßt sich wohl ausschließlich mit der Laufleistung erklären. Selten sind 550 weder in Amerika noch England, und viele werden nicht auf Auktionen verkauft. Dagegen spricht eindeutig die Farbe. Zudem bekommt für den gleichen Preis den wesentlichen selteneren handgeschalteten 575. Also bleibt das Rätsel bestehen
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