Das Kleinautomobil als Chance

Bruno von Rotz
02.01.2021

Apollo 4/14 PS (© Motorfahrer)

Es ist ziemlich genau 100 Jahre her, seit die Apollo-Werke den Apollo-Zweisitzer 4/14 PS lanciert haben, ein “Kleinauto”. Damals gab es in Deutschland etwa ein Automobil auf 800 Einwohner, während das Verhältnis in Amerika bei 12 Einwohner pro Autobesitzer lag. Dieser gewichtige Unterschied war darauf zurückzuführen, dass in den USA billige Serienwagen gebaut wurden, die sich auch Arbeiter leisten konnten, während man in Deutschland auf teure Qualitätsautomobile setzte, die sich kaum jemand kaufen konnte.

Der technische Direktor Slevogt sah daher im Kleinauto eine Möglichkeit, grössere Stückzahlen zu erreichen. Er wollte aber kein Minimalauto bauen, sondern einfach ein etwas kleineres und vor allem leichteres Fahrzeug, das durchaus Reserven haben durfte und sportlich sein konnte. Dank geschicktem Konstruieren sollte der Wagen ressourcenschonender und trotzdem ausreichend schnell werden. Mit dem Apollo 4/14 PS gelang dies durchaus, denn Direktor Slevogt fuhr damit Rennen und dies mit einigem Erfolg. So belegte er beim Bergrennen Solitude-Stuttgart im Jahr 1922 den ersten Platz in seiner Klasse (Bild oben).

Die Zauber-Formel, die er in einem Vortrag in Wien (abgedruckt in der Illustrierten Motor-Zeitung im Januar 1922), erklärte, lautete: “Wie fahre ich in einem möglichst billigen, möglichst sparsamen und möglichst schönen Kleinauto möglichst lange und möglichst komfortabel?”

Und so weit weg von den Fragestellungen, die uns heute im Jahr 2021 mit all den Umweltschutz- und Ressourcenproblemen beschäftigen, waren die damaligen Zielsetzungen vor hundert Jahren ja eigentlich nicht! Denn anstatt auf riesige Fahrzeuge mit dem Gewicht eines LKW zu setzen, würde man auch heute vielleicht besser nach leichtgewichtigen und kompakten Sportwagen trachten, die man ja dann allenfalls elektrisch betreiben könnte, beispielsweise einen rein-elektrischen VW XL1?

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